Erfahrungsbericht über

Prince of Persia - Die vergessene Zeit (Playstation 3)

Gesamtbewertung (9): Gesamtbewertung Prince of Persia - Die vergessene Zeit (Playstation 3)

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Der Prinz hüpft wieder!

4  30.12.2008

Pro:
Grafik & Design, großteils frei begehbare Welt, spaßige Sprungeinlagen

Kontra:
ab und zu etwas anspruchslos, Kampfsystem nicht optimal

Details:

Grafik

Sound

Multiplayer:

Bedienung

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Ulyaoth

Über sich: Videospiele? Immer doch.

Mitglied seit:08.10.2006

Erfahrungsberichte:131

Vertrauende:17

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Der Hochadel ist wieder unterwegs! Der titelgebende persische Prinz ist nun schon ziemlich lange im Bereich der Videospiele unterwegs, meistens um irgendwelche in Not geratene Prinzessinnen zu retten - oder gleich die ganze Welt. Zuletzt sah man ihn auf Gamecube, Playstation2 und Xbox in der "Sands of Time"-Trilogie, die vor allem durch die Möglichkeit bekannt war, die Zeit zurückspulen zu können. Nun, die Trilogie ist zu Ende, kein Sand der Zeit mehr da - also was haben sich die Entwickler diesmal ausgedacht, um ihr Spiel interessant zu gestalten?
69 Euro Vollpreis waren mir übrigens zu viel, aber in England kriegt man Videospiele stellenweise echt saubillig - im Endeffekt hab ich dann schlappe 29 Pfund bezahlt, etwas mehr als dreißig Euro.

Kleine Geschichtsstunde nebenbei: Persien ist dort, wo heutzutage der Iran liegt. Unser Prinz ist also ein waschechter Iraner. Kein Spiel für NPD-Wähler, also. ;)

Wie viele PS3-Spiele kommt auch Prince of Persia nicht ganz ohne zwingende Installation aus; die Datei ist allerdings nur 1,3 GB groß. Schon Schlimmeres erlebt. Die Ladezeiten sind mit knappen 5 bis 6 Sekunden dann auch relativ kurz und während des Spiels auch ziemlich selten. Eigentlich nur dann, wenn man sich teleportiert.


STORY - Märchen aus 1001 Videospiel

Der (immer noch namenlose) Prinz ist schon irgendwie ein armer Hund: Gerade erst hat er eine Menge Ärger mit dem Sand der Zeit und einem bösen Großwesir (es ist immer der Großwesir) hinter sich und ist eigentlich nur mit ner Menge Gold auf dem Weg nach Hause, da stolpert er auch schon in das nächste Abenteuer, als er von Prinzessin Elika über den Haufen gerannt wird. Der Prinz kann der nahöstlichen Schönheit natürlich nicht widerstehen und läuft ihr nach - selber Schuld, nun sitzt er mittendrin. Der Vater der leicht bekleideten Dame hat vor, den dunklen Gott Ahriman aus seinem Gefängnis zu befreien und das adlige Duo muss ihn aufhalten bzw. Ahriman wieder einsperren und auch wenn das nicht gerade die innovativste aller Hintergrundgeschichten ist (wie viele dunkle Götter habe ich in meiner Videospielkarriere schon vernichtet?), so ist sie doch ein recht nettes Grundgerüst für das Spiel.

Aber mal abgesehen von der nicht gerade neuartigen Basis hat mir die Geschichte ganz gut gefallen. Es gibt nicht viele Charaktere, aber die vorhandenen Exemplare sind schön ausgereift und haben auch viel Hintergrund. Mir hat gefallen, dass hier auch mal auf die Monster eingegangen wurde, nicht nur auf die Helden. Natürlich tut sich zwischen Prinz und Prinzessin dann auch noch die obligatorische Romanze auf, aber es wirkt weder aufgesetzt, noch übertrieben kitschig. Einzig das Ende ist mal wieder von der Sorte "Macht Platz für Teil 2".


GRAFIK - Disney presents: Persien!

