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Erfahrungsbericht von christebelle über Philips HDR3800 29.06.2011
Produktbewertung des Autors:
Bildqualität
gut
Bedienung
durchschnittlich
Ausstattung
sehr gut
Verarbeitung
gut
Zuverlässigkeit
mittelmäßig
Bedienungsanleitung
verständlich
Pro:
spielt DVDs ab, kann sie brennen; hat einen großen Speicher; elektronische Programmzeitschrift
Kontra:
hängt sich öfter mal auf; Sendereinstellung zeitaufwändig; Spulen klappt nicht so; ist abgestürzt
Empfehlenswert?
Kompletter Erfahrungsbericht
Das gibt's ja nicht: Mal wieder ein Erstbericht! *freu* Na ja, Risiko und Chance zugleich...
Wie ihr eventuell noch von einem meiner Berichte wisst, bin ich seit längerer Zeit Besitzerin eines LCD-Fernsehers. So neandertalensisch mein Zustand mit der Röhre war, konnte ich das Ganze auch noch toppen und zwar mit einem VIDEOREKORDER! Aber - ich habe gerade den Bon herausgesucht - am 22.08.2009 wurde auch diese Ära erfolgreich beendet bzw. ergänzt, denn ich beschaffte mir den
PHILIPS HDR 3800
Es handelt sich bei diesem Gerät um einen Festplattenrekorder, mit dem man also DVDs anschauen, Sendungen auf Festplatte und DVD aufnehmen und sogar DVDs brennen kann. Meinen Rekorder habe ich bei Saturn für 199€ gekauft.
Die Kriterien, die ich an einen Rekorder stellte, waren einfach: Er sollte über genügend Aufnahmekapazität verfügen, DVDs abspielen und brennen können, möglichst von einer angesehenen Marke (aber dennoch bezahlbar) sein und einen nicht allzu hohen Stromverbrauch haben. Ich habe mich - wie unschwer zu erkennen ist - für dieses Modell entschieden und möchte euch im Folgenden die Funktionen, meine Erfahrungen mit dem Rekorder und meine Meinung dazu mitteilen.
Aussehen und Funktionen inklusive Beschreibung und meiner eigenen Meinung
Was kann dieser Rekorder eigentlich alles und wie sieht er aus?
* Aussehen: Der Philips HDR 3800 ist schwarz und glänzt von vorne. Er hat eine Schublade für DVDs, die man per Fernbedienung und manuell öffnen und schließen kann. Auch das An- und Ausschalten sowie Vor- und Zurückspulen sind manuell möglich. Hinten hat der Rekorder zwei Scart-Anschlüsse, zwei Anschlüsse für Antennenverbindung. Des Weiteren gibt es Möglichkeiten andere Geräte, wie etwa die Videokamera anzustöpseln. Hierzu kann ich aber leider nichts sagen, in Ermangelung einer Videokamera oder Ähnlichem. Vom Aussehen her finde ich den Rekorder schon ziemlich schick. Er ist zwar flach und platzsparend, aber dennoch stabil genug, um als „Unterlage“ für meinen Fernseher zu dienen (der aber auch ziemlich leicht ist, das ist nicht fahrlässig). Mir gefiel er auf Anhieb gut und auch jetzt, nach einiger Zeit, mag ich ihn noch gerne. Das Display vorne zeigt die Uhrzeit an und leuchtet auch im Dunkeln für mich hell und groß genug, um die Ziffern problemlos zu erkennen. Leider habe ich vergessen ein Foto zu machen. Wer eines sehen möchte, muss leider warten, bis ich den Rekorder wieder habe (den Grund dafür, dass ich ihn gerade nicht bei mir habe, könnt ihr unten nachlesen).
