Pretender

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Pretender

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Es gibt Pretender unter uns...

5  16.03.2001

Pro:
Phantastische Drehbücher, hervorragende Schauspieler, Spannende Geschichten, gute Dialoge, viel Humor

Kontra:
Leider inzwischen eingestellt, soll aber wahrscheinlich in Form von Filmen fortgesetzt werden !

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Kultstatus:

Action:

Spannung

Romantik:

Dialoge:

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Tina72

Über sich: 18.10.01: Wenn ich den Worten meines neuen Telefon- und Internetanbieters Glauben schenken darf, bin...

Mitglied seit:09.02.2001

Erfahrungsberichte:56

Vertrauende:30

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Der Serienheld Pretender ist ein junger Mann namens Jarod (gespielt von dem sehr talentierten und fabelhaft aussehenden Michael T. Weiss), der Episode für Episode in neue Rollen schlüpft, um Gutes zu tun und für die Gerechtigkeit zu kämpfen. Bevor er in die Welt hinausging, war Jarod jahrelang im Center isoliert. In dem mysteriösen Forschungszentrum versuchte man, die Fähigkeiten des des hochbegabten Klein-Jarod systematisch auszunutzen und gewonnene Ergebnisse meistbietend zu verkaufen. Als der herangewachsene Jarod dahinterkam, das er zum Helfershelfer militärischer Interessen, Finanzmanipulationen und terroristischer Machenschaften geworden war, floh er aus dem Center.

Neben seiner Abscheu gegenüber allem Unaufrichtigen, Unehrlichen und Ungerechten wird er immer wieder von der Frage nach seiner Herkunft getrieben, denn das Center hatte ihn bereits als Kind von seiner Familie getrennt und Jarod kennt nicht einmal seinen eigenen Nachnamen.

Mit Jarod's Flucht hat das Center sein wertvollstes Kapital verloren und hetzt die Center-Agentin Miss Parker (dargestellt von der phantastischen und sehr erotischen Andrea Parker) hinter ihm her. Miss Parker kennt Jarod gut, da sie gemeinsam im Center aufgewachsen sind und sogar ihren allerersten Kuß miteinander erlebten. Gemeinsam mit dem Psychiater Sidney (portraitiert von dem charismatischen Patrick Bauchau), der sich all die Jahre um Jarod gekümmert hat und für diesen zu einer Art väterlichem Freund geworden ist, macht sich Miss Parker auf die Jagd. Das Team wird im Verlauf der Serie noch um den Computerfreak Broots erweitert, der heimlich in Miss Parker verliebt ist, aber nicht die kleinste Chance bei ihr hat.

Jede Woche stürzt sich der durch die lange Isolation etwas naive Jarod in neue Abenteuer, als Anwalt, Pilot oder Rennfahrer - ständig verfolgt von Miss Parker, für die er sich immer wieder einige Überraschungen einfallen läßt - halt ein neckisches Katz- und Mausspiel. Man darf jedoch nicht glauben, das der Pretender sich einfach für jemanden ausgibt, nein, er wird zu der jeweils benötigten Person und wirkt daher in jeder Rolle überaus überzeugend.

Wem dies zu phantastisch oder gar unglaubwürdig erscheint, dem sei gesagt, das die Serie Pretender auf dem realen Fall des Ferdinand Demara basiert, der sich sehr erfolgreich als Arzt, Gefängniswärter, Professor und Trappistenmönch ausgab. Als Vorbereitung las Demara lediglich einige Bücher und schon war er in der Lage, anderen Ärzten Chirurgielehrstunden zu erteilen. Demara war eine wichtige Inspirationsquelle für die Serie, eine weitere war das "Genius-Project" des CIA in den 50er und 60er Jahren. In einem Buch sind Experimente dokumentiert, die damals mit Wunderkindern unternommen worden sind.

