Ist der Name des Autors wirklich King?
19.08.2006 (08.05.2008)
Pro:
Puls fängt sofort knallhart an und lässt einem kaum das Buch weg legen
Kontra:
In der zweiten Hälfte liest sich das Buch wie ein altes Kaugummi .
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Niveau
Stil
Unterhaltungswert
Spannung
mehr
 icecube1
Über sich:
Mitglied seit:10.08.2000
Erfahrungsberichte:187
Vertrauende:104
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 211 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Heute möchte ich Euch ein Buch von Stephen King "Puls" vorstellen, worauf ich mich eigentlich gefreut hatte. Nach der ersten Hälfte war ich einfach nur begeistert und ich konnte es kaum abwarten weiterzulesen. Nach der ersten Hälfte setzte jedoch abrupt immer mehr Enttäuschung ein und die letzten 50 Seiten habe ich nur noch überflogen. Erstmals berichte ich über ein Buch, welches ich nicht vollständig gelesen habe. Um die Spannung des ersten Teils dieses Buches zu unterstreichen, hier ein Zitat von Ulrike Künnecke, Literaturtest "Spätestens nach 20 Seiten dürfte jeder Leser sein Handy ausgeschaltet haben". Leider verläuft die Story nach dem vielversprechenden Auftakt meist einfallslos und unlogisch. Infos zum Buch ++++++++++++ Autor: Stephen King Titel: Puls Originaltitel: Cell Verlag: Heyne; Auflage: 1 (1. März 2006) Seiten: 556 (ein echter Schmöker) ISBN: 3453028600 Preis: 19,95 € (gebundene Ausgabe)Die deutsche Übersetzung stammt von Wulf Bergner. Der Autor ++++++++ Stephen King, Jahrgang 1947, in Maine lebend, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der Welt. 1973 veröffentlichte der ehemalige Lehrer mit »Carrie« seinen ersten Roman, der sofort ein Bestseller wurde. Alle folgenden Bücher (z. B. "Es", "Christine", "Shining",, The Stand"« und die siebenteilige Saga vom »Dunklen Turm« wurden ebenfalls Welterfolge, viele davon sind von namhaften Regisseuren verfilmt wurden. Besonderheiten ++++++++++++++ Eine Besonderheit hat sich King einfallen lassen, auf den letzten ca. 40 Seiten ist eine handgeschriebene Leseprobe (mit deutscher Übersetzung daneben) aus seinem Oktober 2006 erscheinenden neuesten Werk "Lisey's Story" abgedruckt. Man kann es als Werbung für sein neuestes Buch auffassen, die Idee finde ich aber sehr gut.Kurzbeschreibung ++++++++++++++ "Puls" kann man in die Reihe der Zombieromane und Weltuntergangsszenarien einordnen. Der Roman beschreibt die Schreckensmission einiger Menschen durch eine apokalyptische Welt. Es erinnert ein wenig an einen anderen Roman von Stephen King "the stand", wo Viren die Hauptrolle spielen. Im Gegensatz dazu ist das interessante hier, dass das Handy die Ursache für die in diesem Roman beschriebene Katastrophe ist. Inhalt ++++++++++++ Ich gebe hier nur einen kurzen Überblick, ich versuche nichts zu verraten, was nicht schon im Internet frei verfügbar ist bzw. schon in den anderen Ciao-Berichten erwähnt wurde. Das Buch startet direkt mit einem unbeschreibbarem Wahnsinn. Die Hauptperson Clayton Riddell ist geschäftlich in Boston unterwegs, es ist Nachmittags und gerade hatte er als bisher erfolgloser Comiczeichner bei einem Geschäftstreffen einige seiner Geschichten verkauft. Nun möchte er sich vor der Heimfahrt bei einem Straßenhändler ein Eis kaufen, als im wahrsten Sinne des Wortes die Welt untergeht. Wie heute überall üblich klingelt hier und da ein Handy. Plötzlich beißt eine Teenagerin einer Frau in die Gurgel, ein total verwirrter dreinblickender Mann rennt mit einem Fleischermesser auf Clayton (im folgenden nur noch Clay genannt) zu, Autos kollidieren, ein Mann kaut einem Hund im wortwörtlichen Sinn das Ohr ab, Menschen springen aus den Fenstern ihrer Häuser, ein Inferno unerklärlicher Gewalt wälzt sich über die Stadt. (Anmerkung: Einige Illustrationen, die