Porsche Challenge (PSX)

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Porsche Challenge (PSX)

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Der Alltag eines Porsche-Testfahrers

4 19. Sep 2004

Pro:
Schöne Autos, beeindruckende Landschaften, feinfühlige Steuerung, gute Perspektive bzw .  Kameraführung, original Motorengeräusche, mittlerweile superbillig

Kontra:
Schwer (selbst mit Cheats nicht gerade leicht), nur Porsche Boxster vorhanden, etwas wenig (eigentlich nur vier verschiedene) Rennkurse

Empfehlenswert: Ja 

juni79

Über sich: Was passiert hier momentan eigentlich? Liebe Grüße jedenfalls nach wie vor (nur) an alle lieben User...

Mitglied seit:16.08.2004

Erfahrungsberichte:179

Vertrauende:67

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 98 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zum allerersten Mal berichte ich Euch jetzt über ein Rennspiel für die Playstation. Alle Rennspielfans waren sich zwar einig, dass es sich bei diesem Racer um ein hochklassiges Spiel handeln würde, aber merkwürdigerweise fristete dieses Game schon nach wenigen Monaten eher eine Art Schattendasein. Das Videospiel, von dem ich spreche, heißt „Porsche Challenge“ und ich habe es, das weiß ich noch genau, nicht mir selber gekauft, sondern meinem Bruder zu Weihnachten 1997 geschenkt. Gekostet hat mich das Ganze damals 49 DM, das Spiel war zu jenem Zeitpunkt etwa ein halbes Jahr alt. Das Praktische für mich dabei war damals, dass ich in den folgenden Wochen mindestens genauso oft vor der Playstation saß wie er. Das Tolle ist dabei, dass Porsche Challenge mittlerweile extrem billig zu haben ist, ich denke, dass Ihr nur noch 5 bis maximal 10 Euro für dieses Playstationspiel ausgeben müsst, was natürlich ein großer Pluspunkt ist. Was mich genau an diesem Rennspiel damals denn so faszinierte, erfahrt Ihr jetzt.

Wie der Titel schon unschwer vermuten lässt, haben wir es hier mit Autos der Firma Porsche zu tun und zwar ausschließlich mit den Modellen des neuen Porsche Boxster. Das Ziel der Entwickler aus dem eigenen Hause Sonys war es, eine möglichst realistische Rennsimulation zu schaffen, demnach haben wir es hier nicht mit einem Arcade-Racer zu tun, wie viele von Euch es wahrscheinlich vom Spielautomaten her kennen, zum Beispiel von Sega Rally oder Ridge Racer. Ein blindes Drauflosrasen bringt hier so gut wie gar nichts, vielmehr merkt Ihr von Anfang an, dass wir es hier mit einer sehr anspruchsvollen Rennsimulation zu tun haben, an der sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene sicher eine ganze Zeit lang zu knabbern haben werden. Die Computergegner fahren extrem gut, leistet Ihr Euch einen oder zwei Fehler, dürftet Ihr auf manchen Strecken kaum noch eine Chance haben zu gewinnen, zumindest wird es dann gleich furchtbar schwer. Unfaire Stellen gibt es aber zum Glück so gut wie gar keine, urplötzlich und vor allem unverschuldete Dreher kommen hier in Porsche Challenge so gut wie gar nicht vor, nein, eigentlich überhaupt nicht. Und daher haben wir es hier mit einem ziemlich hohen aber niemals unfairen Schwierigkeitsgrad zu tun, was auch dafür verantwortlich ist, dass man die ganze Zeit auch bei Misserfolgen trotzdem „bei der Stange“ bleibt und eben nicht aufgibt.