* Das Aufnehmen: Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Am einfachsten ist wohl die Wahl der gewünschten Sendung über die elektronische Programmzeitschrift (Guide plus), man kann aber durch das Drücken der Record-Taste auch sofort aufnehmen. Dazu muss man aber über den Rekorder fernsehen und kann dann nur den eingeschalteten Sender aufnehmen. Wenn man gleichzeitig etwas anderes sehen möchte, kann man entweder aufgenommene Sendungen über das Menü auswählen oder über den Fernsehkanal alle normalen Sender ansehen. Will man das Aufnehmen beenden, drückt man die Stopp-Taste, im Display erscheint das Wort „Update“ und kurze Zeit später kann man die Sendung dann unter den aufgenommenen Sendungen finden. Beide Arten finde ich ziemlich leicht, denn ich bin sofort damit zurecht gekommen. Praktisch ist außerdem die Spontanaufnahme. Die mache ich immer, wenn mich mitten im Film plötzlich jemand anruft und ich den-/diejenige nicht abwimmeln oder vertrösten will. Wichtig beim Aufnehmen mit Programmierung ist, den Rekorder vorher auszuschalten. Man bekommt aber wenn man über den Rekorder fernsieht vorher noch eine Meldung über den Bildschirm, mit der Info, dass eine programmierte Sendung gleich anfängt und kann dann durch Drücken auf OK den Rekorder ausschalten oder durch Drücken auf abbrechen den Aufnahmevorgang unterbinden. Wenn man aber vergessen hat, den Rekorder auszuschalten, ist das kein Problem: Er geht von alleine wenige Minuten vor der Aufnahme auf Standby. Sobald die Aufnahme dann läuft, kann man übrigens wieder aufgenommene Sendungen gucken.
* DVDs abspielen und brennen Man kann sowohl gekaufte DVDs aus dem Handel als auch selbstgebrannte DVDs abspielen mit dem integrierten Player. Brennen von DVD-Rohlingen geht auf zweierlei Arten: Einmal kann man Sendungen direkt auf DVD aufnehmen (dafür muss man es so programmieren) und einmal kann man auf die Festplatte aufgenommene Sendungen auf DVD brennen. Beide Varianten habe ich ausprobiert und dabei überhaut keine Probleme gehabt. Selbst ältere DVDs (siehe „Dezemberküsse“ aus meinem Fitnessstudio) hat der Rekorder anstandslos abgespielt, und auch selbstgebrannte DVDs von meinem Freund konnte ich anschauen. Hier habe ich auch nichts zu meckern, man wird auch ohne etwas zu tun darauf hingewiesen, dass eine DVD im Laufwerk ist, sobald diese eingeschoben wurde. Der Rekorder gibt einem dann mehrere Möglichkeiten, die man nutzen kann (z.B. DVD abspielen, Track auswählen, stoppen und weiter fernsehen). Diese Klarheit gefällt mir gut.
* Live-TV Wenn man über den DVD-Rekorder fernsieht (man braucht ihn dazu einfach nur einzuschalten), kann man mitten in der Sendung zurückspulen, was ich recht praktisch finde. Auch wenn man gerade eine Sendung im Fernsehen sieht und dabei unterbrochen wird, kann man die „Pause-Taste drücken und dann an derselben Stelle später weitergucken. Die Zeit, die dabei „weggenommen“ bzw. „angehalten“ wird, geht in den so genannten „Time Shift buffer“, eine Art Zeitpolster zur freien Verfügung. Mit dieser Funktion nimmt der Rekorder auf und zählt die Zeit rückwärts, die noch zum Aufnehmen mit dieser Funktion bleibt. Die frei verfügbare Zeit hängt wahrscheinlich von dem freien Speicherplatz der Festplatte ab, aber nagelt mich nicht fest. Um dann wieder in den normalen Live-Modus zu kommen (ich meine die Echtzeit), muss man den Rekorder ausschalten. Stopp zu drücken hat bei mir jedenfalls nie geholfen.
*Elektronische Programmzeitschrift Dies ist meiner Meinung nach eine besonders praktische Sache: Man klickt auf eine Taste und voilà, das gesamte Fernsehprogramm für mindestens drei Tage auf allen eingestellten Kanälen wird sichtbar. Man kann dann durch die Taste auf der Fernbedienung die gewünschten Sendungen auswählen, anklicken und somit programmiert man ganz einfach nach seinen Wünschen ohne Umwege über Show-View oder manuelles Gefummel. Super bequeme Geschichte, wenn sie denn funktioniert (siehe Punkt EPG).
