QingQi Mulan 50

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QingQi Mulan 50

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Selbstmord auf Rädern

1  22.06.2004

Pro:
Preis

Kontra:
alles

Empfehlenswert: Nein 

sofaking

Über sich:

Mitglied seit:23.01.2004

Erfahrungsberichte:23

Vertrauende:5

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 72 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Warum lacht mich der Typ auf der XT500 an der Ampel neben mir so blöd an? Warum springen die Leute entsetzt zu Seite, wenn ich die Straße runter fahre? Warum bremse ich besser jetzt schon mal, obwohl ich ja eigentlich erst in 50 Metern anhalten will? Warum spricht mein Nachbar nicht mehr mit mir und hält sich die Nase zu? Und warum komme ich mir eigentlich vor wie ein Selbstmordattentäter ???

Die Antwort auf diese und viele andere Fragen lautet: Ich fahre einen Qingqi Mulan 50 Roller, besser gesagt, ich habe ihn gefahren. Und was das besondere daran war, ich habe es überlebt !

Kurz die Fäkts und dann geht's weiter....

Fahrzeughersteller: Daco Motoren GMBH
Motor: OTTO / 2 Takter
Hubraum: 49ccm
Höchstgeschwindigkeit: 50 kmh
Gewicht / zul.Gesamtgewicht: 60/240 kg

Der Roller wurde von 1996-98 von einer Baumarktkette in Deutschland für knapp 900 Mark verramscht. Die Käuferzielgruppe ist leicht erklärt: Leute die keine Ahnung von der Materie haben. Ich kann mich da jetzt leider nicht ausschliessen, denn ich war damals selbst blöd genug, mir das Ding zu kaufen. Aber aus Fehlern wird man schlau, besonders wenn man sie überlebt.

Um euch besser zu erklären, wie sich der Roller so fährt, unternehmen wir jetzt mal eine Probefahrt.
Also, wir setzten uns auf den Roller und starten mittels des Elektrostarters den Motor. Nun wundern wir uns, warum der Motor so leise ist und stellen fest, dass der Motor nicht an ist! Wir notieren uns: der E-Starter ist gerade kaputt gegangen. Wir weichen also auf den Kickstarter aus und treten Ihn kräftig herunter. Wie wir und die umliegende Nachbarschaft jetzt gut hören können, ist der Motor an. Jetzt drehen wir am Gashebel und versuchen vorwärts zu fahren, eigentlich eine leichte Aufgabe. Nachdem wir ein paar Sekunden später immer noch auf der gleichen Stelle stehen, nehmen wir unsere Füße zu Hilfe und geben uns Anschwung. Wir rollen jetzt langsam los und während die Fliehkraftkupplung gerade abrupt zupackt stellen wir fest, dass es notwendig ist sich gut festzuhalten.

Auf dem Tacho wird uns jetzt die aktuelle Geschwindigkeit von 45 kmh angezeigt.
Wir wundern uns über den Fahrradfahrer der uns gerade überholt und notieren: Der Tacho neigt zu Übertreibungen. Nun fahren wir einen kleinen Berg herunter und bemerken wie die Tachonadel auf Anschlag (50kmh) steht. Wir freuen uns über diese Geschwindigkeit und bemerken eine rote Ampel in einer Entfernung von ca 50 Metern. Langsam stellen wir uns auf ein Bremsmanöver ein und stellen ca.10 Meter vor der Ampel fest: Das war zu langsam! Während wir fast gerade einen Fußgänger der bei Grün die Kreuzung überquert überfahren, notieren wir uns: Bremsen kann man nicht früh genug.

