Sportlicher Allrounder
02.07.2004
Pro:
Zuverlässigkeit, große Sitzbank, viel Platz auf dem Trittbrett, kräftiger Motor
Kontra:
Schlechte Beleuchtung
Empfehlenswert:
Ja
 ensoniq2k
Über sich:
Mitglied seit:19.02.2004
Erfahrungsberichte:29
Vertrauende:7
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Da man mit 16 ausser dem doppelt so teuren A1 führerschein nur Klasse M (Roller) machen kann und sonst keine Möglichkeit zur Fortbewegung hat, hab ich mir den NRG gekauft und er ist seit dem täglich in Benutzung. Ich fahre den NRG seit Anfang März und habe durchaus gute Erfahrungen gemacht. Der Preis war mit angegebenen 2100 Euro zwar recht hoch, jedoch liess sich der Händler noch auf 1850 Euro herunter handeln. Bei den meisten anderen Herstellern bekommt man ncih so viel für so wenig Geld. Er sollte ein Helmfach haben, eine Doppelsitzbank und gut Aussehen, das tut er ja.
-Das Fahrverhalten- ist einwandfrei, man kann sich mit dem NRG auch mal richtig stark in eine Kurve legen und wenn diese doch mal zu eng war, hat man immer noch die Möglichkeit mit den griffigen Bremsen schnell zum stehen zu kommen. Die Scheibenbremse vorne ist sehr kraftvoll, hinten gibts nur ne schwache Trommelbremse, aber wenn man hinten zu stark bremst, blockiert das Rad sowieso gleich, ausser bei starker Nässe, da zieht zwar die Vorderbremse immer noch stark, aber die Hinterradbremse überbiete ich sogar mit meinen Schuhsohlen.
-Die Motorleistung- ist zwar recht hoch, wird aber durch die vielen, in Deutschland nötigen, Drosseln stark beeinträchtigt. Da wäre zum einen der Distanzring, der die höchste Übersetzung einschränkt, die sogenannte Konusdrossel, sie verringert den Querschnitt des Auspuffkrümmers, diese sorgt dafür, dass nur eine bestimmte Menge Abgase austreten können und es gibt das Blindrohr, es sitzt wie die Konusdrossel am Auspuffkrümmer und ist ein Rohr das im nichts endet. Es hat die Aufgabe Gasschwingungen zu erzeugen, die den Motor daran hindern, höhere Drehzahlen zu erreichen. Des weiteren besitzt der Ansaugstutzen einen verringerten Querschnitt, was verhindert das zu viel Benzin in den Brennraum gelangt, das schränkt die Kraft vor allem am Berg ein.
Trotz dieser Maßnahmen ist er noch recht kräftig im Anzug, bis etwa 40 Km/h zieht er sehr kräftig, darüber hinaus beschleunigt er jedoch nur noch langsam. Auf dem Tacho erreicht er vom Werk aus maximal 60 Km/h, was allerdings durch die Ungenauigkeit des Tachos nur rund 50 echten Km/h entspricht. Kleine Steigungen machen sich sofort in der Endgeschwindigkeit bemerkbar. Bei einer Steigung bon 10% schafft ers sogar nur noch 30 Km/h, mit zwei Personen sieht es sogar noch schlimmer aus. Aber wer nur allein fährt erhält einen Roller mit guter Motorleistung, ich bin zufrieden damit. Trotz der vielen Drosseln schaft er Bergab rund 70, manchmal sogar 80 Km/h mehr hält der Motor allerdings nicht aus, da die Drehzahlen dann schon fast bei 12000 RPM sind. -Komfort und Ausstattung-
Direkt unter der Sitzbank ist eine kleine Tüte mit dem Bordwerkzeug befestigt, darni befindet sich ein Schraubenzieher und ein Zündkerzenschlüssel. Auf dem Amaturenbrett befinden sich sehr viele Anzeigen: Ein Tachometer, eine Tankfüllstandsanzeige, sogar ein Drehzahlmesser ist vorhanden. Es gibt je ein Reservewarnlicht für den 1,3 Liter Öl-Tank und eins für den 6,5 Liter Benzin-Tank. Ein Lämpchen informiert über die Funktion des Abblendlichts und an jeder seite gibts eine Anzeige für den Blinker. Das Abblendlicht lässt sich nich abschalten und ist immer an sobald der Motor gestartet wurde. Die Sitzbank ist sehr gut gepolstert und sehr bequem, auch der Sozius hat viel Platz. -Bedienung-
