Philoktet / Sophokles

Philoktet / Sophokles

ISBN: 9783150007099 - Verlag: Reclam, Philipp mehr

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... im "Philoktet", die "Soldaten". Die dramatische Funktion des Chores ist sehr vielfältig; er denkt und spricht auf einer anderen Ebene als die Helden. Die Helden selbst werden auch in eine Art Typen eingeteilt: der alte Heros (Philoktet), der gealterte Heros (Odysseus, Herakles), der junge ... Bericht lesen





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Philoktet - Mller, Heiner - Sophokles Philoktet - Mller, Heiner - Sophokles
Buch, gebundene Ausgabe, 111 S., Erschienen: 2006
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Der Philoktet des Sophokles: Ein Beitrag zur Interpretation des griechischen Ethos - Renata von Scheliha Der Philoktet des Sophokles: Ein Beitrag zur Interpretation des griechischen Ethos - Renata von Scheliha
Seiten: 102, Gebundene Ausgabe, Wallstein
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Philoktet: Texte von Sophokles und Müller (Bibliothek Suhrkamp) - Heiner Müller Philoktet: Texte von Sophokles und Müller (Bibliothek Suhrkamp) - Heiner Müller
Seiten: 147, Ausgabe: 1, Gebundene Ausgabe, Suhrkamp Verlag
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Sophokles - wer ist das?
Erfahrungsbericht von uweBeelitz39 über Philoktet / Sophokles
08.09.2005


Produktbewertung des Autors:   

Niveau sehr anspruchsvoll 
Unterhaltungswert hoch 
Wie ergreifend ist die Story? berührt ein wenig 

Pro: Ein schönes Zeugnis der klassischen Dichtkunst
Kontra: Für uns heute nicht leicht zu lesen

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

SOPHOKLES ? - NIE GEHÖRT !

Aber vielleicht doch schon von einigen seiner Werke? Wenn Sophokles auch fast in Vergessenheit geraten ist, so sind doch seine Werke auch heute noch - bald 2500 Jahre später - Bestandteile unserer "Klassiker". Namen wie "Antigone" , "Elektra" oder "König Ödipus" haben auch heute noch einen guten Klang; vor allem wurden sie gerne als Vorlagen für sehr unterschiedliche Bühnenformen in unserem Jahrhundert verwendet: Als Oper bei Carl Orff, Richard Strauss, Igor Strawinsky; als Nachdichtungen von Ezra Pound, Jean-Paul Sartre, Jean Giraudoux oder auch die bekannt gewordenen Inszenierungen etwa von Max Reinhardt oder Bert Brecht/ Caspar Neher.

Anhand der nur sieben erhaltenen Tragödien (aus einem geschätzten Gesamtwerk von über 120 Stücken) lässt sich nur wenig über den Dichter aussagen, zumal es aus dieser antiken Zeit nur ganz wenige andere Zeugnisse gibt. Jedoch hilft uns die Kenntnis der damaligen Zeit und gestattet Rückschlüsse auf sein Leben. Das Theater gehörte damals in Athen unmittelbar zum Leben der Stadt. Unser deutscher Klassiker, Johann Wolfgang von Goethe, sagte dazu: "Wir bewundern die Tragödien der alten Griechen; allein, recht besehen, sollten wir mehr die Zeit und die Nation bewundern, in der sie möglich waren … alles trägt einen einzigen durchgehenden Charakter, den Charakter des Großartigen, des Tüchtigen, des Gesunden, des Menschlich-Vollendeten …" Ob das uns heute nicht auch gut anstünde?!

Sophokles wurde vermutlich im Jahre 497 oder 496 v.Ch. (vor Beginn unserer Zeitrechnung) in Demos Kolonos Hippios geboren. Für historisch Interessierte: Das war etwa die Zeit der berühmten Schlacht bei Marathon, deren Auswirkungen auf den Sport ja auch heute noch riesig sind. Damals siegten die Griechen über die Perser (im Jahr 490 v.Ch.). Diese Auseinandersetzungen zwischen den Griechen und den Persern zogen sich über einen langen Zeitraum im Leben des Sophokles hin; bekannt sind vielleicht noch die Niederlage der Griechen bei den Thermopylen oder der Sieg in der Seeschlacht bei Salamis (480 v.Ch.).

