Pflanzen im Aquarium

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Die Pflanzen im Aquarium Aquarienpflanzen sind – bis auf die wenigen Farne und Moose – Blütenpflanzen mit Wurzel, Stengel, Blatt und Blüte. Die Blätter der Wasserpflanzen tragen – im Gegensatz zu den Landpflanzen – keine Schutzschichten gegen Austrocknung. Dadurch sind sie in der Lage, ... Bericht lesen





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Erfahrungsbericht von zigges über Pflanzen im Aquarium
30.01.2004


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Die Pflanzen im Aquarium


Aquarienpflanzen sind – bis auf die wenigen Farne und Moose – Blütenpflanzen mit Wurzel, Stengel, Blatt und Blüte. Die Blätter der Wasserpflanzen tragen – im Gegensatz zu den Landpflanzen – keine Schutzschichten gegen Austrocknung. Dadurch sind sie in der Lage, über die Blätter Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufzunehmen. Pflanzen, die ihr ganzes Leben submers (im Wasser untergetaucht) verbringen, brauchen ihre Wurzeln mehr zur Verankerung als zur Nahrungsaufnahme. Beispiel für fast immer unter Wasser lebende Pflanzen sind die Wasserpest (Egerica densa), die Haarnixe (Cabomba aquatica) und das Tausendblatt (Myriophyllum). Ihre Blätter sind dünn und zart, bei den beiden letzten Gattungen auch fein gefiedert, damit die nährstoffaufnehmende Blattoberfläche vergrößert wird.
Pflanzen aus Sumpfgebieten oder Flüssen mit jahreszeitlich schwankendem Wasserstand treiben während der Trockenzeit harte, feste Überwasserblätter. Diese Sumpfpflanzen sind während der Trockenzeit darauf angewiesen, all ihre Nährstoffe über die Wurzeln aus dem Boden zu entnehmen. Das tun sie auch im Aquarium, obwohl sie dort ständig unter Wasser gehalten werden – das müssen Sie bei der Düngung berücksichtigen. Typische Sumpfpflanzen ist die Amazonasschwertpflanzen der Gattung Echinodorus und der einheimische Froschlöffel (Alisma plantago). Auch einige Stengelpflanzen, wie die Hygrophila-Arten, sind Sumpfpflanzen, die monatelang emers (außerhalb des Wassers) leben können.

Was Pflanzen im Aquarium leisten

Die Pflanzen können mit Hilfe des grünen Blattfarbstoffs Chlorophyll das Sonnelicht als Energiequelle nutzen. Sie stellen in den grünen Pflanzenteilen aus Wasser und Kohlendioxid (CO²) die Kohlenhydrate her, aus denen sie sich selbst aufbauen: zunächst Zucker und daraus Stärke und Zellulose – sie assimilieren.
Dabei wird Sauerstoff freigesetzt, gewissermaßen als Abfallprodukt. Man bezeichnet das als Photosynthese. Sie kann nur stattfinden, wenn die Pflanze genügend stark und genügend lange beleuchtet werden.
In der Nacht und bei schwacher Beleuchtung läuft nur die Atmung der Pflanze ab. Pflanzen atmen nämlich Tag und Nacht Sauerstoff ein und CO² aus, ebenso Tiere und Menschen. Bei Tage kommt Sauerstoff, den die Pflanzen bei der Photosynthese produzieren, den Fische zugute, nachts machen die Pflanzen den Fische Konkurrenz.
Abgesehen davon, dass die Pflanzen unter günstigen Bedingungen (Licht, Wärme, Dünger) assimilieren und Sauerstoff abgeben, nehmen sie auch stickstoffhaltige Substanzen aus dem Wasser auf, die sonst den Fischen schaden würden. Außerdem geben gesunde Pflanzenwurzel Sauerstoff an den Boden ab, so dass er nicht fault. Auf den Pflanzen siedeln sich kleine Algen und Bakterien an, die zusätzlich zum Filter bei der Aufbereitung der Abfallstoffe helfen. Die Fische knabbern diesen Aufwuchs an den Blättern ab und haben damit eine zusätzliche Nahrungsquelle.
Ein üppiger Pflanzenwuchs trägt also sehr viel dazu bei, ein für die Fische günstiges und stabiles Aquarienmilieu zu schaffen, auch wenn Pflanzen im künstlichen Biotop des Aquariums kein wirkliches biologisches Gleichgewicht herstellen können. Der Aquarianer muss ihnen einige Sorgfalt widmen, damit ihre Lebensansprüche nicht zu kurz kommen.

Wuchsformen der Pflanzen

Aufgrund der verschiedenen Wuchsformen der Aquarienpflanzen lassen sich die einzelnen Arten im Aquarium für ganz bestimmte Zwecke einsetzen:
- Die Stengelpflanzen, deren kleine Blättchen zweizeilig oder quirlartig um die Stengel angeordnet sind (Hygrophilia, Heteranthera, Rotala, Ludwigia) bilden in kurzer Zeit Dickichte, in denen Jungfische und gejagte Tiere Schutz finden können.

- Mit „Wänden“ aus Sagittarien oder Vallisnerien, deren Blätter bandförmig vom Grund zur Wasseroberfläche auftragen. Lässt sich starker Lichteinfall an einer Seite des Aquariums abschirmen. Diese Pflanzen sind wüchsig und treiben so viele Ausläufer, dass man ohne weiteres die veralgten Teile oder ganze Pflanzen immer wieder entfernen kann.

- Die Pflanzen mit rosettenartig angeordneten Blättern wie Cryptocorynen, Echinodorus- und Aponogeton-Arten sowie verschiedene Seerosen sind die attraktivsten Aquarienpflanzen, sie liefern die schönsten Solitärpflanzen (Einzelpflanzen). In größeren Aquarien können Sie mit ihnen natürlich auch Dickichte schaffen, in denen größere Fische sich verbergen oder ablaichen können (Echinodorus-Dickichte für Skalare).

