Klasse Kleinwagen
03.06.2001
Pro:
Sportliches Äußeres, Innen solide Verarbeitet, vorne viel Platzfreiheit
Kontra:
Scharfe Kante an Fahrertür, kleiner Kofferraum, häßliches Heck (nach meinem Geschmack)
Empfehlenswert:
Ja
 MKohlhass
Über sich:
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wieviel Erfahrung berechtigen jemanden, bei CIAO einen Testbericht über ein Auto einzustellen? Ich meine, 1.621 km, im 4 Tagen zurückgelegt, erlauben mir, ein Urteil über den Pontiac Sunfire abzugeben. Ich mietete den Pontiac Sunbird in der Economy Class bei National Carrent in Ottawa, Kanada. Zuvor hatte ich noch um ein Upgrade der Wagenklasse nachgefragt, was aber negativ beschieden wurde. Dieses wäre auch wirklich nicht erforderlich gewesen, denn wie sich später bei der Übernahme des Wagens herausstellte, ist der Pontiac Sunfire wesentlich größer und komfortabler, als es europäische Vergleichsmodelle der selben Klasse, wie Polo oder Corsa, vermuten lassen. Ja, von vorne und der Seite wirkt der Sunfire wie ein richtiger Sportwagen, was nicht zuletzt durch den Spoiler verursacht wird. Lediglich bei der Heckansicht wird seine Economy-Class-Zugehörigkeit deutlich. Aber mit Schwierigkeiten bei Heck-Design ist Pontiac ja nun wahrlich nicht alleine auf dem Automarkt...
Als Zweitürer bietet der Sunfire komfortables Einsteigen und ein großzügiges Raumangebot für die beiden Frontsitze. Das Interieur ist in schwarzem Plastik gehalten und sehr solide verarbeitet. Trotz Beifahrer-Airbags ist auch das Handschuhfach von enormer Größe. Die Mittelkonsole ist aufklappbar und als von außen nicht einsehbares "Geheim-"fach, beispielsweise für eine Kleinbildkamera, geeignet. Voll auf US-Bedürfnisse abgestimmt bot der von mir gemietete Sunfire Abstellmöglichkeiten für sage und schreibe 5 Getränkedosen (Cola, versteht sich, denn: don`t drink and drive...) Dafür sind aber die anderen Ablagemöglichkeiten etwas zu kurz gekommen. Ursprünglich wollte ich schreiben, daß die Türen keinen Stauraum bieten, doch bei Abgabe des Fahrzeugs bemerkte ich, daß da so etwas war. Diese liegen jedoch so weit hinten, daß sie bei geschlossener Tür nicht bemerkt werden. Die Instrumente, einschließlich der Klimaanlage, sind überschaubar angeordnet und leicht verständlich beschriftet. Ob es allerdings wirklich notwendig ist, die Kühlwassertemperatur- und Tankstandsanzeige mit nahezu gleich großen Zeigern, wie Drehzachlmesser und Tacho zu versehen, ist meines Erachtens fraglich. Schlicht und in orangen Leuchtdioden: der Kilometerstandanzeiger. Alle Anzeigen funktionieren sehr genau und präzise.
Ganz besonders hat mir das werkseitig eingebaute Autoradio mit CD-Player gefallen. In dieses ist auch gleichzeitig die Uhr integriert. Seine Bedienknöpfe sind extrem benutzerfreundlich und auch die Beschriftung ist für einen Laien, und darauf kommt es ja bei Mietwagen besonders an, absolut verständlich und leicht nachvollziehbar. Wenn ich da an das eingebaute Katastrophenradio im Audi meines Vaters denke... Der besondere Clou ist jedoch die automatische Lautstärkenregelung, die den Pegel, je nachdem, wie schnell man fährt, erhöht oder vermindert und stets auf gleichem Level hält. Und klasse finde ich auch die automatische Abschaltung. Das Radio, bzw. der CD-Player spielen bei gezogenem Fahrzeugschlüssel so lange weiter, bis die Fahrertür geöffnet wird. Erst danach schaltet sich das Gerät von selbst aus. Kehrt man zurück, schaltet sich beim Einstecken des Zündschlüssels alles auch wieder genauso ein, wie man es verlassen hat - selbst die CD beginnt nicht am Anfang des Liedes, sondern punktgenau mitten im Song. Die nordamerikanischen Straßenverhältnisse und Verkehrsregeln erlauben es natürlich nur bedingt, ein Fahrzeug unter europäischen Gesichtspubkten zu testen oder auszufahren. Aber gerade für die in Kanada und den USA herrschenden Bedingungen ist der Pontac Sunfire sehr gut geeignet. Er läuft ruhig und konstant. Der Spurlauf war recht genau und das Lenkrad, übrigens mit einem gewaltigen Eisenhebel höhenverstellbar, ergonomisch gut geformt. Nach meinem Geschmack paßt auch die Federung, doch ich fürchte, daß das den Amerikanern zu hart ist. Vielleicht ist das ja auch ein Grund für die Einstufung des Sunfire als Kleinwagen.
