Erfahrungsbericht über

Philips SHE 9501

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Philips SHE 9501

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Die wahrscheinlich ehrlichsten Kopfhörer der Welt

5  04.02.2006 (18.02.2006)

Pro:
Klang, Design, Tragekomfort

Kontra:
Pegel

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Klang

Verarbeitung

Tragekomfort

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GregorGysi

Über sich:

Mitglied seit:16.01.2006

Erfahrungsberichte:16

Vertrauende:7

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 77 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Übersicht


1. Vorwort
2. Erklärung In-Ear-Kopfhörer
3. Erklärung Bügelkopfhörer
4. Erklärung Clip-On-Kopfhörer
5. Erklärung Muschelkopfhörer
6. Erklärung EarBuds
7. Warum diese Hörer?
8. Lieferumfang
9. Technisches
10. Design
11. Tragekomfort
12. Klang
13. Fazit

~~~Vorwort~~~


In meinem letzten Kopfhörerbericht widmete ich mich meinen Philips-SHE-785 Earbud-Kopfhörern. Nun haben sie einen würdigen Nachfolger gefunden, über den ich hier berichten werde. Doch zunächst möchte ich wieder klären, was es denn überhaupt für Kopfhörer-Typen gibt.


~~~1. In-Ear-Kopfhörer~~~

Wie bereits im letzten Bericht bereits angekündigt, habe ich mir nun In-Ear-Hörer zugelegt. Sie schirmen Umgebngsgeräusche recht zuverlässig ab, in dem man sie direkt in den Gehörgang schickt; es werden zwecks optimaler Passform meist mehrere Aufsätze mitgeliefert. Sie verfügen nur über winzige Treiber, können aber klanglich gut mit anderen Hörern mithalten, da sie ja - Geräuschabschirmung sei Dank - nicht laut werden müssen, um gut wahrgenommen zu werden.

~~~2. Bügel-Kopfhörer~~~


Naja, dies sind die Kopfhörer, die in letzter Zeit städig an der Kasse von Aldi, Lidl und Co für ein paar Euros verschleudert werden. Sie haben einen Bügel an der Rückseite des Kopfes. Grundlegend gibt es verschiedene Arten von Bügelkopfhörern, nämlich solche, die an den beiden Enden des Bügels Earbuds, Clip-Ons oder einfach Muschelkopfhörer aufweisen. Somit lässt sich auch keine grundlegende Aussage zu Klang, Tragekomfort oder ähnlichem machen.

~~~3. Clip-On-Kopfhörer~~~


Platzsparend, mit dennoch recht grossen Treibern kommen Clip-Ons daher. Sie werden mit Hilfe eines kleinen Klapp-Bügels, der aber nicht am Kopf entlangführt, am Ohr befestigt. Es gibt sie in allerlei Preisregionen, sind aber zumeist eher in den unteren anzutreffen.

~~~4. Muschelkopfhörer~~~


Stellt euch einfach die Kopfhörer vor, die Musikproduzenten in ihren Studios tragen, dann wisst ihr, was ein Muschelkopfhörer ist. Sie bestechen durch oftmals vorzüglichen Klang, was der guten Geräuschabschirmung und den grossen Treibern zuzuschreiben ist. Da sie direkt auf das Ohr einhacken, liefern sie satte Bässe und ein gutes Volumen. Leider sind sie recht schwer zu transportieren, da die grossen Muscheln und nicht zuletzt der Bügel doch Recht viel Platz im Reisegepäck einnehmen. Ein weiterer Nachteil ist, das man beim tragen von Muschelkopfhörern oftmals aussieht wie Micky Mouse himself.
Dem Preis sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

~~~5. Earbuds~~~


Handyheadsets, tragbare Radios, MP3-Player, Walkmans, portable CD-Spieler - sie alle werden in 99% aller Fälle mit Earbuds ausgeliefert. Es sind die typischen Hörer, die man sich einfach ins Ohr steckt. Ein gutes Beispielt sind die Philips SHE-785, über die ich ja bereits berichtet habe.

~~~ Warum diese Hörer?~~~


Kürzlich fiel mir einer meiner alten Hörer aus der Tasche, verfing sich unglücklich in einem Stuhl und riss kurzerhand ab. Und da ich mit den alten eh nicht hundertprozentig zufrieden war, stand für mich fest, dass es an der Zeit war, etwas neues zu probieren. Also wanderte ich kurzentschlossen zum Elektronikhändler meines Vertrauens, wühlte mich ein wenig durch das Sortiment, um mir einen kleinen Überblick zu verschaffen, und griff zu den 9501'ern von Philips. Sie verkörperten für mich gelungenes Design, das In-Ear-Prinzip (worauf ich ganz heiss war und es immer noch bin!), ordentliche technische Daten - Probehören kann man solche Hörer ja kaum - und einen ordentlichen Preis.