- Moose und zarte Stengelpflanzen wie das Hornkraut (Ceratophyllum ) und das Tausendblatt (Myriophyllum) eignen sich als Ablaichsubstrate.

- Schwimmpflanzen schirmen zu starkes Licht von oben ab.


Wahl und Verteilung der Pflanzen

Bei der Zusammenstellung einer Pflanzengemeinschaft müssen Sie die Bedürfnisse der verschiedenen Arten berücksichtigen: Sie dürfen nur solche Pflanzen in einem Becken zusammenbringen, die die gleichen Ansprüche an ihre Umwelt stellen. Die Pflanzen müssen natürlich auch an die gleiche Wasserbeschaffenheit und die gleiche Temperatur angepasst sein wie die Fische, die Sie halten wollen.
Die meisten Cryptocorynen (Wasserkelch-Arten), Aponogeton (Wasserähren-Arten) und Cabomba (Haarnixen) gedeihen nur mit weichem Wasser, man kann sie also nicht mit Hartwasser-Pflanzen wie Vallisneria (Sumpfschraube) oder Elodea-Arten (Wasserpest) in einem Becken halten.

Bei der Bepflanzung eines Aquariums streng biotopgerecht vorzugehen, ist nahezu unmöglich. In einem Raum von der Größe unseres Beckens würde in freier Natur wahrscheinlich nur eine einzige Pflanzenart vorkommen.
Am harmonischsten wirkt ein Aquarium, in dem nur wenig Pflanzenarten wachsen, aber von jeder Art so viele Exemplare, dass sich Gruppen bilden lassen. Eine – oder in einem größeren Aquarium mehrere – auffällige Solitärpflanzen bilden den Blickfang. Ein Becken, das mit einem Durcheinander von einzelnen Pflanzen verschiedener Arten besetzt ist, wirkt unruhig und unnatürlich.
Für ein mittelgroßes Becken von 80 bis 100cm Länge genügen 3 bis 7 Arten und eine Schwimmpflanzenart.
Beim Kauf der Pflanzen sollten Sie sich erkundigen, wie groß sie im Aquarium werden. Eine Jungpflanze kann im Becken des Zoofachhändlers klein wirken, im Aquarium kann sie aber nach einem halben Jahr schon solche Ausmaße erreicht haben, dass ihre Blätter aus dem Wasser ragen. Bei der Bepflanzung des Aquariums müssen Sie daher die endgültige Größe der Gewächse berücksichtigen und sie so weit auseinandersetzen, dass sie einander später nicht beengen.

Die größten Pflanzen gehören an die Rückseite des Aquariums, den vorderen Teil lässt man als Schwimmraum für die Fische frei oder pflanzt hier nur kleinbleibende Arten. Man darf jedoch nicht allzu schematisch vorgehen, sonst wirkt die Gruppierung nicht natürlich. Kontrastierende Formen und Farben der Pflanzen schaffen Abwechslung. Der Phantasie und Kombinationsgabe des Aquarianers sind bei der Zusammenstellung einer Pflanzengemeinschaft nahezu keine Grenzen gesetzt, solange er nicht versucht, einer Pflanzenart völlig unmögliche Lebensbedingungen aufzuzwingen. Die rasenbildende Zwerg-Amazonasschwertpflanze zum Beispiel ist als Flachwasserpflanze sehr lichtbedürftig; sie gedeiht in flachen Aquarien, in tieferen Becken aber nur bei Beleuchtung mit Quecksilberdampflampen. In einem schlecht beleuchteten Aquarium mit 50cm Wassertiefe und Torffilterung müsste sie eingehen.
Bei der Ersteinrichtung eines Aquariums kann man nicht alles auf Anhieb richtig machen. Kleinere Umgruppierungen von Pflanzen werden wohl immer nötig sein. Die Pflanzen dürfen aber nicht dauernd herausgenommen und wieder neu gepflanzt werden. Sie brauchen Wochen und manchmal Monate, bevor sie den Schock des Umpflanzens überwunden haben und wieder austreiben. Manche Cryptocorynen brauchen länger als ein Jahr, um sich in einem Aquarium einzuleben.

Transport und Einpflanzen

Die Pflanzen wird man Ihnen im Zoofachgeschäft in Zeitungspapier einschlagen oder in einem Plastikbeutel legen, damit sie während des Transports nicht austrocknen. Angetrocknete Teile sterben später im Aquarium unweigerlich ab. Zuhause legt man die Pflanzen in eine Schüssel mit Wasser und darüber ein Blatt Zeitungspapier. Es saugt sich voll und hält die Pflanzenteile feucht, die aus dem Wasser herausragen. Hat man erst am nächsten Tag Zeit, die Pflanzen einzusetzen, so bedeckt man die Schüssel zusätzlich noch mit Plastik- oder Alufolie. Vor dem Einpflanzen putzt man die Pflanzen aus. Schneckenlaich wird vorsichtig mit dem Fingernagel entfernt, abgestorbene, angefaulte und geknickte Pflanzenteile werden abgeschnitten (gesunde Wurzeln sind hell und elastisch, tote braun, schlaff und leer). Die gesunden Wurzeln werden vorsichtig mit einem scharfen Messer oder Schere um etwa ein Drittel gekürzt (nicht quetschen!). Dies regt die Bildung von zahlreicher neuen Wurzelspitzen an – was sehr wichtig ist, denn nur mit den Wurzelspitzen kann die Pflanze Nährstoffe aufnehmen.

Zum Einpflanzen bohrt man mit dem Finger ein Loch in den Bodengrund und steckt die Pflanze möglichst tief hinein. Die Wurzelspitzen sollen nach unten zeigen. Dann schiebt man den Kies um die Pflanze herum wieder zusammen und drückt den Boden leicht an. Danach zieht man die Pflanze wieder vorsichtig nach oben, bis der Wurzelhals gerade noch zu sehen ist. Auf diese Weise vermeidet man, dass die Wurzelspitzen beim Einpflanzen nach oben gebogen werden. Die Pflanze würde sonst schlecht anwachsen.