Die Vorderradbremse ist sehr gut dosierbar, das Hinterrad blockiert jedoch leicht. Das Helmfach bietet auch für große Helme ausreichend Platz und unter dem vorderen Ende der Sitzbank befindet sich ein Gepäckhaken. Die Rückspiegel lassen sich mit einem Handgriff einstellen. Der Elektorstarter funktioniert einwandfrei so dass ich bis jetzt nie den Kickstarter betätigen musste. Der Roller lässt sich problemlos auf den Bockständer hieven. Bis jetzt hatte ich noch keine Probleme (ausser die Variomatik zu öffnen, weil ein 8mm Schlüssel zu groß und ein 7mm zu klein ist, wer weiss wo ich nen 7,5mm Schlüssel her krieg soll sich bitte melden, danke) Auch im Gelände lässt sich mit dem NRG gut fahren, man merkt zwar jeden Stein, aber man hat durch die harte Federung ein gutes Gefühl für den Untergrund und kann besser einschätzen wie weit man gehen kann, bevor man stürzt. -Laufende Kosten-
Ich hab ihn noch nicht so lange, kann aber sagen, dass ich in der Woche für ca. 5 Euro tanke (Montag bis Freitag 10km Schulweg hin und nochmal 10 zurück und am Wochenende 20km zur Freundin und nochmal 20 zurück) also rund 140-180 km in der Woche, und brauch fast 5 Liter Super-Benzin. Der Hersteller gibt den Verbrauch mit 3,5 Liter auf 100km an, allerdings weiss ich nicht, ob das stimmt, da ich nicht besonders oft auf den Kilometerzähler schaue ;-) . Die Wartungen richten sich danach, was bei der Inspektion vorgesehen ist (steht im Begleitheft), bei meiner ersten und bisher einzigen Wartung hab ich rund 55 Euro bezahlt (5 Euro Material, also Fette und Öle und der Rest Arbeitseinheiten und Mehrwertsteuer) Er braucht pro 50 Liter Benzin einen Liter 2Takt-Öl -Fazit-
Der NRG ist ein Sportlicher Straßenroller der auch die Fahrt im Gelände nicht scheut, er ist recht hart Gefedert und besitzt griffige Bremsen und einen Leistungsstarken Motor für einen niedrigen Preis, nur die Beleuchtung ist nicht besonders hell, aber reicht wenn man nur 50 fährt. P.S.: Wenn ich meinen neuen Sportauspuff angeschraubt habe, schreib ich noch dazu, wie er dann läuft
Ich würd mich über ne Bewertung freuen (und sagt mir doch bitte wo ich nen 7,5mm Schraubeschlüsssel her krieg) Euer Ensoniq2k
Bilder von Piaggio NRG MC3 DT
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09.08.2005 11:28
Toller Bericht! Ich hab noch den mc2, der war damals (laut Mechaniker) der beste auf dem Markt. Hat auch bis jetzt 18000km (vorwiegend steile Bergstraßen!) klaglos über sich ergehen lassen. Nur dazu: Das Licht lässt sich nicht ausschalten, da in Italien seit einigen Jahren das Fahren von Motorrädern und Rollern mit Licht auch am Tage Pflicht ist. Und nachts braucht man es sowieso, deshalb macht das Sinn. So vergisst man es nicht und handelt sich keine (in Italien satte) Strafe ein!
04.10.2004 22:37
Hey! Hast dir ja voll viel Mühe bei deinem Bericht gegeben! Allerdings kann ich dir in manchen Bereichen nicht zustimmen... Vorweg: Bin 16, fahre ebenfalls Führerscheinklasse M und ich hab' meinen NRG MC3 DT vor rund 4 Monaten erworben und hab jetzt 5200 kilometer runter...(muss des öfteren 250km zu meiner freundin fahr'n ... :-( ) Allerdings hat mein Hinterrad erst 2-3 mal blockiert...mag am Fahrstil liegen...keine Ahnung...ich find die Hinterradbremse gut :-P Das nervigste am Roller ist allerdings, dass der Roller nur über Abblendlicht verfügt - d.h. es gibt kein Fern-/Standlicht und man kann das Licht auch nicht ausmachen (ausser man schaltet den Motor ab ;-) ) Zu deiner Variomatik: Bei mir hat nen ganz normaler 8er-Aufsatz auf die Knarre gepasst... Der Verbrauch ist relativ hoch....auf 100 km verbraucht man bei durschnittlich 60km/h ca. 4 Liter ...schätze ich mal so...80km Landstraße machen einen ja sooooo müde ;-) naja...Tacho is echt sehr ungenau...war bei mir schon auf 80 ...und es geht nur bis 80 ...lol Die Beschleunigung vom NRG MC3 DT ist verhältnismäßig gut, allerdings immer noch schlecht...die geniale Sitzbank gleich dies aber wieder aus :-D So...was wollt ich noch sagen? achja...Also bergauf nur mit 30? hmm also Bergauf fuhr ich mit dem "Varioring" drin noch immer knapp 50 (laut Tacho...sind ungefähr 45 km/h ) aber vielleicht variieren unsere Modelle ja geringfügig Also...nochmal Hut ab vor dem ausführlichen Bericht ;)
31.08.2004 17:40
Echt n super ausführlicher bericht. Wo du so einen 7.5mm ding herkriegst kann ich dir leider nich sagen. Hab mir jatz auch gerad n neuén piaggio nrg geholt. Ich hoffe dass ich mit dem genau so zufrieden bin wie du. Wünsch dir weiterhin viel spass mit deinem. MfG Marcel