Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Sieht schön aus, Effekt, Erotischer Aspekt |
| Kontra: |
manch eins tut weh |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich stehe in einer Schlange an der Kasse; Ich sitze im Wartezimmer bei einem Arzt; Ich stehe irgendwo in einer U/S-Bahn... und immer wieder bin ich der gleichen Szene ausgesetzt:
Ein Kind schaut mich verstohlen an. Schaue ich hin - schwups schaut es weg. Aber natürlich nicht ohne gleich wieder hinzuschauen und dann evtl. seine Mutter am Ärmel zu zupfen und sie zu fragen was ich da denn im Gesicht habe...
*AUGENROLL³*
Wenn ich jetzt sagen würde es stört mich nicht dann würde ich lügen. Meine Begeisterung für die "Kurzen" hält sich sowieso in Grenzen, auch wenn ich immer sagen muss dass ich den Sohn einer Freundin überaus niedlich finde (sicherlich kriegt jeder eine Chance ;) ).
Schlimmer finde ich allerdings, dass etwas, das heute schon fast normal geworden ist, immer wieder für so viel Aufsehen sorgt.
Viele haben es vielleicht schon erraten - in diesem Bericht gehts um Piercings.
PIERCINGS
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in allen erdenklichen Formen, an allen erdenklichen "Orten" und ich versuche mich kurz zu fassen!
Geschichte:
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Die Geschichte geht weit zurück.
Ähnlich wie die Tätowierung hat das Piercing bei den Naturvölkern eine lange Tradition. Neben verzierten Augen-, Nasen- und Lippen-Ornamenten wurden in antiken Grabkammern der Inkas in Peru, der Azteken und Mayas in Mexiko sowie in Asien und im Südseeraum auch gepiercte Skulpturen gefunden. Die im Pazifik beheimateten Papua wollen sich durch Piercings den Kräften, dem Mut und der Schnelligkeit der von ihnen verehrten Tiere annähern. Ähnliche Traditionen gibt es auch in Afrika.
Das Piercing war - und ist teilweise noch - Teil eines Rituals der Eingeborenen. Es weist seinen Träger mit einem neuen Alter oder Status aus. Am Amazonas unterscheiden sich die Sippen und Familien durch Piercings. Bestimmte Stellen oder Materialien wie Elfenbein, Gold, Jade, Diamanten und Smaragde sind dabei zusätzlich bestimmten Sippenmitgliedern als Zeichen von Status, Privileg oder Gesundheit vorbehalten.
Die alten Inkas und Azteken (Südamerika) hatten Ohrpflöcke als Zeichen eines hohen sozialen Status. Die Ägypter trugen ebenfalls "Piercings", so zB. Bauchnabelringe als Zeichen ihrer Adeligkeit. Die römischen Centurios trugen Brustwarzenringe als Ausdruck ihrer Männlichkeit und ihres Mutes, angeblich sogar zur Befestigung ihrer kurzen Umhänge. Inuit trugen aus rituellen Gründen Wangenpiercings mit Walfischknochenscheiben. Bekannt sind auch einige afrikanische Volksstämme die die sogenannten Labrets zu Tellerlippen weiten und dadurch das Ansehen im Stamm erhöhen.
Im Mittelalter trugen Frauen der höheren Gesellschaft Brustwarzenringe als Modeaccessoires. Die Männer dagegen trugen oft einen Penis Ring, um ihren Penis an den Körper anzulegen, damit er sich in den damals modernen, sehr engen Beinlingen nicht abzeichnete.
Was die Missionare vor Jahrhunderten den Naturvölkern als heidnische Rituale austreiben wollten, ist heute ein Teil der modernen, westlichen Welt geworden, denn mitte der 70er Jahre tauchten Piercings auch in unsrer Öffentlichkeit auf.
Galten sie zunächst noch als pervers oder kriminell und schmückte man sich hinter verschlossenem Türchen in der Homosexuellen- und S/M-Szene damit, gerieten sie wie durch Zauberhand immer mehr in Mode.