Nachdem Ihr in den ersten Trainingsrunden gemerkt habt, dass Euch waghalsige Stunts oder sonstige halsbrecherische Manöver nicht weiterbringen, fangt Ihr schließlich damit an, “ernsthaft“ bzw. auf eine realistische Art und Weise zu fahren. Insgesamt kommen sechs verschiedene Fahrer vor, wobei es einen Superporschefahrer mit einem entsprechenden schwarzen Boxster-Modell freizuspielen gilt. Zur Auswahl stehen Euch dabei zunächst die Porsche-Fahrer Dan und Rachel, diese beiden Figuren sind für Anfänger geeignet, denn die Reifen ihrer Porsche haben viel Grip, so dass die Karosserie die ganze Zeit über sehr ruhig auf der Strecke liegt, was aber dann natürlich auf Kosten der Beschleunigung und Maximalgeschwindigkeit geht. Zumindest für die ersten 5, 6 Stunden kann ich Euch diese beiden Fahrer empfehlen. Bei den beiden anderen Fahrern, die Euch zu Beginn zur Verfügung stehen, handelt es sich um Nikita und Taka-Bo. Diese Zwei sind allerdings ganz andere Fahrertypen, wie es ja dann eigentlich auch zu erwarten war. Sie bevorzugen ganz klar das Driften in den Kurven, die Reifen ihrer Porschemodelle haben weitaus weniger Grip, dafür macht das Rasen durch die deutlich schnellere Beschleunigung gleich doppelt Spaß. Natürlich ist die Steuerung von Nikita und Taka-Bo deutlich schwieriger, aber es ist zu schaffen. Des weiteren steht Euch selbstverständlich auch noch ein Zweispielermodus zur Verfügung, im Splitscreen-Modus ist der Fernsehbildschirm dann horizontal geteilt. Statt in einem Porsche Cabrio, wie in den anderen Spielmodi, tretet Ihr dann mit einem Porsche Coupé gegeneinander an. Verschiedene Möglichkeiten, Eure Rennkünste zu testen, gibt es hier also zweifellos.

Habt Ihr dann schließlich Eure Wahl getroffen, kann es losgehen, nun entscheidet Ihr Euch nur noch schnell für einen der vorhandenen Rennmodi. Entweder versucht Ihr Euch im Challenge-Modus, bei dem Ihr bei bis zu 12 Rennen hintereinander an den Start gehen müsst (vorausgesetzt Ihr überschreitet zwischendurch nicht die Zeitlimits, was im übrigen alles andere als leicht ist) oder Ihr trainiert erst einmal ausgiebig im Einzelrennen-Modus, wobei Ihr Jagd auf Eure persönliche Bestzeit macht. Dabei fährt dann ab dem zweiten Versuch immer ein Geisterfahrzeug mit, nämlich jener Schatten, mit dem Ihr die momentane Rekordzeit erzielt hattet. Zu Beginn stehen Euch in „Porsche Challenge“ nur vier Rennstrecken zur Verfügung, und zwar das Porschetestgelände in Stuttgart, eine malerische Rennstrecke in den Alpen und zwei weitere Großstadtstrecken, eine davon in Japan, die andere in Amerika. Alle vier Kurse sind sehr unterschiedlich und haben jeweils ihren eigenen Reiz, keine Rennstrecke fällt in qualitativer Hinsicht dabei irgendwie ab.

Habt Ihr es dann irgendwann einmal tatsächlich geschafft, auf allen Kursen im Challenge-Modus den ersten Platz zu erzielen, werden Euch vier weitere Zusatzstrecken geboten. Allerdings handelt es sich dabei nicht um völlig neue Rennkurse, sondern einfach nur um die schon bekannten Strecken, die dann allerdings erweitert wurden und somit eine viel größere Länge aufweisen. Spätestens dann wird auch der letzte eingefleischte Rennspielprofi sich gefordert fühlen, denn von der Streckenführung her wird Euch dann so ziemlich alles geboten, viele Berg- und Talfahrten mit Engstellen und stark variierenden Kurven erwarten Euch. Habt Ihr auch das überstanden bzw. diese Herausforderungen gemeistert, schaltet Ihr den Interaktiv-Modus frei, welcher sich dadurch auszeichnet, dass die Streckenführung in jeder Runde etwas anders aussieht, einzelne Segmente verändert wurden. Das eine Mal ist beispielsweise eine Schranke auf, beim nächsten Mal ist sie dann aber geschlossen, so dass Ihr außer einem hohen Maß an Geschicklichkeit auch noch ein gutes Gedächtnis haben müsst, wann und wo in welcher Runde was genau von Euch erwartet wird. Gerade im Interaktiv-Modus müsst Ihr Euch besonders konzentrieren, zwei, drei kleine Fehler und der Traum vom Sieg dürfte schnell geplatzt sein. Seid Ihr dann tatsächlich auch in diesem Modus siegreich, schaltet Ihr alle bislang absolvierten Strecken im Spiegelmodus frei. Mir wäre zwar eine völlig neue Rennstrecke viel lieber gewesen, aber okay, da kann man nichts machen.

