Primus Gravity II EF

Erfahrungsbericht über

Primus Gravity II EF

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Primus Gravity II EF

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Etwas heißes braucht der Mensch!

5  09.09.2008

Pro:
Robust, auch für größere Mengen

Kontra:
nicht erwähnenswert

Empfehlenswert: Ja 

LeFrank

Über sich: Student aus Leipzig, viel unterwegs und stöbere gelegentlich bei Ciao. Lege aber viel Wert auf orde...

Mitglied seit:31.08.2004

Erfahrungsberichte:4

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nachdem ich bei Ciao bereits mein Zelt vorgestellt habe, möchte ich hier einen weiteren Teil meines Outdoorequipements der letzten Tour vorstellen, den Kocher Primus Gravity II EF.


Mein Anwendungsbereich
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Diesen 2. Kocher habe ich mir für eine 5-Personen Kanutour gekauft, da mein alter Gaskocher (1800 Watt Stechkartuschengaskocher von Campinggaz für 20 €) mir aus meinen Erfahrungen in der Vergangenheit für diese Tour für absolut ungeeignet erschien.

Auch jetzt nach der 10 Tage Tour, auf der es Täglich 2L Kaffe zum Frühstück und ein ausreichendes Abendmahl für die hungrigen Mäuler zu zaubern hieß hat mich der Kocher absolut überzeugt. Wir besaßen einen weiteren Gaskocher, damit Soße und zB Nudeln gleichzeitig zubereitet werden konnten. Auch im Vergleich hat mich mein Primus Gravity II EF überzeugt, beim Kauf reichtig gewählt zu haben.

Aus der täglichen Verwendung, dem Vergleich mit meinem alten Kocher und dem Kocher meiner Mitfahrer, konnte ich viele Erfahrungen Sammeln und kann euch jetzt sicher eine Hilfe sein.

Vorüberlegungen zum Kocherkauf
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Wenn man beschließt sich einen Outdoorkocher zu kaufen muss man sich über verschiedene Punkte klarheit verschaffen.
Den Idealen oder Besten Kocher gibt es nicht, denn es gibt bei der großen Auswahl an Kochern zu viele unterschiedliche Qualitäten, die nur teilweise miteinander vereinen lassen. Dazu gehören:

- Kochleistung.
Jenachdem wieviele Personen unter welchen Umweltbedingungen Essen brauchen geht der Bedarf auseinander.
Auch die Konstruktion des Kochers ist dabei nicht unwichtig - schaut man sich manchen ultraleichten Kocher an, so ist rein praktisch schon durch die Göße der Kocherarme die Topfgröße begrenzt.
Unser Primus Gravity II EF punktette bei 5 Personen mit einem 2. Kocher zusammen.

- Brennstoff des Kochers.
Auf dem Markt sind 3 Arten von Brennstoff gebräuchlich: Gas, Benzin und Spiritus

Zum Gas ein paar Worte.
Gas wird in Kartuschen verkauft. Gas verbrennt sauber und unter normalen Bedingungen rußfrei. (Die Gaskartuschen enthalten ja nur gesättigte Kohlenwasserstoffe wie Propan und Butan, die bei vollständiger Verbrennung nur Wasser und CO2 zurücklassen.)

Die Vorteile des Gaskochers sind ganz klar:
Kein Ruß → keine Wartungsarbeiten am Kocher und saubere Topfböden.
Es gibt aber auch Nachteile, die zu nennen wären:
Kompatibilität: Die verschiedenen Gaskartuschensysteme unterscheiden sich im Anschluss. Es gibt Stechkartuschen und verschiedene Sorten von Ventilkartuschen (Diese können vom Kocher getrennt werden, ohne das das Restgas ausströmt). Unser Primus hat ein "handelsübliches" Schraubgewinde.

Bilder von Primus Gravity II EF
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Primus Gravity II EF Primus Gravity II EF
Der Kocher nach 2 Wochen Benutzung
Im Fachhandel sind Adapter für Stechkartuschen und Kartuschen von Campingaz erhältlich.
Temperaturabhängige Kochleistung. Das flüssige Gas in der Kartusche geht langsamer in den gasförmigen Zustand über. Außerdem kühlt dabei die Gaspatrone noch merklich ab.

