Pioneer DEH-P4100SD

Pioneer DEH-P4100SD

Autoradio - abnehmbares Panel - ohne Wechslersteuerung - mit MP3-Wiedergabe - 200 Watt mehr

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Pioneer DEH-P4100SD Entscheidungsfindung und Vergleiche Das Bessere ist des Guten Feind... musste ich feststellen, als ich im Katalog eines bekannten Elektronikgroßhandels ein billiges Autoradio einer Eigenmarke entdeckte, welches kein Laufwerk mehr besitzt, sondern nur mit SD-Karten ... Bericht lesen





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Endlich wieder ein Grund für einen Neukauf
Erfahrungsbericht von RGTech über Pioneer DEH-P4100SD
26.04.2009


Produktbewertung des Autors:   

Klang sehr gut 
Ausstattung ausgezeichnet 
Bedienung gut 
Installation gut 

Pro: SDHC - Karte mit 16GB, USB - Stick bis 250GB mögl .   -  Klang sehr schön  -  Listendarstellung der MP3s
Kontra: Muting pausiert nicht  -  Titelsprung im Zufallsmodus verbesserungswürdig  -  Fingerabdruckempfindlich

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Pioneer DEH-P4100SD


Entscheidungsfindung und Vergleiche

Das Bessere ist des Guten Feind... musste ich feststellen, als ich im Katalog eines bekannten Elektronikgroßhandels ein billiges Autoradio einer Eigenmarke entdeckte, welches kein Laufwerk mehr besitzt, sondern nur mit SD-Karten arbeitet. Was für sich allein schon eine recht tolle Technik ist, denn die Bequemlichkeit, mehr Musik auf weniger Raum unterzubringen (im Vergleich zu anderen Datenträgern), lernte ich schon im Geschäft kennen (Becker Cascade Pro). Außerdem sind SD-Karten bei einer umfangreichen Musiksammlung nun doch einfacher zu beschreiben als immer ein kompletter Satz CDs.

Durch diesen Katalogeintrag wurde meine Neugier geweckt. "SD-Tuner" musste ich also suchen; na gut, schau mer mal... ohne Laufwerk und mit halber Einbautiefe fand sich allerdings nur das besagte Roadstar-Radio, dessen Klangqualität mal ganz subjektiv anzweifele. Aber wenn man welche mit CD und SD sucht, da gibt es ja schon einige; von Clarion die FB275BT und FB275BTB; von Audiovox das ME412; von Blaupunkt die SD27-Modelle... schade, die können alle maximal 2 GB Speicherkarten lesen, das ist ja nix. Erkenntnis: SDHC-taugliche Radios brauchen wir, drunter mach ich's nicht!
Schon wurde der Kreis noch enger: Nur 2 weitere Kandidaten (außer den Becker-Geräten, deren Preise jenseits meines Horizonts von sagen wir 300€ lag) waren im Januar 09 verfügbar.

Das Blaupunkt SD48 (in Silber als Victoria, in Schwarz als Brisbane), hm, Variocolordisplay kann bestimmt auch Bernstein, das passt gut zu Mercedes... mal die Anleitung online laden, da steht erfahrungsgemäß wichtiges Zeug drin, was die Prospekte gern unterschlagen. Auch hier. "Dateien: Nur MP3- oder WMA Dateien" mit Betonung auf ODER... OK, kann man konvertieren, passt scho... "Keine Sonderzeichen oder Umlaute" ...äh, Mist, Mötley Crüe ohne Umlaut, wie sieht das denn aus. "Interpret und Albumname werden jeweils nur für ca. 10 Sekunden angezeigt. Danach wird wieder der Dateiname angezeigt." Ah ha... sehr fortschrittlich, man hat also keine wirkliche Wahl, das macht mich stutzig... bekanntermaßen hat die Blaupunktqualität in den letzten 10 Jahren auch stark nachgelassen und die niedrigen Preise bestätigen das auf ihre Art. Das hinterlässt ein ungutes Gefühl...
Und irgendwie sieht es auch aus wie ein altes Kassettenradio. Genau genommen.

