Plantours Kreuzfahrten

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Plantours Kreuzfahrten

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Erfahrungsbericht über "Plantours Kreuzfahrten"

veröffentlicht 08.10.2017 | dik1609
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Ich bin 58 und bedanke mich für Lesungen, Bewertungen und Kommentare - Gegenlesungen sind selbstverständlich.
Ausgezeichnet
Pro Phantastische Landschaften, hervorragender Service, gute Preise
Kontra Da habe ich wirklich nichts entdeckt
besonders hilfreich
Wann besucht:
Gruppengröße:
Kulturangebot:
Naturangebot (Strände, Berge etc.):
Shopping-Möglichkeiten:

"Hier habe ich mich wohlgefühlt"

Im grönländischen Eis: Die für Plantours Kreuzfahrten fahrende MS Hamburg.

Im grönländischen Eis: Die für Plantours Kreuzfahrten fahrende MS Hamburg.

Im August diesen Jahres unternahm ich in charmanter Begleitung eine Kreuzfahrt. Und zwar eher eine ungewöhnliche Reise, denn das Ziel hieß Grönland. Die Reederei Plantours & Partner setzte dafür die MS Hamburg ein, auf der ich mich zehn Tage aufhielt. Auch die Flug-An- und Abreise wurde von diesem Unternehmen arrangiert. Zeit also, um über die Reederei und die Kreuzfahrt selbst zu berichten.

Allgemeine Informationen

Die Reederei Plantours & Partner kümmert sich nach eigenen Angaben seit 28 Jahren um Kreuzfahrten, wobei die MS Hamburg als Schiff auf allen Meeren der Welt unterwegs ist, während die MS Elegant Lady, die MS Grace, die MS Inspire, die MS Mekong Prestige II, die MS Rossia, die MS Sans Soussi und die MS Thomas Hardy auf unterschiedlichen Flüssen unterwegs sind.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Bremen. Die postalische Anschrift: Plantours & Partner, Obernstraße 76, 28195 Bremen, Internet: www.plantours-partner.de.

Über sich selbst schreibt das Unternehmen auf seiner Internet-Präsenz:

Es liegt uns sehr am Herzen, dass Sie Ihren Urlaub von der ersten bis zur letzten Minute völlig unbeschwert genießen.
Schon bei der Reisevorbereitung in unserem Bremer Büro beginnt deshalb unser umfassender Service: Wir beraten Sie ausführlich über die verschiedenen Zielgebiete, die Visa- und Impfbestimmungen und attraktive Kombinationsangebote bei Buchung von zwei oder mehreren Reisen. Auf Wunsch kümmern wir uns auch gerne für Sie um passende Business-Flüge, Hotelübernachtungen vor und nach ausgewählten Reisen und die Vermittlung von Parkplätzen. So behalten Sie von Anfang an genau den Überblick und können Ihrer Reise freudig entgegensehen. Persönliche Kabinengrüße an Bord – vom guten Tropfen über diverse Gutscheine bis zu frischem Obst – können vorab bei uns bestellt werden.

Die Buchung

Meine Traumreise hatte ich auf der Plantours-Internetseite schon vor mehr als einem Jahr entdeckt. Und schon damals habe ich mich entschlossen, sie auch wirklich anzutreten. Also gab es ein Telefonat mit dem Bremer Büro der Reederei - und schon lief alles wie gewünscht. Natürlich erhielt ich sehr schnell meine Reise-Bestätigung samt Rechnung, zunächst als Mail vorab, dann zusätzlich auch noch mit der Briefpost. Die Anzahlung wurde geleistet, und dann war die Reise schon fast wieder vergessen. Zwischendurch aber - sehr, sehr rechtzeitig - informierte Plantours mich darüber, dass sich die Einreisebestimmungen für Grönland geändert haben, dass nun ein Personalausweis nicht mehr ausreicht, sondern ein Reisepass vonnöten ist. Den habe ich. Und er ist auch noch gültig. Also musste ich nicht weiter reagieren.

So langsam rückte die Reise näher. Die Plantours-Informationspolitik erwies sich als vorbildlich, denn schon rund acht Wochen vor Reisebeginn erhielt ich einen Brief mit den genauen Abflugzeiten, mit Informationen über die Fluggesellschaft und das einzusetzende Fluggerät. Das erwies sich als hilfreich, denn weil der Abflug von Düsseldorf aus in den frühen Morgenstunden lag, entschied ich mich zu einer Vorab-Übernachtung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Die konnte entsprechend früh und auch noch recht preisgünstig gebucht werden.