Okay, um genau zu sein findet das Spiel in einem namenlosen Königreich und nicht direkt in Persien statt (keine Abstecher nach Babylon diesmal), aber der Grafikstil könnte wirklich einem Disneyfilm entnommen worden sein. Anders als die Prince-of-Persia-Spiele
Bilder
  • Prince of Persia - Die vergessene Zeit (Playstation 3) Prinz
  • Prince of Persia - Die vergessene Zeit (Playstation 3) Elika
  • Prince of Persia - Die vergessene Zeit (Playstation 3) Hunter
  • Prince of Persia - Die vergessene Zeit (Playstation 3) Klettern
Prince of Persia - Die vergessene Zeit (Playstation 3) Prinz
Da laufen sie, die zwei Helden
der letzten Generation hat man diesmal einen sehr zeichentrickartigen Cel-Shading-Stil, in dem alles so aussieht, als hätte es tatsächlich jemand gezeichnet. Man kennt diesen Grafikstil vielleicht aus Spielen wie No More Heroes oder Okami, aber anders als diese zwei Beispiele geht der persische Prinz in eine etwas realistischere Richtung. Man kann es sich ein wenig wie New-Age-Aladdin in einer 3D-Dreamworks-Produktion vorstellen. Klingt gewöhnungsbedürftig, sieht aber klasse aus.

Die Designer haben sich jedenfalls viel Mühe gegeben. Das Level- und Charakterdesign ist jetzt etwas mehr an Fantasy als an osmanische Kultur angelehnt, sieht aber wirklich schön aus, auch wenn gerade anfangs sich die Kletterparcours etwas ähneln. Die Weitsicht ist gigantisch - wenn man an einer hohen Stelle steht, kann man sich wirklich das gesamte Level von oben ansehen.
Auch die Animationen machen ordentlich was her. Wenn der Prinz leichtfüßig eine Wand entlangläuft oder an der Decke ganz spiderman-like von Metallring zu Metallring turnt, sieht das einfach herrlich aus. Man sieht sich beinahe versucht, das selbst einmal zu probieren. Ebenso wie die Animationen im Kampf, sieht alles sehr elegant aus. Die Liebe zum Detail ist einfach beeindruckend, man muss mal drauf achten, wie Prinz und Elika auf einem schmalen Holzbalken oder bei einer Kletterpartie die Plätze tauschen…

Technisch gibt's auch nix zu meckern, alles läuft flüssig, sauber und ohne Bugs. Einzig bei den Bossen bin ich ab und zu mal über nen kurzen Hänger gestolpert, vor allem dann, wenn sich das Spiel einbildete, jetzt mal unbedingt fünf Quicktime-Events hintereinander zu ketten. Aber sonst passt hier alles.
Blut fließt übrigens keins, alles sehr kindgerecht. Die zwei, drei menschlichen Gegner, auf die man trifft, kann man auch nicht mal töten. Aber der Prinz hat ohnehin keinen Splatter nötig. ;)


SOUND - Sprücheklopfer unterwegs

Auch der Sound ist sehr gut gelungen, insbesondere die Stimmen - sowohl die deutschen als auch die englischen. Die Dialoge selbst sind manchmal etwas… bescheuert, vor allem weil der Prinz eine Klappe hat, die stellenweise sogar Teufelsjäger Dante Konkurrenz machen würde. Außerdem ist sein Vokabular nicht unbedingt des Hochadels würdig. Aber abgesehen davon bin ich zufrieden - manchmal ist der Prinz wirklich witzig und besonders die Gegner bieten ein paar nette Dialogzeilen. Die Kabbeleien zwischen unserem Helden und seiner magischen Begleiterin sind auch immer wieder für ein Grinsen gut - aber das konnte er ja schon früher noch zu Gamecube-Zeiten.

Die Musik ist manchmal eher unauffällig, manchmal traumhaft schön. Ähnlich wie bei den generellen Soundeffekten ist hier nicht groß irgendwas anzukreiden, irgendwie fehlt dem Ganzen nur die letzte Prise WHAM! Irgendwas, das einen vom Sessel haut. Der letzte Druck. Aber okay, das ist dann nur Haarspalterei. Ein- oder zweimal sind mir auch kurze Hänger in der Musik aufgefallen, aber das ist dann auch kein Genickbruch für das Spiel.


GAMEPLAY - Die ganze Welt ist meine Sporthalle!

Für all jene, die noch nie ein Prince of Persia gespielt haben: Im Grunde handelt es sich dabei um ein Geschicklichkeitsspiel mit kleinen Kampfeinlagen; quasi Super Mario mit einer Prise Zelda. Man hüpft, läuft und klettert durch diverse Welten und killt ab und zu einen Gegner - wobei der Schwerpunkt diesmal eindeutig auf den Klettereinlagen und weniger auf den Kämpfen liegt.

