Popstars

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Erfahrungsbericht über "Popstars"

veröffentlicht 23.08.2001 | Angelito24
Mitglied seit : 29.07.2001
Erfahrungsberichte : 39
Vertrauende : 29
Über sich :
Durchschnittlich
Pro Blick hinter die Kulissen
Kontra alles Show, Arroganz und Aggression
sehr hilfreich
Kultstatus:
Unterhaltungswert
Moderation:
Durchhaltevermögen:

"Popstars2 - alles Fake, ich war dabei!"

Man hat ja viel gehört und gesehen, was aus einer gecasteten Girlgruppe so werden kann. Erfolgreiche Stars, wie sie die deutsche Musikszene schon lange nicht mehr gesehen hat.

Locker mal durch ein Casting gesungen, dass anscheinend im letzten Jahr allen so viel Spaß gemacht hat, dann nach Mallorca ins Intensivtraining, um sich immer weiter aussortieren zu lassen.
Übrig geblieben sind 5 Mädels aus Deutschland, die erst die Fernsehzuschauer überzeugten und dann die Musikwelt über die deutschen Grenzen hinaus. Aber nicht einmal der Bandname stammt von den Girls, der wurde per TED entschieden.

Die entstandenen „NoAngels“ sind eine perfekt eingespielte Truppe, was die Verkaufszahlen und die Charts bestätigen. Das Team dahinter spielt die zweite Rolle und wahrscheinlich das meiste Geld ein.
Doch egal: wer träumt nicht auch davon, ein Popstar zu sein? In der Weltgeschichte rumzureisen, vor tausenden von Fans zu tanzen und zum Playback den Mund auf und zu zu machen und von allen begeistert empfangen und bejubelt zu werden? Ein Lied nach dem anderen ein Erfolg, alle Träume werden wahr, das große Geld lockt...aber wie sieht es wirklich aus?

Nach dem großen Erfolg der NoAngels wollen Polydor (die Plattenfirma) und RTL2 an diesen Absatz anknüpfen – vielleicht noch einen draufsetzen – und luden zum zweiten Casting für Popstars2 ein. In 5 großen Städten Deutschlands wurde bereits gecastet: Köln, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart.

In Stuttgart war ich dabei. Von 9 Uhr an sollte bestimmt werden, wer denn nun von Runde zu Runde weiter kommt und dem Ruhm und dem großen Geld damit immer näher. Ich möchte von mir behaupten, dass ich wohl eine gute Stimme habe und mich der Reiz am Erfolg auch gepackt hat, deshalb machte ich mich daran, von mir zu überzeugen. Doch was ich bei diesem Casting erlebte, war nicht annähernd so toll, die Atmosphäre nicht einmal ähnlich dem, was letztes Jahr im Fernsehen zu sehen war (und ich hab mir als groß-Interessent alle Folgen angesehen!).

Das Team, die Security und alles was diese Popstars-Keyholder um den Hals trug, waren dermaßen unfreundlich und arrogant, dass es einem die Sprache verschlagen konnte. Überall hupften aufgeregte Girls und Boys durch die Gegend und bis halb 12 wußte keiner der Anwesenden Bewerber überhaupt, wann es wie und wo losgehen würde. Und viele waren seit 8 Uhr morgens da. Bei gut 28 Grad Hitze gab es für denjenigen, der sich nicht klugerweise selbst was zu trinken mitgebracht hatte, keine Chance: außer den Wasserhahn auf den Toiletten gab es nämlich nichts zu trinken! Doch dazu mußte man erst mal auf die Toiletten gelassen werden! Einer der Securitys scheinte sich einen Spaß daraus zu machen, die Klos als „Sperrzone“ zu betiteln und ließ eine gute halbe Stunde niemanden aufs Örtchen – was bei einem Andrang von ca. 1700 Teilnehmern und der ganzen Aufregung der Mädchen und Jungs wohl fast an Freiheitsberaubung und Quälerei erinnert. Und natürlich traute sich niemand so richtig „aufzumucken“, weil „Das kommt ja dann im Fernsehen“. Doch kaum war eine Kamera in der Nähe wurde gesungen und gelacht – die Leute vom Team beantworteten sogar Fragen! Doch ohne Kamera erhielt man ein „keine Ahnung“ oder „Nerv mich jetzt net“. Ohne Witz!

