Prämierter Erfahrungsbericht

Mein Praktikum bei der Polizei =)

5  03.02.2008 (04.03.2008)

Pro:
siehe Bericht

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Bezahlung (Monat):

Lernfaktor:

Betreuung:

Betriebsklima:

Eigenverantwortliches Arbeiten:


taYkan18

Über sich: Momentan mitten in der Prüfungsvorbereitung. Bin bald wieder zurück!!

Mitglied seit:13.11.2007

Erfahrungsberichte:173

Vertrauende:115

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 306 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Einleitung
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Hallo liebe Leser und Leserinnen,

Anfang 2007 wurde von meiner Schule festgelegt, dass wir im kommenden Herbst ein 2 wöchiges Betriebspraktikum absolvieren müssen. So musste ich mir einen Beruf aussuchen, der für mich auch interessant war und eventuell auch in die Richtung geht, in die ich später einschreiten will. Und so entschied ich mich für ein Praktikum bei der Polizei. Allerdings war es damit noch nicht getan... Ich musste mich sofort bewerben, damit es nicht allzu spät wird, weil die Bewerbungsunterlagen schon ein halbes Jahr vor dem Praktikum bei der Polizei liegen mussten. Mein Praktikum hatte den Termin vom 24.09.07-05.10.07. Also war nicht mehr viel Zeit übrig gewesen, sodass ich gleich am Tag der Entscheidung anfing meine Bewerbung zu schreiben und nebenbei auch noch wichtige Formulare, wie zum Beispiel die Versicherung zu unterschreiben. Einige Wochen später bekam ich die erfreuliche Nachricht die Praktikumsstelle bei der PK Nordstadt in Hannover bekommen zu haben. Und nun hieß es nur noch abwarten... Und zwar knappe 6 Monate bis es dann auch schon soweit war.......

Erwartungen, die ich vor dem Praktikum hatte
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Ic h weiß ehrlich gesagt nicht so genau was mich erwarten wird. Der Plan über den Programmablauf der 2 Wochen gibt mir schon einen kleinen Einblick in das hoffentlich interessante Praktikum, zu dem ich mich am Montag, den 24.09.07, wagen werde. Ich habe mir schon einige Berichte von anderen Praktikanten im Internet durchgelesen. Es gab unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. Einige fanden das Praktikum sehr schön. Andere dagegen fanden es langweilig. Ich erwarte vor allem, dass ich von den Beamten nett behandelt werde und die 2 Wochen für mich nicht wie ein Horrortrip ausgehen. Auch hoffe ich natürlich, dass ich nach dem Praktikum einer der glücklicheren bzw. einer der sein werde, die auch einen positiven Beitrag zu dem Thema abgeben können.

Beschreibung des Arbeitsplatzes/Arbeitsplatzanalyse
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1. Art und Form des Betriebes

Die Polizei ist ein Exekutivorgan eines Staates. Sie bedient sich einem Polizeirecht und hat in den meisten Staaten die Aufgaben der Gefahrenabwehr, der Strafverfolgung und der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten. Die Polizei gliedert sich innerhalb einer Stadt in eine Polizeidirektion, in mehrere Polizeiinspektionen und mehrere Polizeikommissariate. Ein Polizeikommissariat hat ca. 50 Mitarbeiter und soweit eingerichtet auch einzelne Polizeistationen in dem zugeteilten Bereich. Außerdem hat es einen Leiter, der über alles rund um die PK entscheiden kann. Dazu gehören der Einsatzstreifendienst (ESD), welcher in 4 Dienstabteilungen unterteilt ist, der Kriminalermittlungsdienst, welcher in 5 Abteilungen mit unterschiedlichen Arbeitsfunktionen unterteilt ist, die allgemeinen Zentralen Dienste und auch die Polizeistationen. Der ESD und der Kriminalermittlungsdienst haben jeweils noch einen eigenen Dienstabteilungsleiter.

