Polizist in Hamburg - der richtige Job ?
25.05.2004 (31.01.2006)
Pro:
Beruf wie viele andere auch - denke ich
Kontra:
Färbt auf die Persönlichkeit ab
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Einstellungschancen:
Aufstiegschancen
Verdienstmöglichkeiten:
Sozialleistungen:
 didiba
Über sich:
Pensionierter Kriminalbeamter. Technische Berichte ohne persönliche Bilder dazu bewerte ich nicht me...
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Einleitung: Ich habe eben in der Rubrik Karriere und Ausbildung, Berufe im Vergleich - Polizist - gelesen und insbesondere dazu die Kommentare verfolgt. Vielfach - fiel mir auf - die selben (nicht die gleichen) User, die sich über die Polizei geärgert haben und wo? Meist im Straßenverkehr. Glauben Sie mir, auch ich habe schon heftig bezahlt (Teressa- Geschädigter), war zu schnell, parkte falsch, na ja, wie es eben so ist. Aber, und dass sei auch deutlich gesagt, immer "im Rahmen". Ich habe noch keinen Punkt in Flensburg.
Dass ich Polizist war, und ich lege Wert auf POLIZIST, hat mich nie gereut. Ja, ich bin eigentlich stolz darauf. Heute will ich es bekennen, heimlich, wenn es keiner sah, kamen mir manche Tränen. Das weiß bis heute niemand, ich schäme mich nicht. Ich will aber auch zugeben, und das weiß jeder, dass ich oft s t i n k e s a u e r war; vielleicht auch viele auf mich. Ich werde euch von 41, 7 Jahre Polizeidienst in Stichworten berichten. Also, wegdrücken, wen es nicht interessiert. Einstellung
Nach einer Lehre als Kfz-Mechaniker in der "Postkutschen-Zeit" wurde ich am 1.10.1962 eingestellt. Davor: Papa (selbst Polizist): Geh zur Polizei mein Junge, dann brauchst du nicht zur Bundeswehr. (Damals wohnte man mit 18 Jahren noch zu Hause.) Auswahltest. Bekannt war, dass nur 10 % aller Bewerber eingestellt werden. Das ist heute auch noch so. Theoretischer und praktischer Teil. Also: Lesen, schreiben, denken und Sportprüfung. Nun, damals wog ich noch 62 kg bei 1,82 m Körpergröße. Sport war kein Problem und das andere wohl auch nicht. Beginn bei der 5. Lehreinheit. Antreten lernen, essen lernen, gehen lernen, Messer und Gabel benutzen lernen, marschieren lernen, grüßen lernen usw. Ganz neue Erfahrungen. Jeden Tag Schule, Fachunterricht, deutsch, und, was ich nie vergesse: "GdLudB" (Grundfragen des Lebens und des Berufes -kiecher)- Ich kannte damals die StVO auswendig! Bereitschaftspolizei
Nach einem Jahr Übernahme in die Bereitschaftspolizei. Damals hatten wir noch nach Art. 99 GG (heute??) die "Freiheitlich Demokratische Grundordnung" zu schützen. Robben, Gleiten, Wälzen im Gelände (Hätte ich ja gleich zur BW gehen können). Granatwerferzug, MG mit geschlossenen Augen auseinander- und zusammensetzen. Wir trugen noch die grünen Bundesuniformen. Ich war in der 3. Hundertschaft. Wir unternahmen sog. Hundertschaftsvollübungen. 3 Tage im Gelände. Übernachtung in Zelten. Dann wurde ich Kradfahrer. Endlich nach draußen. Voraufsicht bei HSV Spielen und so. Immer wieder Unterricht, allgemeinbildend und praktisch ( Nach Marschzahl nachts im Gelände laufen). Dort auch schon geschlossene Einsätze: "KOMMANDORESERVE A" . Wir mussten raus, wenn geschlossene Einheiten in Zugstärke gebraucht wurden (30Mann). Das war sehr interessant und kam dem späteren Einzeldienst nahe. Entsetzen. Wir lagen bekleidet im Bett, das Radio plärrte: Attentat auf John F. Kennedy.
