Philadelphia (Film)

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Plädoyer gegen Intoleranz und Vorurteile

5  21.09.2000

Pro:
genial bis ins letzte Detail

Kontra:
.

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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Medusa77

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:136

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 13 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Als ich Philadelphia damals das erst mal im Kino gesehen habe, wußte ich, diesen Film muß ich mir auf Video holen. Zwischenzeitlich habe ich ihn, ich weiß nicht mehr wie oft gesehen und gewinne immer wieder neue Eindrücke.

Zur Handlung:
Tom Hanks (= Andrew Beckett)spielt einen homosexuellen, HIV-positiven und bereits an Aids erkrankten Anwalt, der an einer der angesehensten Kanzleien in Philadelphia als DER erfolgversprechenste Sozius tätig ist. Sowohl die Führungsriege der Kanzlei sowie die Mitarbeiter, wissen jedoch von seiner Krankheit wie von seiner Homosexualität nichts.

Als ihm der gewinnträchtigste Auftrag für die Kanzlei als letzte Qualifikation seines hervorragenden Könnens übertragen wird, das ihm letztendlich den Aufstieg in die Führungsriege beschert - nimmt das Drama seinen Lauf.

Die Anklageschrift zur Prozeßeinreichung, die innerhalb einer Woche Punkt 12.00 Uhr bei Gericht eingehen muß und die Tom Hanks aufgrund seiner Krankheit, die letzten Reserven raubt, ist auf einmal verschwunden (keine Diskette, keine Kopie, keine Datei auf dem Computer). In allerletzter Minute wird das Schriftstück in der Aktenverwaltung bei der Ablage gefunden. Puh - nochmal Glück gehabt - aber Tom Hanks wird von seinen Arbeitgebern gefeuert. Grund: Inkompetenz.

Tom Hanks ahnt jedoch den wahren Grund (das man von seiner Krankheit zwischenzeitlich weiß)und will sich, wenn es nicht anders geht, gerichtlich gegen die Entlassung wehren. Auf der Suche nach einem Anwalt, der ihn gegen die mächtige Kanzlei vertritt, stößt er auf permanente Ablehnung. Auch, als er zu guter Letzt bei einem Anwaltskollegen, hier gespielt von Denzel Washington, landet, den er aus einem früheren gemeinsamen Verfahren recht gut kennt und schätzt.

Denzel Washington, der selber gerade in einem vollem Karriereschub steckt und zudem Vater geworden ist - kneift, nachdem er alles erfahren hat und rennt (vorurteilsbehaftet und gegen Homosexuelle eingesellt) sofort, nach dem "Rauswurf" von Hanks zum Arzt, um einen Aids-Test zu machen.

So bleibt Tom Hanks nichts anderes übrig - und er will sich selber verteidigen. Zufällig treffen Hanks und Washington in einer Bibliothek nochmals aufeinander - und die Geschichte nimmt seinen Lauf.(So könnte man, in knappen Worten, den ersten Teil des Films schildern).

Der zweite Teil spielt sich in der Gerichtsverhandlung ab - wo Stück für Stück mit den wahren Gründen der Entlassung sowie mit den Vorurteilen aufgeräumt wird.

Ich möchte hier einfach nicht zu viel ausführen - es ist eine Verhandlung, die es in sich hat.

Fazit:
Der Film ist, neben einem überragenden Tom Hanks und Denzel Washington, bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt und gespielt. Trotz des doch sehr ernsten Themas, hat der Film sogar Witz und treffenden Humor. Der Film geht unter die Haut und in Herz und Hirn.

Die Story ist durchgängig logisch und perfekt umgesetzt und nicht eine einzige Minute langweilig. Für diesen Film sollte man sich wirklich Zeit und Muße nehmen, da viele Aussagen des Filmes sowohl in den Feinheiten und zwischen den Zeilen als auch einfach in der Gestik und Körpersprache der Akteure zu finden sind - wie schon gesagt, die Schauspieler sowie die filmische Leistung sind genial. Stellenweise gibt es so gute Dialoge - das allein, um diese erst einmal „sacken“ zu lassen, der Wunsch da ist, das muß ich noch mal hören.

Im Verlauf der Geschichte wird mit allen Vorurteilen zu diesem Thema aufgeräumt und es ist ein Plädoyer für mehr Toleranz und Verständnis im Umgang mit den Themen Aids und Homosexualität.

Da der Film mehr als betroffen macht, sollte sich, wer etwas nah am Wasser gebaut ist, ein Packerl Taschentücher bereitlegen - ...und wenn der Film zu Ende ist, braucht man sicher noch ein wenig Zeit, um das Gesehene und Gehörte zu verarbeiten. Nach diesem Film wünscht man sich eigentlich, nicht allein zu sein - da ich zumindest immer das Bedürfnis hatte, darüber zu sprechen.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tolotson

Tolotson

14.06.2001 12:40

Ja, 'Philadelphia' ist wirklich ein großartiger Film. MfG Tolotson

MagicWitch

MagicWitch

27.09.2000 00:43

Du hast den Film echt super ausführlich wiedergeben. Er ist einer der traurigsten Filme, die ich je gesehen habe. Aber er ist super! Ich würde ihn mir jederzeit nochmal ansehen!

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