Propolis

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Propolis

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un amore grande

5 13. Dez 2009

Pro:
wundheilend, angenehm riechend (für meine Nase), natürlich

Kontra:
Verfärbungen der Haut  -  wen es stört .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Wirkung:

Verträglichkeit:

Sättigungsgefühl:

Geschmack:

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Über sich: ...coming soon.

Mitglied seit:05.06.2007

Erfahrungsberichte:11

Vertrauende:9

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 62 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Kennt ihr das, ein Geruch, der euch an eure Kindheit erinnert? Für mich gehört der Geruch von Propolis Tinktur dazu.


Früher gehörte ich zu den Mädchen mit kurzen Hosen, die furchtbar gerne Fahrrad fuhren, im Sommer, wenn es zu warm war, einfach nur auf dem Gras zu sitzen und ich liebt es, den Fahrtwind auf dem Gesicht zu spüren.

Einen Sommer jedoch bin ich böse gefallen, mein Knie komplett aufgeschürft. Witzigerweise ist dies eine meiner prägnantesten Erinnerungen. Ich weiß noch, dass es mir kaum möglich war, richtig zu gehen, der Schorf brach immer wieder auf. Nach einer Woche tat es noch mehr weh, unter dem Schorf war die Wunde entzündet, man sah den Eiter, mein komplettes Knie war damit bedeckt. Meine Mutter wusste nicht mehr, was sie tun sollte, doch schon damals mochte sie Ärzte nicht sehr. Deshalb schleppte sie mich zu einer Nachbarin, die mir eine gelbe Flüssigkeit auf den Schorf tröpfelte. Außer, dass dieser sehr angenehm roch, konnte ich aber nichts spüren. Also, trotz aller Warnungen wieder aufs Rad und prompt gefallen. Schorf weg, ich brüllend vor Schmerzen (wer nach einer Definition von „Drama-Queen“ sucht, wäre mit meinen Vorstellungen in dem Alter bestens bedient gewesen *hüstel*). Mama mich wieder zur Nachbarin gekarrt, wieder die Tropfen, doch diesmal brannte es wie Hölle. Die Nachbarin lächelte und sagte, es sei nun gut. Ich wünschte, ich könnte sagen, ich hätte sie für bekloppt gehalten, aber ich war zu sehr mit meinem Knie beschäftigt.

Keinen Verband, nichts. Für mein Alter Ego ein harter Schlag, den mit dem ekligen gelb-braunen Überzug konnte man nicht so toll angeben wie mit einem schicken weißen Verband. Die Tropfen hatten einen zähen Überzug geschaffen, nach einer halben Stunde klopfte mein Knie angenehm, aber es tat überhaupt nicht mehr weh.

Nach ein paar Wiederholungen der Prozedur das Ergebnis nach einer Woche: Glatte rosige Haut ohne Spuren, nichts. Für mich war es damals ein Wunder, ich konnte der Wunde beim Heilen zusehen, es ging so schnell.
Seitdem schwöre ich bei schlecht heilenden, entzündeten oder unangenehmen Wunden auf Propolis.


Leider ist vielen Menschen Propolis nicht bekannt, allenfalls noch als Halspastillen. Und dann wissen sie nicht, was für ein tolles, kleines Wundermittelchen es ist.

Propolis ist ein Naturstoff, der von Bienen hergestellt wird. Die Bienen sammeln Harze, z.B. von verwundeten Bäumen, mischen dieses Harz mit Wachs, ätherischen Ölen und Pollenanteilen. Den Bienen dient der harzige, gelb-braune Stoff als Schutzmittel für den Stock und das Bienenvolk. Den größten Anteil von Propolis findet man in einem Bienenstock am Eingang, der häufig damit ausgekleidet ist, sodass die hereinkommenden Bienen über den Überzug müssen. Propolis wirkt nachgewiesener Maßen antibiotisch und teilweise antiviral. Damit schützt die „Desinfektion“ am Eingang das Bienenvolk vor Keimen und Parasiten. Auch anderweitige „Eindringlinge“ werden mit Propolis „behandelt“. Verirrt sich ein kleines Tier in einen Stock, wird es vom Bienenvolk getötet und dann komplett mit Propolis umhüllt. Die Verwesung findet nun in dem hermetisch abgeschottetem Leichnam statt und bedroht nicht das Volk, dass solche Eindringlinge nicht entfernen kann.