Gegen 11 Uhr kam dann die Jury: Detlef „Dee!“ Joost (der Choreograph der NoAngels), Alex Christensen (Produzent von u.a. Rigth Said Fred und ATC) und Noah Sow (Sängerin und Moderatorin) in einem Popstars-Doppeldeckerbuss und alle Teilnehmer mussten im Spalier stehen und wenn der Anheizer „1,2,3“ rief, schreien: We wonna be a popstar! – ist das lächerlich, oder was?

Ich hab mir das angeschaut und kam mir total verar....vor. Von wegen gute Stimmung – alles FAKE!
Schobiz eben.

Nun also dann zum Casting selber: wer Dee! und co. gegenübertreten wollte, musste erstmal ein Vorcasting bei „Babo“ überstehen – eine angeblich kompetente Frau einer Kölner Agentur. Doch nach was die Gute die Leute auswählte oder nach Hause schickte, ist mir (und allen anderen) bis heute schleierhaft! Da sangen Mädels Mariah Carey perfekt nach und sie schickte sie nach Hause.
Ausserdem maulte und attakierte sie jeden an, der ihrer Meinung nach mit seiner Interpretation eines vorgetragenen Liedes dasselbe „zerstören“ würde! Man solle gefälligst so singen, wie sich das der Komponist des Liedes auch gedacht hatte! Und auf klassische-Opernstimmen hätte sie keinen Bock – „den Scheiß will ich gar nicht hören!“ „lass das Geschnörksel weg, das nervt!“. Ist das nicht ermutigend? Man stelle sich vor, hinter einem 100 Konkurrenten, die nur darauf hoffen, dass Du rausfliegst, vor Dir dieser Drache von Jurymitglied, die zu allem Übel alleine über Glück oder Unglück entscheidet. Und eine Begründung warum man dann nicht weiterkommt, gibt sie auch nicht ab. Pech.
Ein Mädel wurde von ihr gefragt, ob sie Gesangsausbildung hätte. Sie antowortete „JA“ – dann kam von Babo: siehst Du, bringt gar nichts. Der Nächste! – Wumm! Da haut es selbst dem stärksten Charakter den Boden unter den Füßen weg, oder? Klar, muß man in so einem Job belastbar sein und kritikfähig obendrein, aber ist eine schlechte Stimme Voraussetzung, um Popstar zu werden?

Ich (und viele andere) haben`s nicht geschafft, und nicht ansatzweise rausfinden können, was gesucht wird. Klar, einige, die weitergekommen sind, konnten gut singen oder rappen, aber viele, viele, die vom Publikum auf jeden Fall ein „weiter“ erhalten hätten, wurden nach Hause geschickt. Und das lag nicht am Aussehen, am Alter, an der Größe oder am Typ.

Die einzige Lösung, die ich mir vorstellen kann: man sucht nach formbaren, „schwachen“ Charakteren, denen man eine Rolle, ohne Widerstände erwarten zu müssen, aufdrängen kann. Eine Retortenband soll`s ja werden. 5 insgesamt, Jungs und Mädels, die das tun, was die Plattenfirma verlangt, um die Kohle für Leute wie Babo oder die Securitys ranzuscheffeln. Wenn die NoAngels auch mit solchen Leuten zu tun hatten oder haben, können Sie mir nur leid tun – egal wie erfolgreich sie sein mögen. Auch wenn es heißt, sie leben alle nun ihren Traum – ist der Preis dafür von Anfang an nicht ein bisschen hoch?

Ich bin froh, dass ich da raus bin, ehrlich. Aber in München werde ich mir das nochmal anschauen. Vielleicht um die hier euch mitgeteilte Meinung auch dem „tollen“ Team dort zu präsentieren – nein, das Fernsehen ist mir gleichgültig. Die Neugier, wer da kommt und es versucht, oder ob vielleicht die NoAngels vorbeischauen etc. etc. ist immer noch groß. Ob ich es nochmal versuche mit dem Vorsingen? Vielleicht. Aber dann mit einem anderen Song, mit viel mehr Gelassenheit und dem Wissen, dass mein „normales“ Leben, so wie es jetzt ist, mehr wert ist, als eine künstliche Existenz, die weich und formbar sein muss und ihr eigenes Ich gefälligst vor der Studiotür verlieren muss.