Die große Gaskartusche 450g (zur Kochleistung s.u.) kostet etwa 6,50 €.

Bedenke: Da die Brennstoffe nicht im Flugzeug transportiert werden können sollte vor einem Reiseantritt geklärt sein, welche Brennstoffe vor Ort erhältlich sind. Ggf Adapter für die anderen Kartuschensysteme mitnehmen.

- Größe, Gewicht und Verpackung.
Bei zahlreichen Anwendungen ist das Gepäckvolumen (und Gewicht) limitiert. Wenn es eng wird muss der Kocher mit seinen metallischen Kanten auch so verpackbar sein, dass man sich daran nicht verletzen kann und weder Kocher noch restliche Ausrüstung beschädigt werden können.
Diese notwendige Verpackung ist beim Primus Gravity II EF nicht mitgeliefert und muss daher improvisiert werden.

- Preis
Nichtzuletzt bestimmen diese Kriterien dann den Preis.
Unser Primus Gravity II EF hat mich 65€ im Fachgeschäft gekostet und gehört damit definitiv nicht zu den billigsten (ab ~20€) aber auch nicht zu den richtig teuren Gaskochern (so 80 € und mehr).
Dazu Preis sei noch eine kurze Diskussion angeschlossen: Preis, Features und Verarbeitungsqualität der Modelle hängen zusammen (ganz klar - es gibt Ausnahmen).
Überlegt beim Kauf daher erst, was ihr braucht und wie schlimm der Ausfall auf einer Tour wäre und schaut dann nach was das Gerät kostet.

Mit einem Kocher, der billig aber qualitativ nicht geeignet ist gerät die Outdoorküche in Gefahr.
Wenn uns auf unserer Kanutour zum Beispiel die Kocher an einem Dauerregentag, 24 Stunden entfernt vom nächsten Ort, den Geist aufgegeben hätten hätten wir eventuell entnervt und hungrig die Tour abgebrochen. Aber dank Kaffee, Baked Beans und selbstgemachtem Poppcorn konnten wir selbst diesem Tag im Zelt noch etwas abgewinnen.

Wenn der Kocher noch zur Trinkwasserbereitstellung diehnen muss, so sind die Folgen eines Ausfalls noch ernster!


Technische Details und Lieferumfang
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Hier die Eigenschaften laut Hersteller, von mir kommentiert:

- Größe: 140x120x40mm.
Nicht ganz richtig. Wenn man den Kocher nicht (mit Werkzeug) zerlegen will, so braucht er eine Quaderförmige Verpackung mit den Maßen 11x5x17,5cm. Wenn man das Zubehör noch unterkriegen will kommt in der Höhe noch fast 1 cm dazu. Wenn man den Kocher samt Zubehör in einem Topf verstauen will, dann muss dieser einen Innendurchmesser von mind. 18,5cm und eine Höhe von mind. 6cm, besser 8cm haben.

- Gewicht: 263g
Nachgemessen wiegt der Kocher allein ca 280g (aber +/- 10 g Abweichung seien meiner Küchenwage geschuldet). Mit allem Zubehör (Beutel, Windschutz, Bodenplatte) wiegt er 360g.

In meinem Gepäck waren: 2 Alutöpfe (1,8 und 2,3L Nutzgröße), ein Griff und ein Aludeckel und der Kocher mit allem Zubehör. Alles Zusammen wog 960g.
Zum Vergleich: Trangia Kocherset 25-1 UL mit 2 Töpfen (1,75 und 1,5L) und Pfanne 865 g.
Also ist die eigene Lösung, die Nudeln für 5 Personen (Topf mit 2,3L Nutzgröße) kochen kann nur 100g schwerer - nicht schlecht.
Diskutieren kann man daher dass das Gewicht durch die Anzahl der zu versorgenden Personen wieder relativiert wird. Im 2,3-Litertopf kann gleichzeitig Trekkingmahlzeiten, Dosenmahlzeiten, oder auch Kaffeewasser für 5 Personen kochen.