Polizeiübergangsabteilung: Gibt es heute nicht mehr. Dort wurden wir auf den Einzeldienst vorbereitet. Und wieder: Schule. In der Zeit: Revierverstärkung. Eine Episode: Wir, ein genauso unerfahrener Kollege und ich, stehen nachts an der Straße und beobachten, wie ein Pkw mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, um nicht zu sagen er raste, auf uns zukam. Wir hatten so eine kleine Taschenlampe mit weißem, rotem, und grünen Licht. Ich das rote Licht an und raus auf die Fahrbahn. Das konnte ich nicht durchgehen lassen .Meine Augen entsetzt offen sah ich, dass der gar nicht anhielt. Im Gegenteil, auf dem Dach leuchtete plötzlich ein Blaulicht und die Scheinwerfer gingen an. Vorbei fuhr ein Peterwagen (sagen wir in Hamburg zu den Streifenwagen. Hamburg war englische Besatzungszone und die ersten Funkstreifenwagen waren sog. Patrol-Wagen. Daher wohl Peterwagen.). Später kamen wir beide an die Wache. Da wartete schon einer. Der Fahrer von dem Peterwagen. Ich sehe es heute noch als Glück an, dass er mir keine reinschlug, sondern nur rumschrie, ob ich lebensmüde wäre und solche Sachen. Ich hatte schon vorher verstanden.
Reviereinzeldienst Endlich! Polizist an einer Polizeiwache. Schichtendienst. Was das heißt, bekam ich erst jetzt mit. Jede dritte Nacht Dienst, dazwischen ab 14.00 Uhr bis 22.00 Uhr Spätdienst und eine Woche Frühdienst ("Bäckerwoche"). Ostern, Pfingsten,. Weihnachten, Sylvester, Sonnabend, Sonntags. Natürlich nicht immer, aber 8 Jahre lang "immer öfter". Ein ganz kleines Revier in Hamburg, nur einige zig- tausend Einwohner. Zunächst Fußstreife, auch nachts und allein. So, dachte ich, wenn das dein Leben wird, dann kündigst du wieder. Mein Traum war, Peterwagen fahren. Antrag auf den sog. B-Schein, den Berechtigungsschein zum Fahren von Dienstkraftfahrzeugen. Ja! Ich kam auf den Lehrgang. Aber nicht Klasse 3, sondern Klasse 1, also für Kräder. Beide Führerscheine hatte ich schon. Auf meinen Protest erfuhr ich, dass die Wache ein Krad bekommt und man brauche Fahrer. Also Ausbildung und noch ein Lehrgang zur Berechtigung zum Erkennen technischer Mängel an Kraftfahrzeugen. Das war für mich als Kfz-Mechaniker natürlich ein Selbstgänger. Die nächsten Jahre fuhr ich Streife mit dem Krad und dann auch mit dem inzwischen erworbenen Berechtigungsschein für Peterwagen diesen.. An was erinnere ich mich noch prägend?
Auf der BAB war ein Mann tödlich verunglückt. Die Frau wohnte im Revier. "Fahrt mal hin und verständigt die Angehörigen!" Wir stiegen aus den Fahrzeug, aus dem Treppenhausfenster schauten zwei Frauen heraus. Eine schrie: NEIN NEIN, mein Mann.!! Na ja, Frauen haben ein Gefühl für sowas. Was folgte war nicht sehr erlebenswert. Ein Mann kommt nachts herein, blutüberströmt und schildert, dass ihn seine Frau zusammengeschlagen habe. Das war gegenüber der Wache. Der Wachhabende: "Dieter, geh mit ihm mal rüber und guck mal, was los ist." Und dort: Eine Frau, ca 1,50 m klein, nackt, dick und Brüste bis zum Bauchnabel, blutig und total besoffen. Sie nahm mich in den Arm (kotz) und schilderte ihr schweres Leben. Ich war auch inzwischen blutverschmiert. Ich "liebte" plötzlich meinen Beruf. Der Ausgang ist unwichtig.
