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So beschreibt Hell, die siebzehnjährige Ich-Erzählerin von Lolita Pilles Debüt »Pradasüchtig« ihre Welt. Wer ihre Eltern sind und was für eine Funktion sie in Paris haben wird in dem Buch nicht klar, denn sie spielen insgesamt nur eine Nebenrolle, ungefähr so wie alle anderen ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von mary-p über Pradasüchtig / Pille, Lolita 21. Juni 2005
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
wenig spannend
Humor:
durchschnittlich humorvoll
Aufmachung:
ok
Pro:
sehr schöner Schreibstil und schöne Gedanken
Kontra:
- -
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Paris, das 16. Arrondissement, die Welt der Schönen und der Reichen.
»Hier verlöschen die Strahlen der Sonne nie. Ein Strahl trifft auf das goldene Haar eines wunderschönen Mädchens mit einem Operationsverband an der Nase, er wandert zu dme nachtblauen Bentley eines alternden Schönlings, der zu Tisch sitzt, und liebkost die glänzende Stoßstange, dann blitzt er über die goldenen Buchstaben einer Dior-Tasche, läßt das Straßherz meiner Chloé-Brille in tausend Farben schillern und die Schnalle eines Gucci-Gürtels funkeln, er spielt mit einem Weiß- und Geldgolbring von Chaumet an der Hand einer Libanesin, die Points de vue liest, er berührt mein Dupont-Feuerzeug und verliert sich in meinem perlenden Champagner.« (Seite 15)
So beschreibt Hell, die siebzehnjährige Ich-Erzählerin von Lolita Pilles Debüt »Pradasüchtig« ihre Welt. Wer ihre Eltern sind und was für eine Funktion sie in Paris haben wird in dem Buch nicht klar, denn sie spielen insgesamt nur eine Nebenrolle, ungefähr so wie alle anderen Personen in dem Buch. Im Vordergrund steht nämlich Hell, eine verwöhnte Luxusschlampe, die sehr missgelaunt und aufrichtig sein kann und es sich leisten kann, sich ausfällig zu benehmen. Sie ist quasi eine Art Paris Hilton von Paris, nur nicht ganz so teenagermäßig und albern, sondern durchaus ernst. Sie ist belesen und bekrittelt die »Gucci-Prada-Gemeinde«, von der sie selbst ein Teil ist, aufs Schärfste und mit teilweise poetischen Gedanken. Stellenweise wird sie richtig philosophisch. Das Thema »Glück« durchzieht fast das ganze Buch und wird von der Autorin an der Beziehung zwischen Hell und Andrea festgemacht. Er ist das männliche Gegenstück zu ihr und hat den Ruf, kleinen Mädchen nicht nur das Herz zu brechen. Er gilt als unerreichbar und verrückt, er hat Geld und einen Porsche und er weiß, genau wie Hell, von der Oberflächlichkeit der Welt, in der er lebt. Als sie sich treffen, funkt es, obwohl jeder sie vor einander warnt. »Wir sind eine Seele in zwei Körpern und wenn wir uns vereinigen, sind wir eins.« (Seite 92). Ein halbes Jahr geht das gut. Die beiden ziehen sich vom Nachtleben zurück und gehen während dieser Zeit tatsächlich nicht aus, sondern verbringen die Abende gemeinsam zu Hause, sehen nur einander und sind so sehr in ihrer Liebe gefangen, dass keine Außenwelt mehr für sie existiert. »Die Liebe leben. Mit Evian und Marlboro Light. Und glauben, daß es ausreicht. Es reichte nicht aus.« (Seite 92) Schließlich kommt der Absturz. Die beiden fangen an sich anzuöden und erst gemeinsam, dann alleine, kehren sie zurück in ein Leben aus Koks, Feiern, Alkohol, Einkaufen, Medikamenten und Selbstzerstörung - und der Erkenntnis, dass sie nicht ohne den anderen können. Doch bevor sie sich dies zugestehen können, greift das Schicksal in das Leben der beiden ein...
In einer gehobenen, poetischen Sprache, die durchaus mit Vulgärausdrücken gewürzt ist, wenn die Situation es erfordert, erzählt Lolita Pille in ihrem Erstling sehr ausgefeilt und direkt vom Leben im 16. Arrondissement. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und ihr oft bildhaft-poetisch angehauchte Sprache trifft immer auf den Punkt. Sie schweift nicht ab, sondern erzählt sehr authentisch von einem Leben, dass sich gar nicht so sehr von dem eines normalen Menschen unterscheidet. Die Krisen, Zusammenbrüche und Probleme, die geschildert werden, sind meist zwar deutlich aufgebauschter als in der Mittelschicht, in der Quintessenz aber ähnlich, so dass sich auch wir, die Normalen, mit dem Buch identifizieren können. Hell setzt trotzdem alles daran, das zu verhindern, indem sie sich mit uns vergleicht und uns dabei direkt anspricht, beleidigt, runterputzt. Ihre spitze Zunge macht vor keiner Schicht halt und steht vor allem nie still. Selbst die Beziehung zu Andrea, die für sie am Anfang die Offenbarung ist, wird nicht besonders positiv beschrieben. Sie listet zwar absatzweise auf, wie sie glücklich zusammen lebten und nur den anderen sahen, aber von Anfang an wird das gemeinsame Glück von einer Atmosphäre der Verzweiflung überzogen, die sich in dem ganzen Buch findet. »Pradasüchtig« erzählt zwar von einem »besseren« Leben, ist aber definitiv keine Propaganda und keine Abrechnung, sondern die kühle Betrachtung eines verzweifelten und verletzten Mädchens, das in einem komaartigem Zustand von Party zu Party, von Line zu Line, von Boutique zu Boutique stolpert und das von ihr gesuchte Glück nicht findet und verneint.