2. Arbeitszeiten/Pause

Ein Polizeibeamter arbeitet in der Woche ca., 40 Stunden und muss diese immer in drei Schichten aufteilen. Die Früh-, Spät- und Nachtschicht. Alle drei Schichten müssen absolviert werden, sodass man nicht sagen kann, dass man immer nur die Frühschicht möchte. Die Frühschicht beginnt um 6 Uhr und endet um 13 Uhr. Daraufhin schließt sich um 13 Uhr auch sofort die Spätschicht an und geht bis 21 Uhr. Der Dienst einer Nachtschicht beginnt um 21 Uhr und endet um 6 Uhr. Zwei von vier Wochenenden im Monat hat ein Beamter frei. Diese freien Wochenenden wechseln alle 4 Wochen in einem langen und kurzen Wochenenderhythmus. Ein langes Wochenende heißt: Freitags ist nach 13 Uhr Dienstschluss und montags ist um 21 Uhr wieder Dienstbeginn. Ein kurzes Wochenende heißt: Freitags ist nach 21 Uhr Dienstschluss und montags ist um 13 Uhr wieder Dienstbeginn. Die anderen beiden Wochenenden wird wie üblich gearbeitet.
Innerhalb der Arbeitszeit haben die Beamten keine offiziell geregelte Pause. Soweit keine Einsätze vorliegen, dürfen die Beamten etwas essen oder andere Angelegenheiten erledigen. Kommt dann plötzlich ein Einsatz rein, müssen die Beamten alles andere liegen lassen und diesem nachgehen.

3. Ausstattung des ArbeitsplatzesJeder Beamte trägt eine dunkelblaue Uniform:
  • dunkelblaue Hose, Hemd, Jacke (Dienstgrad ist an den Schulterstellen durch die Sterne gekennzeichnet)
  • schwarze Schuhe
  • einen normalen Gürtel
  • einen Spezialgürtel an dem die benötigten Hilfsmittel angebracht sind
  • eine Schusswaffe + Ersatzpatronen, ein Schlagstock, Handschellen und noch anderes, wie zum Beispiel eine Taschenlampe

Unter Schutzmaßnahmen zählt auch die Schusswaffe mit der man sich bei Gefahren schützen kann. Außerdem ist ein Polizeikommissariat durch Sicherheitstüren gesichert, sodass unerwünschte Personen vorerst nicht hineinkommen können. Tageslicht bekommen die Beamten immer wieder zu sehen und auch zu spüren. Beim ESD sind die Beamten ständig mit dem Tageslicht konfrontiert und auch innerhalb eines Kommissariats gibt es genug Fenster durch denen das Tageslicht hinein dringen kann.4. Form der Anleitung und Anweisung

Schon am ersten Praktikumstag wurde ich durch den Praktikenleiter der Polizei informativ über den Beruf aufgeklärt. Anschließend bekam ich in meiner Dienststelle auch jemanden zugeteilt, den ich immer wieder bei Problemen oder Anregungen um Rat fragen konnte. Auch durfte ich die einzelnen Beamten um nähere Informationen über meine Fragen bzw. Aufgaben bitten. So hatte ich also immer einen Ansprechpartner zur Seite. Ich wurde sofort in den Kreis aufgenommen und fühlte mich auch nicht auf irgendeine Weise ausgeschlossen. Ich hatte das Gefühl als wäre ich dort schon seit längerer Zeit tätig.

5. Kontakte zu Mitarbeitern

Ich hatte soweit so gut fast mit jedem Mitarbeiter Kontakt. Es war also nicht so, dass ich seit meiner Praktikumszeit nur mit einzelnen Personen im Gespräch war. Wir haben uns so unterhalten, als wäre ich selbst ein Mitarbeiter in der Dienststelle.

Meine Erfahrungen am Arbeitsplatz aus sozialer, physischer und psychischer Sicht
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Soziale Sicht

Wie schon erwähnt gibt es bei der Polizei keine offizielle Pause. Soweit keine Einsätze oder andere Arbeiten bestehen hat man immer Pause und kann essen oder anderen Angelegenheiten nachgehen. Kommt dann plötzlich ein Einsatz rein, muss man alles liegen lassen und sofort raus fahren.
Während meines Praktikums kam es aber nicht vor, dass man andere Dinge liegen lassen musste und losfuhr. Es gab Tage, bei denen wir schon mal mehr als eine halbe Stunde auf der Wache waren. Diese Zeit war oft langweilig gewesen. Das konnte man den Beamten auch ein bisschen ansehen, weil die schon gelangweilt herumsaßen und nur noch darauf warteten endlich einen Einsatz zu bekommen. Es gab aber auch Stunden, in denen die Beamten nicht so gelangweilt waren, sondern dauernd Witze erzählten, sodass die Zeit bis zu einem Einsatz wie im Fluge verging.
Eine Kantine gibt es beim PK Nordstadt in Hannover leider nicht. dafür ist keine 10 Meter neben der Dienststelle eine Rewe-Filiale, zu der die Beamten auch oft gehen, wenn der Magen ruft.