Gut, mal das andere Teil ansehen, Pioneer kenn ich ja schon. Bis 16 GB sollte auch reichen.
Oje: Hochglanz, Chrom, hallo Fingerabdruck! Und blau beleuchtet; fahr ich etwa VW? Aber rein von der technischen Seite betrachtet - MOSFET-Verstärker; die kenne ich schon, und die rocken die Bude... 16 (!) Zeichen im Display, das außerdem hell auf schwarz und nicht andersrum (und normalerweise schlechter lesbar) beleuchtet ist... diverse Klangverbesserungsprogramme... ja, liest sich hervorragend.
Bluetoothadapter (und einen ganzen Haufen andere Sachen) kann man auch noch bestellen - brauch ich zwar, wie auch iPodanschluss, Klinkensteckereingang, Anschluss für Lenkradfernbedienung und USB normalerweise nicht; ist aber nice to have - könnte ja mal nötig sein.
Was haben wir sonst noch - keine Wipptasten, keine Stationstasten. Stattdessen einen "Dreh-Drücksteller", wie Audi sagen würde. Kann man drehen, kippen, drücken. Könnte kompliziert werden. In Gedanken gehe ich die Bedienschritte bereits durch... na gut, man kann sich vermutlich dran gewöhnen... ich kannte ja auch mal die Bedeutung aller 30 Tasten des Blaupunkt Frankfurt RCM82 auswendig. Inklusive Doppelbelegungen.
Für viele Bedienschritte gilt die Weisheit, viele Wege führen nach Rom, und man hat mehrere Möglichkeiten. Die Zufallswiedergabe kann man also mühsam übers Menü oder durch direkten Tastendruck starten. Frage mich nur, warum die komplizierte Variante zuerst beschrieben wird. Außerdem muss man in der Anleitung ständig zu anderen Kapiteln springen; einfacher wäre es gewesen, die Kapitel CD/SD/USB/iPod zusammenzufassen und die jeweiligen Einschränkungen der Funktionen dann im Unterkapitel zu nennen, anstatt zwischen den Arten zu trennen, jedesmal genau die selbe Reihenfolge beim Erklären der Funktionen zu verwenden und dort dann Verweise auf ein vorheriges Kapitel zu drucken.
Die Taste LIST und ihre Möglichkeiten finde ich hingegen besser: Hier wird die komplette Verzeichnisstruktur der SD-Karte/USB-Stick/MP3-CD durchsuchbar! Ja perfekt; so käme ich bei meinen verschachtelten Strukturen schneller ans Ziel und muss nicht wie beim JVC x-mal drücken und jeden einzelnen Ordner durchspringen. Das allein ist ja schon fast den Kauf wert!

Die Entscheidung fällt: Form Follows Function; das Pioneer ist eindeutig besser, und auch wenn es nicht zum Auto passt, bleibt es unter Beobachtung. 160€, klingt fast gut, aber noch tut ja das alte und die Zielerreichungszahlung stand auch noch nicht auf dem Gehaltsscheck...


Als dann im April der nahe angesiedelte, überregionale Elektrodiscounter in seinen feuerroten Prospekt eben dieses Radio für 129 Euro anpreist, wird die Sache lecker. Kurz im Netz verglichen - nah, kostet bei allen Shops mindestens einen Zehner mehr, und das ganz ohne Versand. Und 129 Euro - das macht schon einen guten Eindruck, zumal die alten Teile ja auch noch was auf dem Gebrauchtmarkt bringen. Abgemacht - gekauft!

Erster Eindruck

Die befürchtete Fingerabdruckempfindlichkeit auf dem Chrom und Hochglanz ist durchaus vorhanden, man darf hier wohl öfter mal wischen. Dafür geht aber vieles mit der geriffelten und damit immer sauber aussehenden Drehtaste und man hat kaum einen Grund, Fingerabdrücke zu hinterlassen. Spiegeln tut das Display zwar auch, aber nicht mehr als mein (matter aussehendes!) altes Radio, und im Gegensatz zu dem brauche ich hier für scharfe Ablesbarkeit nicht mal die Kontrastregelung aufrufen! Gut, es gibt auch keine ;)
Wenn man von unten aufs Display schaut, werden die Zeichen schwacher lesbar - vielleicht nicht so gut geeignet für Einbauorte wie den Twingo I, wo man fast an die max. Einbauneigung von 60° stößt. Schaut man von oben, ist es hingegen perfekt.
Die USB-Schutzklappe schwenkt beim Öffnen seitlich in das Gehäuse - gut, keine Bruchgefahr, das nenne ich durchdacht.