- Leistung 3000 Watt --> 3 min für 1 L
Tja, schwer zu überprüfen. Meine Erfahrungen dazu habe ich weiter unten noch genauer beschrieben.

- Brennstoff: Flüssiggas Schraubkartuschen von Primus.
(Es gibt verschiedene Gaspatronen, die sich entscheidend im Anschluss an den Kocher unterscheiden. Adapter für die in Deutschland üblichen Kartuschensysteme sind im Fachhandel erhältlich.)

Lieferumfang
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Der Lieferumfang besteht aus:
- Windschutz (dicke Alufolie)
- runde Bodenplatte (dicke Alufolie - relativ kurzlebig)
- schönem, robustem Nylonbeutel in den alles rein passt.


Bedienung und Umgang
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Aufbau
Der Aufbau ist einfach: Beine ausklappen, Kartusche anschrauben, Fertig. Dazu kommen noch Windschutz, Bodenplatte und natürlich Kochtopf mit Essen.

Sehr sicherer Stand der Töpfe.
Auch große Topfe, verbeulte Töpfe und Töpfe mit Wärmeaustauschlamellen am Boden (zB Primus Eta Line) stehen sehr sicher.
Das Verdankt der Primus Gravity II EF
- 1. seinen 4 langen "Armen", die den Topf großflächig aufnehmen
- 2. seinen 4 langen Beinen, die eine große Stellfläche ergeben
- und 3. seiner niedrigen Gesamthöhe --> da schwankt beim Umrühren nichts.

Angenehme, sichere Handhabung.
Ein Vorteil des Kochers besteht darin, dass die Kaskartusche und der Regler nicht unter der Flamme, sondern kocherfern liegen.
So kann man abseits des heißen Topfes die Flamme verstellen und kann sich dabei nicht verbrennen oder das Essen umschütten - gerade beim Kochen in beengten Verhältnissen zB im Zeltvorraum von Bedeutung.

Beim Umgang sollte man folgendes beherzigen:
Hitzestabilen Untergrund wählen.
Gerade durch die niedrige Höhe der Flamme wird der Untergrund recht stark erhitzt und kann daher schneller als bei anderen Kochern schmelzen oder Feuer fangen! Daher sollte nicht auf dem Zeltboden gekocht werden und auch nicht auf Mamas Küchenzeile, wenn nicht ein dickeres Holzbrett darunter steht.
Umrühren:
Um die Leistung nutzen zu können sollte man das Essen regelmäßig Umrühren. Dies hat folgenden Hintergrund: Das Wasser am Topfboden kann nur 100°C heiß werden, ehe es als Wasserdampf dem Topf entweicht. Der Wärmeaustauschprozess zwischen Topf und Inhalt ist umso schneller, je größer der Temperaturgradient ist.


Gasverbrauch
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Der Gasverbrauch ist ein sehr wichtiger Punkt. Schließlich richtet sich ja danach die Menge an Gas, die man für eine Tour einplanen muss.
Leider kann ich den Gasverbrauch, da er doch stark von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird, nicht genau angeben. Vielleicht können aber meine Erfahrungen schon einen Eindruck geben:

Ich verwendete die großen Primus Gaspatronen (450g) - ausgeschrieben für 3-6 Stunden Brenndauer bzw 30L Kochwasser.
Unter guten Bedingungen (Windgeschützt und Temp > 15°C) habe ich 6 Tage lang täglich fast 2 L Kaffee gekocht und für 5 Personen eine der 2 Komponenten einer Mahlzeit gekocht (zB Nudeln, Reis, Letscho oder Nudelsoße, ...).

