Pfaffenhütchen

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Pfaffenhütchen

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Vorsicht! Giftige Schönheit !!!

5  03.11.2001

Pro:
Wunderschöner Frucht -  und Blattschmuck

Kontra:
Giftgruppe II

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Pflegeaufwand:

Schnellwüchsigkeit:

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Arim

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:193

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 175 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Im Herbst bekommt man so manchen botanischen Leckerbissen zu sehen, mit dem sich uns die Schönheit der Natur erschließt und uns in ihren Bann zieht.

Zu diesen stummen Schönheiten zähle ich auch den Spindelbaum oder das Pfaffenhütchen, wie dieser Strauch in manchen Gegenden genannt wird.

Für unsere klimatischen Verhältnisse sind von den hochwachsenden Spindelbäumen zwei Arten von Interesse.

 das eigentliche Pfaffenhütchen: Euonymus europaeus
und
 der Korkflügelspindelstrauch: Euonymus alatus

Doch Vorsicht, wie so manches Schöne im Leben, sind die Pfaffenhütchen nicht ganz ohne!
Wir Landschaftsgärtner zählen die Pflanzen zur Giftgruppe II, weil alle Pflanzenteile, aber besonders die wunderschönen Früchte beim Menschen Vergiftungen hervorrufen. Am Ende meines Berichtes werde ich dazu noch einige Bemerkungen machen.

Doch nun einige nähere Bemerkungen zu den beiden Spindelbaumarten:


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1. PFAFFENHÜTCHEN
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Wie der deutsche Name vermuten läßt, hat der Strauch irgendetwas mit der sakralen Kopfbedeckung unserer Pfarrer zu tun.
Dazu brauchen wir uns nur die Früchte anschauen und schon haben wir die Erklärung. Diese orangeroten Früchte, die gerade jetzt zu Tausenden an den fruchtenden Sträuchern hängen, sind es, die diesen Spindelbaum für unsere Gärten empfehlenswert machen.
Der zweite deutsche Name, Spindelbaum, hat seine Bedeutung von der Verwendung des Holzes – denn aus dem zähen, harten Holz, wurden früher die Spindeln für die Spinnräder hergestellt.

Das Pfaffenhütchen, das etwa 3 bis 6m hoch wird im Garten zu kultivieren, ist kein Problem.
Die Sträucher selbst sind einheimisch. Wir finden sie in der freien Natur in ganz Europa. Ihre Verbreitung geht bis Westasien.

Vor unserem Haus haben sie gut Fuß gefasst, denn sie fühlen sich auf fast allen Böden , besonders auf Kalkböden wohl.

Man glaubt es kaum, aber auch hinsichtlich der Lichtverhältnisse sind sie so anpassungsfähig, dass sie sowohl in der Vollsonne, wie auch im Vollschatten
gute Wuchsergebnisse zeigen.
Allerdings entspricht es meinen Erfahrungen (© Arim Fakerschutz), dass die Pfaffenhütchen die schönste Wuchsform und den üppigsten Fruchtbehang im Halbschatten ausprägen.

Neben der wunderschönen Fruchtausbildung hat man gerade im Herbst noch zusätzliche Freude an der Blattfärbung.
Die im Sommer dunkelgrünen, etwa bis 8 cm großen eiförmigen Blätter, färben sich ab September leuchtend karminrot ein und halten bis zum ersten Frost am Strauch.

Die Pflanzen sind kaum von Krankheiten und Schädlingen gefährdet.

Die Vermehrung kann problemlos durch Aussaat erfolgen.

Schnittarbeiten sind vom Grundsatz bei diesem relativ locker wachsenden Strauch nicht notwendig. Bei Bedarf kann jedoch ohne Probleme ein Auslichtungsschnitt erfolgen.


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2. KORKFLÜGELSPINDELSTRAUCH
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In seinen Ansprüchen ist er vergleichbar mit dem heimischen Pfaffenhütchen und unterscheidet sich hinsichtlich der Standortverhältnisse nur unwesentlich.