Der Dichter selbst nahm jedes Jahr in Athen am tragischen Wettkampf teil, einem offiziellen Bewerb der Stückeschreiber - wobei es sich der Zeitauffassung gemäß stets um Tragödien handelte. Und sehr häufig errang er dabei den Sieg. In einer seiner Biographien habe ich den sehr bezeichnenden Satz gefunden: "Sophokles´ Wesen war von einem solchen Zauber, dass er von aller Welt geliebt und wegen seines Glückes gepriesen wurde."

Um das Bild des Sophokles abzurunden, sei noch ergänzt, dass er etwa im Jahre 406 oder 405 v.CH. starb.

TRAGÖDIEN - MASS ALLER DINGE

Die Tragödie war, wie gesagt, die beherrschende Dichtungsart im griechischen Altertum, und sie hatte Gesetze, nach der sich der Dichter zu richten hatte. Je vollendeter ihm das gelang, desto mehr war ihm der Nachweis für die Qualität seines Werkes gelungen. Es würde sicher zu weit führen, diese Anforderungen alle aufzulisten oder gar zu erklären, daher beschränke ich mich hier auf einige wenige dieser "Gesetze": Äußere Bestandteile waren der Prolog; das Einzugslied des Chores; der dialogische Teil zwischen den Chorliedern; das Standlied und zum Schluss das Auszugslied des Chores. Die Tragödie zeigt in ihrer Anlage einen ständigen Wechsel von gesungenen Partien des Chores und Sprechpartien der Schauspieler, deren Form der Dialog ist - allerdings gibt es als Sonderform auch den Monolog.

Neben diesen äußeren Bestandteilen muss jede Tragödie auch noch eine Reihe von inneren Teilen nachweisen: Mythos (Darstellung der Handlung); Charakter (ermöglicht unser Urteil über die sittliche Qualität der Personen); Absicht (die Art, in der Gedanken und Entschlüsse ausgedrückt werden); Rede; Musik und Szenerie. Die letzteren Punkte sind wichtig für die Wirkung auf die Zuschauer, wobei der Dichter allerdings für die Szenerie in der Regel nicht verantwortlich gemacht werden konnte. Ohnehin entfällt sie, wenn ich die Tragödie nicht aufgeführt sehe, sondern nur lese.
Die damals verwendete Musik war keine eigene Kunstgattung, sondern wurde wie die Dichtkunst und die Malerei als Handwerk verstanden und war der Dichtkunst untergeordnet. Schlaginstrumente dienten der Untermalung des Rhythmus und Flöten der Begleitung des Chores, vielleicht noch einige Saiteninstrumente - mehr ist nicht bekannt.

Dem Chor hat Sophokles zu einer hohen Entwicklungsstufe verholfen. Er erhöhte die Zahl der Chormitglieder von zwölf auf fünfzehn, was die Aufteilung in zwei Halbchöre zuließ und dem Chorführer eine Sprecherrolle gestattete, die ihn in die Handlung integrierte. Der Chor charakterisierte in der Tragödie generell das "Volk", die "vielen", eventuell auch die "Alten" oder, wie z.B. im "Philoktet", die "Soldaten". Die dramatische Funktion des Chores ist sehr vielfältig; er denkt und spricht auf einer anderen Ebene als die Helden.

Die Helden selbst werden auch in eine Art Typen eingeteilt: der alte Heros (Philoktet), der gealterte Heros (Odysseus, Herakles), der junge Heros (König Ödipus), die dazu gehörenden Frauengestalten (Eurydike, Iokaste, Antigone, Elektra, Ismene). Den Schauspielern stand neben dem gesprochenen Wort nur ihre Gestik zur Verfügung. Mimik war nicht möglich, da sie alle Masken trugen, deren "Gesichtsausdruck" lediglich durch das einfallende Licht veränderbar war.