Nachdem wir uns jetzt wieder ihm freien Flug, äh wollte sagen freier Fahrt befinden, wundern wir uns über laute Klappergeräusche. Wir halten an und untersuchen unser Gefährt. Wir stellen keine losen Teile fest, fahren weiter und es klappert wieder. Wir halten erneut an und merken uns: Nicht wundern sondern weiterfahren. Nachdem wir jetzt einige Zeit gefahren sind, sollten wir ans Tanken denken. Die Tankanzeige befindet sich übrigens schon im roten Bereich, obwohl wir erst knapp 20 km gefahren sind und vor der Probefahrt doch vollgetankt haben. Wir halten an der Zapfsäule an und klappen die Sitzbank zurück um den Tank zu befüllen. Plötzlich stellen wir einen merkwürdigen Geruch fest. Nachdem wir den Motor inspiziert haben, wissen wir woher es kommt: Die Plasikabdeckung des Zylinders ist gerade angeschmort. Wir notieren: Alle 5 km anhalten und den Motor abkühlen lassen.

Nun befinden wir uns wieder auf dem Rückweg und bemerken hupende Autos. Selbstverständlich fühlen wir uns sofort angesprochen und halten vorsichtshalber mal an. Merkwürdigerweise scheint aber alles in Ordnung zu sein und wir setzen unsere Fahrt fort. Kurz vor unserem Ziel angekommen, geht auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein hübsches Mädchen lang und wir betätigen Macho-mäßig die Hupe. Obwohl die Hupe überhaupt nicht funktioniert, zeigt uns das Mädchen trotzdem eine Vogel und wir fragen uns erst gar nicht, woran das nun liegen könnte.

Wir befinden uns jetzt wieder am Ausgangsort, stellen den Roller auf den Ständer, machen den Motor aus und versuche das Lenkradschloss einrasten zu lassen. Dies gelingt uns trotz mehrerer Versuche nicht und wir hoffen mal, das der Roller uns nicht gestohlen wird ( eigentlich hoffen wir das schon). Nachdem wir uns 10 Meter vom Roller entfernt haben, bemerken wir ein lautes Geräusch. Wir blicken uns um und stellen fest: Der Ständer des Rollers war nicht komplett ausgefahren. Wir gehen zurück und lehnen den Roller vorsichtshalber an die Wand und begeben uns in die Wohnung. Hier bemerken wir wie unsere Hände zittern und wischen uns die Schweißperlen von der Stirn.

Fazit

Mir ist es unbegreiflich, wie der sonst sehr pingelige TÜV für diesem Roller eine Betriebserlaubnis erteilen konnte. Allein die Tatsache das hier ein zulässiges Gesamtgewicht von 240 kg angegeben wurde ist ein Witz. Ich wiege 70 kg und das Gerät bricht förmlich unter mir zusammen. Sobald man sich auf einer holprigen Straße befindet, sollte man maximal 20 kmh fahren, da sonst ein Lenk oder Bremsmanöver schnell das Letzte sein könnte.

Meiner Meinung nach, ist der Roller von den Rädern bis zum Lenker eine einzige Fehlkonstruktion und sollte nicht im öffentlichen Verkehr benutzt werden. Selbst wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass der Roller ursprünglich überhaupt nicht für den europäische Markt konzipiert wurde und hier evtl nur ein Havallerie Aufkauf durch die Baumarktkette stattgefunden hat: Die Dinger fahren hier immer noch rum und gefährden Menschenleben.

Ich habe diesen Roller übrigens damals umgetauscht und einen anderen dafür bekommen. Jahre später habe ich dann für 50 Euro nochmal einen Qingqi Mulan 50 gekauft. Dieser hatte aufgrund seines Alters noch mehr Sicherheitsmängel, wie z.b. eine verrostete Vordergabel die kurz vorm durchbrechen war, aufzuweisen

Falls euch also so ein Ding entgegenkommt, bringt euch und eure Familie in Sicherheit !

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Kipphebel

Kipphebel

05.07.2004 13:01

Aber nicht unschick, der Seelenverkäufer!

iced_earth

iced_earth

24.06.2004 18:06

hehe :) ich mag eher fahrbare untersätze mit 4 reifen und viel mehr hubraum ;D

timottk

timottk

24.06.2004 18:03

Ich bevorzuge da doch eher mein Auto

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