Ich bin selbständiger Transportunternehmer und als dieser doch sehr häufig unterwegs. Nun kommt es aber immer wieder vor, dass ich auch von unterwegs auf das Internet zugreifen muss, um beispielsweise Emails zu lesen oder Wegstrecken zu kontrollieren. Da ich immer häufiger Aufträge und Lieferpapiere als PDF erhalte, kann ich die Emails nicht mehr mit dem Handy lesen, sondern benötige einen Laptop und eine Internetverbindung. Hierfür habe ich mir den ProSieben Web Stick angeschafft.
~~~Der Preis~~~
Das Paket kostete 29,95 Euro. Dafür bekommt man den Webstick, die notwendige Software (befindet sich auf dem Webstick und installiert sich von selbst) und ein Guthaben von 5 Euro.
~~~Verpackung und Inhalt~~~
Der Webstick kam in einem kleinen grauen Päkchen. Darin befand sich neben dem eigentlichen Stick, eine SIM-Karte, eine Werbebroschüre und ein Zettelchen mit den AGB von Vodafone.
Der Stick selbst ist in elegantem Weiss gehalten und sieht eigentlich aus wie ein normaler USB-Stick. Mit Kappe ist er etwa acht Zentimeter lang. Wenn man die Kappe abzieht, erscheint der USB-Anschluss. Genau darüber befindet sich der Slot für die SIM-Karte. An der Seite sind zwei silberne Abdeckungen. Unter der ersten befindet sich ein Slot für Micro-SD-Karten. Der Stick ist nämlich auch als Datenspeicher nutzbar. Unter der zweiten Abdeckung befindet sich ein Anschluss für eine zusätzliche Antenne, mit der man den Empfang verstärken kann. Am hinteren Ende befindet sich eine Öse, durch die man ein, wie auch bei Handys oder MP3-Playern, ein Bändchen durchfedeln kann. Während des Betriebs erscheinen noch unter dem weissen Plastikgehäuse zwei farbige LEDs.
~~~Aktivierung~~~
Den ProSieben Webstick in Betrieb zu nehmen war ziemlich einfach. Man musste ihn nur in einen freien USB-Port einstecken und schon begann er automatisch mit der Installation der benötigten Software. Nach der Installation erscheint eine Verknüpfung mit dem Titel "Email & Web Stick" auf dem Desktop. Mit einem Doppelklick auf diesen Icon startet man nun das eigentliche Nutzungsprogramm. Als erstes fragt das Programm, ähnlich wie beim Starten eines Handys, nach dem PIN für die SIM-Karte, welchen man auf der beigelegten Karte freirubbeln muss. Hat man den richtigen PIN eingegeben, kann man seinen Browser starten und gelangt dort automatisch auf einer persönlichen Startseite auf ProSieben.de. Hier kann man nun eines der Surfpakete mit dem Guthaben auf dem Webstick oder per Kreditkarte buchen oder das Webstick-Guthaben mit Hilfe einer Vodafone CallNow-Karte aufladen.
Bilder von Pro Sieben WEB Stick
Wenn man ein passendes Paket gebucht hat, kann man sich im Internet endlich austoben.
~~~Tarife und Aufladung~~~
Den Tarif wählt man immer vor dem Online gehen. Man startet also das Programm, gibt den PIN ein und gelangt dann über den eigenen Browser zu ProSieben.de. Hier wählt man nun das gewünschte Paket für die Session. Die Gebühren für das Paket werden direkt vom Webstick-Guthaben oder der Kreditkarte abgebucht. Folgende Standard-Pakete können gebucht werden:
***0,77 Euro/ Stunde***
Hier bucht man eine Stunde Surfzeit für 77 Cent. Es ist nun egal, ob man nur eine Minute, zwanzig Minuten oder die volle Stunde surft. Es kostet immer 77 Cent. Eine minutengenaue Abrechnung gibt es nicht. Überschreitet man die Stunde wird zumindest bei der Bezahlung über das Guthaben auf dem Webstick einfach ein weiteres Paket á 77 Cent abgebucht. Bei Bezahlung über Kreditkarte wird die Verbindung getrennt und man muss manuell ein neues Paket buchen. Ein Info-Fenster zeigt übrigens die Dauer der aktuellen Verbindung an.
***1,99 Euro/ 12 Stunden (1 Tag) bis 1 GB***
Für 1,99 Euro darf man sich nach Lust und Laune 12 Stunden lang im Internet austoben. Es gibt allerdings eine Begrenzung des Datenvolumens. Diese liegt bei einem Gigabyte. Hat man diese erreicht, wechselt der Webstick automatisch vom schnellen UMTS-Netz auf GPRS. Man wechselt also von annähernd DSL-Geschwindigkeit auf den
Speed eines analogen Modems. Das ist natürlich sehr nervig und ziemlich langsam. Man sollte also mit seinem Datenvolumen sehr sparsam umgehen. Das verbrauchte Datenvolumen wird ebenfalls im Infofenster angezeigt. Sind die 12 Stunden um, wird die Verbindung automatisch getrennt. Hier wird nicht automatisch ein neues Paket gebucht.