Ich hoffe, mein allererster Ciao-Bericht (Premiere!) hat euch gefallen, auch wenn er etwas länger ausgefallen ist...


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So, da ich nun sehr lange darauf gewartet habe, dass meine Produktanmeldung 'POPSTARS2' durchkommt und bis heute nix passiert ist, stelle ich euch meinen *****Bericht vom Casting in München*****
einfach hier rein, damit ja keiner noch länger auf die Hintergrundberichterstattung warten muss. Also: viel Spass beim LESEN!!!;-))

Nachdem ich ja schon mehr oder weniger versprochen habe, von dem Casting in München zu berichten, habe ich mich nach 2 Tagen Daueranspannung heute endlich an meinen PC gesetzt, um möglichst objektiv vom Popstars2-Casting in München (dem letzten) zu berichten.

Das Wetter am Freitag war nicht so toll, wie das damals in Stuttgart, aber unter einem Schirm, dick eingepackt in einen Winterpulli und zwischen 1399 anderen Bewerbern konnte man es aushalten. Dachte ich. So stand ich gegen 10.30 Uhr am Vormittag in einer endlosen Schlange singender und auch missgestimmter Popstars-Anwerter und hey - die "netten" Securities waren auch wieder da. Diesmal allerdings ein wenig freundlicher, wie in Stuttgart. Sogar Begleitpersonen durften sich diesmal in die Warteschlange mit eingliedern, das war in Stuttgart noch streng verboten!

Nachdem wir da also standen und versuchten uns die Zeit zu vertreiben, lernte man den einen oder anderen Wartenden näher kennen: 2 kamen extra aus Dresden (!) und wollten am Samstag mit dem Zug zurück nach Hause. Ein Mädel kam sogar aus Berlin, hatte da schon beim Casting mitgemacht, war aber nach der zweiten Runde rausgeflogen. Sie wurde natürlich von allen umstehenden ausgefragt, wie das "da drin" denn so ablaufen würde. Auch ich musste immer wieder von meinen Erfahrungen in Stuttgart berichten.

Nach 3 Stunden anstehen, ohne nennenswerte Vorkommnisse (außer, dass man uns von vorne wieder nach hinten schickte, dann von der vorm Regen schützenden Hauswand wieder zurück in die Hofmitte, "damit eine Gasse freibleibt") musste der oder die ein oder andere mal für kleine Königstiger (ihr wisst schon). Aber diesmal gab es GAR KEINE Toiletten für sämtliche Wartende, die noch VOR der Halle standen. Und da standen bestimmt 500 Leute. Nur wer drin war, konnte aufs Örtchen, aber bis dahin war der Weg noch weit...die einzige Erlösung bot (für die männlichen Bewerber) der nächste Busch oder Baum (igitt!) und für die Mädels - tja, freundlich in der nächsten Kneipe um die Ecke fragen. Oder verkneifen...

Ob es diesmal Getränke gab? Ja, an der nächsten Tankstelle, 100 Meter weiter! Wer dann aber alleine angestanden hatte und wieder in die Reihe an seinen alten Platz zurückkehren wollte, hatte Pech: hinten anstellen, klar?
So blieb man doch da, wo man war, es ging eh nicht so richtig was vorwärts. Sagen wir in einer Stunde ca. 10 Schritte weit.

Aber dann kam die Meldung des Tages: gegen 15 Uhr (also nachdem ich und viele viele andere da schon ca. 5 Stunden brav gewartet hatten), kam der tolle Popstars-Keyholder-Träger mit dem Megafon und brüllte ein halbverständliches: "Für heute voll...keine mehr rein...Tagespensum erreicht...wieder gehen...morgen ab 8.30 Uhr...!"
Schnell war Wut und Entsetzen unter den Wartenden ausgebreitet: "ich warte seit 6 Stunden, bin 400 km gefahren, nur um morgen wieder zu kommen?" "Wo soll ich denn übernachten?" "Ich kann aber morgen nicht...!" Kein Kommentar. Viele hatten echt einen langen Weg hinter sich und kamen in eine besch... Lage, aber das jukte nicht. Dann fuhr der Megafon-Mann fort: " Es werden Tische aufgestellt, da könnt ihr euch eintragen für morgen." Schluß. Ende.

