Achtung... [Kultur]
04.04.2011
Pro:
unterhaltsam - Kunst, Kultur - sehr günstig - netter Abend
Kontra:
Achtung, Kunst, Kultur . . . : - o
Empfehlenswert:
Ja
 evafl
Über sich:
Hm, lieb, klein, frech...... ;-))) *** http://www.dshini.net/de/spage /wish/a1edcd71-ae0d-0924-...
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... diesen Eindruck hab ich zumindest leider recht oft, wenn ich mit Freunden oder Bekannten mitte zwanzig (was ich ja auch bin ;-) ) über Theater, Museen oder auch einen sogenannten Poetry Slam rede bzw. anfrage, ob da mal Interesse besteht mitzugehen. Entsprechend hab ich gedacht, könnte ich euch mal den
Poetry Slam in Würzburg vorstellen - und euch mal generell darüber "aufklären".
Lokalität In Würzburg gibt es zweierlei Poetry Slams, den "ganz normalen", monatlichen Poetry Slam in der Posthalle, die direkt am Bahnhof liegt und den "Dead or Alive"-Poetry Slam, der ca. alle 3-4 Monate im Mainfranken Theater stattfindet. Die Posthalle ist recht gut zu erreichen, da sie direkt am Bahnhof sowie am Busbahnhof liegt, es gibt hier natürlich auch eine Straßenbahnhaltestelle und auch Parkplätze rundherum. Die Posthalle ist eine große Halle, in der seit ca. einem Jahr auch öfter Konzerte stattfinden, für den Poetry Slam ist sie bestuhlt und ein bißchen abgetrennt, denn man benötigt nicht soviel Platz wie bei einem Konzert. Die Bühne ist recht groß (ich kann leider keine m²-Angaben machen ;-) ), man hat auch die Möglichkeit in der Pause eine Kleinigkeit zu essen (Brezel) oder zu Trinken (z.B. Distelhäuser Radler 0,5l zu 2,50 Euro, Cola 0,33l zu 2,50 Euro). Im Winter war es hier immer recht kalt, momentan geht es so von der Temperatur her. Toiletten sind natürlich auch vorhanden, leider sind die Einzelkabinen eher dunkel. ;-) für mehr Infos: www.posthalle.de Das Mainfranken Theater Würzburg liegt recht zentral in Würzburg, ist ebenso gut mit dem Bus, der Straßenbahn (ja, man muss ein paar Meter laufen) und natürlich auch dem Auto zu erreichen. Es gibt ein Parkhaus hinter dem Theater (natürlich kostenpflichtig!) aber auch genau gegenüber am sog. Kardinal-Faulhaber-Platz und hinter dem Dom viele Parkplätze (die zu dieser Slam-Zeit gut zu kriegen sind). Das Mainfranken Theater ist (wie ich finde!) leider kein allzu schickes Theater, es ist im Foyer gepflastert, von Außen kein wirklich prunkvolles Gebäude (wie ich es z.B. von Meiningen kenne). Es wurde in den 1960er Jahren erbaut, was man auch an der Architektur merkt. Der "Dead or Alive"-Poetry Slam findet immer im "Großen Haus" statt und nicht in den Kammerspielen. Im Saal sitzt man bequem und hat (eigentlich) von allen Plätzen aus gute Sicht auf die Bühne. Im Theater ist es immer angenehm temperiert, zuletzt war es recht warm dort. In der Pause kann man sich im Foyer verköstigen, es gibt verschiedene Getränke sowie Snacks (Brezel, Canapés) - allerdings zu Theaterpreisen - ich habe leider gerade keine Preise mehr im Kopf. für mehr Infos: http://www.theaterwuerzburg.de/
Poetry Slam? Was'n das? Ein Dichterwettstreit. So stand es zuletzt auf der Eintrittskarte für den "Dead or Alive"-Poetry Slam im Theater. Es treten mehrere Wortkünstler nacheinander an, vorher wird eine Reihenfolge - meist durch Auslosen der Namen, natürlich mit einer "Glücksfee" aus dem Publikum - festgelegt. Diese Reihenfolge wird gleich auf einer Flipchart-Block festgehalten. Nun wird noch eine Jury festgelegt, die dann die Punkte vergibt. Es gibt 5 Jury-Mitglieder die sich per Handmeldung "bewerben" können - diese erhalten dann u.a. ein "Magic Board", eingeschweißte Nummernkarten oder einen Block mit Edding, um die Bewertung aufzuschreiben. Zum Bewertungsverfahren komme ich gleich. Wenn nun die Künstler nacheinander auftreten, so hat jeder 7 Minuten Zeit, seinen Text vorzutragen. Hierbei zählt das gesprochene Wort, es darf nicht minutenlang gesungen werden, in kurzen Stücken allerdings schon. Es dürfen keine Hilfsmittel und Requisiten sowie Verkleidungen zur Hilfe genommen werden, der Text muss selbstverfasst sein. Die Künstler haben sich vorher übrigens wohl beim Slammaster für ihren Auftritt gemeldet, man kann allerdings auch noch spontan auftreten, muss sich dann an der Abendkasse melden und spart dann den Eintrittspreis.
