Der 924 - Eine Kaufberatung
11.12.2000 (31.03.2001)
Pro:
echter Sportwagen zum Spottpreis
Kontra:
Hohe Steuer ohne Kat
Empfehlenswert:
Ja
 EASI
Über sich:
Mitglied seit:18.02.2000
Erfahrungsberichte:7
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wer sich schon in diese Rubrik "verirrt" hat, wird sich wohl auch für ein solches Auto interessieren. Genauso ging es mit bis vor 2 Wochen. Aufgeschreckt durch den Report in "auto motor sport tv" auf Vox wurde ich auf dieses Auto aufmerksam. Oft gescholten als "Volksporsche" oder schlimmeres, zeigt dieses Auto gerade jetzt in seinem doch fortgeschrittenen Alter seine Qualitäten. Man kann wohl kaum für weniger Geld das Gefühl erleben, einmal einen Porsche zu besitzen und auch zu fahren. Und es wird wohl auch nicht mehr lange dauern, bis das die Oldtimerfreunde erkennen und die Nachfrage nach gut erhaltenen Stücken anziehen wird. Aufgrund der nächsten Stufe der Steuererhöhung (für einen 2Liter mit 125 PS ohne Kat knapp 1000,- DM jährlichab 2001)sind momentan selbst gut erhaltene Stücke nur schwer absetzbar. Für Käufer ein Paradies! Und fürt umweltbewußte: Es gibt Nachrüstsätze bereits für um die 2000 DM (weil der Wagen bereits vwerkseitig auf Kat vorbereitet ist). Wenn man den Wagen dann als Sommerfahrzeug mit einem Saisonkennzeichen zuläßt bleibt es bei der Steuer und Versicherung ein vergleichbar günstiger Spaß. Und als Sommerfahrzeug ist er mit seinem herausnehmbaren Targadach fantastisch geeigent. Ich freu mich jetzt schon auf den Frühling.
Ab 1979 war das gute Stück vollverzinkt. Rost ist also nur dann ein Problem, wenn mal nachlackiert oder ein Unfall repariert wurde. Entdeckt man daher an einem Stück irgendwo auffälligen Rostbefall heißt es besser Finger weg!!! Meist hat hier ein Pfuscher herumgewerkelt. Die Technik selbst ist ziemlich robust. Hier kann man mit gesundem Menschenverstand bei einem insgesamt gepflegten Stück nicht allzu viel verkehrt machen. Am Besten läßt man das gute Stück mal auf eine Hebebühne nehmen. Da kann man sich den betsen Überblick verschaffen. Ist das nicht möglich solltem an sich nicht zu schade sein, ordentlich unter dem Auto rumzukriechen. Erstaunlich, was man da alles sieht. Bei einem der 4 Stück, die ich mir angesehen hatte, waren allen Ernstes zwei verschiedene Stoßdämpfer hinten eingebaut (ein Gasdruckdämpfer und ein herkömmlicher). Über merkwürdiges Fahrverhalten muß man sich bei so einer Karre nicht wundern.
Leider haben viele 924er bereits eine Karriere als Billig-Porsche hinter sich und sind entsprechend mißhandelt worden. Man achte also auf die Anzahl der Vorbesitzer und deren Geburtsdatum! Ein Scheckheft ist auch sehr aufschlußreich. Ölverlust in geringem Umfang ist durchaus normal. Bei ölverschmierten Maschinen würde ich aber auch besser abraten. Es sind genug gut erhaltene Stücke vorhanden. Also besser kein Geld in einen waidwunden Porsche stecken, sondern lieber länger suchen. Abraten würde ich auch vom 924 Turbo, der ziemliche Probleme mit dem Turbo verursachen kann und auch ganz nett schluckt. Leicht ausgeblichene Lacke sind mit ordentlicher Politur und Wachs z.T. fantastisch wieder aufzuarbeiten. Mein 924S von 1985 sah auf Dach und Motorhaube schlimm aus. Nach der Politur mit einem Mittel für angegriffene Lacke sah der Lack tatsächlich wieder wie neu aus. Die alten Lacke sind durch die inzwischen verbotenen Härter einfach haltbarer als heutige Lacke. Schon deshalb sollte man nach einem Stück mit möglichst viel Garagenaufenthalt suchen. Daran kann man entsprechend lange Freude haben. Die Sitzbezüge und auch das Armaturenbrett reißen gerne. Das läßt sich leider nicht ändern und bedeutet nicht schlechte Pflege. Auch als Gebrauchtteil sind nicht gerissene Armaturenbretter fast nicht zu bekommen. Aber mit dem Schönheitsmangel läßt sich leben.