Nachdem auch meine Restzahlung vorgenommen worden war, gab es wieder Post von Plantours. Dieses Mal enthielt die ausführliche Informationen über das Programm während der anstehenden Kreuzfahrt sowie über geplante Landausflüge, die vorab gebucht werden mussten, preislich aber auf jeden Fall in Ordnung waren. Und so wurde das Programm ausführlichst studiert, um dann zu entscheiden, an welchen Landausflügen wir teilnehmen wollten, was wiederum Plantours mitgeteilt wurde - zu bezahlen waren diese Landausflüge erst nach Abschluss der Kreuzfahrt. Alles schien also perfekt zu laufen. Und genau so ging es auch weiter.
Das Schiff

Seit fünf Jahren fährt die Hamburg für Plantours-Kreuzfahrten. Das von der MTW Wismar für die Conti-Reederei gebaute Schiff erlebte als „Columbus“ am 30. Oktober 1997 seinen Stapellauf. Es wurde zunächst von Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten gechartert und legte innerhalb von zehn Jahren eine Strecke zurück, die der neunmaligen Umrundung der Erde entspricht. Bei einem kurzen Werftaufenthalt 2012 in Italien wurde das Schiff an die Bedürfnisse des neuen Charterers, des Bremer Unternehmens Plantours & Partner, angepasst und ist seit der Taufe am 7. Juni in Hamburg unter dem Namen der Hansestadt und unter der Flagge Nassaus im Einsatz. Eine Besonderheit des Schiffes sind Fahrten auf den nordamerikanischen Großen Seen; die Hamburg kann aufgrund ihrer Breite von nur 21,5 Metern die 25 Meter breiten Schleusen des Sankt-Lorenz-Seewegs passieren und die Großen Seen wegen ihres geringen Tiefgangs von 5,15 Metern befahren. Weil viele Reisen Expeditions-Charakter haben, gibt es keinen besonderen Dresscode – lediglich beim Kapitäns-Dinner wird festliche Bekleidung vorgeschlagen, aber nicht vorgeschrieben. Zu Gast auf der Hamburg ist das klassische Kreuzfahrt-Publikum jeden Alters, das den individuellen und familiären Charakter an Bord schätzt.

Für die maximal 400 Passagiere, denen 170 Crew-Mitglieder gegenüber stehen, stehen 197 Kabinen in zwölf Kategorien sowie acht Suiten, davon zwei mit Balkon, mit 27 beziehungsweise 31,5 Quadratmetern Größe bereit. Eine Besonderheit ist, dass auch einzelne Betten in Vier-Bett-Kabinen gebucht werden können, was vor allem für Einzelreisende interessant ist. Das auf Deck 3 zu findende Restaurant bietet maximal 400 Sitzplätze, so dass alle Passagiere während einer Tischzeit bedient werden. Als Alternative gibt es auf Deck 6 das Buffet-Restaurant „Palmgarten“ mit 132 Plätzen, wo auch eine ganztägig geöffnete Würstchen-Station zu finden ist. Zuzahlungspflichtige Restaurants hat die „Hamburg“ nicht.

Die geringe Größe des Schiffs sorgt dafür, dass das Angebot im Bereich Sport und Spaß eher übersichtlich wirkt. Ein kleines Fitness-Center und ein Swimming-Pool auf dem Außendeck bieten Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung, zudem gibt es auch klassische Shuffleboard-Felder und eine Sauna. In der Lounge auf Deck 6 werden abendliche Shows angeboten, zudem halten hier auch die Lektoren ihre Vorträge. In der Lounge sowie in der ein Deck tiefer zu findenden Weinstube sind auch Raucherecken zu finden. Freizeitaktivitäten wie Bingo und Russisch-Kurse für Anfänger sowie ein bayrischer Frühschoppen mit Freibier gehören auf jeder Reise dazu.