Wer glaubt, das es schwer wäre, die Spannung der Serie aufrechtzuerhalten, da ja klar ist, das der Pretender sich in jede gewünschte Person "verwandeln" kann, der irrt. Denn Jarod ist nicht unschlagbar. Er ist ein Mensch aus Fleisch und Blut und seine größte Achillesferse sind seine Gefühle. Immer wieder wird er in emotionsgeladene Beziehungen verwickelt. Hinzu kommt noch, daß er zwar jeder sein kann, aber nicht weiß wer er selbst eigentlich ist. Gerade in den allerersten Folgen ist es immer wieder schön mitanzusehen, wie sich Jarod an kleinen Dingen wie Eiskrem, die er bisher nicht kannte erfreuen kann und es genießt diese für ihn neuen Dinge kennenzulernen.

Doch Jarod ist nicht der Einzige, der einem im Verlauf der Serie immer mehr ans Herz wächst. Selbst Miss Parker, die einem zu Beginn wie ein Eisblock erscheint, gewinnt immer mehr an Sympathien und ihre Rolle immer mehr an Bedeutung und Tiefe. Zu Beginn jagt sie Jarod einfach nur unermüdlich (aber meist glücklos) und versucht ihn ins Center zurückzuschaffen, denn das ist schließlich ihr Auftrag. Der wunde Punkt in Miss Parker's Leben (deren Vornamen man nie erfährt) ist ihre Familie. Ihr Vater ist ihr Vorgesetzter im Center und sie bemüht sich sehr, jedoch meist erfolglos um seine Anerkennung. Noch mysteriöser ist allerdings die Geschichte ihrer Mutter, an der sie mit abgöttischer Liebe hing. Catherine Parker starb in einem Fahrstuhl, als Miss Parker noch sehr jung war. Angeblich ein Selbstmord. Dieses Schicksal verfolgt Miss Parker, bis sie im Verlauf der Serie von Jarod schließlich nach und nach die Wahrheit erfährt und sich dieses Puzzle Stück für Stück immer mehr zu einem ganzen Bild zusammenfügt.

Und auch über Sidney, der als Psychiater in einer Forschungsabteilung des Centers arbeitet erfährt man immer mehr, auch private Einzelheiten. Seine Aufgabe war die "Programmierung" extrem begabter Kinder, um sie zu Pretendern auszubilden. Jarod war eines dieser Kinder und durch die jahrelange enge Zusammenarbeit ist Sidney oder auch Sid, wie er von Jarod häufig genannt wird, zu einer Art Vaterersatz geworden für Jarod. Während Miss Parker behauptet sie wäre sogar bereit Jarod zu töten, wenn nötig, kann Sidney den Wunsch nach Freiheit seines Schützlings nicht nur verstehen, sondern er versucht ihm auch so gut es geht zu helfen und ihn zu beschützen.


Wer Freude an spannenden Geschichten hat, nicht alle paar Minuten eine Schießerei oder wilde Autoverfolgungsjagden braucht, komplexe und mit Liebe zum Detail ausgearbeitete Charaktere zu schätzen weiß, und obendrein noch wunderbare (und durchaus sehr attraktive) Schauspieler bevorzugt, und das ganze auch noch gewürzt mit einer guten Prise Humor abgeschmeckt wissen möchte, der ist bei Pretender bestens aufgehoben und wird von dieser Serie sicher nicht mehr so leicht loskommen.

In diesem Sinne wünsche ich uns noch allen viel Spaß mit Pretender! :o))

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Knexx

Knexx

17.03.2001 00:32

Mir gefällt dein Bericht sehr gut. Er enthällt wirklich alles, was diese besondere Serie ausmacht. Ich mag diese Serie und, dass nicht nur, weil Michael T. Weiss so gut aussieht ;), sondern eben wegen der Vielschichtigkeit der Charaktere. Nur Lyle kann ich nicht ausstehen *ggg*

PollyPanther

PollyPanther

16.03.2001 21:14

Hallo Tina! Mein Briefkasten war heute ganz schön angefüllt. Es ist toll wenn man die "echte" Zielgruppe erreicht. ("Zielgruppe" klingt ein bisschen blöd, aber du weisst was ich meine). Sei lieb gegrüßt von PP

John85

John85

16.03.2001 19:59

Interessante Meinung. Dein Schreibstiel gefällt mir, mach weiter so. Würde mich freuen, wenn du auch bei mir vorbeischauen würdest. Cu!

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