Für ein gut erhaltenes Stück sind um die 3000 DM angemessen. So daß soll erstmal reichen......April 2001: Die Fortsetzung der Liebesgeschichte!!
Er ist nun seit einem Monat zugelassen. Außer dem großen Schneeeinbruch bei uns im Norden Mitte März, dem mein 924S mit seinen nagelneuen Sommerreifen einfach nicht gewachsen war, läuft er zuverlässig und macht verflucht viel Spaß. Ansonsten bin ich noch nicht dazu gekommen, so sonderlich viel an dem Auto zu machen. Im Wesentlichen habe ich ihn nur aufpoliert und gewachst. Interessant ist dabei, wie gut die alten Lacke aufpolierbar sind. Als ich den Wagen gekauft habe, meinte ich eigentlich, daß er mindestens teillackiert werden müßte. Dach und Motorhaube waren doch sehr weiß, was bei einem kopenhagenblauen Auto kein Schönheitsmerkmal ist. Mit einer Politur für angegriffene Lacke hat nun aber doch Polieren gereicht. Vorteil ist, daß diese Politur abrasiv wirkt, d.h. es wird eigentlich mit einem sehr feinen Schleifmittel die oberste Lackschicht (die verwitterte Schicht) abgeschliffen. Die dabei freiwerdende staubfeinen Farbpartikel setzen sich nun aber fast von alleine beim Polieren in feinen Waschstraßen-Riefen und sogar kleineren Kratzern so fest, daß diese fast verschwinden. Wenn danach der Wagen ordentlich gewachst wird, bleibt einem dieser Effekt auch ein ganze Zeit erhalten.
Technisch zeigt sich mein kleiner Liebling (ja, die Liebe bricht bei mir aus!!) bisher absolut solide. Und mit den neuen Reifen läuft er absolut spurstabil. Die Lenkung ist sehr leichtgängig und wirkt enorm direkt. Für einen Sportwagen ist das auch sehr wünschenswert. Wenn man aber wie ich von Limousinen à la BMW 316i (ohne Sportfahrwerk) verwöhnt ist, muß man sich doch ein wenig mehr konzentrieren, da jede noch so kleine Bewegung sofort auf die Straße übertragen wird. Auf die Lenkung sollte man übrigens bei der Probefahrt besonders achten, denn leichtgängig muß sie sein (auch ohne Servo). Bei einer Probefahrt mit einem anderen 924er von 1984 hatte ich ein Exemplar erwischt, bei dem wohl die Kugelgelenke vorne ausgeschlagen waren (vermute ich jetzt mal). Um das zu kompensieren hat der Bastler, der das Auto verkaufen wollte die Lenkung jedenfalls knackhart eingestellt, so daß man bei langsamer Rangierfahrt wirklich mit voller Kraft am Lenkrad reißen mußte. Daß kann auf Dauer nicht gut für die Mechanik sein und die ausgeschlagenen Kugelgelenke vorne werden davon auch nicht plötzlich heil! Der Motor des von mir gefahrenen 924S ist ein wahre Pracht. Im Gegensatz zu den vorher verbauten 2,0 Liter-Maschinen beim normalen 924er (der auch schon sehr nett zu fahren ist), der eigentlich aus den Regalen von VW/Audi stammt, ist beim ab 1985 gebauten 924S die Maschine des 944 mit 2,5 Litern und 150PS eingebaut worden. Diese Maschine zeichnet sich durch Kraft bei allen Drehzahlen und einen durchaus angenehmen Verbrauch aus. Ich bin bisher bestimmt nicht besonders zurückhaltend gefahren und habe bis dato einen Durchschnittsverbrauch von 11 Litern normal bleifrei. Das ist der Spaß, der dabei entsteht locker wert. Ich bin durchaus schon wesentlich stärker motorisierte Fahrzeuge gefahren, die trotzdem nicht an dieses Fahrgefühl heranreichten. Die niedrige Sitzposition und das ausgeglichene Gewicht durch den Transaxle-Antrieb (das Getriebe sitzt direkt an der Hinterachse und schafft so zusammen mit dem Tank ein Ausgleichsgewicht zum Motorblock vorne) lassen einen den Eindruck bekommen, viel direkter mit dem Podex die Reaktionen des Fahrwerks zu spüren. Ein wenig Go-Kart-Feeling kommt auf, was aber nicht heißt, daß man unkomfortabel fährt. Dabei reagiert das Fahrwerk auch im Grenzbereich immer noch sehr gut auf Korrekturen. Ein kurzer Tritt auf die Kupplung und ein leicht ausbrechendes Heck ist nahezu sofort wieder in der Spur. Trotzdem sollte man dieses Auto mit Köpfchen fahren, da einem dieses Fahrzeug mehr Fahrkönnen abfordert als andere. Hier funktioniert alles noch mechanisch. Eine aktive Fahrwerkskontrolle hilft einem hier nicht, was aber auch überhaupt nicht Not tut.