Wochenlang fuhren wir nachts zu sog. Kneipenschlägerein. Der Verursache war immer schon weg und hinterließ teilweise erheblich verletzte Gäste. Eines nachts waren wir schneller als er und trafen ihn noch an. Vor der Personalienfeststellung lief er weg. Ich hinterher. Kurz bevor ich ihn hatte blieb er stehen, drehte sich um und .........nach dem Schlag, in den ich ja auch noch reinlief, hatte ich eine dicke Unterlippe. Ich setzte einen Kopfwurf an und zack, mein schöner Uniformärmel war weg. Na ja, da hörte der Spaß auf. Mein Kollege hatte uns erreicht und wir konnten ihn festnehmen. Danach kam auch noch ein Taxifahrer und entschuldigte sich, dass er über meine schöne weiße Dienstmütze gefahren war. Na ja, insgesamt Scheiße. Auf dem Schreibtisch des Wachhabenden lag ein Haftbefehl gegen einen Typen, den jeder Kollege kannte, zur Anordnung der Untersuchungshaft. Das war eigentlich Sache der Kripo, die hatten aber noch keinen Erfolg. "Nun", sagte ich zu meinem älteren Kollegen, "lass uns mal da und da hinfahren". Da hatte ich den Typen schon mal gesehen. Das war eine Kartoffelsack-Befüllanlage (oder so). Er sieht uns, wir sehen ihn, er macht den langen Fuß und wir kriegen uns so das Prügeln, dass er nachher aussieht wie ich, beide Notarzt - behandlungsbedürftig. Das hieß damals schon Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und heißt auch heute noch so.
In der Zeit habe ich unseren schönen Streifenwagen bei einer Einsatzfahrt zu Schrott gefahren. Glücklicherweise wurde niemand verletzt Einmal habe ich geschossen, aber nur aus Versehen. Ich war Zivilfahnder und ein Einbrecher, er hatte nach einem Einbruch schon einen Kollegen mit einem Mauerstein zusammengeschlagen, lief mir während der Fahndung über den Weg. Ich hatte meine Pistole gezogen und lief hinterher. Als er merkte, dass ich schneller war, blieb er stehen. Super, dachte ich, jetzt hast du ihn. Weit gefehlt. Gegen die Waffe sprang er auf mich zu. Ich hatte die rechte Hand wegen der Waffe nicht frei. Was tun? Schießen ? Hätte ich es man getan, denn was jetzt folgte war richtig Scheiße. Ich setzte ein Stück zurück und zur Seite und schlug ihm meine Waffe auf den Kopf. Der Finger war im Abzug, der Schuss löste sich und pfiff unkontrolliert weg. Mein Kollege, der hinzugekommen war, schmiss sich hin. Ich dachte, ich hätte ihn getroffen. Zum Glück nicht. Aber der Typ kam wieder hoch. Ich trat ihn in den Bauch und v e r s u c h t e ihm Handfesseln anzulegen. Auf dem ersten Zahn der "Hamburger Acht" fasste die Fessel. Ich dachte, was ist denn das. Später stellte sich heraus, er war von Beruf Betonwerker, Rocker und aus der JVA entwichen. Na ja, mein rechter Daumen war tiefblau, der Fingernagel wurde noch in der Nacht gezogen und - wieder Scheiße.
So, ich könnte noch seitenlang weiter berichten, aber Schluss mit dem Revierdienst. Irgendwann zwischendurch kam noch der sog. Festeinstellungslehrgang, 6 Monate lang nur Schule.
Kriminalpolizei: Irgendwann nachts rief mich mein "mittlerer" Bruder an. Er war inzwischen auch bei der Polizei (der jüngste auch) und sagte, dass er sich zur Kripo beworben habe. Ich war inzwischen 29 Jahre alt, Obermeister und Wachhabender-Vertreter. Das gefiel mir eigentlich gut. Ich fragte, wie macht man das denn, und er schickte mir eine Kopie von seiner Bewerbung rüber. Ich bewarb mich auch. Dann kam der Tag der Auswahl. Es hatten sich meiner Erinnerung nach ca. 350 Kollegen beworden und 70 wurden gesucht. Wir haben es beide geschafft. Er ist heute schon seit Jahrzehnten bei der Mordkommission.
Wieder 1 Jahr Ausbildung, 4 Monate Praxis (in Hamburg-Bergedorf) und 8 Monate Schule. Herrje, das war ein Lehrgang. Lernen lernen lernen. Endlich fertig. Prüfung ok. Dann folgte ein Jahr Dienst auf dem Kriminalkommissariat .
