... Im Internet bin ich dann auf das Pinnacle Soundbridge Radio gestoßen, das hierzulande nicht besonders bekannt zu sein scheint, meines Erachtens zu Unrecht.
Das Soundbridge Radio wird zwar von Pinnacle vertrieben, bekannt für TV-Karten und dgl.; Hersteller ist aber die kalifornische Firma ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Bon44 über Pinnacle Soundbridge Radio 26.01.2007
Produktbewertung des Autors:
Ausstattung
sehr gut
Klang
sehr gut
Bedienung
ausgezeichnet
Robustheit:
unempfindlich
Pro:
Internetradio mit Stationstasten und FM - Empfang, guter Klang, gutes Diplay
Kontra:
- keine nennenswerten -
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Da ich sehr gerne Radio höre, insbesondere Klassiksender, das terrestrische Angebot hier aber sehr begrenzt ist, kam ich nach einigen Überlegungen hinsichtlich DAB, das sich aber nicht so recht durchzusetzen scheint, auf die Idee, es mit Internetradio zu versuchen, da ein DSL-Anschluss mit Flatrate sowieso vorhanden ist. Es sollte ein Gerät sein, das über eigene Lautsprecher verfügt und als "Radiowecker" dienen kann, auch sollte nicht stets ein Computer zum Radiohören laufen müssen. Im Internet bin ich dann auf das Pinnacle Soundbridge Radio gestoßen, das hierzulande nicht besonders bekannt zu sein scheint, meines Erachtens zu Unrecht.
Das Soundbridge Radio wird zwar von Pinnacle vertrieben, bekannt für TV-Karten und dgl.; Hersteller ist aber die kalifornische Firma Roku (www.rokulabs.com). Roku ist auch der Name, mit der sich die Soundbridge beim Einschalten meldet. Informationen, Updates etc. erhält man auf der Roku-Webseite. Der einzige Unterschied zu dem Original-Roku-Gerät (das man hier nicht so ohne weiteres bekommt) soll darin bestehen, dass das Pinnacle Soundbrdige Radio aus lizenzrechtlichen Gründen keine iTunes-Dateien abspielen kann (für mich nicht relevant).
Bei dem Soundbridge Radio handelt es sich um ein kleines Gerät - die Front hat etwa die Fläche einer DIN-A4-Seite , das sich über WLAN über einen Internet-Router mit dem Internet verbinden kann und dort u.a. gespeicherte Internet-Radiosender abspielen kann. Dabei kann man die Radiosender auf Stationstasten legen, so dass ein Knopfdruck reicht, um einen Sender aufzurufen. Die Bedienung ist dann kinderleicht und man merkt gar nicht, dass man es mit einem Internet-Radio zu tun hat (außer einer systembedingt unvermeidlichen Verzögerung von einigen Sekunden beim "Sender"-Wechsel).
Die andere Hauptfunktion, die für mich allerding weniger im Vordergrund steht, ist die eines Streaming Clients. Das Soundbridge Radio kann sich mit freigegebenen Speichermedien von Computern im lokalen Netzwerk oder WLAN verbinden und von dort MP3-Dateien usw. abspielen.
Hier zu den Details:
Aussehen:
Das Design ist recht schlicht, gefällt mir aber gut. Hinter der glatten Front mit einem Metallgitter sind unsichtbar zwei Stereoleutsprecher angeordnet sowie ein großes, grün fluoreszierendes Display, dessen Schriftgröße und Helligkeit einstllbar ist (bei Dunkelheit wird das Display automatisch gedimmt). Im ausgeschalteten Zustand kann die Uhrzeit angezeigt werden. Hinten in einer Art "Höcker" befindet sich ein separater Basslautsprecher, dessen Klang offenbar durch eine Art Resonatorsystem verstärkt wird.
An der Oberseite sind einige Bedienungstasten vorgesehen, d.h. ein großer Knopf für die Lautstärke, mit dem man durch Drücken das Gerät auch ein und ausschaltet, die Stationstasten sowie einige weitere Tasten wie eine Schlummer-Taste für den Wecker, die sich fast über die gesamte Breite erstreckt.