Noch einmal kurz erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass es in der Tat sehr schwer ist, alle Rennmodi durchzuspielen, obwohl ich ansonsten eigentlich nicht so viel davon halte, ist möglicherweise irgendwann einmal der Zeitpunkt erreicht, wo Ihr einfach nicht mehr weiterkommt. Mit speziellen Cheats, die sich problemlos im Internet finden lassen, könnt Ihr auf viel bequemere Art und Weise alle vorhandenen Spielmodi und Porschefahrer, inklusive des Superporschetestfahrers, freischalten. Normalerweise mache ich so etwas nicht, aber ich hatte auch keine Lust, 50 Stunden oder noch mehr an einem Spiel zu sitzen und außerdem wollte ich, dass für den Zweispielermodus alle Strecken und Fahrzeuge zur Verfügung stehen, daher habe ich nach ungefähr 2/3 dieses Spiels jene Cheats eingegeben. Eines der ganz wenigen Ausnahmen, wo ich dies jemals gemacht habe. Nur absolute Rennspielprofis (und dazu gehöre ich anscheinend nicht) versuchen es „auf eigene Faust“, diesen wünsche ich besonders gegen Ende des Spiels viel Geduld und Ausdauer.

Was die Perspektive in Porsche Challenge angeht, so könnt Ihr zwischen drei verschiedenen Arten wählen. Dabei ist die Egoperspektive (also diejenige, in welcher Ihr nur die Strecke und nichts von Eurem Auto seht) natürlich die spektakulärste Sicht von allen und sieht am Schönsten aus, große Erfolge dürftet Ihr damit auf lange Sicht hin allerdings nicht erzielen, da Ihr dann kaum vernünftig driften bzw. gar nicht genau erkennen könnt, wann und wie Euer Porsche Boxster gerade ausbricht, um dann im richtigen Augenblick wieder Gas zu geben. Bei den beiden anderen Perspektiven seht Ihr Euer Rennauto aus verschiedenen Blickwinkeln von hinten, diese sind sicherlich zweckmäßiger. Da mir dieses Rennspiel hier schon als schwierig genug erschien, wählte ich natürlich eine dieser beiden Varianten. Auf jede Fall ist die Kameraführung sehr gut gelungen und ebenso problemlos gestaltet sich auch die Steuerung Eures Porsches. Ganz vorzüglich lässt sich Euer Flitzer steuern, zu keinem Zeitpunkt gab es in dieser Hinsicht einmal Unstimmigkeiten oder sonstige ärgerliche Vorkommnisse, ganz im Gegenteil, butterweich gleitet Euer Auto durch die sehr feinfühlige Steuerung über die Straße.


