Philadelphia (Film)

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... denke, dass ich es schaffen werde, also wünsche ich euch schonmal viel Spaß beim lesen :-) Story ------------------------ Gleich zu Anfang des Films lernen wir Andrew Beckett kennen, der alles hat, was sich andere nur träumen: Er ist jung, sieht gut aus und zudem ist er das vielversprechendste ... Bericht lesen





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1-6 von 62 Erfahrungsberichten    
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Ich habe Aids, na und?
Erfahrungsbericht von Realjackass über Philadelphia (Film)
20.06.2005


Produktbewertung des Autors:   

Humor kein Humor 
Spannung durchschnittlich spannend 
Anspruch anspruchsvoll 
Action: wenig 
Romantik: wenig 

Pro: Die Schauspieler, die Thematik
Kontra: Ab und an ein bisschen langatmig

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Oh man, ist das eine Hitze. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen wie es ist, wenn noch hinzu kommt, dass man direkt unter einem Dach wohnt, auf welches die Sonne den ganzen Tag gnadenlos knallt, oder? Klar, dass da die Motivation, einen neuen Bericht zu schreiben, nicht immer voll da ist. Wenn man außerdem noch private Problemchen hat, wird einem hoffentlich nicht verübelt werden, wenn man nur alle 3-4 Tage einen neuen Filmbericht rausbringt. Heute hofffe ich es allerdings zu schaffen, bzw. denke, dass ich es schaffen werde, also wünsche ich euch schonmal viel Spaß beim lesen :-)


Story
------------------------
Gleich zu Anfang des Films lernen wir Andrew Beckett kennen, der alles hat, was sich andere nur träumen: Er ist jung, sieht gut aus und zudem ist er das vielversprechendste Nachwuchstalent in einer sehr respektierten und angesehenen Anwaltskanzlei in Philadelphia. Alles ist perfekt, so könnte man mindestens meinen - wäre da nicht ein schreckliches Problem: Andrew ist mit der tödlichen Krankheit Aids infiziert, was er bei der Arbeit allerdings verschweigt. Auch seine homosexuelle Gesinnung bleibt Andrew´s Geheimnis.

Eines Tages wird Andrew ein sehr wichtiger Fall anvertraut, um den er sich gewissenhaft und vorbildlich kümmert, die Akte legt er, bevor er zu einem Termin ins Krankenhaus geht, auf seinen Firmenrechner. Doch dann geschieht das Merkwürdige: Andrew bekommt noch im Krankenhaus einen Anruf von einem verzweifelten Mitarbeiter, angeblich sei die wichtige Akte spurlos verschwunden. Andrew versteht die Welt nichtmehr, glücklicherweise wird die benötigte Akte noch kurz vor dem Prozess gefunden, der deswegen zugunsten von Andrew´s Kanzlei ausgeht.

Am darauf folgenden Tag wird Andrew zu den Seniorpartnern bestellt, die ihm daraufhin seine Entlassung kundtun. Andrew kann das nicht verstehen, schließlich sei das abhandenkommen der Akte, was ja garnicht seine Schuld war, das erste Missgeschick in der Richtung. Trotzdem erwartet Andrew von der Seite seiner älteren Arbeitgeber kein Mitgefühl und man stellt den verzweifelten Mann vor die Tür.

Andrew, der nicht auf den Kopf gefallen ist, wird natürlich schnell klar, dass er nicht aufgrund fehlender Qualifizierungen gefeuert wurde, sondern wegen seiner Homosexualität und seiner Erkrankung an Aids. Und da es dem Gesetz nach verboten ist, einen Arbeiter aufgrund einer Behinderung zu feuern, wozu auch Aids zählt, möchte Andrew eine Klage gegen die Anwaltskanzlei einreichen. Doch da gibt es 2 Probleme: Andrew muss zuerst 9 Anwälte abklappern, bis er einen findet, der ihm hilft: Der berühmte TV-Anwalt Miller, welcher aber selbst nicht gerade ohne Vourteile an Schwule herangeht. Eine weitere Belastung findet der nun startende Prozess darin, dass sich Andrew´s Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert..