PHILOKTETES

Nun zu dem von mir als Beispiel der klassischen Tragödie ausgewählten Stück "Philoktetes" (oder vereinfacht "Philoktet"). Ich bin der Meinung, dass ein solches in der heutigen Zeit kaum noch bekanntes Stück nicht ohne gewisse Vorkenntnisse besprochen werden sollte, deshalb habe ich so weit ausgeholt.

Die Sage, nach der sich Sophokles in diesem mit dem ersten Preis ausgezeichneten Drama richtet, erzählt, wie auf der Fahrt des griechischen Heeres nach Troja auf der Insel Chryse Rast gemacht wird. Da wird Philoktetes von einer Schlange gebissen und erleidet eine schlimm eiternde Wunde, von der ein solcher unausstehlicher Geruch ausgeht, dass die Soldaten des Heeres dies nicht mehr ertragen können. Sie setzen den Verletzten auf der menschenleeren Insel Lemnos aus, wo er bis ins zehnte Kriegsjahr unter großen Mühen und Entbehrungen sein Leben fristet - ein Vorgänger unserer Robinson-Geschichte.
Die Weissagung des trojanischen Sehers Helenos, bei den Griechen in Gefangenschaft, lautet, dass die Griechen den Sieg über Troja nur erringen können mit der Hilfe des Sohnes von Achilles, Neoptolemos, und mit Philoktet und dessem berühmten Bogen. Diesen Bogen mit unfehlbaren, vergifteten Pfeilen hatte Philoktet nach einem dem Herakles erwiesenen Freundesdienst geschenkt bekommen. Der Abschluss der sage, der allerdings nicht mehr in der Tragödie enthalten ist, lautet, dass Philoktet vor Troja geheilt wurde und dann mit einem seiner vergifteten Pfeile den Paris tötet, den Urheber dieses Krieges. Unser Stück selbst endet mit der Übergabe des Bogens durch Neoptolemos an den äußerst misstrauischen Philoktet, der sich erst durch das Eingreifen des Herakles zur Reise nach Troja überwinden kann.

Diese Tragödie enthält auffallend wenige Sprecherrollen. Neben Philoktet selbst erscheinen nur Neoptolemos, Herakles, Odysseus in wenigen Auftritten, ein Spion in einer winzigen Nebenrolle, dazu natürlich der Chor und der Chorführer. Die besondere Betonung liegt in diesem Drama auf der Darstellung der Seelenzustände der beiden Hauptpersonen.

KURZE TEXTPROBE

Philoktetes: O Licht, das mich aus tiefem Schlafe hob!
O ungeahnte Treue dieser Schar!
Nie hätt ich, Sohn, mir dieses je erhofft,
Dass du mein Leiden so barmherzig trägst
Und bei mir ausharrst als getreuer Freund.
Nie hätten die Artriden solche Last
Ertragen, das so stolze Herrscherpaar!
Doch du bist edel und aus bessrem Stamm,
Das hat die schwere Last dir leicht gemacht.
Der Wunde Missgeruch, den Weheschrei.
Und nun, da mir des Leidens eine Frist,
Die kurze Stunde der Erholung winkt,
So richte mich empor, gib festen Stand,
Dass wir, sobald ich mich vom Schmerz erholt,
Zu Schiffe gehn, zu ungesäumter Fahrt!

Sicher eine für uns heute gewöhnungsbedürftige Sprache, von der ich auch nicht mit völliger Sicherheit sagen kann, ob dies die optimale Übersetzung ist. Doch gibt euch die zitierte Stelle vielleicht einen kleinen Anreiz, Sprache auch mal von dieser Seite her kennen zu lernen. Jedenfalls halte ich diese antiken Tragödien als Beginn unserer Literatur, als Zeugnis eines enorm hohen Standards der Dichtkunst für unverzichtbar!