Dieses Verhalten machen sich Imker beim Gewinn des reinen Harzes zu nutzen, indem sie Gitter in den Stock schieben. Die Bienen überziehen das Fremdgut mit Propolis, ist das Gitter vollständig bedeckt, kann der Imker das Gitter entfernen und das Harz abkratzen.

Propolis bekommt man als reines Granulat, Pulver, als Tinktur oder auch als Salbe (häufig mit Vaseline als Grundlage).

Bei einer Analyse der Inhaltsstoffe fand man viele Mineralien, so z.B. Zink und Magnesium, neben diversen Vitaminen und ätherischen Ölen und Flavonoiden. Flavonoide sind eine Gruppe von Pflanzenfarbstoffen, die im Stoffwechsel vieler Pflanzen eine wichtige Rolle spielen. Innerhalb dieser großen Gruppe gibt es viele Flavonoide, die spezielle Wirkungen haben, so zum Beispiel im menschlichen Organismus eine antibakterielle oder eine antivirale Wirkung entfalten. Andere Flavonoide wirken antioxidativ und man schreibt ihnen eine schützende Wirkung vor Krebs zu.

In Propolis finden sich gleich mehrere Flavonoide. Eine bekannte Wirkung von Flavonoiden ist die der in Cranberries enthaltenen Flavonoiden, die das Bakterienwachstum in den Harnwegen senken und somit einen guten Schutz vor Blasenentzündungen bieten können.

Doch Propolis wirkt nicht nur über die Inhaltsstoffe, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde. Durch seine Zusammensetzung aus Harzen und Wachs (neben den anderen Geheimzutaten der Bienen) ist Propolis selbst als Tinktur sehr klebrig und harzig. Trägt man die Tinktur auf, so bildet sich auf der betroffenen (Schleim-)Hautstelle ein schützender Film, der nicht wasserlöslich ist. Deswegen alleine liebe ich Propolis, wenn ich entzündete Stellen im Mund habe.

Da dies ein persönlicher Erfahrungsbericht ist, werde ich vor allem auf die Anwendungsgebiete eingehen, die ich am besten erkundet habe.


Wie bereits erwähnt , ist Propolis die Waffe meiner Wahl bei schlecht heilenden, entzündeten oder anderweitig unangenehmen Wunden. Bei meiner Arbeit ziehe ich mir immer wieder mal oberflächliche Schnitte oder Schürfwunden zu, die aufgrund meiner nicht gerade ruhmreichen Vergangenheit mit Essstörungen bei mir sehr langsam verheilen und sich sehr schnell entzünden. Momentan habe ich wieder sechs Schnittwunden und eine tiefe Schürfwunde am Daumen, die entzündet sind und sich bei Kälte blau verfärben. Bei mir dauert es (ohne Propolis) durchschnittlich zwei Wochen, bis die Wunden zu sind und oft bleiben kleine Narben, die noch wochenlang zu sehen sind. Sie bluten zwar nicht mehr, sind aber auch nicht zugeheilt und brennen. Beim Auftragen der Propolis-Lösung brennt und klopft es in der Wunde, aber der Überzug hält etwa zwei Tage und schützt meine Wunden, die danach sehr viel schneller abheilen. Ich habe extra für den Bericht den Test gemacht. Am rechten Zeigefinger habe ich zwei Schnittwunden durch Karton, die etwa zeitgleich entstanden sind. Diejenige, die ich mit Propolis behandelt habe, ist verschorft, nicht gerötete, nicht druckempfindlich und brennt nicht. Diejenige ohne Propolis ist noch offen und an den Wundrändern gerötet. Ich muss für mich nicht mehr wissen, als das es wirklich hilft. Ob es nun durch die Inhaltsstoffe so ist oder durch den schützenden Überzug, das kann ich leider nicht sagen.

(Aber dafür laufe ich ohne Probleme ein paar Tage mit dermaßen gelb-braunen Fingern umher, dass es aussieht, als ob ich sie in Nikotin *hust* gebadet hätte.)

Gerne verwende ich Propolis auch bei Zahnfleischreizungen und Entzündungen oder anderen Entzündungen im Mund-Rachen-Bereich. Durch den enthaltenen Alkohol kann die Tinktur auf den Schleimhäuten anfangs sehr stark brennen, das lässt aber schnell nach und danach hat man Ruhe, da sich auch im Mund ein schützender Überzug bildet. Man kann wieder essen und trinken, ohne das es schmerzt. Top. Im Mund hat die Behandlung außerdem den Vorteil, dass man nichts von den Verfärbungen sieht. Bei Halsschmerzen verdünne ich die Tinktur etwas, trinke sie und schon geht das Schlucken einfacher, die Entzündung klingt ab.