***3,99 Euro/ 3 Tage bis 1 GB***
Analog zum 12-Stunden-Paket gibt es auch ein Drei-Tages-Paket. Für 3,99 Euro darf man sich drei Tage nach Lust und Laune im Internet bewegen. ProSieben preist es als "Perfekt fürs Wochenende" an. Zugegeben, der Preis ist durchaus akzeptabel für drei Tage, aber die Begrenzung des Datenvolumens liegt hier immer noch bei einem Gigabyte, welche man beim intensiven Surfen innerhalb von drei Tagen definitiv erreicht. Auch hier trennt sich automatisch die Verbindung nachdem die Surfzeit abgelaufen ist.
***8,99 Euro/ 7 Tage bis 2 GB***
Hier gilt quasi das gleiche wie für die zwei Pakete vorher. Man darf für knapp 9 Euro eine ganze Woche im Internet surfen. Doch auch wenn die Datenvolumenbegrenzung hier auf 2 GB heraufgesetzt worden ist, reicht diese natürlich nicht aus, um eine ganze Woche schnell durch das Internet zu surfen.
Es gibt noch einige Pakete für die Nutzung im Ausland. Diese sind aber ziemlich teuer. Hier kann man automatisch nur einen Tag buchen. Dieser kostet im europäischen Ausland 24,95 Euro, in anderen Ländern sogar 34,95 Euro. Es ist also definitiv keine Alternative für günstiges Surfen während des Urlaubs. Hier sollte man sich dann doch eher ein Hotel mit Wifi oder ein Internetcafé suchen. Diese Pakete sollte man nur im absoluten Notfall buchen.
Eine Nutzung des Internets ohne ein gebuchtes Paket ist übrigens nicht möglich. Man kann aber kostenlos auf ProSieben.de surfen und dort z.B. Nachrichten lesen oder auch Videos anschauen kann.
Ärgerlich finde ich, dass es für kleinere Sachen keine kleineren Pakete oder eine minutengenaue Abrechnung gibt. Es ist schon blöd, wenn man beispielsweise eine Email abrufen oder nur mal schnell nach einer Telefonnummer schauen möchte. Man bucht halt mindestens eine Stunde und selbst wenn man nach fünf Minuten mit dem Surfen fertig ist, sind die 77 Cent weg, denn die Stunde zählt einfach weiter. Bucht man um 16 Uhr das Paket ist um 17 Uhr Schicht im Schacht. Man kann also nicht um 16 Uhr buchen und dann 10 Minuten surfen. Sich um 18 Uhr wieder einloggen und weitere 20 Minuten surfen und die restliche halbe Stunde um 20 Uhr abarbeiten. Es müssten dafür 3 Pakete á einer Stunde gebucht werden. Solange wie die gebuchte Surfzeit noch nicht um ist, kann man sich aber einfach immer wieder ins Web einloggen ohne neu bezahlen zu müssen.
Die Aufladung des Surfguthabens auf dem Webstick ist ziemlich einfach. Sie funktioniert genauso wie das Aufladen eines Prepaid-Handys. Man besorgt sich einfach eine Vodafone CallNow-Karte mit dem gewünschten Guthaben. Diese gibt es in jedem Vodafone-Shop, an den meisten Tankstellen, Supermärkten oder Kiosken. Man sollte also eigentlich immer eine finden, wenn man neues Guthaben braucht. Man wählt dann auf der persönlichen Startseite auf ProSieben.de den Punkt "CallNow-Kartencode eingeben und Guthaben aufladen" und gibt dort dann den Code ein und schon ist das Guthaben auf dem Stick und kann verbraucht werden.
~~~Einsatz~~~
Wie schon erwähnt, nutze ich den Webstick hauptsächlich unterwegs. Zuhause hab ich ja meine DSL-Flatrate und ein Einsatz des Websticks wär ja ziemlich dumm. Unterwegs benötige ich ihn hauptsächlich um Aufträge entgegenzunehmen, die per Email kommen oder vielleicht auch mal, um eine Telefonnummer heruaszubekommen. Klar sind 77 Cent durchaus viel Geld für das Herausfinden einer Telefonnummer, aber ich komm immer noch günstiger, als wenn ich vom Handy aus eine Auskunft anrufe, denn dieser Anruf kostet stets über einen Euro. Dabei buche ich eigentlich immer das Ein-Stunden-Paket für 77 Cent, weil dieses natürlich ausreicht, um diese kleinen Dinge zu erledigen. Hier habe ich auch keine Probleme mit der Geschwindigkeit und der Datenvolumenbegrenzung.