Sie hatten fast immer ausschließlich religiöse Gründe. So stehen z.B. Ohrpiercings für umfassende Information und Piercings am Mund für Mitspracherecht. Der Nasenschmuck dagegen steht für ein sicheres Gespür. Außerdem diente der Schmuck als Schutz vor dem Eindringen böser Geister und gegen das Entrinnen der Seele aus dem Körper.
Fast alle heute benutzten Piercings sind bei diesen Völkern abgeschaut.
Welche Piercings gibt es?
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Sie haben immer ganz "fremde" Bezeichnungen, die auch auf einfache Weise zu erklären wären.
*Ohr:
- Lobe (Ist wohl am allerweitesten verbreitet. Hierbei handelt es sich um ein Piercing durch das Ohrläppchen.)
- Tragus (Piercing durch den inneren Ohrknorpel. Meiner Erfahrung zufolge nicht besonders schmerzhaft, aber schick.)
- Helix und Anti-Helix (Bei Helix handelt es sich um ein Piercing durch den vorderen (zum Gesicht zeigenden) Teil des oberen Ohrrandes. Bei Anti-Helix handelt es sich um eins in den äusseren Ohrrand.)
- Industrial (verbindet Helix und Anti-Helix mit einem großen Stab)
.
*Mund:
- Tongue (engl.: "Zunge" - wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um ein Piercing durch die Zunge. Abheilzeit 4-6 Wochen.)
- Scrumper (Piercing im Oberlippenbändchen direkt über den Zähnen)
- Uvula (Piercing durch das Gaumenzäpfchen.)
- Labret (Lippenpiercing in der Mitte der Unterlippe. Hierbei kann der Stichkanal gerade nach innen in den Mund gehen oder nach oben durch die Lippe, so dass eine Kugel auf der Oberlippe liegt. Ausheilzeit etwa 4-6 Wochen.) ->Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Platte auf der innenseite der Unterlippe an den Zähnen das Zahnfleisch abscheuert. Das kann man mit einer kleinen Kugel statt einer Platte vermeiden...
- Medusa (Lippenpiercing in der Mitte der Oberlippe)
- Madonna (Piercing der Oberlippe, jedoch nicht wie bei Medusa in der Mitte, sondern etwas seitlich und wird zum Teil auch als Chrome Crawford bezeichnet - wohl wegen Cindy Crawfords Schönheitsfleck)
*Nase:
- Nostril (Piercing des Nasenflügels; also das Ergebnis meiner 2-Stunden-Wodka-Aktion.)
- Septum (Piercing quer durch die Nasenscheidewand; meistens durch die dünne Haut unmittelbar vor dem Knorpel.) ->Schlug mir meine Mutter schon häufiger vor um eine Kette daran befestigen zu können... (wird nicht passieren ;)
- Austin Bar (Es ist ein horizontales Piercing durch die Nasenspitze. Das Austin Bar Piercing geht nicht durch das Septum oder Innenräume der Nase. Ausheilung: 2-3 Monate)
*Geniatlien:
Diese Kategorie ist Umfangreicher als jede andere. Ich zähle hier nur einige auf.
männliche:
- Ampallang (Piercing waagrecht durch die Eichel. Der Ursprung des Ampallang ist in Indonesien beheimatet. Sehr lange Abheilzeit von 6-12 Monaten und länger.)
- Apadravya (verläuft im 90°- Winkel zum Ampallang im Bereich des Penisschaftes, also durch größere Blutgefäße (Schwellkörper), Harnröhre und Nervenstränge. Abheilzeit von 6-12 Monaten und länger. ) ->Finde ich persönlich recht hübsch.