Physische Sicht

Nachdem ich mein Frühdienst sowie mein Spätdienst hinter mir gebracht hatte, fühlte ich mich körperlich immer am Ende, weil es sehr anstrengend war, ständig im Auto zu sitzen und dauernd die Augen offen zu halten, um auch nichts Wichtiges zu übersehen. Trotzdem machten mir die Tage Spaß, da es immer interessante Einsätze gab. Daher vergaß ich auch schnell, wie anstrengend es wirklich war. Der Unterschied zur Schulzeit war der, dass ich keinen geregelten Schlaf hatte. Mal musste man ganz früh aufstehen, weil man um 6 Uhr zum Frühdienst musste, was natürlich ein großer Kampf mit dem Körper war, da man nicht gerne um halb 5 aufsteht. Und am nächsten Tag musste man dann erst um 13 Uhr zu Spätschicht. Die Schule hat ihre geregelten Zeiten. Aber einen sehr großen Unterschied kann ich persönlich zwischen dem nicht erkennen, da man sich im Unterricht genauso konzentrieren muss, auch wenn man dort eine geregelte Pause hat. Auch nach Schulschluss fühle ich mich meist etwas kaputt.

Psychische Sicht

Die Arbeitsbedingungen bei der Polizei sind zufriedenstellend. Unterschiede gibt es natürlich in den Schichten. Beamte, die nachts arbeiten haben andere Bedingungen als die, die tagsüber arbeiten. Unterscheiden kann man auch die unterschiedlichen Arbeitsplätze. Ein Beamter kann Angelegenheiten im Büro erledigen oder auch zum Einsatz raus fahren. Das Arbeitsklima innerhalb der Dienststelle ist angenehm. Die Beamten können so ohne Stress, welcher eventuell durch stickige Luft entstehen kann, arbeiten. Die Räume sind gut belüftet und bekommen auch ausreichend Licht, sodass man nicht im Dunkeln sitzen muss. Gereizt oder abgespannt war keiner der Beamten. Manchmal kam es nur zur langen Weile, wenn man nichts mehr zu tun hatte. Die Freizeitgestaltung bei einem Beamten ist auch nicht ganz so einfach. So kann ein Beamter sich zum Beispiel, aufgrund der unterschiedlichen Schichten, nicht so leicht in einen Sportverein anmelden. Möglich ist es aber trotzdem. Denn einer der Beamten beim PK Nordstadt sagte mir nach der Frühschicht, dass er noch zum Tennis gehen will.
Ich persönlich fühlte mich nach einem interessanten und spannenden Arbeitstag nicht irgendwie gereizt oder abgespannt. Ich war gelegentlich nur körperlich ein bisschen kaputt, aber freute mich natürlich schon auf den nächsten Tag.

1. Praktikumswoche
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Tag 1
Montag 24.09.07Der heutige Tag verlief ziemlich interessant.
Um Punkt 8 Uhr wurden wir vom Oberkommissar, der sich um die Praktiken bei der Polizei Hannover kümmert, vom Eingangstor abgeholt und in einen Konferenzraum gebracht. Dort haben wir uns als erstes kurz und knapp vorgestellt und gingen dann auch recht schnell zum Tagesplan über. Heute ist laut Plan nur ein theoretischer Teil auf uns zu gekommen. Folgende Themen umfasste unser Tag:
  • die Arbeitszeit eines Polizeibeamten
  • die Aufgaben der Polizei
  • die Organisation
  • die Unfallverhütungsvorschriften
  • die Aufgaben der Lage- und Führungszentrale
  • die Kriminalstatistik
  • die Ausrüstung eines Streifenwagens
  • die Laufbahn und die Ränge eines Polizeibeamten
  • die Geschichte der Polizei (Museum)