Die Preise bei Plantours beziehungsweise an Bord der MS Hamburg sind als moderat zu bezeichnen. Die elftägige Grönland-Kreuzfahrt im August/September nächsten Jahres kostet einschließlich Hin- und Rückflug in der Zwei-Bett-Innenkabine ab 2.899 Euro, ein Einzelbett in der Vier-Bett-Kabine ist ab 2.409 Euro zu buchen - das entspricht exakt den Preisen, die auch für die Reise in diesem Jahr zu bezahlen waren. Landausflüge liegen zwischen 35 Euro (halbtägige Wanderung) und 449 Euro (einstündiger Rundflug über den Eisfjord). Massagen (30 Minuten) gibt es ab 57 Euro, eine Maniküre mit Handmassage für 38 Euro. Einige Getränke-Preise: Mineralwasser 0,80 Euro, Softdrink 1,90 Euro, kleines Bier vom Fass 2,70 Euro, Whisky ab 4,10 Euro, Hauswein im Glas 3,50 Euro, Espresso 1,50 Euro, Capuccino 2,00 Euro. Das vorgeschlagene tägliche Trinkgeld liegt pro Person bei 6 Euro.

Die Einrichtung: Im Restaurant "Alsterblick" gibt es morgens, mittags und Abend jeweils Menüs à la Carte. Der "Palmengarten" wartet zu allen drei Mahlzeiten mit Büffets auf, zudem gibt es hier am Nachmittag auch noch Snacks. Eine Würstchenstation ergänzt das Angebot. Eine Weinstube und die große Lounge mit Bühne für musikalische und andere Darbietungen bieten zudem Getränke an. Auf dem Außendeck können Shuffleboard und Schach gespielt werden, zudem gibt es ein kleines Fitnesstudios. In der Bord-Boutique werden die verdächtigen Waren wie Düfte, Schmuck, Alkoholika und Textilien verkauft. Natürlich gibt es eine Rezeption, ein Bord-Reisebüro, eine kleine Bibliothek und ein E-Mail-Center mit stationären PCs. Kosmetische Behandlungen, Sauna- und Friseurbesuche sind auf Deck 1 möglich. Auf Deck 6 ist ein Süßwasser-Außenpool einschließlich Duschen, Umkleidemöglichkeiten, kostenlosen Deckstühlen und Sonnenliegen zu finden. Für Landgänge können an Bord Fahrräder und Nordic-Walking-Stöcke ausgeliehen werden. Auch ärztliche Leistungen können auf der Hamburg in Anspruch genommen werden - ein kleines Hospital ist auf alle Notfälle eingerichtet.

Die Kabinen: Hier beziehe ich mich auf die von uns belegte Zwei-Bett-Innen-Kabine, die mit dunklem Holz geschmackvoll eingerichtet ist. Ausgestattet ist sie mit zwei Einzelbetten, Duschbad mit WC, Bademantel und Föhn, Kleiderschrank, Frisier- Schreibtisch-Kombination, Klimaanlage, Minibar, Safe, Telefon, Farb-TV für bordeigene Videokanäle, Vorauskamera, vier TV- und zwei Radiokanäle. Und sonst noch: Die Kleidung auf der Hamburg ist leger, was für die von mir unternommene Kreuzfahrt ganz besonders galt. Selbst bei der festlichen Gala wurde von den Herren kein Smoking, von den Damen kein Abendkleid erwartet. Nur Jeans sollte es nicht sein. Und natürlich auch keine kurzen Hosen oder Badesachen.

Technische Daten:
Kategorie: Klassisches Kreuzfahrt-Schiff
Reederei: Plantours & Partner
Indienststellung: 1997
Größe: 14.903 BRZ, 144 Meter lang, 21,5 Meter breit, 6 Passagierdecks, maximal 400 Passagiere, 170 Crew-Mitglieder.
Kabinen/Suiten: 63 Innen, 134 Außen (alle ohne Balkon, 2 behindertengerecht), 8 Suiten (davon 2 mit Balkon).
Umwelt: Müllverbrennungs-, Bioklär- und Osmoseanlage.
Bordwährung: Euro.
Bordsprache: Deutsch.
Fahrtgebiete: Weltweit – im Sommer eher in nördlichen Gefilden, im Herbst Kanada, zudem Karibik, Amazonas, Asien und Antarktis.