~~~Lieferumfang~~~

Kaum hatte ich die Kasse hinter mir gelassen, begab ich mich zum Verpackngsmüll-Container, da ich die neuen Freunde gleich in Betrieb nehmen konnte. Ich entnahm der Packung mit der Transparenten, gewölbten Vorderseite und Papprücken noch die Hörer, ein Verlängerungskabel, eine kleine Aufbewahrungsbox für Aufsätze und schliesslich eben jene - je zwei kleine, mittlere und grosse spendiert Philips dem geneigten Käufer. Als krönenden Abschluss bekommt man noch ein kleines Samtsäckchen dazu, in dem der ganze Rest Platz findet.


~~~Technisches~~~


Ich habe die Verpackng wie gesagt weggeworfen, aber die Philips- Seite ist, wenn man nach solchen Daten sucht, ein wahrlich offenes Buch.

Sound
Akustisches System : Offen
Membran : Mylar Dome
Frequenzgang : 6 bis 23.500 Hz
Impedanz : 16 Ohm
Magnettyp : Neodym
Maximale Eingangsleistung : 50 mW
Empfindlichkeit : 102 dB
Lautsprecherdurchmesser : 9 mm
Typ : Dynamic
Sprachkorrektur

Bilder von Philips SHE 9501
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Philips SHE 9501 Bild 7553980 tb
ich mit hörer
: CCAW


Anschlussmöglichkeiten
Kabelverbindung : doppelseitig, asymmetr.
Kabellänge : 0,6 m + 0,6 m
Anschluss : 3,5 mm Stereo
Anschlussausführung : vergoldet, 24 kt.
Kabeltyp : OFC

Zubehör
Tragetasche : Ja
Verlängerungskabel : Ja

Ich werde wie bei meinem ersten Bericht die technischen Daten der Reihe nach analysieren, um einen kleinen Eindruck in die Bedeutung dieses kryptischen Daten-Wirrwarrs geben zu können. Wer lieber seine eigenen Schlüsse zieht, kann beim nächsten Kapitel weiterlesen.

Auch hier handelt es sich um ein offenes akustisches System; ich hoffe ich gehe recht in der Annahme, dass dies auf den kleinen Bassreflexport an jedem der kleinen Hörerchen zurückzuführen ist. Ansonsten habe ich keinerlei relevanten Öffnungen finden können. Berichtigungen nehme ich aber gern entgegen, Google wollte mir bezüglich dieses Sachverhalts nicht weiterhelfen.

Mylar- Dome- Membranen sind sehr beliebt, wenn es darum geht, viel Klang auf möglichst winzigen Raum zu bringen. Sie finden sich in sehr vielen handelsüblichen Kopfhörern, und man findet sie vermehrt auch im Hochton-Segment des Lautsprecherbaus. Man erhält bereits für ein paar Euro durchaus brauchbare Membranen dieser Bauart. So empfehlen sie sich auch hier.

Die maximale Eingangsleistung liegt bei 50 mW. Das klingt erschreckend wenig, ist aber bei den meisten handelsüblichen Hörern so. Ich bezweifle, dass irgendein MP3-Player oder ein ähnliches Gerät höhere Leistung erzielen kann, und wer seine Hörer per Adapter an einen "großen" Verstärker hängt, darf sich nicht wundern, wenn die Hörer einen Heldentod sterben. Für den Klang selbst ist dieser Wert ohnehin ziemlich irrelevant.

Der Frequenzgang von 6 bis 23.500 Hertz lässt eine starke Betonung der Tieftonbereiche vermuten; dem ist aber eher nicht so. Näheres dazu im Kapitel "Klang".
