Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Wunderschöner alter Links Kurs |
| Kontra: |
ein wenig & # 8222;fuernehm& # 8220; |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Der Portmarnock Golf Club findet sich 10 Kilometer nordoestlich der irischen Hauptstadt Dublin auf Bull Island. Er stellt so etwas wie ein nationales Golf-Denkmal für die Iren dar, vergleichbar etwa mit der Bedeutung, die die Wiege des Golf – St. Andrews – für die Schotten hat. Kaum ein golfender Besucher Irlands würde das Land verlassen, ohne eine Runde auf dieser Ikone des Golf absolviert zu haben.
Auch wenn für mich der Nachbarplatz von Donabate attraktiver ist, wuerden doch viele Golfer den Kurs von Portmarnock als den besten Platz Irlands bezeichnen. Wenige Kurse weltweit profitieren von einer aehnlich herrlichen Lage wie sie dieser Duenenkurs hat, er liegt auf einem schmalen Landstreifen zwischen der Irischen See auf der einen und einer von den Gezeiten geschaffenen Bucht auf der anderen Seite. Sand und Duenen gibt es im Ueberfluss und Wind und Wetter machen den Kurs zu einem echten Kuesten (Links) Kurs, er ist sehr flach und erlaubt, das Ziel, die Fahne auf dem Gruen, immer in Sichtweite zu haben.
Die einzelnen Loecher sind ungemein abwechslungsreich, die kuerzeren erfordern oft extrem viel Gefuehl, waehrend manche der langen nach brutaler Kraft und unbaendigem Willen schreien. Ein gutes Beispiel dafür ist Loch 6, ein 533 Meter langes Par 5: normal Sterbliche brauchen mindestens drei Holz-Schlaege, um auch nur in die Naehe des Gruens zu kommen und selbst die Tiger Woods dieser Welt haetten bei Gegenwind kaum eine Chance, mit zwei Schlaegen heran zu kommen. Als Kontrast dazu steht das kurze Loch 7, ein Par 3 in einem engen Tal, das das Gefuehl eines Engels erfordert, um den Ball so zu platzieren, dass er auf dem Gruen bleibt, um hier ueberhaupt mit einem Par weg gehen zu koennen. Loch 14 ist ein eher kurzes Par 4, das nach einem gelungenen Drive nur mehr einen kurzen Pitch auf das Gruen erfordert, aber was für ein Gruen! Sandduenen und gemein gesetzte Bunker schaffen Bedingungen, die jeden demuetig werden lassen, der hier mit einem Par weggehen kann.
Ich selbst habe hier einmal ELF Schlaege bis zum Einlochen gebraucht, als ich bei Par Score (!) meinen Ball in einen tiefen Pot-Bunker versenkte und mir damit mehr als unangenehme Erinnerungen bescherte, daher VORSICHT!
Loch 15 ist das so genannte „Signature Hole“ des Kurses und traegt den schoenen Namen „Ireland´s Eye“, es laeuft entlang der Kuestenlinie der Dublin Bay und wurde von Ben Crenshaw, dem amerikanischen Profi-Golfer und frueheren Ryder Cup Captain als „eines der groessten kurzen Loecher der Welt“ bezeichnet...je nach Windrichtung muss man Richtung out-of-bounds schlagen und darauf achten, dass der Wind den Ball wieder zurück bringt.
Die letzten beiden sind richtige Knaller: Nummer 17 ist ueberreich mit Sandbunkern dotiert und das Schlussloch Par 4 mit seinem extrem nah am Clubhaus liegenden Gruen hat frueher so manchen Spieler, der es ueberschlagen hat, genoetigt gesehen, den Ball dann irgendwo im alten Gebaeude zu suchen, mittlerweile hat man aber dieses Gruen etwas versetzt.
Portmarnock war etliche Male Gastgeber von großen Golf-Meisterschaften. Zur Einweihung wurde 1927 die Irish Open gespielt, damals kamen noch die Mitglieder für die Preisgelder aus der eigenen Tasche auf, da Sponsoring in der heutigen Form noch unbekannt war. Das Wetter war schrecklich, der Sieger, George Duncan, hatte seinen Koerper mit Packpapier gegen Regen und Kaelte isoliert, als Gewinnsumme durfte er fuer seine Bemuehungen koenigliche 160 Pfund einstreifen!
1949 wurden die Britischen Amateurmeisterschaften hier abgehalten und in den Achtzigern einige Male die Irish Open, 1991 der Walker Cup zwischen USA, Grossbritannien und Irland, wo der bekannte Spieler Phil Mickelson einen seiner letzten Amateurauftritte hatte.
Das komfortable Clubhaus hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, die Umkleide- und Duschmoeglichkeiten sind jedoch zufrieden stellend. Am First haengt die Schiffsglocke, die 1909 vom damaligen Captain Weatherall gestiftet wurde und deren Laeuten bis 1922 die Abfahrt des letzten Bootes zurueck zum Festland ankuendigte, da man damals bei Flut nur mit dem Boot zurueck kam und bei Ebbe mit einem von einem Pony gezogenen Einspaenner.
Der Proshop, gefuehrt vom netten Iren Joey Purcell, bietet eine komplette Auswahl an Accessoires und Material zum Ausleihen, Caddies stehen fuer € 40 pro Runde zur Verfuegung, ein Trinkgeld sollte man aber nicht vergessen.
Das Restaurant ist von 10:30 bis 23:00 geoeffnet, man bedenke aber, dass in diesem traditionsbehafteten Etablissement Sakko- und Krawattenzwang herrschen. Dazu eine lustige Episode: ein bekannter Fernsehmoderator hatte nach einer Runde mit seiner Frau die Bar betreten und wurde von einem gut gekleideten Gentleman hoeflich erinnert, dass Ladies in diesem Teil des Clubhauses nicht geduldet wuerden. Die Dame fuegte sich, nicht ohne einen Kommentar zu hinterlassen: „Wer glaubt der Kerl eigentlich, wer er ist, in diesen Tagen und diesem Zeitalter, der verdammte Captain oder was?!“ Ihr Mann erwiderte darauf ganz trocken: „Nein, Schatz, aber er ist der Präsident der ganzen verdammten Republik!“ Und es war tatsaechlich niemand anderer als der ehemalige Präsident Dr. P.J. Hillery, Langzeitmitglied in Portmarnock und begeisterter Golfer...
Obwohl sich der Club sehr nobel gibt, sind die Greenfees nicht extrem teuer, unter der Woche sind € 125, am Wochenende € 160 für das Greenfee zu berappen. Reservierungen für Tee-Times sind notwendig, ebenso ist ein Handicapnachweis erforderlich. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass trotz seiner etwas antiquierten Ausrichtung Portmarnock ein Muss fuer jeden Golftouristen ist, den es nach Irland verschlaegt.
~~~~~~~~~~~~
Club Sekretaer: Mr. J. Quigley
Telefon: 01 846 2968 (aus dem Ausland +353 1 846 2968)
Fax: 01 846 2601
Wichtig: die vergebenen Tee-Times sind unter der Website www.portmarnockgolfclub.ie abrufbar und natuerlich auch online buchbar
Head Professional: Joey Purcell
Tel. 01 846 2634
~~~~~~~~~~~~