***Login***
Um sich ins Internet einzuwählen, doppelklickt man zuerst auf das Icon "Email & Web Stick" auf dem Desktop. Danach startet man den Browser. Hat man noch kein Paket ausgewählt und somit keine bestehende Verbindung, gelangt man zu ProSieben und kann dort das passende Paket auswählen. Besteht die Verbindung schon, weil man schon vorher ein Paket gebucht hatte, kann man direkt loslegen. Während des Betriebs leuchten am Webstick die beiden LEDs in unterschiedlichen Farben. Diese haben natürlich unterschiedliche Bedeutungen. Steckt man den Stick in den USB-Port, so beginnt die grüne LED, langsam zu blinken. Beginnt diese LED schneller zu blinken, hat der Webstick über GSM ein GPRS-Netz oder ein EDGE-Netz gefunden. Leuchtet sie durchweg, wurde eine Verbindung über GPRS oder EDGE hergestellt. Die blaue LED blinkt schnell, wenn ein UMTS-Netz gefunden worden ist. Ist die UMTS-Verbindung aktiv, leuchtet die blaue LED dauerhaft. Leuchten beide LEDs gleichzeitig, besteht eine Verbindung zum ultraschnelle UMTS-Broadband HSDPA-Netz, mit dem eine Bandbreite von bis zu 3,6 Mbit/s erreicht werden kann.
***Netzabdeckung***
Wer das Vodafone-Netz kennt, der weiss, dass Vodafone eine Netzabdeckung von nahezu 100 Prozent bietet. Das heisst, dass zumindest das GPRS-Netz fast überall verfügbar ist. Die Abdeckung mit dem UMTS-Natz liegt etwa bei 90 Prozent. HSDPA ist etwa 80 Prozent der Bevölkerung verfügbar. Die Verfügbarkeit ist natürlich vom Standort abhängig. In einigen eher ländlichen Gegenden findet man eben nur GPRS, in den Großstädten nahezu 100 Prozent HSDPA. Unterwegs hat man eigentlich nur recht selten keinen guten Empfang. Mit der Netzabdeckung bin ich insgesamt sehr zufrieden. Ich war dies aber auch schon durch meinen Handyvertrag so gewohnt. Ich habe mich deswegen bewusst für den ProSieben Webstick entschieden, weil er, im Gegensatz zu anderen Anbietern, wie z.B. Fonic (über E-Netz), auf das D2-Netz zugreift.
***Geschwindigkeit***
Wer von Zuhause DSL-Geschwindigkeiten gewohnt ist, kann unter Umständen etwas enttäuscht von der Surfgeschwindigkeit sein, da sie selbst im HSDPA nicht ganz an diese Geschwindigkeiten herankommt. Zum normalem Surfen z.B. auf Wikipedia, in sozialen Netzwerken oder zum Mails abrufen reicht die Geschwindigkeit aber völlig aus, selbst wenn mal nicht das schnelle HSDPA-Netz verfügbar sein sollte. Dies braucht man in erster Linie, wenn man es mit größeren Datenmengen, wie Videos oder Programmdownloads zu tun hat. GPRS bietet etwa die Geschwindigkeit eines 56k-Modems. Mit EDGE erreicht man Geschwindigkeiten zwischen 150 und 200 kbit/s, was immerhin schon einer mehrfachen ISDN-Geschwindigkeit entspricht. Mit UMTS und HSDPA kommt man dann den DSL-Geschwindigkeiten schon recht nahe. Bei einfacher UMTS-Verbindung erreicht man etwa 384 kbit/s, bei einer HSDPA-Verbindung erreicht dann der Webstick bei 3,6 Mbit/s sein Maximum. Eigentlich erreicht HSDPA sogar Geschwindigkeiten bis zu 14,4 Mbit/s, was allerdings der Webstick nicht mehr unterstützt.
***Verwendung als USB-Stick***
Den ProSieben Web Stick kann man auch als einfachen USB-Stick als Datenspeicher verwenden. Hierfür benötigt man eine Micro-SD-Speicherkarte. Diese steckt man einfach in den zugehörigen Slot am Webstick (Nicht im laufenden Zustand!) und es erscheint nach dem Einstecken in den USB-Port ein neues laufwerk auf dem Arbeitsplatz, auf das man sofort zugreifen kann.
~~~Fazit~~~
Da ich viel unterwegs bin, hat sich der ProSieben Web Stick als ein sehr nützliches Werkzeug erwiesen, mit dem ich, auch von unterwegs schnell mal ins Internet kann, um wichtige Dinge zu erledigen. Die Anschaffungskosten waren sehr moderat und auch die Verbindungspreise sind akzeptabel. Ich finde es zwar etwas schade, dass man keine kleineren Pakete als eine Stunde buchen kann, allerdings kostet sie mit 77 Cent nun auch nicht die Welt und allein ein Anruf bei einer Auskunft mit dem Handy ist ja schon teurer. Der Stick sieht sehr elegant aus und wirkt auch sehr stabil. Ich habe ihn in meiner Laptop-Tasche verstaut, da ich ihn natürlich nur in Kombination mit meinem Laptop benötige. Insgesamt ist es eine sehr nette und hilfreiche Erfindung, mit der ich sehr zufrieden bin. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Empfehlung.
31.12.2012 16:30
Bh ist da :)
27.12.2012 17:39
BH folgt :)
16.10.2012 21:01
bh