Erfahrungsbericht über

Quo Vadis [SE] [2 DVDs] (DVD)

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Quo Vadis [SE] [2 DVDs] (DVD)

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Auf dieser DVD erstrahlt das alte Rom in neuer Pracht

5  03.03.2010

Pro:
Gut abgehangener Schinken auf gut ausgestatteter DVD

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Spassprediger

Über sich: “We're all mad here. I'm mad. You're mad.” “How do you know I'm mad?” said Alice. “You must be,” sai...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 68 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es wäre wohl zuviel gesagt, wollte ich behaupten, ich hätte die Veröffentlichung von „Quo Vadis?“ auf DVD innigst herbeigehsehnt. Gefreut habe ich mich allerdings schon, als der Film auf DVD erschien, und noch mehr gefreut habe ich mich, als der Film kürzlich für etwas weniger als 8 Euro zu haben war.

Filmkritiker F. X. Feeney, der einen Audiokommentar zum Film eingesprochen hat, sagt es gleich zu Beginn: „Quo Vadis?“ ist eher solides Kunsthandwerk („artefact“) als echte Kunst („art“). Wer das im Hinterkopf behält, wenn er sich den Film ansieht, wird vom Gebotenen sicher nicht enttäuscht sein.

Ich weiß gar nicht, wann ich „Quo Vadis?“ das letzte Mal gesehen habe. Es war allerdings Jahrzehnte, bevor Ridley Scott mit „Gladiator“ das Genre des „Sandalenfilms“ aus einem ebenfalls Jahrzehnte währenden Dornröschenschlaf weckte. Tatsächlich steht „Quo Vadis?“ aus dem Jahre 1951 am Anfang einer langen Reihe von sogenannten Monumentalfilmen wie „Ben Hur“ (1959) und „Cleopatra“ (1963). Während die Nachfolger heute als Historienfilm-Klassiker gehandelt werden, dürfte „Quo Vadis?“ heutigen Filmfans vor allem durch die Mitwirkung des unvergessenen Peter Ustinov ein Begriff sein. Mit seiner Darstellung des wahnsinnigen Kaisers Nero hat er dem Film seinen Prägestempel aufgedrückt. Man kann geteilter Meinung sein bezüglich des sittlichen Nährwerts von Historienfilmen à la Hollywood. Ustinovs Leistung aber, die dem damals 29-Jährigen den Durchbruch in Hollywood verschaffte, ist über jeden Zweifel erhaben und heute so sehenswert wie eh und je.

Ustinovs Figur ist so schillernd, dass man leicht vergisst, dass sie nur eine Nebenfigur ist. Im Mittelpunkt der Handlung stehen nämlich der römische Hauptmann Marcus Vinicius (Robert Taylor) und die Lygierin Lygia (Deborah Kerr). Letztgenannte stammt übrigens aus dem heutigen Polen, was insofern nicht verwundert, als die Romanvorlage für „Quo Vadis?“ aus der Feder eines Herrn namens Henryk Sienkiewicz stammt (der übrigens im Jahr 1905 für sein schriftstellerisches Wirken den Nobelpreis für Literatur erhielt).

Als der mit seinen Legionen gerade von einem erfolgreichen Feldzug zurückgekehrte Vinicius dem im Ruhestand befindlichen General Plautius einen Besuch abstattet, trifft er in dessen Haushalt auf die schöne Lygia. Bei der handelt es sich nicht, wie Vinicius zunächst vermutet, um eine Sklavin des Generals, sondern um eine Adoptivtochter des Generals und seiner Frau, und natürlich funkt es zwischen dem feschen Hauptmann und dem hübschen Fräulein ganz gewaltig. Doch so sehr die beiden sich auch zueinander hinzugezogen fühlen, so unterschiedlich ist auch die jeweilige Weltsicht der beiden. Insbesondere kann sich der im Glauben an ein Pantheon der Gottheiten aufgewachsene Römer nicht mit der Heilslehre anfreunden, der die Christin Lygia anhängt: Caritas trifft auf Pax Romana, und bis aus den ungleichen Liebenden wirklich ein Paar werden kann, wird noch viel Wasser den Tiber hinabfließen.