- Frenulum (Wird durch das Vorhautbändchen unterhalb der Eichel gestochen. Abheilzeit von 6-8 Wochen)
- Oetang / Foreskin (Piercing vorn am Vorhautrand. In Indien und Burma wurde dieses Piercing in doppelter Ausführung gegenüberliegend ausgeführt. Dadurch konnte die Vorhaut mit Ringen oder Bändern verschlossen werden. So wurde die männliche Keuschheit bewahrt. Abheilzeit 2-4 Wochen)
- Prinz Albert (Der Name dieses Piercings entstammt dem Gatten der englischen Königin Viktoria, der es angeblich erfunden hat. Dieser Prinz Albert-Ring führt durch das Vorhautbändchen in die Harnröhre und tritt an der Harnröhrenöffnung wieder aus. Dieser sogenannte Prinz Albert-Ring wurde eingesetzt um den Penis am Hosenknopf der damaligen Uniformen zu befestigen. Abheilzeit: 4-6 Wochen) ->Finde ich ebenfalls sehr reizvoll ;)
weibliche:
- Klitorisvorhaut (Kann im oberen Teil horizontal gepierct und mit einem Ring oder Barbell verziert werden. Ist die Vorhaut groß genug, kann der Saum auch mit mehreren Ringen versehen werden. Das vertikale piercen mittig der Vorhaut ist ebenfalls sehr beliebt, wobei meist ein Stecker verwendet wird, der mit der Unterseite auf dem Kitzler aufliegt. Von außen ist dann die aufgeschraubte Kugel sichtbar. Abheilzeit 3-6 Wochen) ->Meine Meinung: sehr hübsch!
- Klitoris (Kann sowohl vertikal als auch horizontal gepierct werden, wobei das horizontale Piercen der Klitoris wohl am häufigsten vorkommt. Ich habe mir sagen lassen, dass man dies kaum noch wo macht. Schade eigentlich... aber wenns daneben geht dann isses wohl auch aus mit dem Spaß... Abheilzeit: erstaunlicherweise nur 4-6 Wochen!)
- Innere + Äußere Schamlippen (Bieten meist sehr viel Spielraum für mehrere Piercings gleichzeitig . Gepierct wird meistens im Bereich von 5-10 mm von der Außenkante entlang des äußeren Saums. Wird die volle Länge des Labiensaums ausgenutzt, so finden bequem 5 bis 10 Ringe auf jeder Seite ihren Platz. Abheilzeit innere: 3-4 Wochen; äussere: 2-4 Monate)
(Wer mehr wissen möchte-> http://www.piercing-spezial.de/intimpiercing.htm#amp)
*Sonstige:
- Brustwarzen (der Stichkanal führt direkt horizontal oder vertikal durch die eigentliche Brustwarze (meist im mittlerem Bereich). Ist die Brustwarze jedoch nur sehr kümmerlich ausgeprägt, wird an der Brustwarzenwurzel oder aber auch schon im Bereich des Warzenvorhofs gestochen. Letzteres wird auch oft bei Männern angewendet, da hier die Warzengröße besonders kümmerlich ausfällt. Abheilzeit 6-12 Wochen.)
- Augenbraue (Piercing durch die Augenbraue; Ring oder Stab.)
- Bridge (Piercing zwischen den Augen horizontal an der Nasenwurzel. Sticht auch nicht jeder Piercer...)
- Medison (Piercing an der Halsbasis oberhalb des Brustbeins.)
- Navel (Bauchnabelpiercing am oberen oder unteren Rand des Bauchnabels.)
(weitere: http://www.piercing-spezial.de/glossar.htm)
Bilder dazu: http://www.piercing-spezial.de/piercingarten.htm
Für jeden Zweck gibts selbstverständlich auch das passende Piercing, die passende Form. Es gibt Ringe, Stäbe, Spiralen, gebogene Stäbe ("Barbells") etc.
Wie wird gestochen?
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Der Vorgang ist nicht immer der selbe, denn die benötigten Gerätschaften etc. hängen von dem Piercing selbst ab. Ich versuche es kurz und schmerzlos zu machen:
Zu den Utensilien eines Piercers gehören unter anderem diverse Klemm- und Spreizzangen zum stabilisieren der zu durchstechenden Partie oder zum Öffnen und Schliessen der Piercings.
Ein Piercing wird mit einer Hohlnadel, einer sogenannten Braunüle gestochen, nachdem die betreffende Stelle zuvor desinfiziert und gegebenenfalls rasiert wird.
Ein guter Piercer durchleuchtet ausserdem nach Adern.
Dann wird mit einer Klemmzange ggf. die zu durchstechende Stelle fest abgeklemmt. Mit einer frischen, sauberen Braunüle wird durch die Haut etc. gestochen.