Tja, die Impedanz von Kopfhörern sollte einen Wert von ~ 30 Ohm nicht überschreiten, aber bei den hier gebotenen 16 ohm muss man sich da wirklich keine Gedanken machen. Wäre ja auch etwas seltsam, wenn man für etwa 30 Euro Kopfhörer kauft, sie anschliesst und nichts zu hören bekommt, weil die Impedanz ausserhalb des möglichen liegt.

Gegen Neodym-Magneten spricht nun wirklich nichts, man findet sie unter anderem in Subwoofern der höheren Einsteigsklasse. Ich denke, stärkere Magnete wären bei solch winzigen Treibern unangebracht, weniger wäre aber sicher auch schade.

Die Kabellänge lässt sich variieren. Standardmässig sind zwischen Hörern und Klinkensteckern 60cm Platz, wem das wie mir nicht reicht, der nimmt die ebenso 60cm lange Verlängerung zur Hilfe. Alle Anschlüsse sind in guter Philips- Tradition 24- Karat vergoldet.

Die in diesen Hörern verbauten Treiber messen gerade einmal winzige 9 Millimeter. Somit sind sie dafür prädestiniert, direkt in den Gehörgang geschoben zu werden- Philips hat diesen Kopfhörern zu Recht das Prädikat "In-Ear-Hörer" aufgedrückt.

Somit sind auch nur eher leise 102 db zu erreichen; allerdings relativiert sich dieser Eindruck bei Hören sehr schnell, da ja eine sehr gute Abschirmung vorhanden ist. Dennoch entziehen sich diese Hörer denjenigen, die keinen tollen Klang, sondern nur eine Trommelfellmassage per extremer Lautstärke erreichen wollen; mit einer 9-Millimeter-Membran gestaltet sich dies aber auch recht schwierig für die Entwickler. Ausserdem schützt man so von vornherein sein Gehör von zu viel hoher Lautstärke, was ich persönlich bitter nötig habe.

Das Kabel selbst ist ernüchternde 60 Zentimeter lang; bei mir enden diese bereits knapp über dem Gürtel. So kommt man nicht umhin, das beigelegte, ebenso 60 Zentimeter messende Verlängerungskabel zu nutzen. Philips hätte sich diesen schwachsinnigen Kostenaufwand besser gespart und an anderer Stelle investiert, Wie zum Beispiel in eine kleine Lautstärkeregelung, die ich inzwischen doch misse.

Das Kabel trennt sich bei den SHE-9501 nach einem kleinen, silbrig schimmernden Y-Adapter in 2 weitere Teile: einem kurzen, etwa 10 cm messenden, und einen längeren Teil. Dieser lässt sich um den Nacken legen, was wirklich gut aussieht und den Vorteil hat, das man beide Hörer kurz aus dem Ohr nehmen kann, ohne das wie bei einem symmetrischen Kabel die Hörer nach unten purzeln. Auch lässt sich so wie gehabt das Kabel besser unter dem Shirt verstecken.

Leider ist keine solch schicke Box beigelegt, wie es bei den letzten Hörern der Fall war. Diese Box - wenn benutzt - verhinderte das lästige Verknoten der Kabel auf Reisen; in der Hosentasche allerdings findet sie keinen Platz, niemand möchte mit einer solch ausgebeulten Hose herumspazieren.
Hier ist vielmehr ein kleines, kuscheliges Samtsäckchen beigelegt, das ein richtiger kleiner Handschmeichler ist und bei mir neben den Kopfhörern selbst sogar den Player aufnimmt. Es schützt aber nur bedingt vor Stürzen oder ähnlichen Unglücken; es bleibt abzuwägen, ob eine unsicheres Samtsäckchen oder eine steife Box mehr von Vorteil ist.

