0Ich frage mich warum ich dieses Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. So eine gnadenlos „ trashige „ Geschichte ist mir schon lange nicht mehr in die Finger gefallen. Es war wohl die Faszination des Grauens.
Handlung
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Der Edle Eftalan Quest ist der Kommandant eines riesigen Raumschiffs mit annähernd 1200 Mann Besatzung. Die Megato ist einer von 2 großen Fernerkundern der Reichsflotte. Die Megato ist so konzipiert das sie jahrelang unabhängig von Basen und Raumhäfen operieren kann. Im Gegensatz zu ihrem Schwesternschiff ist sie mit einer hochkarätigen wissenschaftlichen Abteilung zur Planetenerkundung ausgerüstet.Quest, der einzige Überlebende, der ersten Schlacht gegen den Sternenkaiser, einem Invasor aus einer anderen Galaxis ist schwer Krank. Eine seltene Krankheit verzehrt langsam seine Lebensenergie, nur mit Hilfe seiner ersten Heilerin Vileena kann er die Krankheit vor seiner Mannschaft verbergen.
Das Sternenreich Gheera unter Führung eines absolutistischen Herrschers des Phantap ist dem Untergang geweiht, die Truppen des Sternenkaisers verfügen über eine übermächtige Technologie dem das Reich nichts entgegenzusetzen hat. Quest verkündet seinen Offizieren, allesamt Edle des Reiches, die Freien und Niederen haben kein Recht auf Information, die Befehle des großen Phantap. Die Megato soll den legendären Planeten des Ursprungs finden auf dem ( fast ) alles Leben im Universum seinen Ursprung hat. Der Phantap, so erklärt Quest seiner überraschten Mannschaft, erwartet von dieser Mission entscheidende Erkenntnisse für seinen Kampf gegen die Bedrohung aus der Nachbargalaxis.
Da niemand auch nur die geringste Ahnung hat wo dieser Planet zu finden ist müssen zuerst einmal Informationen beschafft werden. Und diese findet man nur auf dem Bibliotheksplaneten Pashkan. Die über Jahrtausende gesammelten Informationen werden von einer, von jeder Macht unabhängigen Bruderschaft behütet, und außerdem noch von einem scheinbar undurchdringlichen Energieschild geschützt. Unterstützt durch eine List gelingt es der Besatzung sich gewaltsamen Zugang zum Allerheiligsten, dem ältesten verfügbaren Wissen der Menschheit, zu verschaffen.Während dieser Aktion gelangt der junge Novize Bailan, mehr oder weniger freiwillig, an Bord des Sternenschiffes. Da er die uralten Sprachen beherrscht soll er den Wissenschaftlern bei der Übersetzung der erbeuteten Schriften helfen.
Die ersten Ergebnisse verraten zwar nicht die Koordinaten des Planeten, geben aber Hinweise auf eine alte Rasse die den Suchern weiterhelfen könnte. So macht sich die Megato auf den Weg zur Heimatwelt der Yorsen.Kurz bevor diese Welt erreicht wird gibt es noch einen Zwischenfall. Beim Austreten aus dem Hyperraum fängt man die Notsignale eines havarierten Raumschiffes auf. Nach der Bergung des kleinen Privatkreuzers hat die Megato einen weiteren Passagier, einen Mann namens Smeeth, der scheinbar 400 Jahre im Kälteschlaf an Bord des kleinen Raumschiffes verbracht hat.
Verstärkt durch Bailan und Smeeth beginnt eine abenteuerliche Suche nach dem Ursprung allen Seins. Dabei schrecken die Sucher auch nicht vor dem extrem gefährlichen Sprung in eine fremde Galaxie nicht zurück. Respekt vor der Arbeit des Autors
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Natürlich respektiere ich die Arbeit und Mühe die ein Verfasser in sein Werk investiert. Aber wer es sich so einfach macht wie Eschbach muss, sich einfach gefallen lassen, dass man das Ergebnis zerpflückt und dabei habe ich mir nur einige wenige Dinge herausgesucht.
Dabei traue ich mir durchaus zu das magere Ergebnis seiner Anstrengungen beurteilen zu können. In meiner Jugend ( vor 25 Jahren ) habe ich eine recht große Anzahl Bücher dieser Art regelrecht verschlungen. Deshalb kann ich auch behaupten das ich jedes Detail dieses Romans in zig Variationen schon irgendwo einmal gelesen habe.Man könnte ja den Roman mit einer gewissen nostalgischen Verklärtheit genießen aber dafür hat er einfach zu wenig Substanz, ihm fehlt das gewisse Etwas das nötig ist um über das Mittelmaß hinauszuragen.