Unsere Kreuzfahrt

„Wir wollen die Eisbären sehen“ lautete der Text eines Songs der Puhdys aus dem Jahre 1998. Und diesen Text hatte ich im Kopf, als ich zu meiner lang ersehnten Grönland-Kreuzfahrt aufbrach. Das gleich vorweg: Eisbären waren nicht zu beobachten. „Ganz selten gibt es Tiere, die auf Eisschollen so weit abgetrieben werden“, erklärte Lektorin Dr. Renate Kostrzewa, dass Uummannaq, der nördlichste Punkt der Zehn-Tage-Reise, eben noch nicht weit genug im Norden liegt, um die Könige des Eises halbwegs sicher bewundern zu können. Also: Keine Eisbären. Aber das war nicht schlimm, denn es gab ja so viel anderes zu sehen bei dieser mehr als beeindruckenden Seereise.

Los ging‘s gleich nach der Ankunft auf dem internationalen Flughafen von Kangerlussuaq, der in rund viereinhalb Stunden von Düsseldorf erreicht wird, mit dem ersten Ausflug durch die grönländische Tundra zur Eiskappe. Nach 35 Kilometern war mit Allrad-Bussen die längste Straße der größten Insel der Welt bewältigt und das Eis erreicht. Eigentlich kaum zu glauben: Vor den Füßen blühen Blumen, in 200 Metern Entfernung beginnt die Inland-Eisdecke Grönlands, die sich hier 700 Kilometer weit erstreckt. 700 Kilometer! Und nur Eis, Eis, Eis. Das lässt den Menschen klein wirken. Aber er wird ja wieder aufgebaut, denn bald schon sieht er Anderes: Hier hüpft ein Schneehase, dort grasen Moschusochsen. Und das alles am ersten Tag dieser lang ersehnten Reise, die während eines Barbecues auch noch kulinarische Spezialitäten wie Rentier-Bratwurst und Moschusochse am Spieß bereit hält. Das fängt ja gut an! Und die Eisbären sind fast schon vergessen.

Die Nacht in Grönland ist im Sommer kurz, ganz dunkel wird es gar nicht. Und trotz der langen Anreise sind auch am späten Abend noch alle 360 Passagiere der „Hamburg“ munter, freuen sich über den Willkommens-Cocktail, tanzen in der Lounge zu den Klängen der Fiesta-Band, die an den weiteren Abenden Verstärkung durch den smarten Eric Emmanuele, das professionell wirkende polnische Duo Romanticello mit Klavier und Cello, Alleinunterhalter Pavel mit seiner Hammondorgel und das aus Claudia und Volker bestehende begeisternde österreichische Duo Gmixt Emotions aus Vorarlberg erhält. Sie alle offenbaren während der Reise ungeahntes Können – und sind vom Publikum überrascht: „Zu den Vorträgen kommen hier 300 Leute, zu den Shows wahrscheinlich nur 50“, mutmaßt Volker, nachdem auch er sich durch die Lektoren Dr. Ludger Feldmann, Dr. Renate Kostrzewa und Stephan Orth hat informieren lassen. Und das ist es, was allen Passagieren der Hamburg gemein ist: Sie wollen Grönland sehen, erfahren – und alles über dieses noch seltene Reiseziel wissen.

Vergrößert wird der Wissenschatz schon am nächsten Tag, als es nach Sisimiut geht, mit rund 5.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Hier, rund 100 Kilometer nördlich des Polarkreises, ist eine typische Siedlung mit all den bunten Holzhäusern zu sehen, in denen die Inuit inzwischen leben. Das Museum der Stadt, dessen Eingang durch einen Wal-Unterkiefer gebildet wird, hat am Tag des Besuchs geschlossen. Nicht schlimm. Die Kirche ist einen Besuch wert, die Gesangsbücher für Kinder mit biblischen Motiven auf Inuit-Art sind mehr als einen Blick wert. Der Friedhof mit seinen weißen Holzkreuzen und den vielen, vielen bunten Plastikblumen auf den Gräbern beeindruckt. Dahinter sind Grönland-Hunde zu bestaunen. Und zwischen Post und Supermarkt gibt es ein kleines Geschäft, dessen Besuch ein Geheimtipp ist: Frisch erlegtes Wild und von den Inuit-Fischern dem Meer entlockte Spezialitäten werden feil geboten. Die Preise im Supermarkt nebenan aber sorgen für Erstaunen: Eine Salatgurke kostet umgerechnet rund 5 Euro, eine Tüte Weingummi eines deutschen Herstellers wird für etwa 7 Euro angeboten. Nur gut, dass wir auf dem Schiff so gut verpflegt werden…