Worauf Sie beim Einpflanzen achten müssen:

Vallisnerien und Sagittarien, deren Wurzel senkrecht nach unten wachsen, brauchen schmale, tiefe Pflanzenlöcher. Für Flachwurzler wie die Echinodorus-Arten hebt man ovale Mulden aus, in denen man die Wurzeln vorsichtig ausbreitet. Pflanzen mit kriechendem Wurzelstock wie Kalmus (Acorus) müssen schräg eingepflanzt werden, ihre Austriebsstellen dürfen nicht vom Bodengrund bedeckt sein. Auch die Cryptocorynen und die Anubias-Arten müssen so gepflanzt werden, dass ihre Austriebsstellen nicht im Kies oder Sand begraben sind.

Bei der Pflanzung von Farnen muss man darauf achten, dass ihre grünen Rhizome (Wurzelstöcke) noch über den Boden zu sehen sind. Farne können auch auf Steine und Wurzeln aufgebunden werden, auf denen sie allmählich festwachsen. Erwirbt man eine Aponogeton-Knolle während der Ruhezeit, so muss man sorgfältig nachschauen, auf welcher Seite die „Augen“ sind, aus denen später die Blätter wachsen. Würde man sie mit dem Austrieb nach unten eingraben, könnte sie nicht anwurzeln. Bei gesunden, festen Knollen sie die Augen leicht erkennbar; gequetschte, weiche oder angefaulte Wurzelstöcke sollte man nicht kaufen. Auch der Aponogeton-Wurzelstock darf nicht völlig mit Kies bedeckt werden. Die Zwiebeln der Hakenlilie (Crinum) bekommen leicht Druckstellen; man setzt sie mit etwas Filterwatte umwickelt ein; damit sie nicht von spitzen Steinchen verletzt werden.

Stengelpflanzen wie den Wasserfreund (Hygrophila), die Haarnixe (Cabomba) , oder den Sumpffreund (Limnophila) bekommt man als Stecklinge im Zoofachgeschäft. Leicht gedrückte Stengelenden schneidet man ab und entfernt auf etwa 4cm Länge die unteren Blätter. Geknickte Stengel würden nicht weiterwachsen, man schneidet sie daher an der Knickstelle durch und behandelt das abgeschnittene Oberteil wie ein Steckling. Stengelpflanzen sollten in Gruppen zusammenstehen. Man pflanzt aber nicht das ganze Bündel in ein einziges Loch, sondern jeden Steckling einzeln. Wenn ein Stengel fault, kann er die anderen nicht anstecken. Schwimmpflanzen werden auf die Wasseroberfläche gelegt. Falls sie beim Transport gelitten haben und die Wurzeln um die Blätter gewickelt sind oder auf der Oberseite der Pflanze kleben, braucht man sie nur einige Male ins Wasser zu tauchen, sie entwirren sich dann von selbst und schwimmen in der richtigen Lage an die Oberfläche zurück.

Die Lebensansprüche der Pflanzen im Aquarium

Die Pflanzen haben sich im Lauf von Jahrmillionen an die natürlichen Lebensbedingungen in ihrer Heimat angepasst, die meisten Arten sind jedoch so flexibel, dass sie auch unter den veränderten Bedingungen des Aquariums gut gedeihen können. Wird eine Pflanze optimal mit Licht, Wärme und Nährstoffen versorgt, so leistet sie das Höchstmaß an Photosynthese und produziert damit die größtmögliche Menge an Sauerstoff.


Das Licht

Die meisten Aquarienpflanzen stammen aus den Tropen und sind recht sonnen- beziehungsweise lichthungrig. Leider sind viele Becken auch heute noch „unterbelichtet“, obwohl es seit der Entwicklung der Quecksilberdampflampen und Tropenlichter möglich ist, auch die extrem sonnenhungrigen Seerosen, Sumpf- und Schwimmpflanzen im Aquarium zur Blüte zu bringen, wenn man sie ohne Deckscheibe hält.
Ebenso wichtig wie die Lichtstärke ist die Beleuchtungsdauer. Ein Tropenaquarium muss 12 bis 14 Stunden pro Tag Licht erhalten, kürzere Beleuchtungszeiten hemmen das Pflanzenwachstum. Die Tageslänge wird mit einer Schaltuhr konstant gehalten.

Auch die Farbe des einfallenden Lichts ist für die Pflanzen von Bedeutung. Das Chlorophyll wird von rotem und violettem Licht am stärksten aktiviert, aber gerade diese Farbe sind in normalen Tageslichtlampen nur wenig vorhanden. Unter Wasser wird das Licht auch noch stark absorbiert. Blaugrünes Licht durchdringt das Wasser am besten, es aktiviert das Chlorophyll aber am wenigsten. Durch das zuschalten einer violetten Gro-Lux- oder Fluora-Lampe lassen sich daher die Pflanzen zu stärkerer Assimilation und zu mehr Wachstum anregen.

