Nachdem ich schon Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach gelesen hatte (siehe Bericht) fiel mir beim letzten Stöbern in einer Buchhandlung erst auf, dass der Mann auch Science-Fiction Romane schreibt.
Da ich noch eine Lektüre für die Weihnachtsferien brauchte und eigentlich ganz gerne Sci-Fi lese hab ich auch sofort zugegriffen und mit sein Werk "Quest" vorgenommen.
-STORY-
Die geschichte von Quest spielt in ferner Zukunft (naja, wahrscheinlich tut sie das… es gibt auch genug Andeutungen dass sie irgendwann anders spielen könnte). Die Menschheit hat sich auf zahllosen Welten in diversen Galaxien breitgemacht und dabei eine fast genau so große Vielfalt fremder Spezies entdeckt.
Allerdings weiß der Durchschnittsmensch davon herzlich wenig, denn wie das so ist wenn mal jemand eine ferne Reise antritt bleibt nicht unbedingt immer der Kontakt zur Heimatwelt erhalten und die Bewohner vieler von Menschen besiedelter Planeten haben längst vergessen, dass ihre Vorfahren einst von den Sternen kamen. Geändert hat sich das aber durch die Erfindung des Hyperantriebs, welcher das Reisen zwischen den Sternen ohne die Notwendigkeit von Kälteschlaf, Generationenschiffen oder ähnlichem ermöglicht.So konnte zum Beispiel auch das gewaltige Reich des Sternenkaisers entstehen, welches sich über mehrere Galaxien spannt und nichts als eine einzige gewaltige Kriegsmaschinerie bildet. Dieses bedroht nun das kleinere Reich Gheera, welches den Angriffen durch gewaltige Flotten mit überlegener Technik eher hilflos gegenübersteht.
In diesen Zeiten macht sich der erfahrene Kommandant Eftalan Quest daran, einem Mythos auf den Grund zu gehen. Es ist nämlich schon lange erwiesen, das alle Lebensformen im Universum unbestreitbar miteinander verwandt sein müssen. Und jedes Volk hat seine eigenen Legenden, die sich um den Planeten ranken, auf dem alles Leben seinen Anfang nahm.Diesen Planeten zu finden hat sich Quest zum Ziel gesetzt. Allerdings sind bereits viele an dieser Mission gescheitert und niemand weiß genau, was auf diesem Planeten denn nun eigentlich zu finden ist. Eine Waffe um den Sternenkaiser zu vernichten? Unsterbliches Leben? Oder vielleicht Gott?
-DER AUTOR-
Wie vom Namen her zu erwarten ist mit Andreas Eschbach endlich mal wieder ein ordentlicher deutscher Autor in den Sci-Fi Regalen aufgetaucht. Geboren 1959 in Ulm schreibselt er jetzt schon eine ganze Weile und veröffentlichte 1995 seinen ersten Sci-Fi Roman "Die Haarteppichknüpfer".Bekannt wurde er vor allem durch den Zeitreise-Thriller "Das Jesus Video". Sein Werk "Eine Billion Dollar" ist ebenfalls recht bekannt und etwas realistischer, spielt aber abermals mit Mythen und Legenden.
"Die Haarteppichknüpfer" scheint übrigens im gleichen Universum wie "Quest" zu spielen, weswegen ich eigentlich versucht bin mir dieses Buch auch noch zuzulegen. ;)Allgemein kann man über Andreas Eschbach sagen, dass er sich durch einen relativ anspruchsvollen Schreibstil auszeichnet, ohne dabei zu langweilen. Seine Romane sind immer relativ glaubwürdig (naja, so glaubwürdig wie ein Sci-Fi Buch eben sein kann) und gut recherchiert (besonders "Eine Billion Dollar"!). Während Quest zwar hauptsächlich unterhalten soll bietet es immer noch mehr als genug Tiefgang um ein paar philosophische Gedankten über die menschliche Gesellschaft oder das Leben an sich zu fördern.