~~~Design~~~


Auf den ersten Blick erinnern die neuen SHE-9501 stark an Apples Designkonzept, das auf klaren Formen und dem blendenden Weiss basiert. So wurde ich beispielweise von Freunden gefragt, seit wann ich den einen iPod besäße; sie sahen nur die Kopfhörer, und als ich dann meinen eigentlichen Player aus der Tasche holte, war die Ernüchterung gross.
Das gesamte Kabel ist in besagten blendish-white gehalten, und es geht bei den Hörern selbst in geschwungenen Linien fliessend zu den Treibern über; es stören keinerlei Ecken oder Kanten. Auf den kleinen Hörern sitzt allerdings noch eine chromartige, aus Plastik gefertigte Halbkugel; offensichtlich wollte sich Philips nicht ganz dem Apple-Style hingeben und doch lieber ein wenig Design aus dem eigenen Hause einbringen, denn dieses Silber kennt man bereits von anderen Kopfhörer gleicher Marke. Ich selbst empfinde es an dieser Stelle als störend, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten; der Leser kann sich anhand der von mir geschossenen Fotos sicher sein eigenes Urteil bilden.
Ausser besagtem Silber, dass unter anderem auch da auftritt, wo sich das Kabel in die Kanäle Links und Rechts teilt, und dem Weiss treten sichtbar keine weiteren Farben auf, was dem ganzen noch mehr einen irgendwie edlen Touch verleiht. Trennt man allerdings die Verbindung zum Player oder aber die beiden Kabelhälften voneinander, kommt als drittes Element Gold zum Vorschein; als weiteres Edelmetall fügt es sich aber gut mit ein, und im Betrieb sind die Verbindungsstellen ja ohnehin nicht sichtbar.
Am besten nutzt man diese Hörer also entweder an einem echten iPod oder aber an einem ähnlichen Gerät; natürlich verbietet sich der Betrieb an anderen Geräten auch nicht, aber der Mix verschiedener Designs wirkt wie bei meinem Beispiel doch recht merkwürdig. Ich werde also, sobald mein Schülerbudget es zulässt, einen iPod an die Seite meiner kleinen Freunde stellen.


~~~Tragekomfort~~~


Das erste Einsetzen: Ich kam also gerade aus dem MediaMarkt geschlendert, riss die Packung auf und entschied mich fürs erste "Anprobieren" für die mittleren, bereits vormontierten Aufsätze. Es werden für grössere oder auch Kinderohren natürlich auch Aufsätze in zwei anderen Grössen mitgeliefert, welche in einer mattdurchsichtigen Plastikbox aufgewahrt werden können. Dies ist praktisch, denn es verhindert ein vorzeitiges Verbummeln der Aufsätze.
Also Packung aufgerissen, Hörer entnommen, in den Player gesteckt, unter dem T-Shirt durchgefummelt und eingesetzt. Es ist absolut unspektakulär, die Dinger passten bei mir von Anfang an hervorragend, liessen sich ohne Probleme in den Gehörgang schieben und die von Freunden geschürte Angst, solche Hörer würden im Ohr Überdruck verursachen, erwies sich auch als unberechtigt. Fairerweise muss ich aber dazu sagen, das ich generell eigentlich nicht dazu neige; auch bei Start oder Landung im Flugzeug geschieht es bei mir selten, dass sich dieser unausgeglichene Druck einstellt. Ein anderer Bekannter von mir beschwert sich unaufhörlich, mit eben diesen Kopfhörern ständig Beschwerden zu haben. Aber wenn man nach dem Kauf dieser Kopfhörer feststellen sollte, das sie irgendwie unangenehm zu tragen sind, kann man sie ja innerhalb der ersten 2 Wochen ohne Angabe eines Grundes einfach zurückbringen. Probieren lohnt sich!
Wer wie ich das Kabel unter dem T-Shirt - beziehungsweise Pullover - versteckt, wird das angenehm gummierte Kabel zu schätzen wissen, das immer schön auf der Haut liegt und aus einem sich mir nicht erschliessenden Grund immer handwarm ist, sodass man keine Kälteschocks zu erleiden hat, sollte das Kabel an der nackten Haut entlangführen.
So lässt sich kein wirkliches Urteil zum Tragekomfort fällen, da ich persönlich aber sehr begeistert davon bin, gebe ich dafür einen Pluspunkt.

~~~Der Klang~~~


Da stehe ich nun also nach erfolgreicher Verkabelung meiner selbst mit den Hörer und meinem MP3-Player auf der Rolltreppe, den Elektromarkt verlassend. Was hören wir denn?? Ach naja, nach dem Anschalten war "Dickes B" von "Seeed" (ich als Berliner Lokalpatriot sondergleichen liebe diese Band!) direkt am Anfang der Playlist. Warum nicht, also hastig den Volumeregler noch oben gedreht und den Play-Button gedrückt.

...das intro... wow, ist das live?? ... dann der erste Bass... hey, der ist knackig...der erste Rap... Oh mein Gott, ich glaube die Kopfhörer sind nicht im Ohr, sondern irgendwie direkt in meinen Kopf geraten... jeder meiner Seeed-Helden scheint an einer anderen Stelle in meinem Gehirn zu wohnen... unglaublich.