Viele Fragen, die bei mir aufgekommen sind, sind mir durch diese Informationen deutlich beantwortet worden. Ich habe allein aus dem heutigen Tag viel für meine berufliche Entscheidung mitgenommen und freue mich schon auf die nächsten Tage, die meinen Eindruck hoffentlich verstärken werden.Tag 2
Dienstag 25.09.07

Spätschicht im ESD
Heute musste ich um 13 Uhr zu meinem zugeteilten Polizeikommissariat, PK Nordstadt, gehen, wo ich mich dann vorgestellt habe und auch die dort anwesenden Beamten, die unterschiedliche Dienstgradabzeichen hatten, aus dem Bereich Verkehrspolizei wie auch Kriminalpolizei kennen lernen durfte. Anschließend gab mir ein Polizeioberkommissar eine Polizeiweste mit der beidseitigen Aufschrift Polizei und führte mich dann einmal durch das Gebäude, damit ich einen kurzen Eindruck über die Arbeitsweise und die Stimmung unter den Beamten bekommen konnte.
Die Uhr schlug um die 15 Uhr als ich mich dann zur Spätschicht des ESD (Einsatzstreifendienst) begab. Das hieß für mich, dass ich bei den Einsätzen mitfahren durfte. Ich spürte die Spannung in mir, als der erste Einsatz bei der Polizei einging. Es war nichts Actionvolles. Zwei Polizeikommissare übernahmen den Einsatz und wir fuhren dort hin, um die Situation aufzuklären. Die Beamten nahmen die Personalien auf und machten sich Notizen zu dem Einsatz.
Kurz danach verließen wir den Einsatzort und fuhren quer durch den dem PK Nordstadt zugeteilten Bereich, welcher sich in die Stadtteile Hainholz, Vinnhorst und Vahrenwald in Hannover begrenzte. Unterwegs sahen wir aus der Ferne einen LKW, der in einem verbotenen Bereich parkte, um seine Ladung abzuladen. Wir forderten ihn auf aus diesem Bereich raus zufahren, was er dann auch machte. Wir wollten auch schon weiter fahren, als der Fahrer plötzlich die Laterne anstieß und diese somit zum seitlichen Fall brachte. Und schnell wurde aus einem kleinen Parkverbot ein großes Problem. Der Fahrer konnte kein deutsch sprechen und musste deshalb mit auf die Wache kommen. Auf der Wache wurden dann viele unterschiedliche Formulare ausgefüllt. Als die beiden Beamten dann auch endlich von dem Papierkram befreit waren konnten sie wieder Einsätze entgegennehmen, was sie auch machten. Dieses Mal kam der Einsatz über die Hauptzentrale. Wir fuhren hin und auch hier wurden wieder die Personalien aufgenommen und wir verließen den Einsatzort...
Um knapp 17 Uhr befanden wir uns wieder auf der Wache, wo wir auf den nächsten Einsatz warteten. In der Zwischenzeit schaute ich mir die Arbeitsplätze der Beamten an, welche an dem Tag dem Innendienst zugeteilt waren. Die Stimmung auf der Wache war einfach schön. Arbeitend wurde trotzdem geredet, gelacht und alles was zu einer harmonievollen Stimmung dazu gehört. Ich durfte noch bis 21 Uhr beim ESD teilnehmen, was noch etwa 4 Stunden für mich bedeutete. Diese Zeit gestaltete sich etwa genauso wie auch schon der Nachmittag. Wir bekamen noch viele unterschiedliche Einsätze dazu. Bei einigen Einsätzen sind wir auch mit Blaulicht und Horn gefahren, was mich natürlich umso mehr interessierte. Der erste Tag beim ESD war sehr schön, sodass ich um 21 Uhr eigentlich noch nicht weg wollte. Ich freue mich schon auf den nächsten Tag, an dem ich in der Frühschicht beim ESD mitfahren darf.