Für zusätzliche Dramatik sorgen die Pläne des wahnsinnigen Nero, der den warmen Abriss Roms beschlossen hat: In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 64 brennt die Stadt auf den Hügeln lichterloh, und als das Volk offen gegen den Kaiser rebelliert, muss der einen Sündenbock finden, um den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Neros Frau, die intrigante Poppaea, hat die rettende Idee: Warum nicht die obskure Sekte der Christen beschuldigen, die Gottkaiser Nero schließlich noch nie als ihre höchste Autorität anerkannt haben ... ?

Bei dem Versuch, Lygia und ihre ebenfalls zum Christentum konvertierten Eltern zu retten, wird Marcus Vinicius verhaftet und zusammen mit der Geliebten und ihrer Familie in den Kerker geworfen. Dort sollen die Unglücklichen nicht lange bleiben, denn um die aufgebrachte Bevölkerung zur Räson zu bringen, hat Nero nicht nur Brot verteilen lassen, sondern auch Spiele im Kolosseum anberaumt ...

Wird Vinicius Lygia und die ihren retten können? Welche Rolle spielt Apostel Paulus in der Geschichte, die „Quo Vadis?“ erzählt? Wo endet die Kulisse, und wo beginnen die meisterhaften matte paintings, die Peter Ellenshaw für den Film angefertigt hat? Diese und viele andere Fragen beantwortet der 162 Minuten lange Kintopp, den ich an dieser Stelle gern als samstagnachmittägliche, farbenprächtige Unterhaltung weiterempfehle.

Die DVD

Sehenswert ist der Film allemal, und sei es nur der schaupielerischen Leistung des jungen Peter Ustinov sowie der interessanten Parallelen wegen, die der Vergleich des ersten Monumentalfilms „Quo Vadis?“ mit „Gladiator“ enthüllt, mit dem Ridley Scott gut 50 Jahre später eine Renaissance des Genres einläutete.
Höchstes Lob für Bild und Ton

Die Schauwerte, die „Quo Vadis?“ fraglos bietet, bringt der DVD-Transfer des Films höchst eindrucksvoll zur Geltung. Das sorgfältig restaurierte Bildmaterial nimmt mit einer ungeheuren Farbpracht und einer Schärfe für sich ein, die angesichts des Alters des Films ganz erstaunlich sind: So frisch, so strahlend dürfte der Film bestenfalls bei seiner Premiere gewirkt haben. Selbst bei der probeweisen Projektion auf die kürzlich fürs Heimkino erworbene Leinwand mit 3,05 m Diagonale wirkt der Film angenehmer als so mancher DVD-Transfer von Filmen jüngeren Datums (die DVD-Erstauflage des 80er Jahre-Klassikers „Dirty Dancing“ etwa ist ein trauriges Beispiel dafür, wie mies ein vergleichsweise junger Film auf großer Leinwand plötzlich wirken kann). Die Tonspuren des Films, die dem Zuschauer die Wahl zwischen englischsprachigem Original und einer Reihe von Synchronfassungen bieten, bieten Dialoge, die jederzeit klar verständlich sind, und auch die Musik von Miklós Rósza klingt manierlich.

Applaus für die interessante Zusatzausstattung

Lob verdient auch die Zusatzausstattung der Doppel-DVD, die neben dem eingangs schon erwähnten informativen Audiokommentar zwei Trailer und eine rund 40 Minuten lange, sehr interessante Reportage jüngeren Datums bietet, welche „Quo Vadis?“ vor allem im Lichte seiner Entstehung in der unmittelbaren Nachkriegszeit betrachtet. Viele der Bezüge zum damals aktuellen Zeitgeschehen, die für ein Publikum in den 50er Jahren noch sehr offensichtlich gewesen sein mögen, wären mir ohne die aufschlussreichen Erläuterungen nicht klar geworden.
R e s ü m e e

Für den DVD-Transfer sorgfältig rekonstruierte und restaurierte Technicolor-Perle, die Liebhabern des klassischen Hollywood-Kintopp eine erbauliche Geschichte in imposanter Kulisse bietet und den jungen Peter Ustinov in einer für seine spätere Karriere überaus bedeutsamen Rolle zeigt: unbedingt empfehlenswert!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

11.03.2010 01:03

An Ostern Pflicht für mich!

CiaoFonzie

CiaoFonzie

03.03.2010 19:30

Quo vadis - Sprassprediger ? ;-) Du entwickelst Dich ja so langsam zum Rekordvielschreiber hier ;-) LG Matthias

DamarisAnklam

DamarisAnklam

03.03.2010 19:03

Die Doppel-DVD habe ich auch zu Hause! LG Damaris :-)

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