Aber nun soll es weiter nach Norden gehen. Aasiaat und Qasigiannguit heißen die nächsten Orte. Wie schon in Kangerlussuaq kann die Hamburg an keiner Pier festmachen, der Landgang also ist stets mit Tenderboot-Fahrten verbunden. Viele bunte Häuser und das Skelett eines Zwergwals am Seemannsheim von Aasiaat sorgen für gezückte Foto-Apparate und glückliche Gesichter. Ja, wir alle sind wirklich richtig in Grönland angekommen, mitten drin in diesem uns so fremden Land, in dem übrigens kein Ort mit einem anderen durch Straßen verbunden ist – Schiffe, Flugzeuge und Helikopter sorgen für die Versorgung von Einwohnern und Besuchern.

Nächster Halt: Qeqertarsuaq. Neben Anne, dem lokalen Guide, begleitet uns Concierge Juliane Rosenberg auf die Wanderung in das „Tal der Winde“. Sie kann den grönländischen Namen des Ortes auf der Disko-Insel wie alle anderen Besucher kaum aussprechen – vielleicht sollte die dänische Bezeichnung Godhavn verwendet werden. Es geht auf Schusters Rappen einmal quer durch die 1.000-Einwohner-Stadt – und dann steht die Wandergruppe am Meer. „Eisberge!“, hallt es von überall. Die Kameras klicken. Anne lacht. „Ja, hier sind Eisberge. Aber behaltet in Erinnerung, wie groß die sind, wenn ihr erst einmal in Ilulissat seid“, kündigt sie nicht von ungefähr Steigerungen an. Über den schwarzen Vulkanasche-Strand geht es vorbei am Kunstrasen-Fußballplatz, auf dem noch eine Woche zuvor die grönländische Meisterschaft entschieden wurde, in die Berge von Godhavn. Eine wunderschöne Tour: Hier gibt es Blumen, einen aus Schmelzwasser des Inland-Eises gespeisten Wildbach und zum Abschluss einen spektakulären Wasserfall. All das ist auch am frühen Abend noch Thema, als Stephan Orth an Bord über „Opas Eisberg“ berichtet. In seinem gleichnamigen Buch schildert der junge Mann, dass sein Großvater vor mehr als 100 Jahren mit einer vierköpfigen Expedition das grönländische Inland-Eis überquerte und er selbst versuchte, dieses Unterfangen zu wiederholen. Das ist aus dem Leben gegriffen, Grönland pur und einfach nur spannend.

Kreuzfahrt-Direktorin Alexandra Cortese überrascht indes die Reisegäste mit Zodiac-Touren am nächsten Tag. Vor Sarqaq auf der Halbinsel Nuussuaq geht es mit Schlauchbooten rund um die weiß, grün und blau schimmernden Riesen aus gefrorenem Wasser. Anfangs sind die Kreuzfahrer noch skeptisch, aber die Auskunft, dass für diese Touren kein zusätzliches Entgelt verlangt wird sowie Überredungskünste der gesamten Reiseleitung sorgen dafür, dass praktisch alle Passagiere in die Schlauchboote steigen und dem Eis so nahe kommen, dass sie es nicht nur anfassen, sondern auch hineinbeißen können. Ein Genuss, der nur noch am Abend durch die Kreationen von Chefkoch George Podder überboten wird.

Am sechsten Tag ist mit Uummanaq der nördlichste Punkt der Reise erreicht, wir sind inzwischen fast 600 Kilometer nördlich des Polarkreises. Nach Pfannkuchen mit Apfel zum Frühstück geht es wieder einmal mit dem Tenderboot an Land. Uummanaq erweist sich als Perle des gleichnamigen Fordes. Die Holzhäuser sind auf Granit und Gneis gebaut, der Hausberg liegt zunächst in Wolken, eher sich später die Sonne durchsetzt und sein herzförmiges Aussehen offenbart, das der Stadt ihren Namen gab. Von Mitte Mai bis Ende Juli wird der Ort von der Mitternachtssonne verwöhnt – kaum vorstellbar, dass von Anfang November bis Ende Januar im Gegenzug Polarnacht herrscht. Zurück an Bord, erfahren wir von Olja etwas über die Grundbegriffe der russischen Sprache, bekommen von Stephan Ort mehr Informationen über seinen Opa und die eigene Expedition und erfahren schließlich im Rahmen einer kurzweiligen Talkrunde Wissenswertes über das Schiff und die auf ihm arbeitenden Menschen. Auch dieser Tag vergeht viel zu schnell!