Zusätzlich gibt es noch eine IR-Fernbedienung, die insbesondere für die Steuerung der Streaming-Funktionen benötigt wird, selbstverständlich aber auch alle anderen Funktionen steuern kann. Dass das Gerät sowohl eine Fernbedienung als auch Bedienungstasten am Gerät aufweist, ist sehr praktisch, vor allem im Gegensatz zu dem nur über eine Fernbedienung steuerbaren Bose-Waveradios (zu dem da Gerät meines Erachtens eine gute Alternative ist).
Das Soundbbridge Radio benötigt einen Netzanschluss (kommt jedoch ohne lästiges Steckernetzteil daher), Batterie- oder Akkubetrieb ist nicht vorgesehen.
Wecker:
Das Gerät kann mit sanft anschwellender Lautstärke mit Sound von einer beliebigen Klangquelle, auch Internetradio, wecken; zwei Weckzeiten sind programmierbar. Eine Schlummer-Funktion schaltet das Radio nach wählbarer Zeit aus.
Klang:
Der Klang ist für ein Gerät dieser Größe wirklich erstaunlich gut. Aufgrund der geringen Breite hält sich der Stereoeffekt zwar in Grenzen, auch die verfügbare Lautstärke reicht sicherlich nicht zur Beschallung größerer Räume oder gar Partys, wafür das Gerät aber auch nicht konzipiert ist. Der Klang ist jedenfalls sehr klar, klingt nicht künstlich und hat aufgrund des separaten Basslautsprechers einen soliden Bass. Im Vergleich zu einem kürzlich gehörten (und deutlich teuren und auch etwas größeren) Bose Wave-Radio (konventionelles FM-Radio) konnte sich der Klang gut behaupten. Auch für klassische Musik ist der Klang prima. Wem der Klang nicht gefällt, der kann daran allerdings auch nichts ändern, da irgendwelche Klangregler nicht zur Verfügung stehen. Es lässt sich lediglich ein Kopfhörer anschließen (noch nicht ausprobiert), einen Line-Out-Ausgang für die Stereoanlage gibt es nicht, hier müsste notfalls der Kopfhörerausgang herhalten. Als Tonquelle für die Stereoanlage ist das Gerät allerdings eigentlich auch nicht gedacht, zu diesem Zweck gibt es wesentlich günstigere Soundbridgemodelle ohne eingebaute Lautsprecher.
FM/AM-Radioempfang:
Das Gerät erlaubt UKW (FM) und MW-Empfang, externe Antennen können hierzu angeschlossen werden. Das UKW-Teil scheint mir sehr empfangsstark zu sein, die Tonqualität ist sehr gut, Mittelwelle habe ich noch nicht ausprobiert. Dass FM-Empfang möglich ist, ist praktisch hinsichtlich Radiosendern, die nicht über Internet verfügbar sind, wie z.B. Lokalradios.
Für alle weiteren Funktionen braucht das Gerät dann doch eine...
Internetverbindung:
Hier wird es jetzt etwas technischer: Die Internetverbindung wird über WLAN hergestellt, ein LAN-Anschluss, wie er bei den Nicht-Standalone-Modellen der Soundbridge vorhanden ist, fehlt. Das ist insofern ein Nachteil, als ein hinreichender WLAN-Empfang für den Betrieb unerlässlich ist, bei der Aufstellung sollte der WLAN-Router funktechnisch erreichbar sein.
Bis vor kurzem war die reine WLAN-Abhängigkeit des Suundbridge Radios ein wirklich großes Handycap und K.O.-Kriterium gegen die Anschaffung, da Gerät den WLAN-Empfang nur unverschlüsselt oder mit der veralteten und als angreifbar geltenden WEP-Verschlüsselung erlaubte, von deren Benutzung überall dringend abgeraten wird. Da ein WLAN-Netzwerk stets mit einheitlicher Verschlüsselung arbeiten muss, bedeutete dies die Inkaufnahme eines unnötigen Sicherheitsrisikos.
Jetzt unterstützt das Soundbridge-Radio auch die als sicher geltende WPA/WPA2-Verschlüsselung, genauer gesagt ist hierzu im Moment noch das Aufspielen einer Beta-Firmware (Version 2.7) erforderlich, für die man sich einmalig auf der Roku-Homepage anmelden muss und die dann automatisch auf das Radio geladen wird (und sich auch bei Vorliegen neuerer Versionen automatisch updatet). Die Beta-Firmware soll jedoch in Kürze standardmäßig dazugehören und scheint nach meinen Erfahrungen schon prima zu funktionieren, so dass das mit Verschlüsselung kein Problem mehr darstellt.