Nur ein Ding aus der Zeit: Ich, als unerfahrener junger Kriminalbeamter hatte Tagesdienst. Das heißt, dass an dem Tage alle anfallende Vorgänge bearbeitet werden mussten. Die Kollegen waren nahezu alle unterwegs und der Chef auch. Das Telefon läutet und der Lagedienst der Polizei am Telefon: "Hallo Herr B, Sie haben Tagesdienst, wir haben eine Bombendrohung im Präsidium. Sollen wir räumen lassen?" Dazu muss man wissen, dass das damalige Polizeipräsidium Hamburg mit nahezu 700 Mitarbeitern in "unserem" Zuständigkeitsbereich lag. Ich dachte, mein Herz bleibt stehen. "Ähm Ähm". Dann die Flucht nach vorn: "Hören Sie mal zu, da arbeiten zig Leute mit fünffachem Gehalt von mir und der Stimme des Anrufers vorm Ohr, das müssen die selbst entscheiden." Vergessen habe ich den Schreck nie. Kriminaldauerdienst
Irgendwann rief mich der Chef der Brandermittlungskommission beim KLA Hamburg an und fragte, ob ich nicht dort Dienst verrichten wollte. Damit hatte ich mich schon auf dem Kommissariat beschäftigt. Da alle sog."Brandvorgänge" beim LKA ausgewertet wurden, kamen meine Berichte dort auch "auf den Schreibtisch". Die Ermittlungen waren wohl so zufriedenstellend, dass man "um mich warb" Voraussetzung: 1 Jahr Kriminaldauerdienst. Das sind die Kollegen, die eigentlich überall den sog "Ersten Angriff" wahrnehmen, an die Kommissariate berichten oder die Hausbereitschaftsdienste des LKA informieren. Dort wird man mit nahezu allen Delikten konfrontiert und lernt sehr viel. In der Zeit erhielt ich auch das sog. Zeichnungsrecht. Das heißt, alle Ermittlungen und Vorgänge werden eigenverantwortlich bis zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Brandermittlung
Schon nach 6 Monaten Kriminaldauerdienst ging's zum sog. Brandermittler - Aufbau - Lehrgang zum BKA nach Wiebaden. Danach dann zur Brandermittlungskommission. Das war 1976 Damals untersuchten wir alle größeren Brände und Explosionen in Hamburg, alle Brände bei denen Menschen ums Leben kamen und alle Serienbrandstiftungen. Rund um die Uhr versahen wir mit 7 Kollegen, wenn alle da waren (Urlaub/Krankheit/Lehrgang usw.) Hausbereitschaftsdienst. Jeden Monat wurden so zwischen 30 und 40 Überstunden bezahlt. Das konnte ich als junger Familienvater gut gebrauchen. Aber: Fast (nicht immer) nur Bereitschaft. Wir sind damals zu jedem Wohnungsbrand, zu jedem Keller- und jedem Dachstuhlbrand rausgefahren und haben die Ermittlungen übernommen. Wie oft wurde ich mit Blaulicht und Martinshorn von zu Hause abgeholt und zur Einsatzstelle gebracht. Irgendwie war jahrelang "Aktion". Es kam dann hinzu, dass die Dienststelle zuständig wurde für die Untersuchung von Bahn- und Flugunfällen und allen tödlichen Arbeitsunfälle in Hamburg. Das war nun völlig neu. Die Ausbildung zog sich hin. Aber dann nach zwei bis drei Jahren "Erfahrung" , konnte einem keiner mehr ein X für ein U vormachen. Wir waren nebenher auch noch zuständig für die weiteren Ermittlungen aller auswärtigen Vorgänge, waren Interpol-Stelle und unterstützten die sog. örtlichen Kollegen hinsichtlich der Brandursachenermittlung vor Ort. Unser Ziel, Brandstifter festzunehmen und über die Staatsanwaltschaft dem Gericht zuzuführen, wurde oft erreicht. Dazu muss man schnell ausführen, dass es eigentlich zwei "Arten" von Brandstiftern gibt. Zum einen den pyromanisch veranlagten, der meist alleinstehend, arbeitslos, alkoholabhängig und minderbegabt nachts durch die Gegend schleicht und bei sich in der Gegend Ascheimer, Keller und Dachböden anzündet und zum anderen den hochintelligenten Geschäftsmann oder sein Gehilfe, die professionell - meist natürlich bei sich selbst - Brände legen oder den Auftrag dazu gaben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Dazwischen gibt es natürlich auch noch Grauzonen. In den Jahren bei dieser Dienststelle habe ich auch immer wieder mit Freiwilligen Feuerwehrleuten zu tun gehabt, die in den Verdacht gerieten Brandstifter zu sein. Einige wurden auch überführt. Das mögen die User, die bei den Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland tätig sind, nicht gern hören, aber es ist so. Aber auch da spielte der Alkohol, aber auch Geltungssucht, eine große Rolle.