Am nächsten Morgen liegen wir vor dem Eqip Sermia Gletscher – und zunächst wird es grotesk, denn die Reiseleitung lädt zum Frühschoppen mit Freibier und bayrischen Spezialitäten wie Weißwurst, Brezeln und Spanferkel auf das Außendeck. Pavel intoniert dazu das „Prosit der Gemütlichkeit“ und singt davon, wie schön es auf dem Rhein ist. Wer über die Reling schaut, sieht – Berge und Eis. Und wieder geht‘s in die Zodiacs, die sich ihren Weg durch tausende kleiner Eisschollen ganz nahe an den Gletscher mit seiner rund 100 Meter hohen Abbruchkante bahnen. Und zwischendurch ist es erst zu hören, dann zu sehen: Der Gletscher kalbt, das Eis bricht ab und stürzt ins Meer. Einfach nur spektakulär, wobei es durchaus sinnvoll war, sich vor dem Schlauchboot-Ausflug bei Temperaturen um die 4 Grad mit Mütze und Handschuhen auszustatten, denn im Eis wirkt die Luft noch viel kälter als sie wirklich ist.

"Eisberg voraus“ ist die Grönland-Kreuzfahrt der MS Hamburg überschrieben. Wir alle haben schon viele Eisberge gesehen – aber die Krönung soll noch folgen, denn vor Ilulissat steigen im Laufe des Tages praktisch alle Passagiere in kleine Fischerboote um und kreuzen mit denen durch die Eisberg-Giganten. Die Kameraverschlüsse klicken ohne Pause, in jeder Minute gibt es einen neuen, noch schöneren Blickwinkel als just zuvor. Und dann tauchen Wale auf – eine ganze Schule scheint hier vor dem Eisfjord Quartier bezogen zu haben. Zwei, drei, sogar vier Buckelwale gleichzeitig lassen sich in unmittelbarer Nähe der Boote sehen – fast ist zu glauben, dass sie angefasst werden können. Gut, dass das Abendprogramm an diesem Tag später beginnt als gewohnt, denn wir alle müssen begeistert unsere Erfahrungen austauschen, unsere Fotos sichten, uns in den geschilderten Empfindungen gegenseitig übertreffen. Was für ein Panorama! Was für ein Tag! Die Künstler an Bord runden den mit einer emotionalen Show allesamt gemeinsam ab, wobei Eric und Claudia in die Rollen von Frank und Nancy Sinatra schlüpfen und „Something Stupid“ im Duett vortragen – ein musikalischer Leckerbissen, der dafür sorgt, dass Zugaben verlangt werden.

Dem Höhepunkt folgt bald auch schon der Abschied von Grönland und der MS Hamburg, denn wegen starken Eisgangs kann Aqigsserniaq nicht wie geplant angesteuert werden, so dass das Gala-Abschiedsessen auf hoher See ansteht. Und so geht es mit vielen neu gewonnenen Erfahrungen, vollen Kamera-Speicherkarten und etwas mehr Körpergewicht als noch vor zehn Tagen zurück nach Kangerlussuaq. 329 Kilogramm Rind- und 295 Kilogramm Schweinefleisch, fast 12.000 Eier und 1.600 Liter Bier sowie 2.500 Flaschen Mineralwasser hat die Hamburg nun weniger an Bord als zu Beginn der Reise. Und wohl keiner der 360 Kreuzfahrt-Teilnehmer ist unzufrieden, denn „unser“ Schiff brachte uns dank seiner geringen Größe überall dorthin, wo es in Grönland wirklich interessant ist. Und die Eisbären? Ja, die werde ich mir dann wohl irgendwann in Spitzbergen anschauen müssen. Vermisst habe ich sie nicht.
Meine Meinung

