...die Auswirkungen der PISA-Studie...
06.02.2004
Pro:
Hilmi Sözer ist okay . . . Horst Krause hat eine fast lustige Szene . . . Mal wieder ein berechtigter Grund über die (angeblich dauerhaft) ungenügende Qualität des deutschen Filmes zu lästern . . .
Kontra:
Flatulent . . . Dumm . . . Rassistisch . . . Humorlos . . . Platt . . . Langweilig . . . Abgekupfert . . . Verschwendete Zeit . . . Der IQ ist nach der Betrachtung garantiert um einige Punkte gesunken . . . Einfach ein Streifen, der noch nicht mal eine Berechtigung als TV - Film hat .
Empfehlenswert:
Nein
 ZordanBodiak
Über sich:
I am just a dreamer... But you are just a dream....... ----- Lust- und antriebslos und dazu kommt e...
Mitglied seit:16.08.2001
Erfahrungsberichte:286
Vertrauende:130
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 93 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Sollte man wirklich große Erwartungen an einen Film haben, der von Gernot Roll verfilmt worden ist? Immerhin hat er schon die Anzahl der Zuschauergehirnzellen durch den grenzdebilen „’ne günstige Gelegenheit“ und den nur im Delirium zu ertragenden „Ballermann 6“ stark verringert. Und ein erster Blick auf das Plakat zu „Pura Vida Ibiza“ verrät, dass auch sein neustes Werk keine anspruchsvolle Kost werden wird. Aber man ist ja tolerant – und manchmal kann auch ein simpler Film den Zuschauer begeistern. Doch schon der erste Eindruck des Inhalt lässt keine große Hoffnung aufkeimen: Ben, Nick und Felix sind schon seit ihrer Einschulung die besten Freunde. Und mindestens seit dieser Zeit ist Ben auch schon in Carola verliebt - nur gestanden hat er ihr seine Liebe noch nie. Und welch besseren Zeitpunkt würde es hierfür geben als die finale Party nach dem Abitur? Strunzbesoffen kniet er auf der Tanzfläche vor ihr nieder – nachdem er zuvor noch einen ordentlichen Strip hingelegt hat – und offenbart ihr seine Gefühle. Verständlich, dass diese hierauf nicht anspringt.
Um diese Peinlichkeit so schnell wie möglich zu vergessen, haben seine beiden Freunde die rettende Idee: Während der Sommerwochen auf Ibiza in einem Club als Animateur arbeiten! Ein blendender Einfall, der auch schon wenige (Film-)Minuten später umgesetzt wird. Äußerst schlecht nur, dass der Club eine billige Absteige ist, die Chefin eine ausgemachte Sadistin und ausgerechnet auch noch Carola Urlaub auf der Partyinsel machen muss... Scheinbar haben die Macher erkannt, dass die angepeilte Zielgruppe langsam aus dem (themenverwandten) „(knall)harte Jungs“ Alter herauswächst und nun endlich die lustigen Abenteuer frischgebackener Abiturienten bestaunen möchte. Zu Beginn schon mal eine weise Entscheidung – wären die Macher doch nur so weise und intelligent an die gesamte Filmschöpfung herangetreten. Aber so werden schon in der Eröffnung erste Erinnerungen an die amerikanischen Erfolgskomödien „American Pie“ geweckt. Einziger Unterschied: In dessen zweiten Teil wusste der Witz mit der festgeklebten Hand noch (in gewisser Weise) zu überzeugen. Dass dieser Kalauer aber auch noch im Verlauf des Werkes ein weiteres Mal verbraten werden muss, lässt die Wut des Zuschauers nicht abklingen. Denn schon
Bilder von Pura Vida Ibiza (2004)
bei den „(knall)harten Jungs“ mussten man als Betrachter dummerweise feststellen, dass die deutschen Filmemacher scheinbar das zwanghafte Verlangen haben jegliche Witze aus den US-Vorbildern abkupfern zu müssen – um selbige dann mit einer übergroßen Portion Flatulenz zu krönen, die selbst die Wayans Gebrüder („Scary Movie“) vor Neid erblassen lässt.