Natürlich hatte mein Sunfire ein Automatikgetriebe, dem Standard in Conus (Continent of United States). Damit lassen sich die weiten Strecken in Nordamerika auch einfach viel bequemer zurücklegen, als mit einem Schaltgetriebe. Auch wenn mir die genaue PS-Zahl meines Sunfires nicht bekannt ist, so war er jedoch mehr als ausreichend motorisiert und bei Überholvorgängen übertrug sich diese Kraft auch sauber auf die Straße. Auch die Cruise-Control (Automatische Geschwindigkeits-"halter") ist ein amerikanischer Standard, der einfach klasse ist und die im Pontiac einwandfrei und präzise funktionierte. Warum der Pontiac Sunfire letztlich doch zur Kleinwagenklasse gehört, läßt sich an mehreren Details erkennen. So wirken z.B. Schlüssel und Schlösser billig. Die Außenspiegel, von denen nur der auf der Fahrerseite von innen verstellbar ist, sind ebenfalls sehr einfach. Ja, und nicht zuletzt an der Größe des Kofferraums! Für mich als Alleinreisenden war er natürlich mehr als ausreichend. Einen Koffer, eine Reisetasche und einen Aktenkoffer habe ich bequem hineinbekommen. Und auch für 2 Personen dürfte der Platz noch ausreichen. Aber das Reisegepäck einer vierköpfigen Familie verstaut man darin nicht. Praktisch ist, daß man den Kofferraum vom Fahrersitz aus von innen öffnen kann. Apropos öffnen: trotz vieler kleiner komfortabler Details (z.B. haben beide Sonnenschützer Schminkspiegel) verfügte mein Sunfire erstaunlicherweise weder über Zentralschloßverriegelung noch elektrische Fensterheber.
An dieser Stelle muß ich aber unbedingt noch einen Sicherheitshinweis geben: die Verkleidung an der Fahrertür in Höhe des Stellfensters hatte eine messerscharfe Kante, an der ich mich mehrfach geschnitten habe, denn das Zuschlagen der Autotür gehört so mit zu den unbewußtesten Handlungen an einem Fahrzeug. Ich weiß nicht, ob das ein produktionsbedingter Fehler nur bei meinem Fahrzeug war, oder ob man generell bei diesem Typ aufpassen muß. Aber wenn ich Amerikaner wäre und Besitzer dieses Fahrzeugs, würde ich Pontiac, wie dereinst McDonalds mit seinem heißen Kaffee, mit einer Millionenklage überziehen... ;-) In den über 24 Stunden, in denen ich mich im Pontiac Sunfire befunden habe, habe ich mich sehr wohlgefühlt. Als Mietwagen würde ich ihn immer einem Polo, Corsa, Fiesta oder ähnlichen Fahrzeugen vorziehen. Die Frage, ob das auch für den Besitz, speziell unter europäischen Bedingungen, gilt, stellt sich für mich jedoch dem Grunde nach nicht.
Noch ein letztes Wort zum Verbrauch: für die 1.621 km habe ich 122 Liter Normalbenzin gebraucht, was einen Durchschnitt von 7,5 l auf 100 km ergibt - oder 30 Meilen auf die Gallone, wie es die Amerikaner ausdrücken. Insgesamt ein cooler Kleinwagen, der bestimmt nicht der schlechteste seiner Klasse ist und keinen Vergleich zu scheuen braucht.
;-) Gruß MKohlhass
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03.06.2001 10:56
Was mich speziell noch interessiern würde wären die technischen Daten. Gruß Ingo
03.06.2001 10:47
Vielen Dank für das Kompliment und Deinen Kommentar, da soll noch mal einer von dooyoo behaupten, hier würde nur rumgeklickt... ;-) Gruß MKohlhass
03.06.2001 10:45
Der ist ja ein richtig sparsamer Amerikaner. Klingt interessant, obwohl so ein Auto wegen der Automatikschaltung kein Thema für mich ist, ich fahre und schalte sehr gerne. Aber super Bericht. P.S. Es kommt nciht darauf an, wie lange man ein Auto gefahren ist, sondern wie genau man sich generell damit beschäftigt hat. Hab hier schon Berichte von Leuten gelesen, die das AUto sogar besitzen, über das sie schreiben, und der Bericht war nicht halb so gut wie deiner...