Im Laufe der Jahre veränderte sich vieles. Wegen Personalmangels wurden die Hausbereitschaftsdienste auf die Wochenenden und gesetzliche Feiertage beschränkt. In den Polizeidirektionen wurden eigene Brandermittlungskommissionen eingerichtet und uns blieben dann noch die wirklich großen Fälle, auf die man sich dann besondern konzentrieren konnte. Brandstiftung gehört zu den gemeingefährlichen Verbrechen. Einige Jahre war unsere kleine Dienststelle die mit den meisten Telefonüberwachungen im LKA. Dann wurden wir allerdings von anderen Dienststellen unterstützt. Inzwischen versehen auch zwei Kolleginnen bei uns Dienst. Natürlich freiwillig, denn man ist eigentlich immer an der Brandstelle dreckig wie eine Sau. Körperlich einfach ist es auch nicht, wenn der Brandschutt raus- oder sogar wieder reintransportiert wird, um ein Zimmer wieder "aufzubauen". Na ja, und "leichenfest" muss man auch sein. Zu jeder Brandleiche und zu jedem am Arbeitsplatz Getöteten gehört auch eine erste sog. kriminalpolizeiliche Leichenuntersuchung. Decken sich die äußerlichen Spuren am Körper mit den Gegebenheiten vor Ort? Ein Beispiel, warum es gut sein kann, wenn Frauen und Männer in verschiedenen Situationen zusammenarbeiten, weil die Situation von Mann und Frau unterschiedlich beurteilt wird:
In einem Altenheim kommt es am späten Abend zu einem Brand, bei dem eine Heimbewohnerin ums Leben kommt. Der zuständige Pfleger versuchte noch vergeblich sie zu retten. Eine Kollegin mit einem Kollegen kommen hin und lassen sich schildern, was passiert ist. Der Pfleger macht zunächst auch plausible Angaben. Dann schauen sich bei den Leichnam an. Ich will jetzt nicht weiter in die Einzelheiten gehen, aber die Kollegin sagte "als Frau": "Hier stimmt was nicht. Keine Frau legt sich freiwillig so auf ihr Bett. Der Kollege war nachher ehrlich und gab zu, dass er kaum hinschauen mochte. Was stellte sich heraus? Die Frau war vor dem Brand bereits tot. Der Pfleger hatte sie - die Motive sind auch später nie ganz deutlich geworden - missbraucht, hatte auf ihr gekniet, ihr sämtliche Rippen gebrochen...... Es soll reichen. Er sitzt heute noch. Später kamen die gleiche Kollegin und ich zu einem Rohbau. Ein Arbeiter war vermisst worden und man hatte ihn dann tot im Keller unten in einem Treppenhaus gefunden. Der Hosenstall war offen. Wir erfuhren, dass der Mann Anschläger war und zur Straße gehen sollte, um dort auch einen Lkw mit zu entladen. Dort stand auch eine Baustellentoilette, ein sog. Dixi-Klo. Weil er dort nicht ankam, suchte man ihn. Für meine Kollegin unbegreiflich, dass ein Mann nicht die Toilette benutzt. Ich sagte ihr, dass sie kaum einen Mann findet, der sein kleines Geschäft in einem Dixi-Klo verrichtet, wenn er frei auf der Baustelle pinkeln kann. So haben sich beide Geschlechter dann ergänzt. Das war natürlich nur ein - allerdings tatsächliches - Beispiel.