Wer meinem Text bis hierher tatsächlich gefolgt ist, den wird es nicht verwundern, dass ich einige Wochen nach dieser Kreuzfahrt immer noch begeistert bin. Das liegt natürlich zu einem Großteil an der wunderschönen und beeindruckenden grönländischen Landschaft, zum anderen aber auch an Reederei und Schiffspersonal, von denen ich mich wirklich perfekt umsorgt gefühlt habe. Ein ganz kleines Beispiel: Beim Abflug gaben wir in Düsseldorf am Check-In-Schalter unser Gepäck auf - wir sahen es erst in unserer Kabine an Bord der MS Hamburg wieder. Einen derartigen Service kannte ich zuvor nicht, hatte ich doch bei anderen Reisen in der Vergangenheit jeweils am Ziel-Flughafen meine Koffer in Empfang und bis zu einem Bus transportieren müssen. Das entfiel. Und bei der Rückreise war das natürlich ganz genau so: Die Koffer wurden am späten Abend vor die Kabinentür gestellt, erst in Düsseldorf hatte ich sie wieder in Empfang zu nehmen.

Es gibt so Vieles, was mir auf diesem kleinen Kreuzfahrtschiff gut gefiel, die großen Shows und Attraktionen habe ich nie vermisst - die bot ja schon die Landschaft. Aber die an Bord auftretenden Künstler gefielen allesamt, zudem habe ich einen wirklich perfekten Service erlebt. So ist es beim Abendessen ganz sicher nicht einmal vorgekommen, dass ich von der falschen Seite aus bedient wurde, dass die Damen länger warten mussten als die Herren: Nein, da war geschultes Personal an Bord, das zudem auch noch phantastische Umgangsformen hatte. Dass der Kabinen-Service sich identisch gestaltete, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Und dass die Lektoren absolute Fachleute auf ihrem Gebiet waren, habe ich mehr als einmal feststellen können, wobei sie alle stets für sämtliche Passagiere da waren und auch zu Zeiten Fragen beantworteten, zu denen andere Menschen lieber ihre Ruhe haben wollen. Dass wir zum Abschluss der Reise auch noch die Einladung erhielten, beim Captains Dinner Platz am Tisch des Kapitäns zu nehmen, war natürlich ein weiterer besonderer Höhepunkt für uns.

Als angenehm empfinde ich aus die Preisgestaltung an Bord, denn die Getränke sind durchweg erschwinklich, erwiesen sich zum Teil sogar als preisgünstiger als in heimatlichen Gaststätten - erwähnt sei hier nur der "Cocktail des Tages", der für jeweils vier Euro serviert wurde. Und auch das vorgeschlagene Trinkgeld habe ich gern in dieser Höhe bezahlt - bei all den pekuniären Verpflichtungen an Bord habe ich bei anderen Reedereien doch schon ganz andere Preise kennen gelernt.

Diese Kreuzfahrt stellte sicherlich für meine Begleitung etwas ganz Besonderes dar. Sie wird wohl nie wiederholt werden, aber wir zehren noch Wochen danach davon. Und weil die MS Hamburg praktisch auf allen Weltmeeren unterwegs ist, würde ich sehr gern irgendwann wieder an Bord dieses Schiffes gehen - beispielsweise bei einer Reise in die Antarktis, die Plantours für in etwa den halben Preis als die Konkurrenz anbietet. Und das mit einem Schiff, das nicht einer Kleinstadt gleicht, sondern auf dem die Passagiere und Crew-Mitglieder sich nach einer gewissen Zeit alle untereinander kennen. Guten Gewissens also kann ich Reederei und Schiff jedem an Kreuzfahrten interessierten Menschen empfehlen - wenn es ihm denn nicht in erster Linie um Show und Action, sondern um die Reise selbst geht. Es versteht sich von allein, dass ich gern die Bestbewertung für die Reederei abgebe.

Ach ja: Und weil Grönland mich so sehr beeindruckt hat, werden weitere Berichte über die größte Insel der Welt hier folgen. So Einiges ist eine genauere Betrachtung wert. Vielleicht stoßen meine zunächst nur im Kopf geplanten Berichte ja auf Interesse.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Camilla23 veröffentlicht 21.10.2017
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  • witch56 veröffentlicht 20.10.2017
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  • PfuuPegasus veröffentlicht 19.10.2017
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