Tag 3
Mittwoch 26.09.07

Frühschicht im ESD
Die Frühschicht des ESD beginnt jeden Tag um Punkt 6 Uhr und endet um 13 Uhr. genauso auch für mich. Im Grunde genommen war der Tagesablauf der gleiche, nu, dass sich die Tageszeit voneinander unterschied und morgens nicht so viele Einsätze wie abends eingingen.
Kurz vor 6 Uhr war ich schon bei meiner Dienststelle, wo mich auch schon die jeweiligen Beamten aus der Nachtschicht ablösten, erwarteten. Es war sehr früh und daher gab es noch keinen Einsatz. Wir saßen dort und frühstückten erstmal ein bisschen, aber waren dennoch immer einsatzbereit, falls doch etwas passieren sollte. Dies war aber nicht der Fall gewesen. Bis etwa 20 vor 7 konnten wir seelenruhig sitzen, als dann doch ein Einsatz einging. Ein PKW parkte vor einer Grundstückseinfahrt, sodass ein LKW mit seiner Lieferung nicht durchfahren konnte. Wir fuhren dort hin, machten uns ein Bild von der Lage und entschieden, dass das Auto abgeschleppt werden musste, sodass der LKW-Fahrer seine Lieferung reinbringen konnte. Wir nahmen wie immer die Personalien auf und machten uns wieder auf den Rückweg. Nicht zurück zur Wache. Wir fuhren wieder durch die Nordstadt und bekamen dann etwa eine halbe Stunde später über Funk einen Einsatz über einen Unfall. Als wir dort waren, sahen wir auch schon den Schaden. Nachdem auch diese Angelegenheit erledigt war, fuhren wir wieder zurück zum PK. Wir saßen wie immer und warteten auf einen Einsatz. Ich hörte mir immer wieder die anderen interessanten Einsätze aus den anderen Stadtteilen an, die über Funk gesprochen wurden.
Es war nun kurz vor 9 Uhr als wir einen Haftbefehl bekamen und diesem nachgingen. Danach war nun mehr als die Hälfte der Schicht vorbei. Der andere Teil gliederte sich mit weiteren interessanten Einsätzen...

Und wieder war ein tag beim ESD zu Ende gebracht. Mein Eindruck hat sich noch viel stärker in das Positive entwickelt. Die Einsätze sind sehr interessant und auch die Stimmung innerhalb der Wache ist sehr angenehm. Kein Stress.
Ich kann es auch schon nicht mehr erwarten am Montag wieder im ESD teilnehmen zu dürfen. Morgen steht unter anderem die Hundestaffel auf dem Plan. Ich hoffe, dass auch dieser Teil des Praktikums spannend und interessant rüberkommen wird.

Tag 4
Donnerstag 27.09.07


Heute war nun ein anderer Bereich bei der Polizei dran, nachdem ich 2 Tage lang beim ESD teilnehmen durfte.
  • Die Pferdestaffel
  • Die Hundestaffel
  • Der Zentrale Verkehrsdienst
  • Der Verkehrsunfalldienst

Als erstes durften wir (alle Praktikanten) die Pferde besichtigen, während uns einer der zuständigen Beamten des Bereiches ein wenig über diese informierte. Er sagte uns, dass es in ganz Niedersachsen nur zwei Pferdestaffeln gibt und eine davon eben diese ist, bei der wir uns befanden. daher sind die Pferde aus den beiden Staffeln bei großen Einsätzen, wie Demonstrationen, oft durch ganz Niedersachsen unterwegs. Außerdem erklärte er uns, dass man durch ein tägliches Verfahren versucht die Angst, welche die Pferde bei großer Menschenmenge haben, zu mindern. Dazu nimmt man zum Beispiel ein Medizinball und wirft es dem Pferd auf den Kopf, um somit unter anderem die Standfähigkeit des Pferdes zu stärken.
Anschließend erzählte uns eine Beamtin etwas über die Hundestaffel. es gibt 42 Hunde in Hannover, jeder dieser Hunde wird von dem jeweiligen Beamten, dem es gehört, Zuhause gehalten und nur bei Einsätzen mitgebracht. Unter anderem Sprengstoff- und Rauschgiftspürhunde. Einer der Hunde war heute dort, sodass wir nochmal live miterleben konnten, wie der Hund ein Waffenmagazin fand.
Es war um die 10 Uhr, als wir auch damit fertig waren. Wir bekamen eine halbe Stunde Pause und sollten uns danach am Eingang des Gebäudes wieder versammeln, um den Tagesverlauf vervollständigen zu können. Nachher erzählte uns ein Beamter ein bisschen über die Aufgaben des Zentralen Verkehrsdienstes.
Kurz danach durften wir uns auch die Zivilwagen, die Motorräder und die Streifenwagen im Parkhaus anschauen, worüber wir auch kurze Informationen erhielten.
Anschließend kamen wir zum letzten teil des Tages. Und zwar dem Unfallverkehrsdienst. Der Unfallverkehrsdienst fährt nur zu Unfällen raus, bei denen verletzte oder tödlich verletzte Personen dabei sind. Außerdem auch bei allen schweren Unfällen und bei Unfällen von Dienstfahrzeugen.