Dazu fällt mir spontan Isaak Asimovs „ Sterne wie Staub „ ein. Eine Space Opera wie sie klassischer nicht sein könnte. Hier findet man fast alle Elemente wieder die auch Eschbach, von den Klassikern übernommen hat, besonders die mittelalterliche Struktur der Gesellschaften. In Asimovs Roman suchen die Protagonisten nach der gefährlichsten Waffe des Universum die ganze Sternenreiche vernichten kann. Diese Waffe entpuppt sich schließlich als ein Dokument das mit folgenden Worten beginnt:“ Wir die Bevölkerung der Vereinigten Staaten, sind gewillt, eine vollkommene Union zu schaffen, und proklamieren darum Gerechtigkeit und häuslichen Frieden.....Freiheit für uns und unsere Nachkommen.....“Asimov und andere haben gezeigt das es durchaus möglich ist, innerhalb festgefügter Strukturen, eine interessante Geschichte zu erzählen.
Warum bezeichne ich die Story als dilettantisch ?
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Hätte der Autor seine Figuren wenigstens gnadenlos überzeichnet, so wie es der Tradition entspricht und solche Figuren wie z.B. „Luke Skywalker“ geschaffen. Aber nein, er versucht ihnen halbherzig ein differenziertes Profil zu geben. Da lässt der gnadenlose und despotische Kommandant Quest seitenlange Triaden über die Ungerechtigkeit und den Sinn des Lebens ab und erscheint eher als der größte Jammerlappen des Universums. Spätestens nach der dritten Wiederholung dieses Gejammers geht einem die Figur gehörig auf den Geist.Am intensivsten hat der Autor aber gesündigt bei dem Versuch einen Superlativ durch einen anderen zu überbieten außer den „höchsesten“ Wesen gibt es da Gebäude die so groß sind das sie über die Atmosphäre des Planeten hinausragen oder z.B. den Mittelpunkt des Mittelpunktes.
Als dilettantisch empfinde, ich persönlich, auch die Darstellung der zukünftigen Technik. Als ( beinahe ) Luft- und Raumfahrt Ingenieur hat er doch bestimmt das Rüstzeug um zumindest mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen herumspielen zu können. Auch das kann lesenswert sein, zumindest für Sf – Freaks. Als einen Stilbruch empfinde ich das der Autor durchaus glaubhaft und kompetent mit dem Zusammenhang zwischen Masse und Lichtgeschwindigkeit umgeht. Auf der anderen Seite dann aber dem Leser Gerätschaften aus der Steinzeit der Sf wie z.B. Antischwerkraftgürtel vor den Latz knallt.
Als einen großen Erzähler kann man Eschbach auch nicht bezeichnen. Spannende Beschreibungen bei der Erkundung neuer Planeten oder eine actiongeladene Raumschlacht sucht man so vergebens wie erotische Beschreibungen einer heißen Liebesnacht. Die Story plätschert, mit ihren hölzernen Figuren in stets gleichen Erzähltempo dahin. Wenigstens einen Knalleffekt am Ende hätte der Verfasser dem geplagten Leser spendieren können, aber nix da, der Erzählfluss gerinnt zu einem spärlichen Rinnsal um dann im Sande zu versickern.Wie man sich bei Eschbach die Beschreibung eines Kampfes zwischen zwei feindlichen Jägern vorzustellen hat soll folgendes Zitat beschreiben:
@@ „ Wo kommt er her?“ wollte Quest wissen. „ Er ist zu klein um, um allein operieren zu können. Sucht das Mutterschiff.“„ Waffenstand Rot, volle Bereitschaft “
„ Waffenstand Gelb, volle Bereitschaft, klar bei Energiewerfer.“„ Pilot, Kurs auf den vierten Planeten, Maximalbeschleunigung. „
„ Ich höre und folge, Kommandant. „„ Waffenstand Blau, volle Bereitschaft, klar bei Plasmakanone.“
„ Kommandant an Jäger und Beiboot. Kampfbereitschaft herstellen und Start auf mein Kommando. Mission: Abfangen des feindlichen Aufklärers.“„Ich habe die Daten des Systems.“
„Her damit.“ @@So, das Mutterschiff ist nun kampfbereit. Und es werden fast eine halbe Seite lang die Daten des System heruntergeleiert. Bis nun endlich auch Jäger und Beiboot so weit sind vergeht eine weitere Seite mit einem ähnlich intelligenten Dialog wie oben zitiert. Eigentlich müsste der Feind nun schon Lichtjahre entfernt sein, er wartet aber brav bis die Angreifer ihren Text abgespult haben. Wahrscheinlich hat er den Funkverkehr abgehört und sein Verstand ist so verwirrt das er nicht mehr reagieren kann.
Das mag ja dramaturgisch einmal zu rechtfertigen sein, aber ähnliche Dialoge finden bei jedem Einsatz oder jeder Ladung auf einem neuen Planeten statt. Irgendwann nervt das nur noch. Space Opera
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Der Begriff selbst wurde 1941 durch den Autor Wilson Tucker geprägt als ironische Anspielung auf die Horse Operas, die Western im Radio, um die SF der dreißiger Jahre zu charakterisieren.