Durch diesen Stichkanal wird ein Plastikröhrchen geschoben, das schliesslich das einführen des Schmucks erleichtert.
Hinterher muss das neue Piercing sorgfältig gepflegt und eventuell nach einer Weile gekürzt werden, da der gepiercte Körperteil eventuell anschwillt und dafür vorsorglich längere Stäbe/grössere Ringe eingesetzt werden.
Was ist zu beachten?
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Gut. Zu beachten gibt es vieles. In einen Laden marschieren, Geld auf den Tisch legen und machen lassen kann jeder. Aber es gehört noch viel mehr dazu:
- Den Laden gut anschauen! Ein Piercingstudio muss immer sauber und ordentlich sein. Es ist wichtig dass die Utensilien und der Schmuck steril sind und dass der Piercer Handschuhe trägt. Auf diese Weise können böse Infektionen vermieden werden.
Wenn Euch irgendein kleines Detail komisch vorkommt - fragt nach! Oder verlasst gleich das Studio. Im günstigsten Fall informiert Euch vorher über das Studio.
- Ein Piercing muss gut überlegt sein. Schliesslich läuft man eine Weile damit herum oder hat nach dem Entfernen vielleicht eine kleine Narbe. Und billig ist sowas ja leider auch nicht. Also lieber nicht zu Spontanhandlungen verleiten lassen.
- Ein Piercing kann auch mal schmerzhaft sein, muss aber nicht. Die Angst vor dem Schmerz ist berechtigt! Doch er hält meist nicht besonders lange an. Hier gilt auf alle Fälle: wer schön sein will muss leiden.
- In einem Piercingstudio muss der Piercer seinen Kunden aufklären. Aufklären über die möglichen Gefahren, die Nachsorgepflege, das Material. Es ist durchaus üblich dass ein Piercer sich durch eine Unterschrift absichert. Gegebenenfalls lässt sich ein Piercer auch mal einen Personalausweis zeigen.
- Wer unter 18 Jahren ist braucht die Erlaubnis seiner Eltern. Ein Piercer der jemanden, der unter 18 ist und keine Einverständniserklärung der Eltern dabei hat macht sich strafbar.
- Autofahren nach einem Piercing kann nicht jeder gleich wieder. Das Adrenalin das der Körper ausschüttet wirkt wie eine Droge. Daher vielleicht lieber mit dem Bus fahren oder in Begleitung kommen.
- Manchmal versagt auch der Kreislauf. Dann um ein Glas Wasser bitten und liegen bleiben.
- Bei Piercings im Mundbereich: Zähne putzen! Bei Piercings sonstwo am Körper: waschen. Sollte selbstverständlich sein.
- Schaut Euch das Material an. Man hat "früher" Chirurgiestahl verwendet, welches sich aber stark aufgeheizt oder gekühlt hat bei heissem Tee oder bei Eis (z.b.) . Heute verwendet man mehr Titan.
- Man sollte sich auch immer die Praktikabilität überlegen. Manch eines mag zwar schön aussehen, stört aber im normalen Leben. Ausserdem: nicht jedes Piercing wird in jeder Berufsgruppe gern gegsehen. Man stelle sich einen Priester mit Septum vor *schenkelklopf*
- Neben dem zumeist hübschen Aussehen haben viele Piercings auch einen erotischen Effekt. Das Küssen mit einem Zungenpiercing unterscheidet sich beispielsweise vom Küssen ohne ein Zungenpiercing ;)
- Ausserdem - aus Erfahrung: Ein Piercer muss bei einem Intimpiercing nicht "erst mal gucken" ob an dieser oder jener Stelle ein Piercing machbar ist oder nicht. Ich hatte in einem Studio simple Fragen über ein Piercing gestellt, rein zur Information, und der Piercer wollte mal schauen obs überhaupt bei mir geht... Klar kann das eine oder andere Piercing nicht gestochen werden weil eine Körperstelle dafür einfach nicht ausgeprägt ist. Aber das sollte ein Beratungsgespräch trotzdem erlauben, oder?
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Tut das denn weh?