Somit war auch dieser Tag zu Ende und ehrlich gesagt war es auch nicht der interessanteste gewesen. Die Pferde- und Hundestaffel zog mein Interesse eher an, als Informationen zum Zentralen Verkehrsdienst und Verkehrsunfalldienst zu hören. Auch die Besichtigung der Fahrzeuge war sehr interessant.

Tag 5
Freitag 28.09.07

Heute musste ich mich um 8 Uhr zum Zentralen Kriminaldienst begeben. Dort standen auch schon die anderen Praktikanten, mit denen ich bis jetzt schon ein paar Tage verbracht hatte. Wir warteten knapp 10 Minuten und es erschien noch immer keiner bis ich beschloss das Gebäude zu betreten und nachzufragen, ob man uns nicht vielleicht vergessen hatte. Die Personen am Haupteingang wussten nichts davon und riefen auch sofort oben an, um jemanden runter zu schicken. Als dann auch schon der Zuständige kam ging es auch gleich los. Wir sollten in eines der oberen Stöcke steigen. Es gab nur einen Aufzug in diesem Gebäude, was allen 14 Praktikanten natürlich den Weg nicht sofort erleichterte. Einige nahmen den Aufzug und die anderen, unter anderem auch ich, mussten unser Ziel mit Hilfe der Treppen erreichen, was ein Stück Arbeit bedeutete. Als wir es dann auch endlich geschafft hatten, begaben wir uns in einen Raum. Auch dort warteten wir eine Weile. Dann kam einer Person rein. Er leitet den Bereich für Wirtschafts- und Korruptionskriminalität, Finanz- und Vermögensermittlung und auch Bereiche der Sexualdelikte, Branddelikte, Terroranschläge, Versicherungsbetruge usw. So erklärte er einige wichtige Aufgaben in diesen Bereichen und gab uns dann anschließend an einen Zuständigen in diesem Gebäude ab, welcher uns dann mehr über Internetbetruge aufklärte. Speziell unterhielten wir uns über Raubkopierer, über illegales Downloaden und Anbieten von Musik und Filmen und deren Konsequenzen bzw. Strafen. Auch erfuhren wir einiges über die Rechtsextremisten und deren Symbole und Zeichen.
Dieser Teil war dann auch für heute abgehackt und somit auch schon mehr als die Hälfte des Tages hinter uns gebracht. Das einzige was mich daran annähernd interessierte war der Bereich über den Internetbetrug. Jedenfalls gingen wir nun in ein Gebäude gegenüber dem, wo wir uns anfangs befanden. Dort schauten wir uns an, wie und wo genau die Fotos von Spuren, wie zum Beispiel Kleidungsstücken gemacht werden. Vorerst trafen wir aber auf einen interessanten Aufzug, den es so nur noch einmal geben soll. Es war ein sehr alter Bau, welcher aber noch in Betrieb war. Natürlich war es interessant so ein Exemplar sehen zu können und auch spannend es einmal auszuprobieren. es konnten bis zu 2 Personen in eine dieser Stellen rein. Der Aufzug war so gebaut, sodass im Abstand von etwa 2 Metern jeweils ein neuer Stehplatz für 2 Personen kam. Links ging es nach oben und rechts ging es nach unten. Zurück zu den Fotos. Wir kamen dann auch in einen Raum, in dem zum Beispiel Straftäter mit einem Nummernschild in der Hand, wie auch in Filmen bekannt, von allen Seiten einmal fotografiert werden. Es sah wie ein Fotostudio aus. Von allen Seiten waren Scheinwerfer auf einen festgeschraubten, drehbaren Sitz, welcher im Mittelpunkt stand, gerichtet. Anschließend schauten wir uns kurz den Raum an, in denen DNA Spuren gesichert werden.
Kurz vor 13 Uhr waren wir dann den kompletten Tagesplan durch. Ich war froh endlich gehen zu können, denn einiges aus dem heutigen Plan interessierte mich weniger und bekräftigte eher, dass eine Berufskarriere bei der Kripo nichts für mich ist. Trotzdem gab es natürlich auch interessante Unterhaltungen und ich verließ das Gebäude heute also nicht mit einem ganz traurigen Gesicht.