Schauspieler
-------------------------------
So, hier gibt es wieder etwas mehr zu schreiben, als bei meinem letzten Bericht über "Chucky´s Baby", da in "Philadelphia" einige sehr bekannte Gesichter zu sehen sind. Allen voran natürlich Tom Hanks als junger Anwalt Andrew Beckett, der von seinen Vorgesetzten respektiert, sowie sehr gemocht wird, was eigentlich auf Gegenseitigkeit beruht. Als Andrew dann unter dem Vorwand der mangelnden Qualifizierung gefeuert wird, steht für ihn von der ersten Sekunde an fest, dass es an seiner Aids-Erkrankung, sowie an seiner Homosexualität liegt. Und da es gegen das Gesetz verstößt, einen Arbeiter aufgrund einer Behinderung oder seiner sexuellen Orientierung zu feuern, will Andrew das nicht einsehen. Ein bisschen hat es wohl auch damit zu tun, dass er dachte, seine Vorgesetzten wäre seine Freunde.
Nun, ich denke jeder von uns kann sich in solch eine Situation versetzen, da sie ja quasi wie aus dem Leben gegriffen ist. "Und wie wird das jetzt Tom Hanks verkörpern?", wird sich jetzt manch einer, zurecht, fragen, da Hanks seine berühmteste Rolle ja wohl eindeutig 1994 in Robert Zemeckis´ "Forrest Gump" ablieferte. Wer jetzt aber glaubt, Hanks Darstellung des trotteligen und zurückgebliebenen Forrest habe auch nur ein bisschen mit der in "Philadelphia" zu tun, der liegt absolut falsch. Hanks spielt den Aidskranken, schwulen und gefeuerten Mann so gut, dass, ich will es mal so ausdrücken, jeder, nach Betrachtung des Films, ein Tom Hanks Fan ist, der ihn vor diesem Film noch nicht kannte. Respekt!

Es kommt nur selten vor, dass man sich einen Film ansieht, weil er von einem Topnamen getragen wird. Viel besser ist es da doch, wenn man gleich 3 sehr gute Gründe hat, sich einen Streifen anzusehen. Und ihr habt die Anspielung sicherlich schon bemerkt: Genau das ist hier der Fall! Und um die Spannung beim Lesen etwas zu steigern: Die beiden Schauspieler, lassen sich aus folgenden Namen enträtseln: Antonio Washington! Nein? Denzel Banderas? Zugegeben, das hört sich auch blöd an und da mir gerade nicht danach ist, spielen zu spielen, gebe ich euch die Namen bekannt: Einmal Denzel Washington als Andrew´s Verteidiger und außerdem Antonio Banderas als Andrew´s (schwuler) Freund. Beide spielen, wie man sie eben kennt, gekonnt souverän. Es ist nicht so, dass sie hier ihre beste Leistung ihres Lebens darbieten, dafür hat man aber auch nie das Gefühl, sie seien fehlbesetzt, weswegen ich hier nichts auszusetzen habe.

Weitere Darsteller:
Roberta Maxwell, Buzz Kilman, Karen Finley, Daniel Chapman, Mark Sorensen Jr., Jeffrey Williamson, Charles Glenn, Ron Vawter, Anna Deavere Smith, Stephanie Roth uvm..


Daten zum Film
-------------------------------
Originaltitel: Philadelphia
Alternativtitel: People Like Us, At Risk
Land: USA (1993)
Regie: Jonathan Demme
Länge: ca. 120:16 Min
Freigabe: FSK 12
Indiziert: Nein
@ Realjackass


Die beste Version
-----------------------------------
Obwohl ich euch gleich eine zu empfehlende Version hinknallen könnte, so in etwa nach dem Motto "kauft oder sterbt", lasse ich es mir nicht nehmen, über alle 3 erschienenen DVDs ein paar Worte zu verlieren.
Die "normale" DVD wird vertrieben von Columbia TriStar und ich kann mir gut vorstellen, dass diese Version vor allem in Regalen von Filmfreunden anzufinden ist, die sowas wie Bonusmaterial nicht brauchen. Für die ist diese Scheibe bestens geeignet.
Wer da aber besser informiert sein will, sollte vielleicht 1-2 cm tiefer in die Tasche greifen, um so an die Special Edition von Columbia TriStar zu gelangen, glaubt mir, diese paar Euronen mehr tuen keinem weh.
Eine Version, die mich ob ihrer Existenzberechtigung aber im unklaren lässt, ist die "Stern Edition", bei der scheinbar auch Columbia Tristar ihre Finger im Spiel hatte. Da dass Cover dieser DVD weder besonders gut aussieht und auch die Scheibe selbst nicht damit prahlen könnte, mehr Bonusmaterial zu beinhalten, bleibe ich dabei, euch die Special Edition zu empfehlen.