*Musik (Mp3-Format) hören Was mich total begeistert hat, ist die Funktion zum Musikhören. Ich gehöre noch zu denen, die eine nicht mp3-kompatible Anlage hat und war total frustriert, dass ich meine guten Mp3-CDs nur über den scheppernden Laptop hören konnte. Dann habe ich – ohne die Anleitung vorher gelesen zu haben – mal spaßeshalber eine CD eingelegt. Prompt hat der Rekorder sie erkannt und ich musste nur noch auf Musik im Menü klicken und konnte Titel auswählen. Die Klangqualität finde ich sehr gut, was aber wahrscheinlich am Fernsehlautsprecher und nicht am Rekorder liegt. In jedem Fall bereitet mir mein Philips mit der Musik ein großes Vergnügen. Das Einzige, das ich ein bisschen blöd daran finde, ist dass ich den Bildschirm die ganze Zeit während des Hörens anhaben muss und der dann sozusagen im Standbild die Musikliste anzeigt. Bildschirm ausschalten führt zum Verstummen der Musik, was definitiv nicht mein Ziel ist! Also lasse ich es und wunder mich still und heimlich.
*Aufgenommene Sendungen verändern Man kann Sendungen schneiden, kopieren, Szenen oder Ausschnitte ausblenden und Titel umbenennen. Außerdem lassen sich die Sendungen in Kategorien ordnen, falls man auf der Festplatte alles wie in einem Aktenordner unter verschiedenen Rubriken ablegen möchte. Diese Funktionen habe ich alle noch nicht ausprobiert, ich brauche sie schlichtweg nicht. Das Einzige, das ich manchmal nutze ist die Titeländerung. Dies geht sehr einfach, man drückt nur den gelben Knopf für „ändern“, klickt auf „Titel umbenennen“ und kann den gewünschten Titel eingeben.
Es gibt sicherlich noch einige Funktionen am Rekorder, die ich aber nicht nutze und somit keine Erfahrung darüber weitergeben kann.
Die Tasten auf der Fernbedienung sind relativ eindeutig und für mich leicht zu verstehen. Ich weiß sofort, welche Tasten ich drücken muss, um bestimmte Vorgänge zu initiieren. Das Aufnehmen und Abspielen von Sendungen auf Festplatte geht sehr einfach, vor allem mit der EPG. Was mich etwas irritiert ist, dass man mit meinem Rekorder nicht richtig vor- und zurückspulen kann. Man kann entweder in Kapitelsprüngen vor- und zurückhüpfen, die man dann wahlweise in fünf-, 10, 15 oder 20-Minuteneinheiten einteilt. Oder man geht auf die Taste „Options“, wo man dann auf dem Bildschirm eingeblendet sieht, bei welcher Stunde und Minute man gerade im Film ist und manuell auswählen kann, zu welcher zeitlichen Stelle im Film man hin möchte. Das geht eigentlich auch ganz gut, und mit ein bisschen Übung schafft man es auch, in Filmen nach und nach abzuschätzen, wann die Werbeblöcke zu Ende sind. So schaltet man bei RTL und anderen Privatsendern bei Filmen grobe 8-9 Minuten vor, und „schon“ geht der Film weiter. Das fehlende „normale“ Spulen ist vielleicht ein kleiner, aber für mich gut auszugleichender Nachteil des Gerätes. Über die Bild- und Tonqualität kann ich hingegen gar nicht meckern, ich finde beides gut. Aber obwohl ich technisch nicht versiert bin, denke ich, dass das eher mit dem Fernsehbildschirm und –Lautsprecher zusammenhängt. Die Qualität, die der Rekorder aufnimmt, ist jedenfalls gut, sodass ich keine Probleme beim Anschauen damit habe.