Die Temperatur

Die Pflanzen der gemäßigten Zone (Europa und Nordamerika) verlangen Temperaturen zwischen 14 und 20 Grad Celsius. Sie wachsen im Winter schwächer als im Sommer, auch wenn man ihnen im Aquarium die natürliche, winterliche Ruhezeit nicht bieten kann. Muss man den Fischen im Becken vor der Laichzeit eine Kälteperiode bieten, ziehen Pflanzen im Winter ebenso ein wie in der freien Natur (ihre Vitalität nimmt ab und sie verlieren die Blätter). Sie treiben erst im Frühjahr wieder aus.
Tropenpflanzen gedeihen am besten bei Temperaturen von 24 bis 27 Grad Celsius.
Die meisten Tropenpflanzen machen keine Ruhezeit durch, nur die Gattung Aponogeton stellt hier Sonderansprüche. Die Aponogeton- (Wasserähren-) Arten sind von Madagaskar über Indien bis zur Malaiischen Halbinsel verbreitet, und zwar in Gebieten, die großen jahreszeitlichen Temperatur- und Wasserstandsschwankungen unterworfen sind. Pflanzt man eine Aponogeton-Knolle während der Ruhezeit, so treibt sie aus, wächst etwa 8 Monate lang sehr üppig und blüht unter günstigen Bedingungen und bei niedrigem Wasserstand sogar, danach zieht sie ein. Lässt man sie im Aquarium, so treibt sie nach einigen Wochen wieder aus, sie erschöpft sich auf diese Weise aber recht schell und geht schließlich ein. Weit besser ist es, die Pflanze von vornherein in eine flache Tonschale zu pflanzen, die man aus dem Becken nimmt, sobald die Pflanze ihre Blätter verliert. Man bringt sie dann 2 bis 4 Monate lang in einem kühleren Aquarium unter (Temperatur etwa 16 Grad Celsius), das auch dunkler sein kann. Nach der Ruhezeit treibt sie bei Temperaturen über 20 Grad Celsius wieder aus. Aponogeton-Arten gehören zu den schönsten Aquarienpflanzen und sind die dankbarsten Blüher, wenn man auf ihre kleinen Eigenheiten Rücksicht nimmt.

CO²-Düngung

Der wichtigste Nährstoff der Pflanze ist das Kohlendioxid, das CO². Die Pflanzen brauchen es zur Photosynthese, um ihre eigene Substanz aufzubauen. Da unserem Leitungswasser das freie CO² entzogen wird, leiden die Pflanzen im Aquarium oft an CO²-Mangel. Aber auch die Besetzung des Beckens spielt eine entscheidende Rolle: Wenn sich Luft mit Wasser löst, löst sich auch Kohlendioxid, und bei der Atmung geben Pflanzen und Tiere welches ab. In einem dicht bepflanzten Aquarium mit wenigen Fischen, in dem keine Durchlüftung nötig ist, kommt das CO² den Pflanzen zugute. Da die meisten Aquarien jedoch überbesetzt sind, muss CO² durch starke Filterung und durch Lüftung ausgetrieben werden, um die Fische nicht zu gefährden, dann hungern die Pflanzen. Kohlendioxid (CO²) muss also als Dünger zugeführt werden. Dies ist besonders wichtig, wenn Pflanzen aus hartem und aus weichem Wasser gemeinsam in einem Aquarium gepflegt werden sollen. Pflanzen wie Cryptocorynen und Cabomba, die in der Natur in weichem, mehr oder weniger saurem Wasser leben, finden dort so viel freies CO² vor, dass sie sich ausschließlich davon ernähren können. Pflanzen aus mittelharten und harten Gewässern jedoch, in denen das meiste CO² in Bikarbonaten und Karbonaten gebunden ist, mussten im Lauf der Evolution die Fähigkeit entwickeln, diese Verbindungen chemisch zu „knacken“ und das CO² herauszulösen. Es handelt sich meist um einheimische und nordamerikanische Arten.

Wenn bei heller Beleuchtung die Photosynthese sehr schnell abläuft und die Pflanzen viel Sauerstoff produzieren, verarbeiten sie auch viel CO². Ist das CO² im Wasser verbraucht, hören Pflanzen aus weichem Wasser – wie Cabomba – auf zu assimilieren. Die Hartwasserpflanzen assimilieren weiter, lösen aber aus dem Kalziumbikarbonat das CO² heraus. Dabei wird die chemische Verbindung zerstört, Kalziumkarbonat setzt sich als rauer Belag (Kesselstein) auf den Pflanzenblättern ab und der pH-Wert des Wassers steigt durch den CO²-Verlust an. Ist das Wasser stark mit Stickstoffabbauprodukten überlastet, sind die Fische nun durch eine Ammoniakvergiftung gefährdet - oder sogar durch Lungenschäden.

Die Wasserpest ist auch noch in der Lage, dem Karbonat CO² zu entziehen, dabei steigt der pH-Wert des Wassers in den für Fische tödlichen Bereich, sie gehen an der „Lungenkrankheit“ zugrunde.
Hartes Wasser ist gegen pH-Sprünge bei dieser „Biogenen Entkalkung“ besser gepuffert als weiches, da es mehr Karbonat und Bikarbonate enthält. Die CO²-Düngung erspart es den Pflanzen, das CO² aus den Kalksalzen der Kohlensäure zu gewinnen.

Das CO²-Düngegerät

Um eine ausgeglichene Kohlendioxid-Versorgung zu gewährleisten, verwendet man am besten ein CO²-Düngegerät (CO²-Diffusor). Das ist eine Druckflasche, aus der ständig ein klein wenig CO² ins Aquarium entweicht. Die Abgabemenge wird durch ein elektronisches Mess- und Steuergerät konstant gehalten. Da die Pflanzen in der Dunkelheit kein Kohlendioxid aufnehmen, sondern welches ausatmen, könnte in einem stark mit Fischen besetzten Becken eine ausgiebige CO²-Düngung bei Nacht den Tieren gefährlich werden. Manche Düngegeräte kann man an die Schaltuhr anschließen, die auch die Lampen steuert. Sie schaltet den CO²-Diffusor ab, sobald das Licht ausgeht
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CO² fördert auch die Wurzelbildung, die Pflanzen können dem Boden mehr Nährstoffe entnehmen und frisch umgesetzte Pflanzen wachsen schneller an. Die CO²-Düngung bringt also so viele Vorteile, dass sich die Anschaffung eines Düngegerätes schon bei der Neueinrichtung eines Beckens lohnt, wenn Sie von vorneherein großen Wert auf eine üppigen Pflanzenwuchs legen und nur zarte, kleine Fische halten wollen. Wenn Sie noch nicht genau wissen, ob Ihnen Pflanzen oder große Fische lieber sind, sollten Sie Ihr erstes Aquarium mit preiswerten, anspruchslosen Gewächsen einrichten und erst einmal versuchen, mit der Tierhaltung zurechtzukommen.