Die Porsche-Modelle sind faszinierend schön dargestellt worden, die Grafik befinde sich bei Porsche Challenge auf einem absoluten Top-Niveau und gehörte damals ganz sicher zum Allerbesten, was jemals auf einer Playstation zu bestaunen war. Obwohl dieses Rennspiel schon relativ früh, also noch ziemlich zu Beginn der Playstation-Zeit erschien, wurde es in den folgenden Jahren so gut wie gar nicht von anderen Spielen des Renngenres übertroffen. Von Gran Turismo später einmal abgesehen. Grafisch kann Porsche Challenge es jedoch ohne weiteres mit beispielsweise Ridge Racer und sämtlichen Nachfolgern (Ridge Racer Revolution, Rage Racer) jener berühmten Reihe aufnehmen. Auch aus heutiger Sicht sieht dieses Rennspiel noch erstaunlich gut aus, bedenkt man, dass es mittlerweile schon sieben Jahre auf dem Buckel hat. Die Farben sind kräftig bunt und die Cabrios glänzen durch ihren Detailreichtum, insbesondere was die Rücklichter und die Reifen angeht. Doch nicht nur die Autos selber, sondern auch die Hintergrundlandschaften sind hervorragend gestaltet und glänzen durch eine prächtige Optik. Besonders beeindruckt war ich von der Sicht, denn Ihr blickt fast durchweg mindestens noch umgerechnet 100 Meter weiter nach vorne, böse Überraschungen mit plötzlich auftauchenden Objekten bleiben Euch zum Glück erspart. Zwar könnt Ihr, ehrlich gesagt, öfters Pop-Ups erkennen, das heißt, dass die Rennstrecke „weiter vorne“ sichtbar nach und nach „aufploppt“, aber als störend empfand ich dies nie. Es gibt keine richtigen Grafikfehler zu beobachten, keine Probleme mit den Texturen und glücklicherweise auch überhaupt keine Ruckler. Auch wenn mehrere Autos gleichzeitig auf dem Bildschirm sind, so zum Beispiel Ihr mit zwei weiteren Konkurrenten bzw. Computergegnern, geht die Grafik nicht in die Knie, die Bildrate bleibt hoch, auch das hat mir sehr gut gefallen. Der Soundtrack von Porsche Challenge ist ebenfalls gut gelungen. Zwar versetzt er Euch nicht durchgehend in „Ekstase“, aber die jeweiligen Melodien passen gut zum Spielgeschehen, und das auf allen Strecken und in allen Spielmodi. Ihr hört beim Rasen mit Eurem Porsche Boxster Cabrio (beziehungsweise im Zweispielermodus mit dem Porsche Boxster Coupé) die ganze Zeit über Musikstücke aus dem Rock- und Pop-Bereich. Vieles ist hierbei natürlich Geschmackssache, doch mir persönlich war dies jedenfalls viel lieber als irgendwelche nervigen Techno-Klänge. Die Soundeffekte beeindrucken dabei durch originale Motorengeräusche des Porsche Boxster, was sich auch wirklich das ganze Spiel über sehr gut anhört. Kurzum, Musik und Soundeffekte haben mir gut gefallen, die Grafik sogar sehr gut.

Für jeden von Euch, der eine Playstation besitzt, ist Porsche Challenge eigentlich ein Pflichtkauf. Jeder, aber auch wirklich jeder Videospielfan, der zumindest ein bisschen mit Rennspielen anfangen kann, muss dieses Spiel einfach haben. Sollte dies noch nicht der Fall sein, lohnt sich ein Kauf erst recht, denn billiger geht es eigentlich kaum noch, für einen Spottpreis ist dieser Racer mittlerweile zu haben. Herausragend ist die Grafik, und zwar sowohl was die Präsentation der Porsche-Modelle angeht als auch die Rennstrecken bzw. Hintergrundlandschaften, die Musikstücke und Soundeffekte sorgen zusätzlich für eine gute Rennspielatmosphäre. Die Steuerung ist vorbildlich gelungen, vorzüglich ist auch die Kameraführung ausgefallen. Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings sehr hoch, Anfänger dürften spätestens nach dem ersten Drittel des Spiels anfangen zu verzweifeln (zumindest ohne Cheats) und auch die etwas „Erfahreneren“ dürften allerspätestens in der zweiten Hälfte dieses Spiels ordentlich ins Schwitzen kommen. Nur Profis sollten es tatsächlich schaffen können, das gesamte Spiel ohne Cheats durchspielen zu können, dafür ist Porsche Challenge besonders gegen Ende hin extrem schwer. Habt Ihr den Testfahrer des schwarzen Porsches dann „irgendwie“ freigeschaltet wird es schon deutlich leichter, allerdings selbst dann nicht kinderleicht. Negativ zu bemängeln gibt es eigentlich so gut wie gar nichts, außer dass es eben nur Porsche Boxster zu fahren gibt und auch ein, zwei weitere Rennstrecken sicherlich nicht geschadet hätten. Alles in allem ist Porsche Challenge aber definitiv ein Top-Titel, der durch eine fantastische Präsentation und tolle Fahrphysik zu begeistern weiß, nicht nur fanatische Rennspielfans sollten daher unbedingt zugreifen.


 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MoaPeter

MoaPeter

21.09.2004 10:26

Ein Klasse Bericht. Das Spiel ist leider nicht so toll für mich. Gruß Peter

nessie763

nessie763

20.09.2004 16:20

PS1 haben wir verkauft. Im Original wäre mir der auch lieber ;-)

Hitman48

Hitman48

20.09.2004 12:32

Für diesen Roman und die anderen Gameberichte erhälst du mein Vertrauen. TR

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