2. Praktikumswoche
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Tag 6 und Tag 7
Montag (01.10.07) und Dienstag (02.10.07)

An diesen beiden Tagen hatte ich wie gewohnt wieder den ESD. Die Einsätze waren ganz normal wie schon die vorherigen und boten mir somit auch wieder anspruchsvolle Tage. Allerdings musste ich nun ein Tag aussetzen, weil am nächsten Tag, dem Mittwoch, leider ein Feiertag war. Am Donnerstag sollte es mit dem Kriminalermittlungsdienst weiter gehen....

Tag 8
Donnerstag 04.10.07

Da am Mittwoch ein Feiertag war, setzte sich mein Praktikum auch erst am Donnerstag fort. Und zwar weiterhin beim PK Nordstadt. Dort sollte ich um 8 Uhr anwesend sein und voraussichtlich um 15 Uhr wieder gehen. Genau gesagt beim Kriminalermittlungsdienst (KED), welcher sich im 2. und 3. Stock befand. Als ich dann pünktlich zu meinem Praktikum erschien, waren der KED, der sich durch die 5 Arbeitsgruppen AF1-AF5 bildete, bei einer wöchentlichen Besprechung. Ich durfte mich dazu setzen und natürlich somit auch mithören worüber gesprochen wurde. Es fand eine eine kurze Vorstellung von 2 Beamten, die erst ab heute beim KED dabei waren, statt. Anschließend klärten alle Arbeitsgruppen die anderen Gruppen über ihren Ermittlungstand auf und beendeten die Besprechung mit einem Schlusswort. Eigentlich hätte ich nun bei der AF5 mitmachen müssen. Da aber zu meinem Nachteil rein zufällig heute ein Umzug der Arbeitsgruppen in andere Räume stattfand, konnte man mich nur bei der AF2 unterbringen, die ihren Raum nicht wechseln sollte. Die Arbeitsgruppe 2 war für Eigentumsdelikte zuständig.
Es waren 2 Beamtinnen, die mich den Rest des Tages über den Bereich belehrten. Zwischendurch mussten wir auch noch zu einem Einsatz. So machte ich mir Notizen für den Tag bis es auch schon 13 Uhr war, was nun Abschied hieß. Für Rückfragen, die ich eventuell haben könnte, gab mir eine der Beamtinnen ihre Visitenkarte, über die Sie immer erreichbar ist. Nun ging ich in eines der anderen Zimmer, wo meine Ansprechpartnerin in der Dienststelle schon auf mich wartete, um mir eine Bescheinigung für die Teilnahme am Praktikum beim PK Nordstadt zu geben und auch ein kurzes Feedback zu bekommen, welchen Eindruck ich während der Praktikumszeit gewonnen hatte. Kurz nach halb 2 verließ ich die Polizeidienststelle mit einem kribbelnden Gefühl.

Tag 9
Freitag 05.10.07Der letzte Tag meines Praktikums war gekommen. Heute nicht mehr bei meiner Dienststelle, sondern dort, wo ich am ersten Tag schon gewesen war. Zum Abschluss standen noch folgende Themen offen:
  • Bewerbertraining
  • Einstellungsvoraussetzungen
  • Polizeigewahrsam
  • Film über Polizeiausbildung und Einsätze