Falls Sie sich dann zur Pflege großer Pflanzenfresser oder stark wühlender Cichliden entschließen, brauchen Sie den CO²-Diffisor nicht. Aquarien für ostafrikanische Barsche aus dem Malawi- und Tanganjika-See können Sie nicht mit Kohlendioxid düngen. Die unvermeidliche pH-Wert-Senkung, die bei der Einleitung von Kohlendioxid ins Wasser geschieht, würde die an alkalisches Wasser angepassten Tiere schädigen. Die meisten dieser Fische fressen sowieso alle Pflanzen im Aquarium auf.

Düngen des Bodengrundes

Aquarienpflanzen brauchen neben Licht und Kohlendioxid auch Düngesalze. Eine wichtige Voraussetzung für eine wirkungsvolle Düngung ist ein ausreichend tiefer, durchlässiger Bodengrund. In einem kleinen Aquarium sollte er etwa 5cm hoch sein, in einem mittelgroßen oder großen 8 bis 10cm. Höhere Bodenschichten werden auch bei der Verwendung von Heizkabel oder Bodenfiltern schlecht durchströmt und neigen zum Faulen. In zu flachem Bodengrund können die Pflanzen ihre Wurzeln nicht ausbreiten, vor allem die Sumpfgewächse kümmern.

Um den Wasserpflanzen einen guten Start zu ermöglichen, sollten Sie gleich beim Einrichten des Beckens einen Langzeitdünger in den Bodengrund geben. Hilena-Initial zum Beispiel ist ein stark eisenoxidhaltiger organischer Langzeitdünger. Man vermischt ihn mit einem Teil des Bodengrundes und bedeckt diese Schicht mit einer mehrere Zentimeter dicken Lage von gewaschenen Kies. Grabende Fische können in Aquarien mit solchem Bodengrund nicht gehalten werden, da das Wasser sich rot färbt und trübt, wenn die Fische den eisenoxidhaltigen Dünger herauswühlen. Für sie eignet sich Dynophyll oder ein anderer granulierter Langzeitdünger, den man mit dem Bodengrund vermischt.

Er färbt das Wasser nicht, so dass er für jeden Fischbesatz verwendet werden kann. Wer den Bodengrund mit einem Langzeitdünger aufbereitet, sollte gleich bei der Einrichtung eine Heizmatte unter dem Aquarium oder ein Heizkabel im Kies installieren, damit der Bodengrund gleichmäßig von unten nach oben durchströmt wird, so dass der Dünger an die Pflanzenwurzeln gelangen kann.
Ein Aquarium mit ungedüngtem Bodengrund ernährt man mit Flüssigdünger oder Düngetabletten, die in der Nähe der Pflanzenwurzeln in den Bodengrund gedrückt werden. Für Düngetabletten sind hauptsächlich die Sumpfpflanzen dankbar, die echten Wasserpflanzen nehmen flüssige Nährstoffe leichter auf.

Wie Sie richtig düngen

Ein besonders wichtiger Nährstoff für die tropischen Aquarienpflanzen, vor allem für die Cryptocorynen, ist Eisen. Ihre Heimatgewässer liegen in Gegenden, in denen die Böden rot sind von Eisenoxid. Kann man sie nicht auf Langzeitdünger halten, muss man sie mit einem Volldünger versorgen, der ausreichend Eisen enthält (Crypto-Dünger, Stellacoryn). Eine Volldüngung ist für Pflanzen günstiger als ausschließliche Eisendüngung, die man auch durch eine eiserne Büroklammer im Filter erreichen könnte, aber einseitige Eisendüngung führt zu Pflanzenschäden.

Wie häufig und wie viel gedüngt werden muss, ist bei den einzelnen Präparaten verscheiden. Man düngt nur nach dem Wasserwechsel. Düngemittel bestehen aus einer Kombination von Nährsalzen, die von den Pflanzen meist nicht gleichmäßig aufgebraucht werden können. Wer also ohne Wasserwechsel in sein Aquarium immer wieder eine Salzkombination hineingibt, erhöht damit langsam, aber sicher und unkontrollierbar den Mineralgehalt des Beckenwassers. Nach einiger Zeit wird man dann feststellen, dass der Pflanzenwuchs „trotz bester Düngung“ zu wünschen übrig lässt. Die Pflanzen vertragen das aufgesalzene und überdüngte Wasser nicht, sie kümmern dahin oder sterben sogar ab.

Die Pflege der Pflanzen

Etwa einmal in der Woche entfernt man abgestorbene Blätter mit der Hand oder einer Pflanzenpinzette. Mit der Hand kann man im Aquarium sicherer und „gefühlvoller“ hantieren als mit irgendeinem Instrument. Wenn die Fische viel Mulm im Aquarium aufwirbeln, kann man die feinfiedrigen Pflanzen ab und zu abklopfen und abschütteln.
Wachsen die Pflanzen zu üppig, so muss man sie ein wenig stutzen oder ausdünnen. Die Blüten der Nymphaea-Arten nehmen den Unterwasserpflanzen sehr viel Licht weg; in einem mittelgroßen Aquarium genügen 2 bis 5 Blätter, die anderen müssen gekappt werden. Auch die Schwimmpflanzen müssen ab und zu abgefischt werden. Am schnellsten wachsen die Wasserlinsen (Lemna), sie überwuchern alles, wenn man nicht aufpasst.

Sie sind allerdings sehr wichtig für die Wasserreinigung, da sie dem Wasser nur die Stickstoffverbindungen entziehen, den Sauerstoff aber, den sie zur Atmung benötigen, der Luft entnehmen. Sie geraten also auch bei Dunkelheit nicht mit den Fischen in Konkurrenz. Dichte Bestände von ausläufertreibenden Pflanzen wie Sagittarien und Vallisnerien lichtet man ab und zu aus, indem man ganze Pflanzen entfernt. Wenn Echinodorus oder Crinum zu groß werden, so kann man vorsichtig die äußeren Blätter abpflücken oder abschneiden.