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Das muss jeder für sich entscheiden. Die Schmerzgrenze eines Jeden liegt unterschiedlich hoch, ausserdem hat jeder ein individuelles Schmerzempfinden.
Mir hat das eine oder andere sehr wohl weh getan, aber nicht jedes. Ich spreche nur von meinen Erfahrungen, die mögen bei Euch wieder ganz anders sein:
Ich kann sagen dass ein Piercing an der Unterlippe höllisch weh tut und langsam abheilt. In der Zunge dagegen tuts meiner Meinung nach nur wenig weh und verheilt ziemlich schnell auch ohne dass man sich von Babybrei ernährt (iehgittiehgitt...).
Ein Piercing durch das Klitorisvorhäutchen und die inneren Schamlippen piekst zwar, tut aber in dem Sinne nicht "weh". Es verheilt ausserdem äusserst schnell, stört aber in der ersten Zeit ein klein wenig beim Sitzen. Schlimm fand ich das Zupfen mit der Zange...
Wie weh das Stechen eines Nasenrings tut kann ich nicht sagen - ich bekam nie einen auf regulärem Weg gestochen.
Ohrringe - mit "Pistolen geschossen" - tun mir furchtbar weh, mit einer Braunüle gestochen merke ich sie kaum.
Ein Ring im Lippenbändchen piekst, tut aber auch nicht wirklich weh. Heilt sehr schnell ab. Hat mich aber beim Sprechen gestört.
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Der eine empfindet Schmerz als reizvoll, der andere wiederum nicht... Ich für meinen Teil kann Schmerzen allgemein gut vertragen, aber nicht gerne.
Piercings habe ich mir hauptsächlich zu Zeiten stechen lassen, in denen es mir nicht gut ging. Um es anders auszudrücken: Ich wollte diese Piercings, traute mich aber nie. Ich traute mich aber dann, wenn ich das Piercing damit verbinden konnte, seelischen Schmerz körperlich zu spüren. Denn auf diese Weise fiel der Schmerz für eine Weile von mir ab. Ich konnte mich also zeitweise nur überwinden, wenn es mir sowieso schon dreckig genug ging (ums mal so salopp auszudrücken).
Dies ist mit Sicherheit nicht die beste Moral für ein Piercing, aber es hat geholfen. Und das Gefühl wenn der kurze Schmerz nachlässt, wenn das Adrenalin sich im Körper "ausbreitet" ist einfach unbeschreiblich. Euphorie pur :)
Betäubung:
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Manche Stellel können betäubt werden oder werden betäubt. So wird manchmal auf die Zunge z.B. ein Spray aufgetragen das örtlich betäubt. Oder auch auf den Bauchnabel etc. Ich habe gehört das ab und an auch vereist wird.
Mein erstes Zungenpiercing wurde ohne Betäubung gestochen, das zweite mit Betäubung. Ich konnte keinen Unterschied feststellen was den Schmerz betrifft. Es tat beides nicht wirklich weh.
Mein erstes Intimpiercing (innere Schamlippe) wurde nicht betäubt und tat zwar weh aber nur kurz, es war auszuhalten. Schlimmer war das Gezupfe mit der Zange. Lafür tat mir das bereits erwähnte Labret-Piercing trotz Betäubung sehr weh.
Es bleibt jedem selbst überlassen ob er eine Betäubung möchte oder nicht. Wenn eine machbar ist, dann ist es vielleicht auch ratsam.
Ich hab immer wieder von Ärzten gehört, die Piercings stechen. Man erliegt der Assoziazion, dass ein Arzt vielleicht seriöser ist oder sauberer arbeitet. Ich persönlich würde davon jedoch die Finger lassen!
Ein Piercer hat Routine. Er sticht jede Art von Piercing einige Male pro Woche. Ein Arzt nicht! Ein Arzt macht dies nur in Ausnahmefällen.
Davon abgesehen will ich zwar keinem Arzt Unsauberkeit unterstellen, aber in einer Arztpraxis halten sich kranke Menschen auf, d.h. Bakterien und sonstige Krankheitserreger noch und nöcher...