Wie auch schon erwähnt kamen wir zunächst auf das Bewerbertraining zu sprechen. Wir bekamen natürlich eine etwas erleichterte Version des Testes, als die, die dort wirklich zum Einstellungstest gehen. Der Test bestand aus 10 Aufgaben. es kamen Aufgaben dran, wie Flussdiagramme und Zahlenreihen vervollständigen. Auch mussten wir uns 10 unterschiedliche Vornamen mit Nachnamen merken. Dafür hatte wir 3 Minuten zeit. Anschließend sollten wir in 3 weiteren Minuten so viele der Namen aufschreiben, wie wir uns merken konnten. Es gab auch einige Aufgaben über Wortbedeutungen. Zum Beispiel was egoistisch bedeutet. Unter anderem kam auch eine Aufgabe über die Rechtschreibung dran. Für jede Aufgabe bekam man eine limitierte Zeit, bei der man diese lösen musste. Die Punktevergabe war unterschiedlich. Für jede richtige Antwort bekam man je nach Aufgabe 1 oder 2 Punkte. Ich bin nicht mehr sicher wie viel Punkte man bei diesem Test erreichen konnte, aber geschätzt waren es wahrscheinlich etwa 100. Ich persönlich hatte davon 83 Punkte erreicht, was noch der Note 2 entsprach. Außer meiner guten Note, ist noch eine andere Praktikantin mit einer Note 2 durchgekommen. Die restlichen Praktikanten schwirrten im Bereich ab der Note 3. der Leiter meinte, dass nur Bewerber mit einer guten oder sehr guten Note ausgewählt werden. Kommt man durch den Einstellungstest durch, dann qualifiziert man sich für den Sporttest, welcher genau danach stattfindet. Bei diesem wird die Sportlichkeit bei Klimmzügen, Sprint, Hindernislaufen und Weitsprung geprüft. Die Voraussetzungen für die Ausbildung sind bei Abiturienten/Fachoberschülern und Realschüler zum Teil unterschiedlich. da muss man zum Beispiel in den Fächern Deutsch und Mathe mindestens eine befriedigende Note haben. Die Voraussetzungen für die Einstellung sind dagegen gleich. Hier wird beispielsweise auf die Mindestgröße, die ein Bewerber haben muss, geachtet. Auch muss man eine Fahrerlaubnis der Klasse B haben.
Wir begaben uns dann, nachdem wir über die Einstellungsvoraussetzungen informiert wurden, in den Polizeigewahrsam. Für den Bereich sind wieder andere beamten zuständig, die dann aber auch nur dort tätig sind und an keinerlei Einsätzen außerhalb teilnehmen können.
Wir durften uns das Gebäudeinnere, insbesondere die Zellen, angucken. Zum endgültigen Abschluss schauten wir uns noch einen Film über die Polizeiausbildung und Einsätze an. In dem Film konnten wir den Berufstag von 2 jungen beamten, welche neu bei der Polizei eingestellt wurden, nach verfolgen.
Somit kam das Abschlussswort und jeder bekam eine Teilnahmeurkunde von der Polizeidirektion Hannover.

Résumé des Praktikums
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Nachdem ich mein Praktikum nun absolviert habe, fühle ich mich recht gut. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und habe auch einen sehr guten Einblick in das Berufsleben bei der Polizei bekommen. Ich war mitten im Geschehen und konnte tatsächlich so fühlen, wie ein Beamter fühlt. Das war sogar mehr als nur dabei zu sein. Alles was man im Fernsehen hört und sieht kann ich mit dem realen nicht vergleichen, denn zum Beispiel die Serie ,,Alarm für Cobra 11" ist wirklich nur eine Serie... Solche Handlungen wie dort kommen in Wirklichkeit nicht vor. Und genau das ist der Knackpunkt. Viele die sich bei der Polizei bewerben wollen oder schon haben, haben dauernd das Bild vor sich, in dem diese Action zum Ausdruck kommt. Und genau deshalb sind viele am Ende enttäuscht. Das wäre der einzige Grund, weshalb ich mir die negativen Beiträge im Internet erklären kann. Für meinen Teil haben sich meine Erwartungen mehr als erfüllt und ich bin froh dieses Praktikum mit einem positiven Eindruck beendet zu haben.
Ich kann ein Praktikum bei der Polizei einfach nur weiter empfehlen!!!

SEHR EMPFEHLENSWERT
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LG Tayfun

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Luna2013

Luna2013

28.08.2011 14:25

Klingt sehr spannend und detailliert berichtet... schade das man sich am ende des Tages so schlapp fühlt, auf jeden Fall BH!

sakibr

sakibr

12.05.2011 23:05

SH und lg.

St_Moonlight

St_Moonlight

01.05.2011 20:04

;)

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