Die Bedienungsanleitung
Überraschenderweise ist die Anleitung für den Rekorder in mehrere Bücher verpackt: So gibt es eine für die drei Sprachen Französisch, Deutsch und Niederländisch, eine in Englisch und eine in drei anderen Sprachen. Auch das Infoblättchen zum mitgekauften Zubehör (Scart-Kabel und zwei andere Kabel) sind mehrmals in unterschiedlichen Sprachen im Paket. Irgendwie habe ich dadurch das Gefühl, dass ca. 25 verschiedene Gebrauchsanleitungen im Karton sind. Naja, ich beschäftige mich vorerst nur mit der deutschen. Das gute Stück umfasst 267 Seiten, die in die drei Sprachen und jeweils 14 Kapitel unterteilt sind. Die Kapitel nennen sich:
1. wichtig 2. Das Gerät 3. Anschließen 4. Erste Schritte 5. Nutzen von Live-TV 6. Verwenden von GUIDE Plus+ 7. Aufnahme 8. Wiedergabe 9. Bearbeiten von Aufnahmen 10. Kopieren von Dateien 11. Anpassen von Einstellungen 12. Zusätzliche Informationen 13. Fehlerbehebung 14. Glossar
Die genannten Kapitel sind noch einmal in Unterkapitel unterteilt, sodass letztlich keine Frage offen bleiben dürfte. Die ganze Anleitung ist mit aussagekräftigen Abbildungen des Rekorders und des Menüs (schließlich soll man ja sehen, wo man durch Knopfdruck landet) versehen, sodass man sich auch visuell absichern oder aushelfen kann, ob das, was man gerade tut, richtig ist. Ich finde die Unterteilung in die Unterkapitel prinzipiell sinnvoll und verständlich aufgebaut, nur sind für meine Zwecke „wichtigere“ und „unwichtigere“ Funktionen und Erklärungen durcheinander und in der Anleitung verteilt. Klar, jeder benutzt andere Funktionen, je nachdem zu welchem Hauptzweck er das Gerät angeschafft hat. Als ich zum Beispiel eine DVD brennen wollte, habe ich natürlich unter dem Stichwort „Aufnahme“ nachgeschaut. Was ich nicht wusste, ist, dass es zwei Arten gibt, etwas auf DVD aufzunehmen und zwar einmal direkt vom Fernsehen auf die DVD und einmal das Überspielen bzw. Kopieren einer Sendung von der Festplatte auf die DVD. Für mich gab es nur letzteren Weg, sodass ich natürlich nicht auf die Idee kam, in das richtige Kapitel, nämlich „Kopieren von Dateien“, zu gucken. Nach langem Probieren hatte ich es dann aber raus. Auch das Finalisieren, also das Sichern der Informationen auf der DVD (ohne das die DVD auch gar nicht abspielbar ist), stellte sich mir als Herausforderung dar. Ich habe wieder nicht an der richtigen Stelle geguckt (dies steht unter „Bearbeiten von Aufnahmen“). Meiner Meinung nach ist die Bedienungsanleitung in einer Reihenfolge aufgezogen, die fachkundigen Benutzern zwar logisch erscheint, mir ist es aber ein bisschen durcheinander, was aber an mir und meinem mangelnden technischen Verständnis liegen wird. Wenn ich denn aber mal die Thematik gefunden habe, zu der ich etwas wissen will, hilft mir die Anleitung schon. Ich halte allerdings viel mehr vom „learning by trying“ *smile* Was ein bisschen niedlich – aber leider im Zweifelsfall durchaus störend sein kann – sind die zeitweilig abgedruckten Passagen auf Niederländisch mitten in der deutschen Anleitung. Dies war sicher nicht vom Hersteller beabsichtigt. Mit ein wenig Fantasie kann ich mir bislang über diese Stellen hinweghelfen. Eine Fernbedienung war übrigens auch im Paket enthalten, nebst zwei Batterien. Die Fernbedienung finde ich selbsterklärend und im Design unauffällig, aber völlig okay.
Der Wandel
Einige Monate nachdem ich den Rekorder gekauft hatte und mit ihm richtig warm geworden war, funktionierte plötzlich die EPG nicht mehr. Von heute auf morgen konnte ich also im Menü nur noch leere Felder bewundern, wo sonst alles voller Serien und Sendungen war. Einen Tag später erfuhr ich, dass in unserem Haus nun von Analog auf digitales Fernsehen umgestellt wurde und das auch damit etwas zu tun haben könnte. Trotzdem wurde mir eine liebgewonnene Funktion weggenommen. Von dem Zeitpunkt an habe ich immer manuell programmmiert, also die Start- und Endzeit der Aufnahme eingegeben, ebenso wie den Sender, das Datum und den Titel. Mühselig, aber man gewöhnt sich daran, vor allem weil ich froh war, überhaupt Sendungen aufnehmen zu können.