Meine persönliche "Piercinggeschichte":
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Es fing an als ich etwa 3 Jahre alt war *g* Angeblich wollte ich unbedingt OHRRINGE haben - ich bestreite das ! - also erfüllte mir meine Mutter diesen Wunsch (?) und ich durfte mir medizinische silberne Ohrstecker mit hellblauen glitzernden Steinchen aussuchen. Diese wurden mit "Ohrringpistolen" in meine Ohrläppchen geschossen und es tat höllisch weh. Es knallte ganz laut als die Feder dieser Pisole gelöst wurde und mit großer Wucht wurden die stumpfen Ohrringe durch die knorpellose Haut am Ohr gestossen. Ich weiß noch heute dass ich damals furchtbar lange geweint habe und knallrote, heisse Ohren hatte.
Später fand ich NASENRINGE toll. Damals gabs noch hauptsächlich diese kleinen Steinchen, die hinter dem Nasenflügel in dieser "Falte" steckten und aufregend funkelten wenn man den Kopf bewegte. So lange ich denken kann habe ich meiner Mutter mit dem Wunsch nach sowas in den Ohren gelegen.
Ohrringe liess ich mir immer wieder mal stechen und brachte es irgendwann auf die Stattliche Anzahl von 16 Stück.
Für einen Nasenringhätte ich schliesslich ich ihre Unterschrift gebraucht, für Ohrringe nicht. Aber die gab sie mir nicht. Mit 14 beschloss ich, das ganze selbst in die Hand zu nehmen und schnappte mir eine Nähnadel, einen Spiegel, eine Tube leicht betäubendes Schmerzgel für den Mundinnenraum (habe leider den Namen vergessen), einen Eiswürfel und eine Flasche Wodka. Ich betäubte mein rechtes Nasenloch von innen mit dem Eiswürfel und dem Schmerzgel, desinfizierte - soweit möglich - die Nadel mit dem Wodka, trank mir Mut an und begann die Nadel in eine Pore zu stechen die meiner Meinung nach an der perfekten Stelle saß.
Es tat nicht weh - bis ich die Nasenschleimhaut durchstossen musste. Dies tat ich unter Tränen und einigen Schlucken Wodka (Puschkin, falls das wen interessiert) indem ich mir einen Fingerhut in die Nase steckte um den nötigen Widerstand zu bilden und dann mit der Nadel schnell zustiess. Die gesammte Prozedur dauerte 2 Stunden.
Seit dem habe ich einen Nasenring. Einen Ring wohlgemerkt, denn ich wollte nie einen Stecker haben.
Meine Mutter redete einige Tage nicht mit mir.
Später stach ich mir völlig schmerzfrei einen Ring in den Tragus.
Mit 18 folgte (am Tag nach meinem Geburtstag) mein erstes Tattoo und eine Woche später mein erstes Zungenpiercing, das mir ein schmuddeliger Hinterhofpiercer am Rande Darmstadts verpasste, nachdem er seine Zigarette kurz weggelegt hatte und das erst dann verschraubt werden konnte, als wir gemeinsam (ich mit Kanüle und einem Speichel-Blut-Gemisch aus dem Mund triefend) die ihm heruntergefallene Kugel auf dem Boden kriechend wieder gefunden hatten.
Nicht allzulange Zeit danach folgten einige Tattoos und ein Piercing in der Unterlippe - meinen Mund musste ich zuvor mit Lysterine ausspülen. Seitdem benutze ich Lysterine als Mundwasser *hmm*.
Eines schönen Tages liess ich mir schliesslich ein zweites Zungenpiercing hinter das erste stechen und bald darauf folgte mein erstes Intimpiercing und dabei sollte es nicht bleiben.
Der Rest ist Geschichte :)
Ich bin mir sicher dabei wird es nicht bleiben. Nur was wann und wo noch folgen wird steht in den Sternen. Sowas ist schliesslich auch immer eine Kostenfrage.
Also ich bin eindeutig FÜR Piercings. Nur - finde ich - sollte jeder wissen was für ihn gut ist.
Quellen:
www.freenet.de
Body-Temple Potsdam
Vielleicht schaut ihir auch mal auf die Seiten deren Adressen auf manchen Bildern stehen ;)
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