Ich danke jedem, der diesen Bericht liest, danke für Bewertung und evtl. Kommentar. Es ist der fünfzigste Bericht, den ich für Ciao geschrieben habe.
Uwe


   

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WIE VERHALTE ICH MICH RICHTIG??
Bewertung für Philoktet / Sophokles von  virtus

Pro: zeitloses Meisterwerk mit wichtigen Botschaften
Kontra: ---------

...Was bewegt den Menschen? Was liegt seinem Verhalten zu Grunde? Wie ist seine persönliche Ausrichtung? Dies war und ist eine der interessantesten philosophischen Fragestellungen, die das ganz alltägliche Leben für uns bereithält. So schrieben über dieses Thema Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin und viele andere, um hier nur wenige zu nennen. Und wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, so fragen auch wir uns manchmal, ob das was wir tun richtig ist, oder wir fragen uns wieso sich andere auf eine bestimmte Art und Weise verhalten. Der berühmte Tragiker Sophokles hat diese Problemstellung in seinem Werk „Philoktet“ behandelt und diskutiert. Zu Sophokles nur ein paar Worte: Er lebte im 5Jhd. v.Chr., war Staatsmann und hochgebildet. Solche Politiker würde man sich heute wünschen. Die Vorgeschichte Die Geschichte beginnt... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970
Liebe SchülerInnen, wie geht es der Gesellschaft?
Bewertung für Der gute Mensch von Sezuan / Bertolt Brecht von  elmoro

Pro: sehr gut zu lesen; absolut ideal für eine Schullektüre; man muss wirklich mal nachdenken, vor allem über unsere Gesellschaft
Kontra: ??

...Sollte es einmal vorkommen, dass euer Deutschlehrer euch fragt, welches Buch ihr im Unterricht lesen wollt, dann seid froh darüber. Denn das ist eure einzige Chance solch schwierig zu lesende und zu verstehende Bücher wie z.B. „Philoktet“ von Sophokles zu vermeiden. Ein Buch mit dem ich in meiner Schulzeit im Deutsch-LK viel Freude gehabt habe, war „Der gute Mensch von Sezuan“ von einem der wohl wichtigsten deutschen Literaten (meine Meinung) – Bertolt Brecht. Was macht den Autor aus? *+*+*+*+*+*+*+*+*+*+* Um es kurz zu fassen: Bert Brecht war eine ziemlich linke Socke! Heute würde er wohl die PDS oder eine andere kommunistische Partei wählen. Aber nun mal im Ernst. Geboren wurde er am 10.Feb.1898 in Augsburg. Während des zweiten Weltkrieges musste er aufgrund seiner Weltanschauung ins Exil... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970
LIEBE, HASS UND POLITIK
Bewertung für Gedichte / Catull von  virtus

Pro: ein großer Dichter
Kontra: kaum noch bekannt

...vor. Zu Beginn seines Schaffens als der junge Catull nach Rom kommt, verliebt es sich in die Frau eines römischen Konsuls, die er Lesbia nennt. Diese Frau erwidert seine Liebe und so schreibt es wunderschöne Liebesgedichte, die bis heute in Italien vorgetragen werden oder als Lieder gesungen werden. Catull bindet in seine Liebesgedichte dazu noch eine Fülle von Stilmittel, die jedoch nicht künstlich und gestelzt klingen, sondern sich in das Grundgerüst einfügen. Ferner bewegt sich Catull auch auf dem Wege der Laute. So schafft es Catull durch den Gebrauch verschiedener Laute Grundstimmungen zu vermitteln. In diesem Bereich ist sich die Forschung sehr uneinig, aber man geht davon aus, dass diese Form der Tonmalerei in der Antike von großen Schriftstellern gebraucht wurde. So findet man dies an diversen Stellen bei Homer, aber auch in Sophokles... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

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01.01.1970


Gedichte / Catull

Haupteigenschaften

Produktform: Einband - flexibel (Paperback)

Erscheinungsdatum: 1986

Seitenzahl / arabisch: 61

ISBN: 3150007097

EAN: 9783150007099

Titel: Philoktet

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