Zur gleichen Zeit fing der Rekorder auch an, sich öfter mal aufzuhängen: Mitten im Schauen einer aufgenommenen Sendung oder meistens beim Programmieren, hakte es plötzlich fest, der Rekorder reagierte auf nichts mehr, kam nicht mehr von der EPG-Seite oder vom Standbild weg. Der einzige Weg daraus war den Stecker zu ziehen. Toll, dann ging der Rekorder wieder an, und ich durfte die ganzen Sender wieder neu einstellen und auf ihren alten Platz legen, weil der Rekorder von sich aus eine interne (andere) Senderanordnung hat. Wenn ich also wie vorher manuell programmiert hätte, ohne die Sender wieder neu einzustellen, hätte ich also etwas von einem ganz anderen Sender aufgenommen. Das mit dem Aufhängen ist leider mehrmals passiert, etwa alle 1-2 Monate. Mit der Zeit wusste ich aber genau, welchen Sender ich wieder auf welchen Platz zurückschieben musste, um mein System zu behalten, und so arrangierte ich mich notdürftig mit diesem Manko.
Am Anfang habe ich die Funktion, DVDs zu brennen noch nicht genutzt, aber nach einiger Zeit wollte ich einen tollen Film auf DVD fixieren. Dies war gar nicht so einfach, es hat Zeit, Mühe und Schweiß gekostet, sich durch die Gebrauchsanweisung und die Knöpfe zu wurschteln, aber schließlich hat es geklappt. Ich war überglücklich, das ist doch eine tolle Sache, wenn man eigene Lieblingsfilme praktischerweise immer auf DVD da hat. Doch auch diese Euphorie fand ein jähes Ende, als ich einen super Film meinte auf DVD kopiert zu haben, ihn dann von der Festplatte löschte und merken musste, dass die DVD leer war! Der Rekorder zeigte von da an immer auf dem Display an, dass die DVD voll war mit dem jeweils aufgenommenen Film, schaffte es aber nicht, zu finalisieren, also die Filme „festzuhalten“. Für mich ein großer Minuspunkt!
24.06.2011: Die Festplatte ist relativ voll mit tollen Filmen, die ich nach und nach aufgenommen und größtenteils noch nicht geguckt habe. Das Aufnehmen war kein Problem, obwohl die EPG schon lange nicht mehr funktioniert. Gegen Mittag habe ich mir etwas Aufgenommenes angesehen, alles ohne Probleme. Plötzlich springt die DVD-Lade auf. Ich dachte nur, dass ich vielleicht unbeabsichtigt gegen die Fernbedienung gekommen bin und habe auf „close“ gedrückt. Die Lade schloss sich. Dadurch habe ich eine Stelle im Film nicht mitbekommen und wollte eine Minute zurückspulen. Ich drückte also den Knopf – die DVD-Lade öffnet sich, um sich gleich darauf wieder zu schließen. Ich drückte nun etwas missmutiger öfter die Stop- und die Pausetaste und immer wieder passierte das Gleiche mit der Lade, ohne dass der Rekorder sonst reagierte. Schließlich stöpselte ich den Stecker aus (der Rekorder ließ sich nicht einmal mehr ausschalten, auch nicht am Gerät selbst) und alles wurde tot. Als ich den Stecker wieder in die Steckdose tat, fing das Auf und Zu der Lade wieder an. Also Stecker wieder raus, diesmal für länger und beim Anschließen an den Strom blieb der Rekorder aus - Nichts rührte sich mehr, alles Probieren danach half nichts. Ich war und bin stinksauer, die Garantie ist nicht mal abgelaufen! Also beschloss ich, den ganzen Kram einzupacken und am nächsten Tag zu Saturn zu gehen, um das Teil irgendwie zu reklamieren. Was mich wirklich ärgert, sind die vielen tollen Sendungen, die auf der Festplatte sind, und die ich vielleicht nicht mehr retten und sehen kann.
