Pretty Woman

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It must have been love...

5  29.12.2002

Pro:
schön romantisch, DIE Love - Story schlechthin

Kontra:
Passiert nicht im wirklichen Leben !

Empfehlenswert: Ja 

Achtel

Über sich: Bin im Moment ein wenig im Stress und komm mit dem Schreiben nicht nach... Habt ein wenig Geduld :-)

Mitglied seit:31.08.2002

Erfahrungsberichte:38

Vertrauende:7

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nur EIN Film, den ich schon dutzende Male gesehen habe...
Nur EIN Film, den ich auch noch weitere dutzende Male sehen werde...
Nur EIN Film, der mich immer wieder aufs Neue beeindruckt und mitreisst...
Nur EIN Film wie Pretty Woman...

STORY
++++++
Vivian Ward (Julia Roberts) brennt mit ihrem damaligen Freund durch und landet allein und verlassen, ohne Job und Freunde (und ohne ihn) in New York. Nach ein paar weniger lukrativen Jobs (Parkplatzwächterin, Fast-Food-Verkäuferin) wird sie durch die Bekanntschaft mit Kit, die ihr vorschwärmt wie toll der Job einer Nutte ist, ebenfalls zur Prostituierten. Mit blonder Kurzhaarperücke und Lackstiefeln ist sie aber doch eher unzufrieden und möchte am liebsten „raus“.

Der erfolgreiche (und millionenschwere) Geschäftsmann Edward Lewis (Richard Gere) hat sich gerade von seiner Freundin getrennt und ist aufgrund von wichtigen Geschäften, die die Übernahme einer Firma betreffen, in New York. In seinem Job ist er gefürchtet und die Frauen liegen ihm aufgrund seiner Attraktivität zu Füßen. Weil seine Limousine auf einer Geschäftsparty zugeparkt ist, verlässt er mit dem Wagen (Lotus Esprit) seines Anwaltes und Freundes den Parkplatz um zu seinem Hotel – dem Regent Beverly Wilshire – zu gelangen. Da er aber schon seinen ersten Wagen mit Chauffeur geschenkt bekam, erweist sich „die einfache Haarschaltung“ (wie ihm Vivian später erklärt) als Problem...

So kommt es, dass Edward ausgerechnet auf dem Hollywood Boulevard den ersten Gang nicht findet und Vivian so auf ihn aufmerksam wird. Edward möchte allerdings nur den Weg zum Hotel beschrieben haben, welchen Vivian ihm für 20$ persönlich zeigt. Im Auto kommt es zu den ersten, aber harmlosen Annäherungen (Nachdem Edward mitgeteilt bekommt, dass Vivian pro Stunde 100$ kostet, meint er: „Eine schöne Stange!“ Woraufhin sie ihm in den Schritt fasst und sagt: „Nein, noch nicht...aber es könnte eine werden!“). Nach kurzem Zögern bittet Edward Vivian schließlich ihn ins Hotelzimmer zu begleiten, wobei er etwas verkrampft und keineswegs zielstrebig wirkt. Auf dem Zimmer will Vivian dann ihren Job tun, während er darum bittet zu reden und sie für die ganze Nacht bezahlt. Ihre erste gemeinsame Nacht scheint entspannt zu verlaufen – Edward arbeitet und Vivian schaut mit Champagner und Erdbeeren ausgestattet alte Filme. Nur in den letzten Momenten dieser Szene lässt sich erkennen, dass sie noch Sex haben werden (Vivian: „Wie willst du mich?“) – ohne Küssen, denn das kann Vivian nur mit Gefühl. Am nächsten Morgen will sie morgens wieder gehen, als Edward sie bittet noch zu frühstücken. Als sie anschließend in der Badewanne (Prince singend) liegt, macht Edward ihr das Angebot für 3000$ ihn den Rest der Woche (6 Tage) zu begleiten. Vivian ist überglücklich und stimmt zu („Natürlich nehme ich dein Wahnsinnsangebot an, aber du bist doch ein gut aussehender reicher Mann – du kannst alle Frauen umsonst haben.“ – „Ich weiß Profis zu schätzen.“). Ausgestattet mit einer Menge Geld von Edward zum Einkaufen für ein Abendkleid („bürgerlich, nicht zu sexy“ – „spießig“ – „elegant“), bleibt sie im Hotelzimmer als er zur Arbeit geht:
„Baby, ich wäre auch für 2000 geblieben.“
„Ich hätte auch 4000 gezählt“
„Ich werde so nett zu dir sein, dass du nicht willst, dass ich jemals wieder gehe!“
„Vivian, 6 Tage, 3000$ und ich verspreche dir – ich werde dich gehen lassen!“
(Die Tür fällt zu)
„Das werden wir ja noch sehen!“

Und um diese Frage dreht sich der gesamte weitere Film. Vivian wandelt sich von der billigen Straßen-Nutte zur edlen und eleganten „Frau“ eines Geschäftsmannes, die ihre Tage damit verbringt einzukaufen und Polospielen zuzuschauen. Natürlich haben sie auch mit Problemen zu kämpfen: Menschen, die Freunde zu sein schienen, entpuppen sich als das Gegenteil genauso wie zwei starke Charaktere aufeinanderprallen („Ist alles in Ordnung?“ – „Aber ja doch!“ – „Schön, dass habe ich seitdem wir gegangen sind sieben Mal gehört. Kannst du auch mal was anderes sagen?“ – „Arschloch! Das ist mal was ganz anderes!“ (im gleichen Moment knallt sie die Badezimmertür zu)).
Doch ob Edward nicht möchte, dass sie jemals wieder geht und ob sie sich auch küssen (denn das geht ja nicht ohne Gefühl) – soll nicht verraten werden (auch wenn es viele von euch wissen werden *g*) Dazu dürft ihr den Film allein schauen...