...was anderes...vielleicht jetzt mal was anspruchsvolles... hey, wie wärs denn mit Whitney Houston?? ..."i will always love you", das sollte doch eine Herausforderung sein...sie beginnt zu singen...unfreiwillig wandert mein Kinn gegen Süden... Whitney singt sich warm, gerät gegen Ende des Liedes in Ekstase...ich auch!

Es besteht keine Vergleichbarkeit zu den vorher getesteten SHE-785. Die 9501 spielen ihre Position im Gehörgang voll aus, sie entlocken all meinen Liedern eine vorher nicht gekannte Dynamik; während der Anfang manchen Liedes flüsterleise aufs Harmoniezentrum des geneigten Hörers einwirkt, bricht eine Sekunde später ein wahrhaftes Klanggewitter über ihn ein.

Dies wird vor allem durch die wirklich gelungene Geräuschabschirmung unterstützt. So höre ich, wenn nur die Hörer mein Ohr schmücken und ich noch keine Musik eingeschaltet habe, noch recht gut; bei halber Lautstärke entgehen mir bereits Gesprächsversuche meiner Klassenkameraden und bei voller Lautstärke wird sogar der knallharte Berliner Stadtverkehr auf dem Kurfürstendamm nahezu restlos ausgeblendet. Und wirklich glücklich bin ich über die Tatsache, dass ich trotzdem immer noch von heraneilenden Krankenwagen oder aufheulenden Sportwagenmotoren Notiz nehme, wenn ich eine Ampel überquere.

Insgesamt ist der Ton bei weitem nicht so bassbetont, wie es der Frequenzgang von 6 bis 23.500 Hertz vermuten lässt. Nicht, dass ich den Klangzwergen einen Tiefgang von 6 Hertz nicht zutrauen würde, aber die Bässe werden immer eher zurückhaltend angespielt. Natürlich verliert dadurch so mancher HipHop-Track an seinem Charme, aber die meisten Musikstücke profitieren davon, dass die tiefen Töne die Höhen nicht übertönen und vor allem davon absehen, sich mit den Mitten zu verwaschen. Alles bleibt angenehm differenziert, so dass mir auch ohne extreme Bassgewalten das Hören von Snoop Dogg und Kumpanen durchaus Spass bereitet, was ich vorher sicher nicht erwartet hätte.

Die Tiefen sind also durchaus präsent, spielen sich aber nie in den Vordergrund, um dann ohne sichtbaren Übergang in die Mitten überzugehen; bei manchen Kopfhörer-Basswundern bemerkt man ja beim Sinustest immer wieder sich auftuende Klanglöcher. Hier aber ist alles harmonisch, auch die Mitten überzeugen mit authentischer Stimmwiedergabe bei Musik und Hörspiel. Gitarrensolos kommen so, wie es der Abmischer im Studio vorgesehen hat, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch explizit die Höhen überzeugen auf ganzer Linie; eben genannter Sinuston, den ich gern zum Testen verwende und der sämtliche Frequenzen zwischen 20 Kilohertz und 20 Hertz abklappert, entlockt den 9501 kristallklare, klar definierte und NICHT quietschende Spitzen. Alles erscheint aus einem Guss, durchdacht und eben einfach ehrlich; diese Kopfhörer gehen mit den Bässen so weit, wie es eben ohne Klirren oder Scheppern geht, bringen die Mitten einfach direkt und die Höhen unaufdringlich, aber präzise.

Die Detailauflösng überzeugt, was sicher durch die tolle Dynamik gefördert wird. So hört man bei Songs wie beispielsweise "To France" von Maggie Reilly am Anfang kurze einsätze ihrerseits, die ich da vorher nie wahrgenommen habe; weder mit den alten Hörern, noch mit dem in meinem Zimmer geparkten ConceptE. So verpasst der Hörer nichts, was der Produzent des gehörten Tracks als Ohrenschmaus vorgesehen hat, und die Philips sorgen dafür, dass es auch wirklich zu einem solchen wird, und nicht zu einem Debakel wie mit den 785.

So finde ich ebenso meinen Spass daran, mich auf mein Sofa zu lümmeln und mich einfach mal wieder mit einem Hörspiel zu verwöhnen; was gibt es besseres, als eine direkt in meinem Kopf erzählte Geschichte, die sich jeglicher klanglichen Überraschungen negativen Sinnes erfolgreich entzieht.