Traurig, dass das finale Ergebnis von „Pura Vida Ibiza“ in Sachen Humor nicht anders / „niveauvoller“ ausfällt als man es erwartet hat. Besonders widerwärtig und unerträglich erweist sich hierbei der (glücklicherweise kurze) Gastauftritt von Tom Gerhardts: Ein weiteres Mal legt er die Rolle seines scheinbar zurückgebliebenen Alter Egos Heinz (wie schon in seinem Kinohit „Voll normaaal“) auf - und selbiger darf in seinen wenigen Minuten vor der Leinwand wohl mehr furzen und herumekeln als die gesamten flatuenten Dumpfbacken in den amerikanischen Teenie-Komödien der letzten Jahre zusammen. Humor der untersten Kategorie, über den (hoffentlich) kein Mensch lachen kann! Aber dieser Pfad wird auch in den folgenden dreiundachtzig Minuten erfolgreich weiter ausgetreten. So versuchen unter anderem die drei Freunde durch einen Tunnel in eine angesagte Disco auf der Party-Insel hineinzugelangen, müssen dann aber feststellen, dass selbiger „geheime Eingang“ nur die Kanalisation ist. Dass die drei somit auch nicht vor einer gehörigen Klospülung sicher sind, dürfte sich von selbst erklären. Doch der Höhepunkt der Niveaulosigkeiten ist die Darstellung einer britischen Touristengruppe. Fettleibig, kahlgeschoren, das Schreckensbild eines blutrünstigen Hooligans. Einfach peinlich, wie man ein derartig rassistischanmutendes Bild in einen Film einbauen kann. Aber vermutlich wollten die Macher nur mit Überzeichnungen den Humor der „Briten-Szenen“ erhöhen. Nur schlecht, dass eine derartige Karikierung so rein gar nicht in das Restbild passen will – die erstaunlich bieder und gewöhnlich daherkommt. Und somit wäre man doch bei einer dummen rassistischen Darstellung, über die man noch nicht mal nach dem Genuss von mehreren Eimern Sangria lachen kann!
Jedoch sollte man nicht dauerhaft auf dem Humorniveau herumhacken, immerhin hat der „Pura Vida Ibiza“ noch zahlreiche andere Komponenten zu bieten, die den Intelligenzquotienten des Zuschauers ebenso rapide zum Abstürzen bringen: Wie wäre es zum Beispiel mit der öden Story, die so viele Löcher hat, dass man verzweifelt aufschreien möchte. Allein die Tatsache, dass die drei doch tatsächlich von der schon angesprochenen Kanalisation in den Club gelangen, treibt zur Verzweiflung - hoffentlich gibt es solche Schlupflöcher nicht auch in unseren Regionen. Zum einen dürfte wohl der Gestank ziemlich penetrant sein, wenn man direkt vom Wohnzimmer in die Kanalisation herabsteigen kann – und zum anderen wäre dies sicherlich ein willkommener (?) Hintereingang für Diebe. Aber wir wollen den Filmeschaffenden nicht ihre Illusion rauben... Und auch ansonsten erscheint das Drehbuch an dem immerhin vier Mann [Beschwerden bitte an Rudi Aargus, Fritjof Hohagen, Oliver Huzly und Reinhard Klooss richten] herumgebastelt haben, wie ein sinnloser Zusammenhalt der einzelnen pseudo-lustigen Szenen. Weder die Figuren werden dem Betrachter wirklich näher gebracht – wenn mal von ihren zu Beginn angeführten Macken absieht – noch erscheinen ihre Handlung als sonderlich logisch. Man könnte (fast) meinen, die Schreiberlinge haben sich zusammengesetzt, eine riesengroßen Bottich Sangria getrunken und dann die idiotischsten Ideen auf Papier gebracht und sie mittels einer noch dämlicheren Geschichte zusammengehalten. Nein, auch wenn viele Teenie-Komödien wie ein Patchwork von Peinlichkeiten und Fettnäpfchen wirken – sie garantieren (zumeist) noch den „gelungenen“ Zusammenhalt durch die sympathischen und interessanten Figuren, aber selbige wird man bei „Pura Vida Ibizia“ dank der gründlich misslungenen Charakterzeichnung verzweifelt suchen!