SCHAUSPIELER
+++++++++++++
Julia Robert und Richard Gere kommen beide in ihrer Rolle selbst und auch in ihrer Rolle als das Traumpaar schlechthin sehr gut weg.
Julia Roberts verkörpert auf ganz besondere Weise eine starke Frau, die von einem besseren Leben träumt. Einerseits ist sie das romantische Mädchen aus irgendeinem kleinen Kaff mitten in den Staaten, dass sich immer in die Versager verliebte und irgendwann durch eben so einen auf der Straße in New York landet. Auf der anderen Seite spielt sie eine sehr selbstbewusste Frau, die es versteht sich durchzusetzen und sich nicht verbiegen lässt. Sie hat einen Traum und den möchte sie, wenn überhaupt, dann ohne Kompromisse verwirklichen („Ich kann mich nicht erinnern, dass der Prinz in meinem Traum sagte: Hey Baby, ich hab ne Wohnung und n schickes Auto für dich!“).
Richard Gere macht sich aber ebenso gut in der Rolle des „Beschützers“, der seine Partnerin zu sich emporhebt und beeindruckt. Allerdings denke ich, dass Julia Roberts eine weitaus schwierigere Rolle besetzt: sie muss sämtliche Facetten einer Frau zum Besten geben, während Richard Gere sich „lediglich“ mit der Rolle eines eigentlich vereinsamten, aber erfolgreichen VIPS vertraut machen musste – und diese aber auch überzeugend spielt. Der Zwiespalt zwischen seiner Kindheit (Mutter Musiklehrerin, Vater Geschäftsmann und lässt Kind (ihn) mit Frau später sitzen) und seinem Erfolg heute wird des öfteren deutlich („Ich war furchtbar wütend auf meinen Vater – dafür hat mein Therapeut mir 10.000$ abgenommen“). Trotz des beruflichen Erfolgs hat er im Privatleben eher Pech. Er ist fixiert auf gewisse Normen und Werte und lebt für jeden sichtbar seinen Erfolg in massivem Luxus aus („Ich habe vergeblich ein Penthouse im ersten Stock gesucht – war keins mehr frei“ – er hat Höhenangst und trotzdem sein Penthouse nun im obersten Stockwerk). Vivian hat in dieser Hinsicht einen positiven Einfluss auf ihn: er nimmt sich mit ihr einen Tag frei um einfach nur das Leben zu genießen; er hilft Philipp Moors, dessen Firma vor dem Ruin steht, anstatt ihm und seiner Firma den letzten Stoß zu versetzen. Bei genauer Betrachtung verändert sich also auch Gere’s Figur und ihr Verhalten.

BEWERTUNG
+++++++++++
Ich bin diesem Film vor vielen Jahren verfallen und seitdem gibt es kaum eine Woche oder einen Monat in dem das Video nicht den Weg zum Videorecorder findet. Es ist die Hollywood-Lovestory schlechthin. Der große einflussreiche, aber einsame Geschäftsmann lernt durch Zufall, der erst durch Luxus ermöglicht wurde, mit dem er eigentlich doch nichts anzufangen weiß, eine kleine, arme und gescheiterte Prostituierte kennen und verliebt sich binnen einer Woche in sie. Schöner könnte es doch nicht sein, oder? Ich denke es ist der richtige Film um allein (oder zu zweit) im Bett zu liegen und einfach nur gnadenlos romantisch zu sein und an den richtigen Stellen zu seufzen. Gedanken über den Realismus hinter der Story und über „Wann-passiert-das-wirklich-im-Leben“ sollte man dabei bewusst zur Seite schieben. Selbst Vivian sagt in Pretty Woman, dass sowas doch nicht im richtigen Leben passiert. Aber man wird doch wohl noch träumen dürfen?! Also ganz klar ein Film für romantische Stunden – aber auch für Stunden, in denen man vielleicht allein, unglücklich oder einfach nur komisch drauf ist. In solchen Fällen nehme ich meinen alten Teddy in den Arm, pack mich ins Bett und träum ne Runde bei Pretty Woman von einem anderen, aber vielleicht auch nicht gerade besseren Leben! :-)
Also: Prädikat 100%ig empfehlenswert

FAKTEN
+++++++
Filmdauer: 115 Minuten
Hauptdarsteller: Julia Roberts, Richard Gere
Drehbuch: J. F. Lawton
Regie: Garry Marshall
Produktionsjahr: 1986
Genre: Romantik
FSK: 12 (bestimmt wegen einiger erotisch angehauchter Szenen, aber wirklich nur ein Hauch von Erotik *g*)

Damit wünsche ich euch einen romantischen noch verbleibenden Sonntag und: seufzt an der richtigen Stelle!
© by Achtel, 29.12.02
Über GB-Einträge, Kommentare, Bewertungen bin ich wie immer hoch erfreut (*g*) und ich danke fürs Lesen! *knuddel*


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
kalli46

kalli46

08.01.2003 19:20

Auch wenn ich den Film im Fernsehen schon öfters sah, finde ich ihn, wie auch deinen Bericht super. Gruß kalli46

cskendras

cskendras

01.01.2003 16:59

ein klasse film und dein bericht ist auch gut! SH. mfg cskendras

LS.thomas

LS.thomas

30.12.2002 12:06

Wie immer ein sehr guter und hilfreicher Bericht, dafür muß es einfach ein "s.h." geben. :-)) LG von LS.thomas

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