Philips scheint sich mit diesen Kopfhörern das Ziel gesetzt zu haben, einmal nicht nur kleine Hosentaschenbrüller zu konstruieren, sondern den Käufer mit ehrlichem Sound zu verwöhnen. Dies gelingt auch auf ganzer Linie, die tolle Ausgewogenheit des erwachsenen Klangs lässt über die kleine Schwäche der geringen erreichbaren Pegel hinwegsehen.


~~~Fazit~~~


Diese Kopfhörer kann ich allen empfehlen, die Wert auf einen wirklich ausgewogenen, wohligen Klang legen, das Designkonzept mögen, keine extremen Pegel zum Wohlbefinden benötigen und sich gerne einmal den Umgebungsgeräuschen entziehen. Man kann hiermit wirklich nichts falsch machen, im schlechtesten Fall ist der Käufer von der geringen Lautstärke enttäuscht.
Natürlich darf man generell keine Probleme mit dem In-Ear-Prinzip haben, sonst fallen die 9501 von vornherein aus. Ich selbst bin restlos überzeugt, ich gebe den Hörern die vollen 5 Sterne und eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.


Ich hoffe, mit diesem Bericht nicht gelangweilt zu haben, ich habe viel Mühe und Zeit investiert. Seit nicht zu hart mit einem unschuldigen sechzehnjährigen, der sich aber dennoch über Kommentare jeder Art und natürlich Bewertungen freut. Wer einen der sicher zahlreich vertretenen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten. :)

~~~Update~~~

Baschtel18 brachte den Hinweis, dass ich vergessen hatte, die Kopfhörer auf Klassik- und BigBand- Tauglichkeit zu testen. Nachdem ich eine Weile gebraucht hatte, mit entsprechende Testsamples zu organisieren, folgt hier nun eine kurze Auswertung meiner Eindrücke.

Ich begann mit dem von Baschtel18 vorgeschlagenen Für Elise - ein Klassiker, wohl das einzige Stück in meiner Sammlung aus dieser Musikrichtung. Ich fand, dass die SHE die höheren Töne angenehm klar definieren, aber wenn es dann doch mal etwas leiser wurde, kamen dunklere Töne doch recht indifferenziert. Dies lies sich nur durch Drehen am Lautstärkeregler beheben - wenn man aber eine gewisse Lautstärke erreicht, ist das ganze Stück angenehm zu hören. Auch hier sind keine extremen Klangoffensiven zu erwarten, es bleibt wiederum schlicht und einfach ehrlich.

Es folgte dann der Hörtest eines Samples der Seite http://klutz.cjb.net. Ich zog hier das Chrono Trigger Piano Arrangement heran. Meine Eindrücke wurden bestätigt - je lautern, desto differenzierter, allerdings hier mit weniger klaren Schwächen bei den tieferen Tönen. Sie waren stets von höheren zu unterscheiden, ohne zu verwaschen. Aber: bei diesem Stück war die Dynamik nicht ansatzweise so schön ausgeprägt wie beispielsweise bei HipHop- Stücken - vielleicht ist hier auch mein Gehör dafür mehr geschult, das kann ich nicht genau einschätzen.

Das letzte, was ich dann noch Auftreiben konnte, waren ein paar resamplete Stücke von Frank Sinatra. Hier habe ich ein wenig das Vibrato vermisst, das ich sonst so an Frank Sinatra liebe - es kam einfach nicht das recht Feeling auf, obwohl die Instrumente durchaus angenehm anzuhören waren. Auch der Stimmumfang und die Dynamik waren hier wieder sehr gut; aber das fehlende Klangvolumen machte das Big- Band- Erlebnis dann doch eher zunichte. Dafür sind sie dann doch nicht geeignet...

Danke nochmal an Baschtel18 für seine Tipps.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
aleandro

aleandro

14.03.2010 12:29

Ein äußerst ausführlicher Bericht

Bifie

Bifie

05.05.2009 21:52

Tiefen und Bässe vermisse ich gar nicht. Ich finde davon sind mehr als genug vorhanden. Ich musste erstmal eine Einstellung wählen, in der diese nicht so prominent sind. Hast du keinen EQ zum einstellen? Gruß Jen

Kicki20

Kicki20

03.03.2006 12:56

Schöner und informativer Bericht! Wirklich gut geworden! Ich habe eine Menge gelernt und eine Menge erfahren - und das, obwohl ich eigentlich gar keine Kopfhörer kaufen will. Wollte ich welche haben, würde ich mir die wohl mal anschauen ;-) LG Katrin

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