Einbau

Pioneer hat keinen direkten ISO-Anschluss vorgesehen, sondern liefert einen Adapter-Kabelbaum mit. Wohl dem, der genug Platz dafür im Radioschacht hat.
Andererseits lassen sich so aber ohne Probleme Zünd- und Dauerplus vertauschen, damit gibt's also keine Probleme!
Wohl aber mit der Telefon-Stummschaltung; das Kabel schaut nämlich lose aus dem Strang und geht nicht zum ISO-Stecker. Wer eine FSE nachrüstet, kann das gut finden und sein Kabel direkt daran anklemmen; wer die Leitung aber schon in den ISO-Stecker des Autos gepfriemelt hat, muss das nun rückgängig machen oder radioseitig eben nachholen. Beim Remotestecker hat man dafür wieder mitgedacht und diesen steckbar ausgeführt, sowie gleich eine Abzweigung montiert für die Ansteuerung eines zusätzlichen Verstärkers. Ade Stromdieb, hello Kabelschuh.
Der Einbaurahmen erfordert zum Einrasten und Entriegeln wieder seitlichen Platz; das kenn ich schon, den hab ich nicht. Radio wird also nur gesteckt und nicht eingerastet.
Ansonsten braucht man wieder den üblichen Antennenadapter, da die Japaner nur die Bananensteckerbuchse zu kennen scheinen - wer öfter als zwei Mal ein Autoradio getauscht hat, kennt das, und hat auch die Adapter vorrätig (oder weiß, wo er die kaufen muss).

Bedienung - Radiobetrieb

Ein Techniker liest ja grundsätzlich keine Bedienungsanleitung. Und so misslang mir auch prompt der Versuch, einen Sender zu speichern. Suche ging einfach, durch Wippen der MULTI-CONTROL, aber der Rest nicht. Irgendwie hab ich dann doch einen gespeichert bekommen, und ihn gleich darauf durch eine automatische Suche wieder überschrieben... also gut, Anleitung lesen.
Da ja keine direkten Stationstasten zur Verfügung stehen, wo man 2 Sekunden draufdrückt, muss man erst die LIST öffnen - dann kann man zu einem Speicherplatz drehen und dort den gesuchten Sender durch langes Drücken ablegen. Kurzes Drücken würde den Sender abspielen - womit das auch erklärt wäre: LIST, Drehen, Drücken (wie gewohnt kurz oder lang). Eigentlich ganz einfach, wenn mans weiß.
Etwas nachteilig ist vielleicht, dass die Liste immer bei Speicherplatz 1 beginnt; da muss man seine Speicher halt entsprechend verteilen und sollte den beliebtesten nicht aus Gewohnheit auf 6 setzen...

Bedienung - MP3-Wiedergabe

Aber wir haben uns das Teil doch auch nicht wegen dem Rundfunkempfang geholt. Schwupps die SD-Karte ausgepackt, Bedienteil ab und - ab? Nein, es klemmt. Tatsächlich muss man leichte Gewalt anwenden, um das Bedienteil links auszurasten. Das scheint typisch Pioneer und ist beim DEH-4700MPB auch schon der Fall, kein Grund zur Angst, auch wenn man an einem nagelneuen Gerät noch nicht so rupfen will. Karte rein, Blende drauf, Karte wird ruckzuck eingelesen, erster Titel spielt. "Time To Shine" von Queen und Paul Rodgers; passt ja: die Sonne scheint und das Radio glänzt.

Als nächstes der Zufallsmodus. Geht nur an oder aus. Schade, ich war eine Ordner-Mischfunktion gewöhnt... obwohl... nein, es geht ja doch! Nur muss man zuerst Repeat drücken, um den aktuellen Ordner als "Wiedergabebereich" festzulegen, und dann dort den Zufallsmodus starten. Ist eigentlich auch logisch... hätte man aber auch mit der Random-Taste (durch zweimaliges Drücken) machen können.
Schön ist außerdem, dass das Aktivieren der Zufallswiedergabe nicht sofort zum nächsten Titel springen lässt, sondern der aktuelle läuft weiter. Kenne ich auch schon anders.

Klang

Der Klang kann in Grundeinstellung noch nicht ganz befriedigen, obwohl er schon erstaunlich satt ist. Was haben wir denn da?
Equalizer? Bass Boost? Loudness? Sound Retriever? Uff.

Der Sound Retriever wird auf der Verpackung ganz toll gelobt, und soll komprimierte Musik (MP3,WMA,...) dem Original klanglich näher bringen. Ob das klappt, sei dahingestellt; man hört auf jeden Fall einen Unterschied! Also Funktion an (ist zweistufig; ich nahm mal die 1).

Loudness erhöht den Bass bei niedrigen Lautstärken. Muss an, finde ich... und Pioneer bietet das doch glatt in 3 verschiedenen Stärken an!

Bass Boost gibt nochmal einen Kick, kann von 0 bis +6 eingestellt werden. Mir reichte +3.