Die Steuerung ist recht simpel ausgefallen - wie üblich sieht man seinen Prinzen stets von außen und bewegt ihn mit dem linken Stick herum, während der rechte Stick die (ab und zu etwas bockige) Kamera steuert. Mit X springt man, mit dem Kreis greift man zu. Das Quadrat dient Schwertangriffen und mit dem Dreieck ruft man Elika zu Hilfe. Blocken kann man mit R2 und L2 dient dazu, seine Begleiterin in ein Gespräch zu verwickeln.
Das ist es dann im Grunde schon - auch wenn die Kletter- und Sprungaufgaben in Bewegung wahnsinnig kompliziert und anspruchsvoll aussehen, im Endeffekt muss man nicht viel mehr machen, als im richtigen Moment X zu drücken. Wenn man schräg an eine Wand springt, läuft der Prinz selbsttätig daran entlang, bis man noch mal X drückt und er von ihr abspringt. Oder abstürzt. Ist ein Ring an der Wand, drückt man halt den Kreis, um sich daran weiter zu schwingen. Und ist ein Abstand zwischen zwei Plattformen zu groß, kann man sich per Dreieck von Elika noch mal ein Stück weiterkatapultieren lassen.

Im Vergleich zu den mehr oder minder direkten Vorgängern haben sich zwei Dinge grundlegend geändert. Die erste Änderung betrifft die Spielwelt, die nun ähnlich wie in einem Zelda relativ frei begehbar ist, wobei man im Spielverlauf immer neuere Bereiche freischaltet. Man kann also relativ frei entscheiden, in welchem der vier großen Gebiete man beginnen will, das Land von Ahrimans dunklem Einfluss zu befreien; ebenso kann man die vier magischen Fähigkeiten für Elika in beliebiger Reihenfolge erlernen. Auch bereits "geheilte" Gebiete können jederzeit wieder besucht werden und man kann sich von überallher zu einem solchen Gebiet zurück teleportieren, was unnötig lange Laufwege zunichte macht. Man muss für einen Teleport allerdings in geheiltem Gebiet stehen.
Während das Spiel im Prinzip also relativ nonlinear abläuft und sich die Herausforderungen ändern, je nachdem, was man zuerst macht und welchen der vier Hauptgegner man zuerst killt, sind die Laufwege selbst strikt linear. Oder, simpel ausgedrückt: Um von A nach B zu kommen, gibt es nur einen möglichen Pfad über die vielen Hindernisse - ob man aber lieber zuerst von A nach B oder lieber nach C, D oder E läuft, bleibt einem selbst überlassen. Das finde ich wirklich nett, vor allem da man ein etwas anderes Spielerlebnis hat, wenn man in einem nächsten Durchgang eine andere Reihenfolge einhält.

Die zweite Änderung hört auf den Namen Elika und dient nicht nur dazu, das Auge männlicher Spieler mit ihrer Figur zu erfreuen, sondern begleitet den Prinzen das gesamte Spiel über. Dabei muss man aber nicht fürchten, ein lästiges Anhängsel mit sich herumschleppen zu müssen, das alle drei Meter gerettet werden muss - ihre königliche Hoheit ist vielmehr essentielles Spielelement. Erstens braucht man ihre magischen Kräfte dafür, weite Sprünge zu vollführen oder magische Sprungplatten zu nutzen, zweitens dient die Hübsche als mobiles Checkpointsystem. Stürzt das Prinzchen nämlich in die Tiefe, wird von der Dunkelheit verschluckt oder von einem Widersacher erledigt, ist Elika sofort zur Stelle und rettet einem die Haut. Und zwar jedes Mal. Das mutet auf den ersten Blick etwas sehr einfach an, da man demnach nicht sterben kann - aber im Endeffekt ist sie bloß ein gut getarnter, ladezeitenfreier Rücksetzpunkt. Stürzt man ab, wird man an die letzte Stelle zurück teleportiert, an der man festen Boden unter den Füßen hatte (und das kann bei langen Sprungeinlagen schon mal ein gutes Stückchen sein!); rettet sie einen im Kampf, erhält der Gegner ein ordentliches Stück Lebensenergie dazu.