Eine Space Opera folgt, wie ein klassischer Western, genau festgelegten Formalismen. Riesige Raumschiffe, supercoole Kampfjet Piloten, die Überwindung von unfassbaren Entfernungen mit Überlichtantrieben, Todessterne, eine möglichst große Anzahl von fremdartigen Lebensformen gehören genau so dazu wie die Bedrohung durch einen Imperator aus den Tiefen des Weltraums.Dieses Subgenre der SF war beim Massenpublikum sehr beliebt. Die Autoren verwendeten kaum ein Augenmerk auf die Charakterisierung ihrer Protagonisten und das wichtigste Kriterium von guter Sf, eine visionäre Zukunftsschau, fand man bei diesen Machwerken recht selten. Stattdessen versuchten sie sich mit immer stärkeren Superlativen gegenseitig zu übertreffen.
Dazu ein mal ein Beispiel aus dem vorliegenden Buch. Da gibt es die Superrasse der Yorsen, die soweit entwickelt sind das sie ganze Sternensysteme per Knopfdruck versetzen können, superintelligent, allwissend stehen sie über den Menschen und ihren Problemen. Die Yorsen behaupten von sich selber die höchste Stufe der Existenz erreicht zu haben. Doch diese Rasse gibt den Hinweis auf eine andere Spezies die der ihren weit überlegen ist, also mega – super – hyperintelligent also auf einer noch höheren als der höchsten also der "höchsesten" Stufe (** das ist doch einfach nur schwachsinnig **). Hier hat der Autor sich selbst überholt. Das solche Konstruktionen von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind kann man im vorliegenden Werk schön verfolgen.Und genau der oben beschriebene Mechanismus hat schließlich dafür gesorgt das sich das Subgenre totgelaufen hat und der Sf,ihren, auch heute noch,schlechten Ruf eingetragen. Dass eine guterzählte Space Opera durchaus eine gewisse Faszination zu erzeugen vermag kann man sich vielleicht noch am besten durch den Boum deutlich machen den solche Filme wie „Star Wars“ ausgelöst haben, genauso wie ihre Kurzlebigkeit und die Trivialität. Denn auch bei diesen Filmen stehen Action und Spezialeffekte im Vordergrund und die Story bleibt auf der Strecke und irgendwann wird es nur noch langweilig.
Der Autor hat die schier unfassbare ( unfassbar scheint sowieso das Lieblingswort des Verfassers zu sein ) Leistung fertiggebracht alle Negativpunkte die man dieser Literaturgattung vorwerfen kann in einem Roman unterzubringen.Das Buch:
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Titel: Quest
Autor: Andreas Eschbach
ISBN: 3-458-1877-3
Seiten: ca. 525 Seiten
Erscheinungsdatum: 2001
Illustrationen von : Wolfgang Thiemeyer
Preis: 12 EURO
Der Autor:
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( kopiert von der Homepage des Autors )
Geboren am 15.9.1959 in Ulm. Verheiratet, ein Sohn. Studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik, wechselte aber noch vor dem Abschluss in die EDV-Branche und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Bis Juni 1996 geschäftsführender Gesellschafter einer EDV – Beratungsfirma, lebt er seither mit seiner Familie als freier Schriftsteller in der Nähe von Stuttgart. Links:
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http://www.andreaseschbach.de/ = die Homepage von Eschbach
http://heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/14985/1.html = einige Informationen zu dem Begriff Space Opera Fazit:
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Gute Sf ist der Roman auf keinem Fall, weil halt, der wichtigste Aspekt einer visionären Zukunftsschau nicht zu erkennen ist. Selbst für das Subgenre Space Opera ist der Roman in seiner Einfallslosigkeit einfach nur der unteren Mittelklasse zuzuordnen.
© by Araxas / 09.07.03
17.02.2004 12:53
Leider kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen, zumal der Begriff der "Space-Opera" eher oberflächlich definiert wurde. In "Quest" kommen unglaubliche Ideen zum Tragen, der Roman ist wirklich lesenswert und alles andere als trivial.
24.07.2003 04:04
Nichts als die Wahrheit, und es ist gut, daß einer das mal laut und deutlich sagt! Danke! - (Allerdings gibt es reichlich Rechtschreibefehler in Deinem engagierten Verriß. So schreibt man "Boum" immer noch "Boom" ;->) - Gute Space Operas gibt es natürlich auch heute noch, nicht nur von so routinierten Autoren wie Gregory Benford und Konsorten, sondern - vor allen anderen - von dem genialen Iain M. Banks. So geht das, mit Selbstironie und neuen Ideen! Beste Grüße, dahmane
19.07.2003 12:31
oh je, das buch wollte ich mir demnächst mal holen, nach deinen bericht bin ich mir nicht mehr ganz so sicher...mfg