Vermehren von Aquarienpflanzen

Viele Wasserpflanzen vermehren sich vegetativ, also durch Ableger, Ausläufer oder Adventivpflanzen. Einzelne Ableger, die sich neben der Mutterpflanze bilden, lässt man stehen, wenn die Pflanzengruppe dichter werden soll. Muss der Ableger entfernt werden, so wartet man mit dem Abtrennen, bis er etwa halb so groß wie die alte Pflanze ist.
Ausläufer bilden sich besonders zahlreich an Sagittarien und Vallisnerien. Damit die Gruppen nicht zu dicht werden, entfernt man schwächliche Jungpflanzen. Wenn man auch alte, unansehnliche Pflanzen herausnimmt und jüngere nachwachsen lässt, wird eine Sagittarien- oder Vallisnerien-Gruppe immer ein attraktiver Blickfang sein.

Adventivpflanzen sind Jungpflanzen, die sich nicht an den Wurzeln, sondern an einem oberirdischen Körperteil der Pflanze entwickeln. Bei einigen Echinodorus-Arten entsteht sie an den Quirlen der unter der Wasseroberfläche liegenden Blütenstengel, bei Aponogeton undulatus am Blütenstengel anstelle einer Blüte, bei den Farnen Ceratopteris und Microsorium an den Blatträndern. Man muss warten, bis die Jungpflanzen kräftig genug sind, bevor man sie abtrennt und einpflanzt. Sie sollten schon eigene Würzelchen gebildet haben, damit sie im Boden rasch anwachsen. Man kann auch den Stengel mit den Jungpflanzen bis zum Bodengrund herunterbringen und ihn dort mit Steinen, gebogenen Glasnadeln oder Pflanzenklammern (Zoofachgeschäft) befestigen. Wenn die Adventivpflanzen eingewurzelt sind, schneidet man den Stengel ab. Die Adventivpflanzen der Schwimmfarne kann man ebenfalls an den Mutterpflanzen belassen, sie bilden selbst neue Jungpflanzen, und so entsteht bald einen dichte Schwimmpflanzendecke.

Vermehrung ist auch durch Teilung von Wurzelstöcken und älteren Pflanzen möglich. Die Rhizome der Farne und die Wurzelstöcke der Lagenandra-, Echinodorus- und Anubias-Arten werden geteilt, indem man kräftige Seitensprosse mit Wurzeln und mindestens 5 Blättern mit einem scharfen Messer abtrennt und dann wie Jungpflanzen behandelt. Eine zu groß gewordene Solitärpflanze schneidet man mit einem scharfen Messer in zwei Teile, stutzt die Wurzeln und setzt sie wieder ein. Eine so geteilte Pflanze mit gestutzten Wurzeln kann aber ihren dichten Blattschopf nur schwer ernähren. Man kann zwar alle Blätter auf die Hälfte oder ein Drittel zurückstutzen, damit die Größe der Blätter wieder im richtigen Verhältnis zur Größe der Wurzelballens steht, aber die Teilung einer älteren Pflanze ist immer ein Risiko; abgesehen vom Schock kann sie an den Schnittstellen faulen. Besonders gefährdet sind die Aponogeton-Arten mit ihrem knolligen Wurzelstock. Die Stengelpflanzen, wie Ludwigia, Rotala, Cabomba und Hygrophila, vermehrt man am einfachsten durch Stecklinge.

Man nimmt dazu etwa 15cm lange Seitenzweige oder den oberen Teil des Stengels ab. Manche dieser Pflanzen neigen dazu, von unten her zu verkahlen, selbst wenn sie üppig zur Wasseroberfläche oder darüber hinaus wachsen. Die kahlen Stengel sehen hässlich aus, man verjüngt daher die ganze Gruppe, indem man sie herausnimmt, die oberen Enden der Sprossen abschneidet und neu steckt. Sprossstücke von Stengelpflanzen kann man auch an der Wasseroberfläche treiben lassen, bis sie Wurzeln bilden. Pflanzen, die in der Natur in Sümpfen oder in Gegenden mit jahreszeitlich wechselndem Wasserstand vorkommen, treiben ihre Blüten, wenn sie während der Trockenzeit über Wasser leben. Solche Pflanzen (Cryptocorynen, Aponogeton Echinodorus, Crinum) kann man auch im Aquarium durch Samen vermehren. Die Anzucht von Aquarienpflanzen aus Samen gehört jedoch schon zur „hohen Schule“ der Wasserpflanzengärtnerei. Interessenten sollten sich über die Einzelheiten und über die Vermehrung der vielen verschiedenen Arten in der Spezialliteratur informieren.

Pflanzenschäden

Wer seine Aquarienpflanzen mit Licht, allen notwendigen Nährstoffen und sauberem Wasser versorgt, wird selten oder nie mit Pflanzenkrankheiten oder Mangelerscheinungen zu tun haben. Einige kleinere Blattschäden können durch Schnecken und Fische verursacht werden. Wenn Sie bei gesunden, wüchsigen Pflanzen Löcher in den Blättern oder abgeknabberte Blattränder entdecken, oder wenn den feinfiedrigen Pflanzen plötzlich die Blattspitzen fehlen, können Sie sicher sein, dass die Fische sie abgebissen haben.

Alle anderen Pflanzenschäden und Wachstumsstörungen sind jedoch Mangelerscheinungen oder die Folgen einer Überdüngung mit bestimmten Substanzen:

- Sehen die meisten oder alle Pflanzen eines Aquariums schwächlich aus, treiben sie kleine, gelbliche Blätter auf langen, dünnen Stielen, dann haben sie zu wenig oder falsch zusammengesetztes Licht. (Häufig kommen in schlecht beleuchteten Becken Kieselalgen vor). Dadurch die Anschaffung einer stärkeren oder andersfarbigen Lampe lassen sich die Pflanzen schnell zu üppigerem Wachstum anregen.

- Wenn Pflanzen bei sonst gesundem Aussehen nicht weiterwachsne wollen, leiden sie meist an CO²-Mangel. Abhilfe schafft man durch den Anschluss eines CO²-Düngegerätes.