Am Wochenende habe ich es leider nicht mehr geschafft, den Rekorder zu Saturn zu geben, aber gleich am Montag schaffte ich es. Die Dame, die das Gerät in Empfang nahm, sagte, er müsse zur Reparatur eingeschickt werden und das dauere circa zwei bis drei Wochen. Ob ich Ersatz bekäme? Ihre karge Antwort war „Freizeit“. Das habe ich so ausgelegt, dass ein DVD-Rekorder zu den Freizeitbeschäftigungen und –geräten gehört und demnach nicht zwingend täglich vorhanden sein müssen. Kann ich irgendwie auch nachvollziehen, nur hat man sich solch einen Rekorder wohl mal angeschafft, weil man gerade etwas aufnehmen will, was in die Arbeits- oder Nachtzeit fällt. Wie auch immer, er ist erst mal weg. Ich nannte der Dame den Grund für die Beanstandung, welchen sie knapp in das Protokoll aufnahm. Dooferweise habe ich vergessen, ihr zu sagen, dass der Rekorder schon lange nicht mehr DVDs brennen kann und auch das Spulen nicht so funktioniert. Die Dame hat außerdem nach meiner Handynummer gefragt, weil Saturn mit wohl eine SMS schickt, sobald ich meinen Rekorder abholen kann. Nun warte ich sehnsüchtig auf die erhoffte SMS und hoffe, dass der Rekorder dann läuft und alles gut ist. Wenn ich ihn wiederhabe, schreibe ich dann ein kleines Update.
Fazit
Die ersten Monate mit dem Philips HDR 3800 waren – wie in fast jeder Beziehung – wie ein rosaroter Traum. Ich war verliebt, fand die Funktionen super und alles lief noch reibungslos. Doch dann kamen die ersten kleinen Gewitterwölkchen, indem die EPG nicht mehr funktionierte (was aber wohl nicht am Rekorder selbst lag) oder der Rekorder sich öfter mal aufhängte und mir den Dienst verweigerte. Ich nahm kleine Kompromisse in Kauf wie etwa das komische Spulen und zeigte mich geduldig. Als jedoch die DVD-Brennfunktion nicht mehr ging, wurde ich etwas böser. Als dann der Rekorder auch noch ganz abstürzte und wie tot war, dachte ich an Trennung. Da man technische Geräte im Gegensatz zu menschlichen Wesen zur Reparatur einschicken kann, war das dann die bevorzugte Lösung (obwohl mir eher nach „aus dem Fenster schmeißen“ war). Von der Idee her finde ich den Rekorder ganz toll, denn die Funktionen, die ich benutze, sind sinnvoll und prinzipiell einfach zu bedienen. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail, was hier heißt, dass aus irgendeinem Grund die Umsetzung in der Technik nicht klappt. Dies zeigt sich in genannten Kleinigkeiten oder auch im kompletten Absturz wie zum Schluss. Anfangs war ich wie gesagt sehr begeistert, nun vergebe ich insgesamt 2,5 Sterne, die ich – gnädig wie ich bin – auf drei Sterne aufrunde. Der Preis lässt schließlich auch keine zu gesteigerten Erwartungen zu, deswegen sind 2,5-3 Sterne schon gerecht. Bitte lieber Reparaturdienst, macht meinen Rekorder heile! Der soll noch ein paar Jährchen halten und danach kaufe ich einen technisch hochwertigeren.
PS: Am Anfang nannte ich meinen Bericht so, weil ich zeigen wollte, dass man sich damit einfach und schnell DVDs selbst brennen kann. Mittlerweile passt der Titel aber auch, weil ich mir "'ne Platte" (im Sinne von Gedanken) mache, ob das denn die richtige Kaufentscheidung war.