Bis diese Tische dann endlich da waren, wurde uns wieder einmal bewiesen, dass viele junge Bewerber für ein Casting in der Hand von ein paar Securities eine gute wohlerzogene Herde abgeben würde: von links bitte nach rechts gehen, weil da die Tische hinkommen. Geht gefälligst nach hinten in den Hof, da stellen wir die Tische auf. Letztendlich kamen die Tische doch ganz wo anders hin und die Menge trottete nach 1 Stunde "auf-die-Tische-warten" brav zur Anmeldung für Samstag.

Ein Mädel, die ich beim langen Warten kennengelernt hatte, war extra aus Österreich angereist und beschwerte sich beim Eintragen bei einem Crew-Mitglied von Popstars. Sie sei extra aus Österreich gekommen und nun das. Sie warte seit 9 Uhr morgens auf ihren Einlass und nun wird sie einfach heimgeschickt. Sie wisse ja nicht mal, wo sie übernachten solle. Keine Organisation, nicht einmal Dixi-Klos, eine Frechheit! Ihr wollt wissen, was sie als Antwort bekam? "Hey, wenn Du nicht mehr kommst kommt jemand anders klar? Eine mehr oder weniger ist mir auch egal. Also: eintragen oder ziehst Du gleich ab?" Nett, was? Diese Freundlichkeit, dieses Verständnis! Und danke, dass ihr versprochen habt beim nächsten Casting wieder keine Toiletten aufzustellen oder uns ja nichts zu Trinken anzubieten. Wenigstens der Tankstellenbesitzer wird dem Popstars-Team noch länger dankbar sein, der machte wahrscheinlich den Umsatz eines Monats an diesem einen Freitag!

Nachdem auch ich mich für Samstag eingetragen hatte - ohne auch nur einen Mukser meiner Missstimmung von mir zu geben - bekam ich den berühmten Popstars-Anmeldebogen und meine Nummer.

Zum Bogen nur eins: füll ihn aus und denk nicht darüber nach, was du da unterschreibst: du verkaufst alle Rechte an dem, was in den heiligen Casting-Hallen passiert an RTL2 und Tresor (die Plattenfirma). Noch Fragen? Was genau in dem Bogen auszufüllen war? Bitteschön:
Als erstes die Formalitäten, Name, Adresse, Schule, etc. Dann: was singst du heute vor? Wie hast du vom Popstars-Casting erfahren? Hast Du bereits Erfahrung in den Bereichen Gesang, Sprachausbildung, Tanz, Schauspiel etc. gesammelt? Wenn ja, wie lange und an welcher Ausbildungsstätte?
Dann kam das Kleingedruckte und wir wissen ja von OTTO (dem Ostfriesen, nicht dem Katalog!), dass das ganz schlecht für die Augen ist, also unterschreiben wir brav und kommen am Samstag wieder. Aber bitte vor 9 Uhr, denn danach kommt keiner mehr in den Hof, klar?

Was am Samstag passierte, ob ich überhaupt zum Vorsingen kam und wie und ob ich diesmal beurteilt wurde, erfahrt ihr in meinem dritten Bericht...und der kommt garantiert schneller als dieser zweite Teil - hey: versprochen!

Eure Angelito24

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • norah15 veröffentlicht 05.09.2004
    echt dein erster bericht?? Alle Achtung!! Ist ja scho krass, wie unfreundlich die da mit einem umgehen und wie beschissen man da behandelt wird... Aber son Casting wär eh nix für mich. LG norah
  • alina00 veröffentlicht 01.11.2003
    Also, meine Freundin war zweimal zum Casting (Popstars 2 und 3) in Hamburg und die war total begeistert. Die Stimmung war Hammer, die Leute total nett, alles ging recht zügig und der Service soll klasse gewesen sein (Getränke gab´s gesponsort)
  • DJwutzle veröffentlicht 15.10.2003
    hey! also ist ja mal echt krass wie die mit einem umgehen! da bekommt man ne ganz andere meinung über solche sendungen. is ja ganz witzig sich das anzuschauen im fernsehen, aber mitmachen NIE! grüßle conny
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