Egal – immerhin hat „Pura Vida Ibiza“ auch (s)eine gute(n) Seite(n). So können dank des Soundtracks nach Jahren der Vergessenheit erneut Perlen der Musikgeschichte wie The Vengaboys (nur aus der Konserve, aber ihr „We’re going to Ibiza“ war wohl wie geschaffen für den Film) und die ebenso unvergessenen Bellini (sogar mit Gastauftritt dürfen sie ihren neuen Hit „Tutti Frutti“ promoten) ihre Lieder erneut vermarkten und ein weiteres Mal ein paar neue Groschen verdienen. Oder aber natürlich die Förderung von talentfreien Jungdarstellern, die so wenigstens einmal in einer Kinoproduktion mitwirken können und nicht gleich in billigen TV-Filmen in nichtssagenden Nebenrollen verschwinden müssen. Dass unter diesen scheinbar talentfreien Gesichtern nicht nur Tom Wlaschiha (Felix), Kristian Kiehling (Ben) und Michael Krabbe (Nick) zu finden sind – die nebenbei gesagt äußerst häufig ihre Hüllen fallen lassen, um das angeödete Publikum wenigstens durch nackte Tatsachen zu ködern –, sondern auch noch Katja Flint (als sadistische Chefin Anna), die immerhin schon als „Marlene“ auf der Leinwand zu sehen war, ist wirklich erschreckend. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass in Bezug auf das Mienenspiel nahezu kein Unterschied zwischen den drei Hauptdarstellern und der ehemals (?) gefeierten Aktrice festzustellen ist, sollte man spätestens beschämt von der Leinwand wegblicken.
Abschließend sollte man jedoch festhalten, dass man nicht ganz so hart mit „Pura Vida Ibiza“ ins Gericht gehen darf. Ja, der Film ist miserabel – aber immerhin kann der extrem geschmeidige Kurzauftritt von Hilmi Sözer (u.a.: „Voll normaaal“, „Ballermann 6“ oder „“Der Schuh des Manitu“) als dauerbekiffter Taxifahrer Hermes die Mundwinkel des Zuschauers annähernd in die Richtung eines Lächelns verziehen. Und auch Horst Krause (u.a. „Wir können auch anders“ und „Polizeiruf 110“) kann eine winzige Szene verbuchen, die leicht zum Schmunzeln verleiten kann. Doch leider, leider soll es das schon unter dem Strich als Positives gewesen sein. Die anderen Darsteller sind wahrlich nicht mit Talent gesegnet und können durch ihre zahllosen Fettnäpfchen nicht zum Lachen animieren.
*Fazit – Die Mutter aller Partys!*
Sicher, man erwartet keinen qualitativen Geniestreich bei einem Film, der so offensichtlich an die sex-, party- und alkoholgeile Jugend gerichtet ist wie ein Zebra schwarz-weiß-gestreift ist. Dass man aber derartig dem Niveaufass den Boden ausschlägt, sollte man ebenso wenig erwarten müssen: Dumme Witze – die irgendwo zwischen wildem Rumgerammel, deftigen Sprüchen über die Engländer oder Fäkalien herumgeistern –, (scheinbar) talentfreie Schauspieler und eine Story, die noch nicht mal für eine Vorabend-Soap geeignet erscheint, machen „Pura Vida Ibiza“ zu einem Streifen, über den man einfach kein Wort zu viel verlieren sollte! Setzen, sechs! Das Klassenziel der Zuschauerunterhaltung wurde um Meilen verfehlt!!!
Wertung: 0 rammelnde Punkte auf meiner 10er-Skala Internet: http://www.pura-vida-ibiza.de/
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Pura Vida Ibiza (2004)
|
|
15.04.2005 15:12
Also dass der Film schlecht ist, sieht man ja schon am dazugehörigen Bild... (c:
13.09.2004 16:29
Mir hat der Trailer gereicht!! Son schwachsinnigen Film muss ich mir einfach nicht antuen. LG norah
28.06.2004 02:57
Servus, hatte gerade vorhin das zweifelhafte "Vergnügen" auch in den "Genuss" dieses Filmes zu kommen, wundert mich, das ich nicht dabei eingeschlafen bin, unwahrscheinlich langweilig, dumm...halt auf den Spuren von T.Gerhardt, der ja am Anfang noch so einen doofen Auftritt hat, das Ding hab ich sofort wieder von meiner Platte gelöscht, hör mir auf :-(