Doch bei aller Lobhudelei kann ich nicht verschweigen, dass Propolis auch seine Nachteile hat. Propolis färbt und das nicht zu knapp. Die Haut wird gelb-braun und die Farbe geht weder mit Wasser noch mit Seife runter. Manchmal kann es helfen, die Stellen mit Öl abzureiben, was ich mache, wenn ich es über Nacht im Gesicht einwirken lassen. Trotzdem sollte man Propolis nicht auftragen, wenn man innerhalb der folgenden Woche eine makellose Haut haben möchte.

Weiterhin ist zumindest bei der Tinktur der Alkoholgehalt nicht ohne und deshalb ist die Tinktur oft nicht für Kinder geeignet. Die Salben empfinde ich aber als nicht halb so wirksam wie die Tinktur, mit Pulver und Granulat kann ich nichts anfangen, weil ich Propolis nicht als Vorsorge ansehe und es sehr selten innerlich einnehme. Mir ist der innerliche Einsatz von Propolis bei Entzündungen im Magen-Darm-Bereich zwar nicht unbekannt, aber ich kann dazu nichts sagen.

Im Gegensatz zur äußeren Anwendung, die zwar auch Risiken für Pollenallergiker birgt, kann die innerliche Anwendung aber gefährlich sein, da die Schleimhautschwellungen bei allergischen Reaktionen noch eine andere Dimension erreichen, wenn es sich dabei um die Schleimhäute in den Atemwegen handelt. Allergische Reaktionen sind selten, aber möglich und deshalb würde ich starken Pollenallergikern nicht zu Propolis raten. Allgemein sollte man vorsichtig sein, wenn man gegen Pollen allergisch ist oder empfindlich auf ätherische Öle reagiert.


Bei Interesse kann man Propolis bei einem Imker bekommen, was meistens billiger ist (um die 5€ pro 20-30ml), aber auch manche Apotheken führen Propolis (schnell mal 10€ für ein Fläschchen). Für die Wundversorgung empfinde ich die Tinktur und die Salbe als geeignetsten, wobei zur Salbe anzumerken ist, dass aufgrund der Fettstoffe der Schutzeffekt nicht so stark ausgeprägt ist, aber diese Form der Anwendung bei sehr trockener Haut angenehmer ist.

Allgemein denke ich, dass Tinktur in der Anwendungsbreite am besten ist, denn sie kann man ohne größeren Aufwand sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Meine Erfahrungswerte hinsichtlich der Verwendung von Pulver, bzw. Granulat abgesehen von der innerlichen Einnahme via dem morgendlichen Frühstück sind zu gering, als das ich mich dazu näher äußern möchte.
Ich kann es nur empfehlen für Haushaltsapotheken, in denen man nicht nur auf Chemiebomben setzen möchte. Ich liebe Propolis und möchte es nie mehr missen.

Übrigens, schon die Ägypter haben damit ihre Mumien behandelt und im Zweiten Weltkrieg hat die Rote Armee Wunden mit Propolis versorgt. Auch in der Antike war Propolis bekannt, bei schlecht heilenden Wunden, Operationen oder Kriegsverletzungen. Propolis rockt.


Und wonach es nun riecht? Es riecht harzig, würzig, ein wenig süßlich, ein wenig nach Honig, unverwechselbar und ich mag den Duft sehr gerne.


Anmerkung: Da ich es nicht innerlich verwende und ich Propolis nie und nimmer als diätisches Mittel ansehen würde, habe ich unten-/nebenstehende Angaben großzügig übersehen.
 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
princesse

princesse

04.01.2010 20:35

klasse! obwohl ich allergikerin bin, werde ich es mal ausprobieren, äusserlich. vielen dank für den hinweis, ich kannte das nicht. und gerade habe ich ein neues scharfens küchenmesser, eigentlich für gemüse ;-)

kommentarfetischistin

kommentarfetischistin

04.01.2010 14:19

DAS Wundermittel, ausführlich beschrieben. Die "Aloe propolis"-Creme hat meinem Paul so gut geholfen wie keine andere Salbe, Lösung oder sonstwas. In der Tat, besonders hilfreich. Und du hast die anderen Schnittwunden auch von Kartons? Hm?

LESEZEICHENFEE

LESEZEICHENFEE

26.12.2009 17:52

So, nun kann ich dir auch noch ein weihnachtliches bh vorbeibringen.

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