Nachdem ich nun selbst ein solches Auto besitze, achtet man natürlich im Straßenbild mehr auf andere 924er und auch 944er. Dabei stelle ich fest, daß dieses Auto, daß mir aus früheren Jahren noch als relativ häufig im Straßenbild vertretener Porsche bekannt ist, allmählich selten wird. Man freut sich regelrecht, wenn man einmal einen anderen 924er sieht, besonders wenn es auch ein gepflegtes und gut erhaltenes Stück ist. Eigentlich erstaunlich, daß man diese Autos derzeit oftmals zu einem Spottpreis kaufen kann. Und das gilt auch für gut erhaltene Stücke. Die Kunst ist es dabei nur, wirklich ein Auto in gutem Originalzustand zu finden, daß noch nicht als Billig-Porsche mißhandelt wurde. Und nur diese Stücke werden wohl auf Dauer überleben. Da vom 924S 1999 nur noch ca. 1.800 Stück zugelassen waren, ist abzusehen, daß wohl nur von Liebhabern gepflegte Stücke die nächsten Jahre überleben werden. Ich hoffe meiner gehört dazu. Interessant ist auch die Kundenbetreuung, die Porsche betreibt. Der Verkäufer gab mir den Tip, die Kundenkarte aus dem Serviceheft an Porsche einzuschicken. Das tat ich dann auch und drei Monate passierte nichts. Dann bekam ich plötzlich die Porsche-Kundenzeitschrift „Christophorus“ kostenlos ins Haus geschickt, was wohl ca. für ein Jahr (6 Ausgaben) so bleiben wird. Vorgestern rief mich dann die Porsche-Niederlassung Hamburg an, um einen Neukunden freundlich zu begrüßen. Und das obwohl auch diese Leute rechnen können und wissen, daß ich kein Vermögen für diesen Wagen ausgegeben habe und es wohl lange Zeit dauern kann, bis ich mir vielleicht einmal die Dienste der Niederlassung Hamburg leisten kann. Es ergab sich ein sehr nettes Gespräch mit dem Verkäufer und ich denke ein Besuch in Hamburg wird sich demnächst auch mal ergeben. Das nenne ich Pflege einer Kundenbeziehung.
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22.12.2005 16:06
zu viel bla bla und und der bericht hilft mir leider auch nicht weiter
03.02.2005 18:36
Das Auto würde ich gerne mal fahren
26.10.2001 00:30
Ein absolut zutreffender Bericht über ein absolut unterschätztes Auto! Der macht richtig Spaß; zwei davon habe ich bisher gefahren, und wenn ich wieder weniger als 40.000 km pro Jahr beruflich fahren muss, steht er auch bei mir wieder vor der Tür. Etwas Ölverbrauch muss man ihm attestieren; aber der Motor meines 924 (2.0) war bis heute (17 Jahre, 200.000 km!) knochentrocken (außen...). Verbrauch um die 9 Liter Super bleifrei, und ein geiles Porsche-Feeling... Gruß Pearson