- Wenn die Pflanzen plötzlich gelbe Blätter bekommen, die anschließend glassig werden und zugrunde gehen. Leiden sie an Eisenmangel. Man düngt die Pflanzen mit Eisendünger oder besser mit einem Wasserpflanzenvolldünger.

- Bleiben an gelben Blättern die Blattnerven grün, deutet das nicht auf Eisenmangel, sondern auf Manganmangel hin. Mangan ist ein Spurenelement, das normalerweise im Aquarienwasser vorhanden ist. Manganmangel entsteht durch Eisenüberschuss, wenn die Pflanzen nicht mit Volldünger, sondern allein mit Eisendünger gedüngt werden.

- Braune und schwarze Verfärbungen der Blätter zeigt meist ebenfalls einen Eisenüberschuss an. Eisen verhindert nicht nur die Aufnahme von Mangan und anderen Spurelementen, sonder es verbindet sich auch mit den Phosphaten, die durch das Fischfutter in das Wasser geraten. Phosphat ist Pflanzennährstoff, der im Aquarium immer in ausreichender Menge vorhanden ist. Bildet sich Eisenphosphat im Überschuss im Wasser und in der Pflanze selbst, sterben die betroffenen Blätter ab. Der wichtige Nährstoff Eisen muss also sehr genau dosiert werden, damit er keinen Schaden anrichtet.

- Die am meisten gefürchtete Pflanzenkrankheit im Aquarium ist die Cryptocorynenfäule. In ihren ersten Anfängen wirkt diese Krankheit noch völlig harmlos. In den Blättern und an den Rändern der befallenen Pflanzen entstehen Löcher, die noch wie Schneckenfrass aussehen. Innerhalb weniger Tage kann aber die ganze Pflanze oder ein Cryptocorynenbestand zusammenbrechen und verfaulen. Importpflanzen sind besonders gefährdet, in Europa nachgezogene sind weniger empfindlich. Einige hellgrüne, schmalblättrige Arten sollen relativ widerstandsfähig sein. Die Cryptocorynenfäule tritt besonders oft in Aquarien mit hohem Nitratgehalt auf, in denen das Wasser zu selten gewechselt wird. Pflanzen, die in nitratreichen Gewässern zu Hause sind, können die Nitrate aufspalten und den Pflanzennährstoff Ammonium daraus gewinnen; Cryptocorynen und andere tropische Pflanzen, die an ihren natürlichen Standorten freies Ammonium in großer Menge vorfinden, brauchten solche Fähigkeiten nicht zu entwickeln. Sie nehmen die Nitrate ebenso auf wie alles anderen, im Moment nicht verwertbaren Stoffen an ihren Körperzellen. Wenn dann der Aquarianer plötzlich eine große Veränderung am Aquarienmilieu vornimmt (ein lang hinausgeschobener Wasserwechsel wird endlich ausgeführt, eine längst überfällige Leuchtstoffröhre wird ausgewechselt), geht es den Pflanzen zunächst besser. Sie assimilieren schneller und bilden mehr Sauerstoff. Der Sauerstoffgehalt des Wassers und der Pflanzen nimmt zu; die gespeicherten Reservestoffe werden aktiviert. Sie verbindet sich zum Teil mit dem Sauerstoff zu unlöslichen Substanzen, die die inneren Leitungsbahnen der Pflanze verstopfen. Aus den gespeicherten Nitraten können sich giftige Stickstoffverbindungen entwickeln. Dies alles bringt die Pflanze zum Absterben.

Pflanzenkrankheiten lassen sich leicht vermeiden, wenn der Aquarianer

- für ein stabiles Aquarienmilieu sorgt.

- durch rechtzeitiges Auswechseln der Leuchtstoffröhren die Lichtintensität konstant hält.

- mit einer Schaltuhr für eine gleichbleibende Tageslänge sorgt.

- regelmäßig das Wasser wechselt (verhindert das Ansteigen der Nitratkonzentration) und durch eine anschließende Volldüngung den Pflanzen wieder alle notwendigen Nährstoffe liefert.


Algen

In jedem Aquarium siedeln sich ganz von selbst verschiedene Algen an. Algen brauchen wie alle anderen Pflanzen Licht, Wärme und Nährstoffe. Sie sind normalerweise keine direkten Konkurrenten der Aquarienpflanzen, denn sie unterscheiden sich von ihnen in einigen Einzelheiten des Nährstoffbedarfs. Zum guten Gedeihen benötigen sie erheblich mehr Nitrat und Phosphat als die höheren Pflanzen. In einem Becken mit gut gepflegtem Wasser und üppigem Pflanzenwuchs fallen sie daher nicht auf.

Wird aber der Wasserwechsel über längere Zeit vergessen oder verschlechtert sich das Aquarienmilieu aus anderen Gründen, steigt auch meist die Konzentration des Phosphats und der Stickstoff-Verbindungen (Ammoniak / Ammonium, Nitrit, Nitrat) in Bereiche an, die die höheren Pflanzen nicht vertragen. Sie assimilieren nur noch wenig und stellen das Wachstum ein. Die Algen dagegen vermehren sich nun geradezu explosionsartig und überwuchern in kurzer Zeit das gesamte Becken. Durch Ihr starkes Wachstum nehmen sie den anderen Pflanzen Licht und alle Nährstoffe wer, so dass diese noch mehr geschädigt werden und langsam zugrunde gehen. Neu eingerichtete Aquarien sind am ehesten von einer Algenplage bedroht. Ihre Filter sind noch nicht „eingelaufen“, so dass der Stickstoff-Abbau noch nicht richtig funktioniert. Die frisch eingesetzten Pflanzen müssen erst Wurzel bilden und anwachsen, bevor sie Sauerstoff produzieren, Ammonium und Nitrat aufnehmen und damit das Aquarienmilieu stabilisieren können.