Befolgt man einige einfache Regeln, so kann man der Gasverschwendung vorbeugen:
1. Nur essen Kochen, das schnell geht, zB Dosen und Kartoffelpüree, Gefriergetrocknete Trekkingmahlzeiten
2. Umrühren, Deckel, reflektierende Bodenplatte und Windschutz verwenden
3. Kochergaszufuhr nicht zu hoch einstellen - Der Kocher wird umso ineffizienter, je größer die Flamme eingestellt ist.
4. Sich im Fachgeschäft zu den speziellen Töpfen mit Wärmetauscher (Lamellen am Boden) informieren. Der Hersteller Primus verspricht beispielsweise mit seiner ETA-Topfserie 50% schnelleres und auch wesentlich effizienteres Kochen. Die Töpfe können mit jedem Kocher verwendet werden, sind aber deutlich teurer.


Robustheit
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Mein Kocher hat den ersten Ernstfall von ca 2 Wochen Kanutour mit mehrmaligem täglichen Auf- und Abbau anstandslos mitgemacht.
Dennoch: Die Arme/ Beine des Kochers sind nicht dafür gebaut, der Last eines vollgepackten Trekkingrucksacks standzuhalten. Dafür halte ich eine soliden Behälter zum transportiert für ratsam. Bei mir war es der Kochtopf.


Alle Argumente auf einen Blick
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Argumente für den Kocher
+ Kochleistung und Bedienung
+ Kochleistung bei fast leerer Patrone
+ Nimmt große Töpfe problemlos auf und hat immer einen sicheren Stand.
+ durch niedrige Höhe zum Kochen in kleineren Apsiden geeignet (siehe Text)
+ Verwendet Ventilkartuschen, die wieder abgemacht werden können.
+ Als Gaskocher naturgemäß kaum Wartungsarbeiten und rußfreie Flamme.
+ Hat sich bei mir auf einer 14-Tagetour bewährt.

Argumente gegen den Kocher
- dürftiges Zubehör: SEHR einfacher Windschutz und kurzlebige Bodenplatte. Keine Reservedichtungen oder Reperaturmaterial
- unbrauchbare Piezozündung (schmilzt) - ist zwar schade, aber in meinen Augen nicht schlimm - Es geht auch ohne. Um das zu vermeiden, soll manMan sollte
- Betrieb auf der Zeltplane nicht empfehlenswert
- Bedarf einer extra Verpackung, damit er nicht beschädigt wird oder sich mit seinen Kanten in anderes Gepäck bohrt.

-> Robuster, gut bedienbarer Kocher
-> Geeignet zum Zubereiten größerer Mengen. Würde ich solo für 3 Personen empfehlen, mit 2 Kochern kann man auch 6 hunrige Mäuler stopfen (Wir hatten 2 Kocher für 5 und sind damit gut zurecht gekommen.)
-> Empfehle für längere Touren den Kauf von extra Dichtungen und Reperaturmaterial. Außerdem das Feuerzeug nicht vergessen.
-> Gewichtsfanatiker werden zu anderen Modellen leichteren Modellen greifen.

Kaufempfehlung?
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-> Ja,
- wenn Du ein leistungsstarkes und unkompliziertes Gerät haben willst, und größere Topfe verwenden möchtest.
- wenn Du beim Umgang mit dem Kocher ein einfach nur ein sicheres Gefühl haben möchtest.
- wenn Du bei der Anschaffung ein preiswertes (ich weiss, es gibt billigere) Gerät möchtest und Töpfe schon besitzt und bereit bist bei Windschutz und Verpackung ggf zu improvisieren.

-> Nein,
- wenn Dir Größe und Packmaß sehr wichtig sind und wenn Du allein oder zu zweit unterwegs bist - dann reicht ein leichterer Kocher.
- wenn Du in Regionen reisen möchtest in denen Du eventuell auch Benzin verheizen willst/musst - dann denke lieber über die Multi-fuel Variante nach.



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Al_Batros

Al_Batros

15.09.2008 23:25

Prima Bericht! Schön einen erfahrenen Outdoor-Kollegen auf Ciao zu treffen. Besser kann man einen Kocher nicht beschreiben. vg Alba

Scigy

Scigy

13.09.2008 16:27

Guten Appetit :-) ... hoffentlich kochst Du mir damit auch mal was Feines. LG - Paps

pyragoon

pyragoon

09.09.2008 22:42

nicht mein ding, aber echt super beschrieben.

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