-UMSETZUNG-
Wie vom Autor zu erwarten hat Quest für ein Sci-Fi Buch relativ viel Tiefgang, ist dabei aber noch unterhaltend und nicht zu vergessen plausibel. Es handelt sich hierbei weder um eins der gähnend langweiligen Hardcore-Sci-Fi Bücher wo irgendjemand 500 Seiten nur über die unglaublichsten Technologien phantasiert und was man damit alles machen könnte, noch über eins der typischen Action-Bücher mit viel geballere und möglichst vielen Raumschiffen und Laserwummen.Also einfach ein nettes Buch für zwischendurch, von dem ich allerdings so angetan war dass ich es trotz seiner 526 Seiten an zwei Tagen verschlungen habe (wie gut, dass es noch Weihnachtsferien gibt).
Richtige Kritikpunkte habe ich eigentlich wenige. Die Namen waren teilweise etwas sehr komisch (wenn jemand "Hiduu" heisst denke ich immer da hat wer "Hindu" falsch buchstabiert). Den Titel "Verweser" zum Bleistift hab ich zwar auch schonmal irgendwo gehört (gibt’s das Wort?), allerdings gewöhnt man sich nach einer Weile dran. Warum der Autor allerdings Stunden in Gyr umbenannt hat, Jahre aber z.B. immer noch Jahre heissen entzieht sich meiner Kenntnis.Im Buch sind übrigens erfreulicherweise immer mal wieder Seiten mit farbigen Illustrationen eingestreut! Zuerst fand ich das ja noch sehr schön, aber je mehr man liest, desto mehr merkt man dass der Künstler das Buch eindeutig NICHT sehr genau gelesen hat. Wenn im Buch eindeutig steht, das Tor ist zu, war schon immer zu und wird auch nie geöffnet weil es dann zerstört wird kann es nicht auf dem Bild einfach offen sein! Hat mich nur gestört.
Ausserdem war der Künstler (Thomas Thiemeyer, www.thiemeyer.de) zu faul die Bilder ganz von Hand zu pinseln bzw. komplett im Computer zu erstellen, daher bekommt man immer eine Mixtur aus Beidem geboten. Und besonders die Computererstellten Raumschiffe auf dem Titelbild finde ich persönlich ziemlich hässlich. Die schwarzweiße Rißzeichnung von Georg Joergens, die sich ebenfalls im Buch befindet, gefällt mir da schon besser. Tollerweise haben die Raumschiffe darauf allerdings nicht die geringste Gemeinsamkeit mit den anderen Bildern.
-FAZIT-
Wer Sci-Fi mag, kann bedenkenlos zugreifen. Quest bietet spannende Unterhaltung, ohne dabei anspruchslos zu wirken. Wer sich vom hässlichen Titelbild und dem etwas stereotypen Titel nicht abschrecken lässt (bei "Quest" denkt eigentlich jeder der gut Englisch kann erstmal an Rollenspiele, Fantasy und Billigbücher) bekommt endlich mal einen ordentlichen, in sich geschlossenen Roman geliefert. Da das Werk von Anfang an auf Deutsch verfasst wurde muss man sich auch nicht mit schlechten Übersetzungen herumplagen. Und wer danach noch mehr will, kann immer noch zu den Haarteppichknüpfern greifen!
12.05.2009 04:04
Hallo? Ich möchte etwas über den ROMAN erfahren, und nicht über die Früh- und sonstigen Werke des Autors. Dass du nicht viel von Science Fiction verstehst, halte ich dir nicht vor; schließlich ist Eschbach kein reiner Sci-Fi-Autor trotz seines Ausflugs in die "Old-School-Science Fiction", die "Quest" so interessant macht. Dass er dabei von Serien wie "Star Trek" und "Babylon 5" inspiriert worden ist, steht außer Frage - vielleicht hättest du diesen Aspelt etwas mehr würdigen sollen? Für oberflächlichere Unterhaltung mit nicht notwendigerweise wahrnehmbaren Tiefgang empfehle ich dir "Der Letzte seiner Art" von ebendiesem Autor.
06.01.2002 17:14
Bin jetzt zu faul um gucken zu gehen, aber mein Buch habe ich erst vor 2 Wochen gekauft, also wird's wohl ne neuere Auflage sein. ;)
05.01.2002 18:15
Scheint ein Buch für mein Gemüt zu sein, ich liebe solche Art von Büchern... Liebe Grüsse Mike :-)