Jede Algenart signalisiert einen anderen Fehler in der Wasserpflege, man benutzt sie daher als Bio-Indikatoren, um mit ihrer Hilfe verborgene Fehlerquellen aufzuspüren.

Blaualgen bilden dichte blaugrüne, violette oder braunschwarze Überzüge auf dem Boden, Steinen und Pflanzen. Auf dem Bodengrund breiten sie sich vor allem dann aus, wenn er zu dicht oder zu hoch geschüttet ist und daher schlecht durchströmt wird. Überdüngter Bodengrund, Futterreste, abgestorbene Tubifex, stark mit Nitraten belastetes Leitungswasser, schlecht gepflegte Filter und Sauerstoffmangel fördern das Auftreten von Blaualgen. Die schmierigen Beläge kann man mit der Hand abstreifen oder mit dem Schlauch absaugen, wenn aber die Ursache nicht abgestellt wird, wachsen sie aus den kleinsten Resten sehr schnell wieder nach.
Von Blaualgen befallene Pflanzenblätter gehen in kurzer Zeit an Lichtmangel zugrunde, stark befallene Pflanzen werden buchstäblich erstickt. Die Fische fressen die Blaualgen leider nicht, mit kleinen Mengen werden aber die roten Posthornschnecken fertig.

Rotalgen wachsen als schmutziggrüne Fäden- oder Büschel (Bart- oder Pinselalgen) auf Pflanzen, Holz und Steinen. Bei starkem befall sterben die Wasserpflanzenblätter ab. Rotalgen sitzen sehr fest, sie lassen sich kaum mit der Hand entfernen und schon gar nicht mit dem Schlauch absaugen. Am besten gedeihen sie in schlecht gefiltertem, hartem Wasser bei pH-Werten über 7. Ihr Auftreten zeigt auch CO²-Mangel an; beseitigt man den CO²-Mangel, verschwinden die Rotalgen von allein. Bekämpft man sie nicht, können sie ebenso lästig werden wie Blaualgen.

Kieselalgen wachsen als dünner, brauner Belag auf Einrichtungsgegenständen und Pflanzen. Ihr Auftreten zeigt immer Lichtmangel an, aber auch Sauerstoffmangel und Nitratüberschuss. Helleres Licht bringt sie schnell zum Verschwinden, dann assimilieren die Pflanzen besser, bilden Sauerstoff und nehmen die Stickstoffabbauprodukte auf.

Grünalgen treten im Aquarium nur selten in Massen auf. Die hellgrünen Schwebealgen der Gattung Volvox, die man manchmal mit Tümpelfutter einschleppt, können das Aquarienwasser in eine undurchsichtige grüne Suppe verwandeln. Sie treten manchmal in neu eingerichteten Becken auf, in denen zu viel gefüttert wird. Wenn man einige Tage lang das Licht ein paar Stunden früher ausknipst als sonst oder das Becken überhaupt nicht beleuchtet, verschwinden die Algen: die Aquarienpflanzen nehmen in so kurzer Zeit keinen Schaden. Im Kaltwasserbecken kann man einen große Menge Wasserflöhe einsetzen (Filter abstellen), die Algen fressen. Die gemästeten Wasserflohe verfüttert man an die Fische. In Tropenaquarien ist das leider unmöglich, denn die Wasserflöhe sterben bei den hohen Temperaturen rasch ab und verderben das Wasser. Am schnellsten und sichersten wirkt ein UV-Wasserklärer (Zoofachhandel), den man so lange im Aquarium lässt (Gebrauchsanweisung beachten), bis die Schwebealgen verschwunden sind.

Andere Grünalgenarten wachsen als watte- oder pelzartige, saftig grüne Beläge auf Einrichtung und Pflanzen. Sie zeigen ein mit Abfallprodukten überlastetes Wasser an. Soweit wie möglich entfernt man sie mit der Hand oder saugt sie ab. Wenn aber das Wasser nicht besser gefiltert beziehungsweise häufiger gewechselt wird, wachsen sie rasch wieder nach. Grüne Fadenalgen gedeihen nur in sauberem und gut gedüngtem Aquarienwasser, in dem wirklich alles in Ordnung ist. Ihr Auftreten ist also eigentlich ein gutes Zeichen. Sie spinnen aber die Wasserpflanzen ein und nehmen ihnen dadurch das Licht, und, wenn sie sich stark entwickeln, auch die Nährstoffe weg. Die feinfiedrigen und lichtbedürftigen Arten wie Cabomba können durch grüne Fadenalgen schnell zugrunde gehen. Man entfernt die langen Fäden mit der Hand, ohne die eingesponnenen Pflanzen auszureißen.

Algenbekämpfung

Einige Fischarten fressen Algen sehr gerne. Manchmal breiten sich aber die Algen so schnell aus, dass die Fische mit dem Fressen und die Aquarianer mit dem Absaugen nicht mehr nachkommen. Dann müssen sie mit chemischen Mitteln bekämpft werden. Es sind einige sehr wirksame Algenvernichtungsmittel auf dem Markt. Sie dürfen nur in der vorgeschriebenen Konzentration angewendet werden, bei Überdosierung schädigen sie die Wasserpflanzen oder töten sie ab. Blaualgen sollten vorher so weit wie möglich abgesaugt werden. Nach der Algenbekämpfung ist ein Wasserwechsel zu empfehlen.


Wichtig:

Wenn der Aquarianer die technischen Einrichtung seines Beckens rechtzeitig wartet, regelmäßig Wasser wechselt und die Pflanzen optimal pflegt, werden Algen kaum in schädlichen Mengen auftreten. Bei der Neueinrichtung eines Beckens überbrückt man die schwierige Anlaufphase eines Beckens, indem man zunächst viele preiswerte, wüchsige Pflanze einsetzt. Sie wachsen rasch an und beginnen innerhalb weniger Tage zu assimilieren, so dass die Algen keine Chance haben. Nach einigen Monaten kann man die Anfängerpflanzen nach und nach gegen anspruchsvolle, teure Gewächse austauschen.


www.zigges.de
   
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01.01.1970

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