Fazit: »Pradasüchtig« ist ein sehr lesenswertes Buch, das drastisch und ehrlich das Leben der High Society von Paris erzählt - und auch für den Mittelschichtler wichtige Erkenntnisse enthält. Philosophisch, poetisch, bildhaft, vulgär und sehr tiefgründig erzählt die verloren wirkende Ich-Erzählerin von ihrem oberflächlichen Leben und rechnet damit mit der gesamten Welt ab. Wer Autorinnen wie Sister Souljah oder Virginie Despentes mag, wird Pille lieben.
Lolita Pille Pradasüchtig ca. 190 Seiten 2002 zuerst bei »Édition Grasset & Faquelle, Paris«, 2004 zuerst bei Piper, 2005 als Taschenbuch im selben Verlag 7,90 Euro
Die Autorin wurde 1982 in Sèvres geboren und ist in Boulogne-Billancourt aufgewachsen. Nach dem Abitur schrieb sie sich an der Fakultät für Jura ein, bevor sie mit dem Schreiben begann. »Pradasüchtig« ist ihr erster Roman und wurde von Frédéric Beigbeder entdeckt. Zuletzt erschien von ihr auf deutsch »Bubble Gum«.
(Zuerst erschienen und mit freundlicher Unterstützung von www.roterdorn.de)
Pro: Provokativ und offen, interessant, spannend Kontra: -
Schön, jung & reich - wer träumt nicht davon? Dieser Traum kann für die, die es sind, auch schnell ein Albtraum werden. So auch für Hell, die Erzählerin und Hauptfigur des Romans von Lolita Pille. Ich habe dieses Buch im Sommer 2004 das erste Mal gelesen und seitdem bestimmt weitere sechs oder sieben Male. Es ist mein absolutes Lieblingsbuch. Man mag zunächst denken, dass es darum geht, wie toll Schuhe und Taschen sind, ganz im Stil von "Sex and ... ...auf den ersten Seiten deutlich. Die junge Französin Hell erzählt, wie es ihr in der Hölle des Pariser Jetsets geht. Sie erzählt davon, wie langweilig es ist, wenn man alles hat, dass man keine Ziele hat, sich schnell abschreibt und versucht, die immerwiederkehrende Routine von Shoppen und Feiern durch Koks und Alkohol zu ertragen. Hält man Hell zunächst für überheblich und arrogant wird schnell deutlich, dass sie ihr Leben verachtet und am meisten ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: tolles Buch, spannend und romantisch Kontra: -
Schön, schlank und reich.......jedes Mädchen will es Hell hat es.
Hab das Buch schon 4 mal gelesen und es machte mich süchtig, ich liebe dieses Buch, die Geschichte und die Figuren
Zur Autorin:
Zur Autorin: Lolita Pille wurde 1982 in Sèvres geboren und ist in Boulogne-Bilancourt aufgewachsen. Nach dem Abitur schrieb sie sich an der Fakultät für Jura ein, bevor sie mit dem Schreiben begann. Die Autorin war 17 Jahre alt, als sie ihren Debut-Roman ... ...Pille eine Chronik in der französischen Frauenzeitschrift "Femmes" inne. (aus google)
Inhalt:
Hell halt alles was sich Mädchen wünschen:
Geld
Männer
Aussehen
Sie langweilt sich zwischen Gucci und Prada, ihre Welt ist der Glamour, sie konsumiert Drogen, Sex und exklusive Markenklamotten
Sie wirkt kühl und gelassen so denkt man wenn man das Buch anfängt zu lesen
Doch dann merkt man das auch reiche Mädchen mit kleinen Dingen zufrieden sind und ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
Pro: Ist ein ganz interessantes Buch und ist viel Spannung drin. Kontra: Der Preis ist etwas hoch.....
Das Buch zählt zu meinen Lieblingsbüchen. Ich habe das Buch nur so gekauft, weil ich mich für Mode interessiere. Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, könnte ich es nicht mehr aus der Hand haben und habe danach noch das zweite Buch derselben Autorin gekauft. Im Pradasuchtig geht es nicht nur um Mode sondern auch um das Leben in Paris und den Luxus-Leben der Reichen. Die Sprache ist nicht langweilig. Wer sich für das Stadt-Nacht-Party-Leben ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als weniger hilfreich
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
weniger hilfreich
14.02.2006
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