Update vom 07.07.11
Am Montag, den 27.06.11 gab ich den Rekorder zur Reparatur bei Saturn und stellte mich auf eine lange Wartezeit ein (2-3 Wochen sagten sie). Im Zuge des kurzen Gesprächs bei der Abgabe hatte ich übrigens noch gefragt, ob denn viele DVD-Rekorder von Philips abgegeben würden, was die Verkäuferin aber verneinte. Plötzlich bekam ich am Freitag, den 01. Juli eine SMS vom Saturn Markt, in der ich (sehr geehrter Kunde), informiert wurde, dass mein Gerät repariert und abholbereit sei. Ich konnte es gar nicht fassen, denn fünf Tage sind ja nun nichts im Gegensatz zu drei Wochen. Voller Hoffnung und etwas Skepsis fuhr ich also noch am Freitagabend zu Saturn, den Abholschein im Anschlag, und bekam tatsächlich den alten, reparierten Rekorder! Ich hatte nämlich schon die Befürchtung, dass die Schnelligkeit ein Indikator für eine kaputte Festplatte wäre, was wohl ein nagelneues Gerät bedeutet hätte. Wäre ja auch ok gewesen, nur hätte ich dann definitiv nicht mehr die alten Aufnahmen gehabt. Das Abholen verlief problemlos, nur leider konnte man mir nicht sagen, was denn nun am Rekorder kaputt war und was gemacht wurde. War für mich aber eher sekundär, denn ich wollte ja nur, dass er läuft und meine alten Filme noch auf der Festplatte waren!
Das Anschließen an den Fernseher ging dank Anleitung und etwas Mühe meinerseits erstaunlich leicht, wo ich mich doch sonst eher nicht so bei den Technik-Genies verorten würde. Gerät lief also, die Einstellung der Sender habe ich auch relativ fix hinbekommen, da hatte ich ja schon leidlich Erfahrung drin durch die Aufhänger. Anfangs war ich irritiert, weil der Rekorder im Stand-by-Modus keine Uhrzeit anzeigte, aber durch etwas Herumexerimentieren bekam ich heraus, dass das der „Öko-Modus“ war, und nachdem ich den aus gestellt habe, ist auch wieder die Uhrzeit zu sehen. Im normalen Schauen über den Rekorder scheint alles normal und heile zu sein. Vorgestern Morgen wollte ich etwas programmieren und dachte, ich kipp vom Stuhl: Meine elektronische Programmzeitschrift funktioniert wieder!! Ich freue mich einfach sehr darüber, obwohl ich nicht weiß, wie lange mir diese Funktion zur Verfügung steht – man weiß ja nie. Über diese Funktion habe ich jetzt schon einige Sendungen aufgenommen und kann sagen: Es funktioniert, aber die Aufnahme ist nicht VPS-gesteuert, sondern geht zu einer bestimmten Uhrzeit an. Das heißt, wenn eine Sendung für 14 Uhr in der EPG angezeigt wird, aber schon um 13.58 Uhr anfängt, schaltet sich der Rekorder trotzdem erst um Punkt 14 Uhr ein. Da finde ich nicht schlimm, man kann ja manuell immer ein paar Minuten vor und nach der Sendung draufschlagen. Was ich allerdings mehrmals ohne Erfolg probiert habe, ist das Brennen. Auch mit verschiedenen Einstellungen schaffe ich es nicht, eine Sendung von der Festplatte auf DVD zu brennen, woran auch immer das liegen mag. Der Rekorder zeigt im Disc Menü nicht einmal an, dass eine Aufnahme auf die DVD getätigt wurde, lediglich der Speicherplatz hat sich verringert. Das finde ich ziemlich blöd, aber noch mal bringe ich mein Gerät nicht weg!
So bleibt denn mein Fazit dasselbe, auch wenn ich mich sehr über die schnelle Reparatur gefreut habe und den Rekorder nun wieder für das nutzen kann, was eigentlich auch seine Hauptaufgabe ist: Aufnehmen und wiedergeben. Mich ärgert schon, dass er immer noch nicht brennt, aber vielleicht mache ich auch noch irgendetwas falsch (obwohl ich eins zu eins das tu, was in der Anleitung steht, sogar auf Holländisch). Macht insgesamt eine zufriedenere Chrissi, die euch aber trotzdem nicht mehr als zu drei Fünftel zu diesem Gerät rät.