Kritik
-------------------
Um dem ein oder anderen den Film vielleicht noch schmackhafter zu machen, oder ganz schreckhafte eventuell auch zu verscheuchen, werde ich mal verdeutlichen, wer hier Regie geführt hat: Jonathan Demme, der Typ, der ein Jahr zuvor mit seinem "Schweigen der Lämmer" ganz groß abräumte. Es ist also schon von vorneherein klar, dass man bei "Philadelphia" einiges erwarten kann, so tat auch ich es. Und obwohl es sich hier sicherlich nicht um DEN besten Film aller Zeiten handelt, so weiß es "Philadelphia" doch, durch seine Mischung aus Drama und versteckter Gesellschaftskritik, zu unterhalten.

Dazu muss aber auch gesagt werden, dass das Thema, welches in dem Streifen angesprochen wird, schon recht kontrovers ist. Klar, mittlerweile gibt es viele Streifen, die das Homosexuelenthema aufgegriffen haben, aber kombiniert mit der Aidsthemathik ist dieser Film sicherlich einer der wenigen, die sich auch tiefgehend mit beiden Thematiken auseinandergesetzt haben.

Zum einen wäre mal die Darstellung der schwulen. Keine Männer, die in Frauenkleidern herumstolzieren, keine geilen Böcke, die alles besteigen wollen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Nein, vielmehr ganz normale Menschen, also wie du und ich, was homosexuelle ja zweifelsohne auch sind. Die allgemeine Meinung gegenüber dieser, ich nenne sie mal Gruppe Menschen, kommt im Film sehr gut und authentisch rüber, da sogar Andrew´s Anwalt anfangs drastische Vorurteile ihm gegenüber hat und ihn nicht verteidigen will. Später aber lernt er den Menschen Andrew besser kennen, die Probleme die diesen beschäftigen und das Anliegen, welches ihm am Herzen liegt. Das ist dann auch der Zeitpunkt, an dem selbst der größte Schwulenhasser ins Grübeln kommen sollte, vor allem auch, da es im Film keine eindeutige Identifikationsfigur gibt. Wie ich finde wurde Denzel Washington sehr gut ausgewählt, denn nur mal angenommen, es würden sich Neonazis den Film ansehen, für wen sollten diese dann symphatisieren? Die "schwuchtel" oder den "Nigger"?

Natürlich ist das aber nur ein klitzekleiner Denkanstoß, der sicherlich nicht allumfassend für den Film für voll genommen werden sollte. Denn ein Aspekt, den wir bislang noch nicht zu Wort kamen ließen, ist Aids. Ein sicherlich ebenso brisantes wie gefährliches Thema, weswegen es von Demme aber nicht mit Samthandschuhen angefasst wird. Wir bekommen die ganze Spielzeit über den Leidenskampf eines Infizierten zu sehen, von dessen Höhenflug bis zum bitterem Untergang. Ein bisschen klischeelastig mag es vielleicht erscheinen, dass der Aidskranke ausgerechnet schwul ist, aber mich persönlich hat das eher weniger gestört.

Wie wir aber mehr oder weniger leider alle wissen, gibt es den astreinen und perfekten Film nicht (mit Außnahme von "American Beauty" vielleicht) und so hat auch "Philadelphia" seine Fehler. Fehler, die zugegeben nicht so sehr stören, als dass sie einem den gesamten Film vermiesen, aber da sind sie auf jeden Fall. So zum Beispiel die Tatsache, dass ich persönlich nie wusste, ob ich jetzt einer Gerichtsverhandlung folge, oder einem Aidsdrama. Klar, die Gerichtsverhandlung wird auf der Aidsthematik aufgebaut und ohne das eine könnte das andere in dem Streifen nicht exisitieren, das ist mir bewusst. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Film, so wie er jetzt ist, teilweise ein bisschen langatmig erscheint.


Fazit
-------------------
Wer bei "Philadelphia" ein Drama im üblichen Sinn erwartet, wird eventuell enttäuscht werden, denn Demme´s Werk drückt nicht auf Teufel komm raus auf die Tränendrüse, sondern will dem Ottonormalverbraucher schlicht und einfach die Frage stellen, ob schwule und Aidsinfizierte wirklich so schlimm sind, wie viele glauben. Klar, das ganze wurde teilweise recht traurig inszeniert, um dem Genre des Dramas gerecht zu werden, aber so richtig überzeugen kann das nicht. So ist "Philadelphia" als Gesamtwerk betrachtet ein überraschend tiefgründiger Film, der aber nie so weit gehen würde, den Zuschauer weinend auf seine Couch zu entlassen. Von mir 4/5 Punkten und eine Empfehlung.

Mfg
Realjackass   

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