Bewertet wird wie folgt:Generell vergibt man Punkte von 0-10, möglich sind auch ,5-Wertungsschritte, allerdings keine weiteren ,75 etc.-Schritte. Die 0 steht für "Schlecht", die 10 steht für "genial". In der Posthalle: Nach dem Vortrag wird auf das Signal des Moderators (meist ein Herunterzählen von 3, 2, 1 - hoch) die Tafel mit der Bewertung hochgehalten. Nun werden alle fünf Zahlen vom Moderator vorgelesen, die schlechteste und die beste Bewertung fällt weg, die restlichen drei Bewertungen werden addiert und auf dem Flipchart notiert. In der Finalrunde wird dann nach Applaus gewertet - so werden die Finalteilnehmer zum Schluß alle nacheinander bewertet, damit man wirklich einen direkten Vergleich hatte. Im Theater: Es läuft insofern anders ab, als dass hier alle fünf Bewertungen zusammengezählt werden und in der Finalrunde die Punkte doppelt genommen werden.
Geschenke für den Sieger Eine Besonderheit beim Würzburger Poetry Slam in den Posthallen. Hier ist jeder Besucher dazu angehalten, etwas für den Künstler mitzubringen. Dies können die verschiedensten Dinge sein - in der Tasche, die während der Veranstaltung durch die Reihen geht (ersatzweise gab es auch schon einen Korb der auf der Bühne stand und während der Pause befüllt werden konnte) waren u.a. schon Milch-Tetrapacks, Äpfel, Streichhölzer, Feinsöckchen, Bücher, DVDs, Süßwaren, eine Lampe, Kondome verpackt in einer Brillenputztuchschachtel, eine philosophische Toilettenlektüre - wirklich recht kuriose Dinge. Außerdem - ich bin mir hier aber nicht 100%ig sicher - erhält der Sieger noch einen Buchpreis der örtlichen Buchhandlung Dreizehneinhalb. Im Mainfranken Theater gibt es keinen Publikumspreis für den Sieger.
Dead or Alive? Der zweite Poetry Slam in Würzburg findet nicht in der Posthalle, sondern im Mainfranken Theater statt. Hier treten vier "lebendige" Künstler aus der Slamer-Szene gegen vier Theater-Schauspieler an, die "tote" Dichter verkörpern. Zuletzt waren so u.a. beim März-DoA-Slam Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz, Heiner Müller und Sylvia Path "zu sehen". Ich finde dies sehr interessant, denn so bekommt man auf lebendige Art und Weise - und zum Teil auch sehr lustig - Zugang zu Dichtern und Gedichten, für die man sich sonst vielleicht nicht unbedingt interessiert. Die "Toten" werden auch immer von verschiedenen Schauspielern dargestellt, es sind also - zumindest bei meinen zwei DoA's war es so - nicht jedes Mal die gleichen Schauspieler - und auch immer andere Dichter, die dargestellt werden.
Wie ist das nun? Ich finde das eine interessante Art der Kultur, der Kunst. Teilweise ist es für mich auch Kabarett, denn man hat viel zu lachen, es werden in Texten zum Beispiel aktuelle Szenen aus dem Leben auf die Schippe genommen, manches natürlich übertrieben dargestellt, aber eben sehr lustig. Manche Gedankengänge sind logisch, andere kurios, wirr, aber eben mal anders. Es gibt oft auch nachdenkliche Gedichte, auch so etwas darf da gerne sein, finde ich. Man hat immer wieder eine breite Sparte an Texten und Künstlern, die man so auf der Bühne sieht, was ich sehr interessant finde. Oft kann man später natürlich auch über das Internet so manchen Text nochmal nachhören oder sich über den Slamer informieren, einige schreiben Blogs, Infos findet man zudem auch im Online-Portal myslam.de, von manch einem Künstler gibt es auch schon Bücher.
drumrum Moderiert werden beide Poetry Slams in Würzburg von Christian Ritter, dem "Slammaster". Über ihn gibts im Internet auch einiges zu finden, er hat aktuell auch erst wieder ein Buch herausgebracht, wofür er bei jedem Slam natürlich kräftig Werbung gemacht hat... Das kann man gut finden, mit der Zeit... nun ja. ;-) Über ihn könnte man vieles sagen, aber eines ganz sicher: Auf den Mund gefallen ist er sicher nicht. Der Würzburger Poetry Slam findet - gewöhnlich - immer am ersten Sonntag im Monat ab 20.15 Uhr in der Posthalle statt. Infos gibts vorher (manchmal sehr knapp vorher...) auf der Homepage http://slamwuerzburg.wordpress.com/ sowie auf Facebook oder bei myslam.de. Der Eintritt beläuft sich auf 5 Euro (freie Platzwahl) - was ich absolut in Ordnung finde. Der "Dead or Alive"-Poetrysalm findet unregelmäßiger statt, der nächste findet Mitte Juni 2011 im Mainfranken Theater statt. Der Eintrittspreis liegt auch hier bei 5 Euro - hier hat man keine freie Platzwahl, dennoch kosten alle Plätze gleich viel.
Fazit Ich gehe gerne zum Poetry Slam, das ist mal "was anderes" und ich genieße die Unterhaltung für diesen Abend, zumal der Eintritt wirklich günstig ist, man spontan hingehen kann (falls doch noch Biergarten-Wetter etc. sein sollte). Außerdem gehen bei mir inzwischen (und auch hoffentlich noch ganz lange) ganz nette Menschen mit zum Poetry Slam, was ich genial finde. :)Ich vergebe 5 von 5 Sternen und spreche eine Anschau-Empfehlung aus. verfasst April 2011 (Nein, kein Aprilscherz!)[Mir hat bisher übrigens kein Poetry Slam weh getan... ;-) ]
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09.05.2011 11:17
Super! Da wäre ich auch gern mal dabei. :)
21.04.2011 12:57
ein wunderschöner Bericht und Würzburg liegt ja noch in der näheren Umgebung von mir...LG von Andreas
16.04.2011 22:16
Wieder was gelernt :) Grüße aus Würzburg/Lindleinsmühle LG Judith