Dann haben wir den Equalizer. Auch wieder 6 Möglichkeiten! Und die kann man selbst noch mal feintunen. Und eine benutzerdefinierte Einstellung ist auch speicherbar. Ich muss ehrlich sagen, beim JVC habe ich diese intensiv genutzt und lange an meiner persönlichen Einstellung gefeilt - beim Pioneer habe ich schon nach dem Bass Boost aufgehört, herumzuspielen. Kann am Alter liegen, aber ich glaube mehr an die bessere Voreinstellung (der EQ steht ab Werk bereits auf Powerful, das erklärt so einiges) und die MOSFET-Endstufe mit 4x 22 Watt Sinus ;)

Der Subwooferausgang wurde von mir deaktiviert, da beim W202-Bose-System der Bass an den normalen Lautsprecherausgängen abgenommen wird. Wer ihn aber braucht, kann ihn normal oder phasenverkehrt einschalten, und auch die Pegelstärke und Trennfrequenz snd wählbar. Passend dazu kann man die dem Woofer zugeteilten Frequenzen mittels Hochpassfilter von den normalen Lautsprechern abtrennen. Dann scheppert's nur im Kofferraum und nicht in den Türen.

So weit so gut - um hier eine optimale Einstellung zu finden, braucht man Zeit, ein gutes Gehör und viel Experimentierwillen. Wem eine sehr gute Einstellung allerdings ausreicht, der hat das schon nach wenigen Minuten. Der muss dann höchstens noch die verschiedenen Quellen anpassen, um UKW, Mittel/Langwelle und die MP3-Quellen auf gleiches Niveau zu bringen; dann muss man beim Umschalten zwischen diesen nicht ständig nachregeln.

Fazit

In der niedrigen Preislage des DEH-P4100SD bekommt man heute durchaus auch schon AEG-Radios nachgeschmissen, die zusätzlich über eine Bluetooth-FSE, DVD-Abspielfunktion und weiteren Schnickschnack verfügen. Es krankt diesen Geräten aber bei einem Thema, das man nicht im Discounter-Prospekt findet und bei dem Pioneer erfahrungsgemäß Top-Werte (für die entsprechende Preisklasse) bietet: dem Klang. Hier ist der wirklich satt, sehr fein abstufbar, grob und fein regelbar. Auch die Bedienung gibt nur wenige Rätsel auf, macht nach der Eingewöhnungsphase aber richtig Spaß. Nur einen technischen Nachteil gegenüber meinem alten JVC konnte ich noch finden - die Wiedergabe der SD-Karte wird bei Stummschaltung (durch Telefon oder Taste, macht keinen Unterschied) nicht pausiert, sondern läuft unbemerkt weiter. So kann ein längeres Gespräch durchaus ein Lieblingslied abwürgen. Da man aber auch im Zufallsmodus zu bereits gehörten Titeln zurückspringen kann (und das geht nur bei wenigen Geräten!), ist das bei normaler 4-Minuten-Popmusik verschmerzbar.


Nachtrag

Es gibt auch Kleinigkeiten, die einem erst im Alltag auffallen...

So scheint es die Skip-Funktion (weiter zum nächsten Titel) herzlich wenig zu interessieren, ob gerade die Zufallswiedergabe aktiv ist oder nicht. Sollte man also 50 alphabetisch sortierte Titel der Beatles auf einem Medium haben (keine Unterordner) und die aber gerade nicht hören wollen, und es fängt "A Hard Day's Night" an - so hat man schlicht verloren. Alternativ zum 50fachen Weiterdrücken bleibt da eigentlich nur, bis kurz vor Ende eines Titels zu spulen oder über die Liste manuell selbst eine willkürliche Auswahl zu treffen. Wer Unterordner angelegt hat, kommt aber über "Wippe nach oben" zumindest in den nächsten Ordner - eine saubere Struktur hat also Vorteile :)

Zudem hatte ich den Eindruck, dass die Reihenfolge der Titel nicht dem Alphabet nach, sondern nach der Kopier-Reihenfolge von Windows angelegt wird. Und da Windows komplette Ordner nicht von A bis Z, sondern völlig willkürlich (teils wohl nach Erstellungsdatum?) sortiert, sind Tools wie DriveSort.exe nötig.

Dafür bleibt die Zufallswiedergabe aber auch bei einem Medienwechsel (CD, SD) aktiv - man muss diese nicht wie bei JVC üblich nach jedem Wechsel neu zuschalten.   



Pioneer DEH-P4100SD

Haupteigenschaften

MPN: DEHP4100SD

EAN: 4977729943504

Hersteller: Pioneer

Typ: Autoradio

Leistung in Watt: 200 Watt

DVD-Player / -Recorder: nein

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