Das Gerät findet die vorhandenen WLAN-Router automatisch und handelt mit diesem nach Eingabe des WLAN-Passworts (über die Fernbedienung) die Verbindngsparameter automatisch aus (über das sog. UPNP-System). Mit einem Fritzbox-Router hier hat das problemlos funktioniert. Fortan ist das Radio auch über das lokale Netzwerk, d.h. über Computer via Internet konfigurierbar, d.h. das Radio bietet ein Web-Konfigurations-Interface. Außerdem gibt es kostenlose kleine Programme zur kompletten Fernsteuerung des Radios (die Programmierschnittstelle ist vom Hersteller Roku gut dokumentiert).
Internetradioempfang:
Etwas mühsam ist die Programmierung der Internet-Sender. Hierzu müssen die Webadressen für die Internetradiowiedergabe über das Web-Interface hinterlegt werden (dies geht also nur mit Hilfe eines Computers, der dann aber für die spätere Wiedergabe nicht mehr gebraucht wird). Da man an die Web-Adressen bei vielen Sendern nicht so ohne weiteres rankommt, liefert Roku ein Windows-Programm namens Radio Snooper zur Ermittlung der Adressen, das ich aber noch nicht probiert habe. Wenn die Adressen einmal eingetragen sind, können diese jedoch problemlos über die Stationstasten oder über das Menü als Favoriten abgerufen werden. Weiterhin kann man in ca. 200 "mitgelieferten" Sendern verschiedener Genres blättern.
Es gibt verschiedene Audioformate, in denen Internetradios senden. Leider unterstützt das Soundbridge Radio für den Radioempfang nur das MP3 und das WMA-Format (Windows Media). Manche Sender kodieren ihr Internet-Radio nur im real-audio-Format (z.B. die meisten BBC-Sender); diese Sender können nicht oder nur mit komplizierten Klimmzügen empfangen werden. Die mich interessierenden Sender (vielleicht bis auf BBC) sind jedoch als WMA-Datei zu empfangen.
Die Widergabequalität bei Internetradio ist von Sender zu Sender sehr unterschiedlich, es kommt jedoch nur ganz selten zu Störungen oder Aussetzern, hier erweist sich das Soundbridge Radio als sehr robust.
Streaming Client:
Über die Streaming-Funktionen kann ich noch nicht allzuviel sagen, vielleicht ergänze ich diesen Bericht, wenn ich weitergehende Erfahrungen habe.
Fazit:
Generell gäbe es über diese Gerät noch einiges zu berichten, da hinter seiner schlichten Fassade eine ganze Menge steckt. Auf den Webseiten von Roku tummelt sich eine enthusiastische Fangemeinde, die zusammen mit dem sehr rührigen Entwicklerteam ständig über Bugs und neue Features diskutiert, so dass zumindest im Moment häufiger Firmwareupdates kommen, die das Gerät nach Rückfrage automatisch lädt und die dann den Funktionsumfang und/oder die Stabiltät erweitern bzw. verbessern. Der Support ist also sehr gut, allerdings englischsprachig; die Benutzerführung des Geräts ist in Deutsch möglich. Ungeachtet der recht komplizierten Technik "hinter den Kulissen" ist das Gerät, zumindest hinsichtlich des Radioempfanges, sobald die Sender einmal programmiert sind, kinderleicht zu bedienen, so dass es sich nicht nur für Computer-Freaks eignet, sondern auch für solche User, die einen Computer-Freak kennen, der mal für die Einrichtung vorbeikommen kann....
Insgesamt ein Produkt, das durchaus Potential zum - Verzeihung für diese Phrase - Kultgerät hat. Wer ein tolles, kompaktes Radio für Schlafzimmer, Bad oder Küche sucht und bei dem ein WLAN funkt, sollte das Gerät unbedingt in Erwägung ziehen; es ist seinen - nicht ganz niedrigen - Preis auf jeden Fall wert.