diese Szenen beschreiben, gibt es unter der folgenden Internetadresse: http://tropicaltoxic.blogspot.com /2006/01/cell-stephen-king-project.html! Achtung! die Internetadresse ist zweigeteilt).Alle Menschen, die in diesem Augenblick ein Handy am Ohr haben, laufen wie - auf einen geheimen Befehl - hin Amok" Ich möchte nichts verraten, aber die Aussage "auf einen geheimen Befehl" ist einer der Fragen, die im weiteren Verlauf eine gewisse Rolle spielen werden. Nachfolgend können Clay, ein weiterer Mann Tom und ein junges Mädchen Alice, das beinahe von ihrer Mutter umgebracht worden wäre, sich in ein Hotel retten. Sie sind völlig isoliert von der Außenwelt. Clay möchte unbedingt herausfinden, wie es um seine Frau Sharon und vor allem um seinen Sohn Johnny steht, der in der Schule war, als der Wahnsinn losging. Zu ihm will Clay Kontakt aufnehmen, bevor es ein anderer per Handy tut. Nachfolgend müssen die angesprochenen Beteiligten und einige weitere Leute jede Sekunde ums Überleben kämpfen. Über den weiteren Fortgang möchte ich nur soviel verraten, das die Wahnsinnigen weiter mutieren und ein sogar hoch entwickeltes Schwarmverhalten entwickeln. In Maine (wo auch sonst), wo Clay den Verbleib seiner lebenden Familie klären will, wartet dann eine böse Überraschung auf die Überlebenden.Fazit ++++++++++++ Im Gegensatz zu anderen Büchern, wo es zuerst endlose, minutiöse Beschreibungen gibt, und man sich immer wieder fragt, Wann geht denn die Geschichte endlich los?, steigt Puls bereits auf Seite 2 voll ins Geschehen ein. "Puls" bietet zumindest in der ersten Hälfte schnelle, atemlose Unterhaltung und fast durchgehend atemberaubende Spannung .Sprache und Stil sind, wie für King typisch. Die Handvoll Protagonisten, welche die Hauptrolle spielen, sind mehr oder weniger liebevoll gezeichnet. Die Grundidee des Wahnsinns durch Handys ist sehr originell, die Darstellung der Zombies ziemlich gewaltsam, aber überzeugend.Ab der zweiten Hälfte geht der Rest des Buches voll daneben. Die Story wirkt ziellos und wirr, und immer weniger kam so etwas wie Spannung auf. Die Hauptpersonen werden plötzlich so flach beschrieben, dass es einem relativ egal ist, wenn einer oder einige der Handvoll Protagonisten sterben könnten/werden. Zeitweise hatte ich das Gefühl, das die zweite Hälfte nicht von King geschrieben wurde, sondern dass er nur seinen Namen dafür gegeben hat. Wer "The Stand" ("Das letzte Gefecht") gelesen hat, wird von diesem Buch enttäuscht sein. Diesmal sind es keine Super-Viren, sondern halt Handys, womit Stephen King wohl ganz offensichtlich versucht, mit dem Zeitgeist Schritt zu halten (King soll selbst kein Handy besitzen). Das Buch lässt viele Fragen offen, im Internet wird vermutet, das "Puls" als Vorlage für einen Kinofilm dienen soll, wo das Ende offen gelassen wird, um einen Fortsetzungsfilm/-roman zu ermöglichen. So war ich am Ende sehr enttäuscht und fühlte mich um den Ausgang der Geschichte betrogen. Wer bisher noch gar nichts von Stephen King gelesen hat sollte sich lieber erst einmal seine älteren Romane vornehmen. wie z. B. "Das letzte Gefecht", "Christine", oder "Es", die auch offenbaren, warum dieser Autor zu Weltruhm gelangte. Einen Stern gibt es für die Ausgangsidee, zwei Sterne für die famose erste Hälfte, über den Rest sei der Mantel des Vergessens gehüllt. Bis dann Euer Eiswürfel
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05.06.2009 14:48
Ich fand den Roman auch nicht sonderlich gut! merci@knopfi
23.01.2009 16:42
Das erinnert mich an einen Thriller mit Charles Bronson: Telefon! Da wurden normale, unauffällige Menschen angerufen und mit einem Gehirnwäsche-Code zu haarsträubenden Anschlägen angestiftet - der Film hatte es in sich!:-) LG, Roland
10.06.2008 21:13
das hört sich sehr interessant an..:Lg, Vanessa