Nun noch kurz, was ich nie vergessen werde: Um die Mittagszeit Einsatz: In einer Wohnstraße waren nach einem Brand in einer Wohnung zwei tote Kinder aufgefunden worden. Die vom Einkaufen zurückkehrenden Eltern sind mit einem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht worden. Vor Ort standen betreten BERUFSFEUERWEHRBEAMTE herum. Der Brad war gelöscht. Im Kinderzimmer war sitzend ein Baby im Laufgitter verbrannt. Und wenn ich sage verbrannt, dann ist es auch so. In einem offenen Regal lag seitwärts ein Junge von etwa 10 Jahren mit tödlichen Brandverletzungen. Der Zugführer der Feuerwehr fragte, ob wir die beiden bergen, er hätte keinen Freiwilligen gefunden. Mein Kollege und ich fanden dann in der Wohnung die geöffnete Schublade des Wohnzimmerschrankes. Dort lagen noch diverse Pakete Streichhölzer. Es lag nahe, dass das Hantieren mit Streichhölzern zum Brand geführt hatte. Andere Dinge konnten wir objektiv ausschließen.. Von Nachbar erfuhren wir, dass der GROSSE sich immer in seine. "Kummerhöhle" im Schrankregal zurückzog, wenn er etwas angestellt hat. Jetzt, nach Fertigung von Fotos, folgte die vorher beschriebene kriminalpolizeiliche Leichenuntersuchung. Als ich den Kleinen aus seinem Bettchen löste, verschwand mein Kollege. Auch die Feuerwehr war nicht mehr zu sehen. Danach zog ich den anderen Jungen aus seiner "Kummerhöhle" und hob ihn in ein Nebenzimmer. Dort traf mich fast der Schlag, der Junge ähnelte meinen ältesten Sohn damals "aufs Haar". Kopfform, Figur, Größe, Haare, einfach alles. Schluck. Das war hart. Die beiden wurden später mit einem Leichenwagen abgeholt und mein Kollege und ich fuhren zu den Eltern ins Krankenhaus. Die diensthabenden Schwester wies auf die beiden und wir gingen hin, um zu kondolieren. Die Mutter fragte gleich nachdem wir uns vorgestellt hatten: "Was ist mit meinen beiden Kindern"?". Schluck, beide wussten nicht, dass ihre Kinder verstorben waren. Was nun passierte will ich mal nicht näher erläutern. Das kann sich wohl jeder selbst aus malen. Ich habe das nie vergessen.
So, jetzt muss ich aufhören. Nicht weil ich nichts mehr zu berichten weiß, sondern, weil der Berichts sonst Ausmaße annimmt, die nicht mehr zu überschauen sind. Ich könnte von Arbeitsunfällen berichten, bei denen Menschen auf grausamste Weise ums Leben kamen; von meinem Nachbarn, dessen Kopf ich - natürlich zunächst unwissend - von den Gleisen nahm. Von dem Seemann, dem der Anker mitsamt der Ankerkette eines Seeschiffes an der Pier beim Verlegen des Schiffes auf seinen Körper fiel, weil zu früh das Kommando "Lass fallen Anker" kam, von dem Hafenarbeiter dessen Herz 3 Meter neben ihm lag, nachdem ihn ein großer Van Carrier (Containerheber) überrollt hatte; von dem 18 jährigen, der in eine Kreiselegge kam und dessen Mutter zwei Jahre später um ein retuschiertes Bild ihres Sohnes bat, weil sie nicht mehr Abschied von ihm nehmen konnte; von der Mutter eines Piloten, die einfach nicht wahrhaben wollte, dass ihr Sohn die Brandeiche war, die nach einem Flugzeugabsturz geborgen worden war; von dem Arbeiter der in einem Klärwerk mit der Schneckenkaskade in das Pumpenhaus transportiert und dort oben in einer Presse zusammengequetscht wurde. Aber auch von den Tätern, die überführt wurden und zum Teil noch heute im Gefängnis, aber insbesondere auch in der geschlossenen Psychiatrie sitzen.
Zusammenfassung: Warum habe ich das aufgeschrieben? Es gibt bei der Polizei nicht nur den hinter der Hecke stehenden Schutzmann, den "prügelnden" Bereitschaftspolizisten und ähnliche Dinge, die in unterschiedlichsten Kommentaren nach den Berichten über die Polizei niedergeschrieben wurden. Manche haben über die Jahre verdammt gute Arbeit geleistet und brauchen sich ihres "Jobs" nicht zu schämen. Ich kann mir jedenfalls denken, warum ich als Schutzmann oft Magenprobleme hatte und mit 59jahren ziemlich schwere Herzrhythmusstörungen bekam ( fast wieder gut! Kein Beileid). In Pension bin ich als Kriminalhauptkommissar gegangen. Ich hatte das Glück, vor Jahren übergeleitet - vom mittleren in den gehobenen Dienst - worden zu sein.
Ja, das war nun wieder kein Produkt. Seid nett zu mir und zerreißt mich nicht. Der Bericht ist auch nirgends - was sagt man - gefakt? Ich habe auch bei anderen Usern schon Augenbrennen beim Lesen bekommen (hihi). Freundliche Grüße aus Hamburg Dieter
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