Warum viele Gartenfreunde diesem ostasiatischem Vertreter den Vorzug geben, liegt an zwei Besonderheiten.

Zum Ersten erreicht der Korkflügelspindelstrauch nur eine Höhe von ca. 3 m, bleibt also wesentlich kleiner als das europäische Pfaffenhütchen.

Zum Zweiten wächst der Strauch etwas kompakter und wirkt dadurch natürlich gerade im Herbst bei der intensiven dunkelroten Blatteinfärbung dominanter.

Besonders interessant sind die 4 Korkleisten, die an den etwas kantigen Trieben des Strauches ausgebildete werden.
Beim einheimischen Pfaffenhütchen sind sie nur wenige Millimeter groß, aber beim Korkflügelspindelstrauch können sie über 1 cm breit werden.

Gerade für Einzelstellung (Solitär), ist der Korkflügelspindelstrauch eine echte Alternative.


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3. GIFTIGKEIT
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Wie bereits an mehreren Stellen meines Berichtes erwähnt, zählt das Pfaffenhütchen zu den Pflanzen, die in die Giftgruppe II eingestuft sind.

Giftig sind alle Pflanzenteile, in der Hauptsache aber die Früchte, weil sie die größte Konzentration an den beiden Stoffen EVOBIOSID und EVOMONOSID aufweisen.

Beide Giftstoffe wirken lähmend auf Herz und Kreislauf.

Es ist deshalb dringend zu empfehlen, den Strauch nicht in der Nähe von Plätzen zu pflanzen, auf denen Kinder spielen.
Man sollte auch rechtzeitig aufklärend die Kinder auf die Gefährlichkeit des Strauches hinweisen.

Bei Verdacht einer Euonymus- Vergiftung ist sofort der Arzt aufzusuchen.


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ZUSAMMENFASSUNG
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Das Pfaffenhütchen und der Korkflügelspindelstrauch zählen zu den Herbstperlen in der bunten Welt dieser Vorwinterjahreszeit.
Fruchtbehang und Blattfärbung lassen ihn eine bevorzugte Stelle in der Pflanzenverwendung einnehmen.
Da die für den Menschen giftigen Früchte aber von den Vögeln gern genascht werden, leistet man mit der Verwendung dieses Strauches in seinem Garten, gleichzeitig einen guten Beitrag für die Erhaltung der Artenvielfalt in unser Natur.

Ein weiteres Kriterium, das für die Einbeziehung der Spindelbäume in unsere Gartengestaltung spricht, sind die geringen Ansprüche an Boden und Klima.

Beim Korkflügelspindelstrauch muß man etwa 25,- DM aufwärts (abhängig von der Verkaufsgröße) im Anschaffungspreis rechnen. Sie sind in der Regel als Ballenware zu erhalten.
Das Pfaffenhütchen wird meist wurzelnackt für einen Preis um ca. 10,- DM angeboten. Natürlich kann man sie auch als Pflanzcontainer ( ab ca. 15,- DM) erwerben.

Abschließend noch mal der Hinweis auf die Giftigkeit des Pfaffenhütchens, die bei der Verwendung zu beachten ist.

Ich Danke Euch für das Lesen und Bewerten dieses Berichtes.

Euer Arim

(© Arim 03.11.2001)
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dr..Kimble

Dr..Kimble

23.11.2001 16:45

So ein Bericht ist doch viel leichter zu lesen als irgend so ein Hobby-Gärtner-Gartenbuch =)) Wirklich schön!

der_dominator

der_dominator

20.11.2001 20:01

Pfaffenhütchen, kann man sich die aufsetzen? Nein Quatsch, bin dank deinem guten Bericht ja bestens informiert. Sehr interessant!

hauptpbh

hauptpbh

13.11.2001 18:54

Sehr informativ!! Ich gestehe, die Pflanze kannte ich bislang gar nicht und sie "fehlt" auch in meinem Garten. Aber Herbstschönheiten kann man immer gebrauchen, um diese trüben Tage zu verschönern, also werd ich mich mal danach umsehen. Gruss - Peter

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