Aber auch wenn die vermeintliche Unsterblichkeit der Hauptfigur das Spiel nicht so sehr vereinfacht, wie man meinen möchte, so muss man doch dazu sagen, dass das Spiel generell viel simpler geworden ist. Viele Aktionen führt der Prinz fast selbständig aus, so dass man ab und zu das Gefühl hat, das Spiel spiele sich von selbst. An Wänden entlanglaufen, um die Ecke schwingen, über ein paar Masten balancieren und dann mit einem Doppelsprung über einen Abgrund an eine Säule springen? Klingt unendlich schwierig, erfordert im Endeffekt aber bloß ein, zwei halbwegs richtig angewandte Knopfdrücke auf X und vielleicht zwischendurch mal auf Kreis oder Dreieck. Die Serienableger der letzten Generation waren da deutlich anspruchsvoller - hier fühlt man sich manchmal fast zum Zuschauer degradiert, der halt ab und an mal auf nen Knopf drückt.
Ähnlich die Kämpfe. Man hat nie mehr als einen Gegner auf einmal und die Standardgegner lassen sich oft schon ausschalten, bevor sie sich überhaupt erst materialisiert haben. Und selbst wenn, kann man sie oft innerhalb von Sekunden erledigen, indem man sie einfach von der Plattform wirft. Die vier Bosse sind da schon anspruchsvoller, treten jeweils aber fünfmal (!) auf, mit nur kleinen Änderungen. Rein optisch sehr genial gemacht, wird man jedoch oft von Quicktime-Events überrollt, in denen es nur gilt, schnell die richtige Taste zu drücken. Ein- oder zweimal wäre ja okay, aber nicht viermal hintereinander…
Das Kampfsystem selbst ist recht nett und bietet etwa dieselben Optionen wie im Klettern (Dreieck für eine magische Attacke von Elika; Kreis für einen Griff mit dem Klauenhandschuh), aber in der Praxis etwas anspruchslos. Ganz einfach sind die Kämpfe trotzdem nicht, besonders gegen Ende hin.

Die Spielzeit würde ich etwa im Bereich zwischen 10 und 15 Stunden ansiedeln, wobei das Spiel durch das Sammeln von Lichtkugeln für Elikas Zauberkräfte etwas künstlich in die Länge gezogen wird. Von ihr geheilte Gebiete sind voll mit kleinen leuchtenden Kugeln, die es einzusammeln gilt - 1001 Stück davon sind in den Welten versteckt, wobei man aber nur knapp die Hälfte braucht, um das Spiel zu beenden.


EXTRAS - Kostümball!

Ein wenig Bonusmaterial gibt es natürlich auch für den geneigten Sammler. Neben den obligatorischen Artworks, die man mehr oder weniger automatisch erhält, gibt es dann noch ein paar zusätzliche Kostüme für die beiden Hauptfiguren - unter anderem ist das Assassins-Creed-Kostüm (in welchem Spiel ist das Ding eigentlich nicht versteckt?) und das Sands-of-Time-Outfit dabei.

Oh ja, und Trophies gibt's auch wieder, wobei die meisten davon ziemlich einfach freizuschalten sind. Für Punktejäger aber auf jeden Fall ein netter Zusatz, der dem Ganzen noch etwas zusätzliche Langzeitmotivation verleiht.


FAZIT - Simpel und Hübsch

Man kann dem Spiel nicht vorwerfen, dass es keinen Spaß macht, ganz im Gegenteil. Das Befreien der einzelnen Gebiete ist motivierend, die Grafik schick, die Klettereinlagen etwas simpel, aber spaßig, und die Atmosphäre sehr gelungen. Schade finde ich nur, dass das Spiel vielleicht einen Tick zu sehr vereinfacht wurde und das Kampfsystem mit all seinen Quicktime-Events und den wenigen Gegnern etwas zäh geraten ist.

Nichtsdestotrotz; ein schönes Spiel für Freunde des Jump'n'Runs und Action-Adventures. Fans der Vorgänger werden sich aber etwas umstellen müssen und vermutlich etwas an Herausforderung vermissen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Spidey-Prince

Spidey-Prince

30.05.2011 18:23

Ist das Bild nicht von Prince of Persia 1 (PS3) ? Habe das Spiel ebenfalls durchgespielt und wollte eigentlich selber einen Bericht schreiben ^^ SH

Tobi2412

Tobi2412

09.07.2009 13:29

...das fand ich auch richtig gut...die dialoge zwischen dem prinzen und elika sind auch ganz nett...mfg

ChaziChaz

ChaziChaz

05.07.2009 03:25

Ja, ein gutes Spiel! Könnte es demnächst eigtl nochmal zocken, mal sehen :> Gruß

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