Beste Leihfirma? .. Nicht wirklich.

1  16.01.2011 (17.01.2011)

Pro:
Keins !

Kontra:
Würde ich niemals meinem schlimmsten Feind empfehlen !

Empfehlenswert: Nein 

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Kveld

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Mitglied seit:12.01.2011

Erfahrungsberichte:2

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Liebe Leser, liebe Leserinnen von Ciao,

hiermit schreibe ich meinen Erfahrungsbericht über die Leihfirma Randstad. Dieser Erfahrungsbericht datiert aus dem Jahr 2008.

Kurze Einleitung:

Dieser Bericht beruht auf Tatsachen welche sich wie geschrieben zugetragen hatten. Es war damals meine
zweite Begegnung mit einer Personalleasingagentur, in dem Irrglauben, diese Zeitarbeitsfirma würde wirklich
jemanden in ein richtiges Arbeitsverhältnis schicken wollen, bewarb ich mich dort. Ein Fehler welcher ich nun
versuche zu erläutern.

Haupttext:

Da ggf. einige Leser und Leserinnen wissen, daß Randstad ein Niederländisches Unternehmen ist, nahm ich an, daß
große Chancen bestehen auf eine gefestigte Arbeitsstelle in einer Firma. Aber was für eine Niederländische Leihfirma
gilt, muß nicht zwangsläufig für ein Deutsches Unternehmen gelten, darauf komme ich später im einzelnen zurück.
Im Jahre 2008 bewarb ich ich mich bei Randstad für eine Überbrückung, ich suchte händeringend einen neuen Job,
da die Wirtschaftskrise mir meinen alten Job genommen hatte, wegen Auftragseinbußen. [In meinem anderen Bericht über die ZAG wurde
etwas mehr darauf eingegangen].
Die Bewerbung wurde durch eigeninitiative eingereicht, da ich viele positive Eigenschaften der Randstad von anderen Menschen gehört
hatte, die sich dem gleichen Schicksal fügen mußten wie ich. Dies galt aber vermutlich nur aus der Vergangenheit raus, sozusagen aus dem
Jahr der Entstehung von Randstad anno 1996.
Die Bewerbungsmappe war fertig und ich rief bei Randstad in der Filiale bei Un*a an um ein Vorstellungsgespräch zu arangieren, die Disponentin
am Ende der Leitung klang sehr freundlich und meinte, ich könne meine Bewerbung direkt am nächsten Tag abgeben, dann komme ich in die Kartei
und wenn die Randstad einen Auftrag für mich hat, dann würden sie sich melden. - Alles klar, na das ist doch schon mal ein Anfang, dachte ich mir.
Direkt am nächsten Morgen fuhr ich mit meinem PKW zu Randstad um mich persönlich bei der Leasingagentur vorzustellen, man bat mich freundlich in
ein Großraumbüro herein.
Ich solle schonmal Platz nehmen, die Disponentin ist gleich für Sie da, sagte eine Angestellte dort zu mir. Die Hauptdisponentin (Chefin?) kam 15 Minuten später zu mir an den
Tisch um sich freundlich vorzustellen und hatte unter ihrem Arm auch schon alles parat, eine Mappe mit Vertrag, Randstad-Werbeprospekte, den Schrieb für
den Einsatzort. Wow das geht aber hier ganz schön fix, guter Service war mein Gedanke. Auch hier wurde, wie bei einem richtigen Vorstellungsgespräch nach Werdegang
nach Familienverhältnissen und die Bereitschaft für Samstag-Sonntagsdienste, Überstundenbereitschaft gefragt. Wäre alles kein Problem sagte ich. Gut, dann haben wir
was für Sie, bekam ich als Antwort und die gute Frau zeigte mir den Einsatzort, wo es denn direkt am nächsten Tag um 6:00 Uhr hingehen sollte. Wie es Kommissar
Zufall so wollte, sollte ich in einem Betrieb anfangen, wo ich als Aushilfe im Jahre 2001 mithalf das Weihnachtsgeschäft zu erledigen. Ja das ist fantastisch, kenne mich in diesem
Betrieb gut aus und brauch auch keine Anlernung, sagte ich. Die Disponentin nickte mit dem Kopf und überreichte mir einen befristeten Vertrag, der nach einem Jahr
auslief. Ich las den Vertrag von vorne bis hinten durch und bemerkte kein einziges Manko. Allerdings muß gesagt werden, auch hier ein Dumpinglohn von 7,50 Euro als
ausgelernter Facharbeiter der Lagerwirtschaft.
Ich biß aber dennoch in die saure Gurke und unterschrieb den Vertrag in dem Glauben, hier würde alles mit rechten Dingen zugehen.

Da ich aber auch Fragen hatte, was Krankheiten anginge, wenn man plötzlich krank wird, erhielt ich als Antwort: Das wäre alles überhaupt kein Problem, Sie erhalten
ja auch von uns Urlaubstage und ein Zeitkonto die dann davon so wohl als auch abgebucht werden können. - Mir stockte zwar kurz der Atem, aber egal, ich wollte auch arbeiten gehen und nicht krank werden.
Aber darauf wird gleich noch näher eingegangen.

Es war soweit und fuhr morgens mit meinem Auto zum ersten Einsatzort vereinbart als Lagerarbeiter nach Ber*kamen in die bekannte Firma, dort angekommen, mußte ich erstmal eine geschlagende Stunde
warten, bevor ein Festangestellter zu mir kam um sich vorzustellen. - Muß sagen, es waren sehr nette Kollegen, wenn die Arbeit jetzt auch noch super ist, dann
hab ich den Jackpot, dachte ich mir. Der Vorarbeiter kam auch noch dazu um mir meinen Arbeitsplatz zu zeigen. Auch er stellte sich freundlich vor und zeigte mir
die Umkleidekabinen, Pausenraum, Versammlungsbüro für Besprechungen, auch eine Unterweisung gegen Arbeitsunfälle sollte ich unterschreiben. - Eine sehr soziale
Firma dachte ich, nur die Firma hat sich nach den Jahren sehr verändert. Eigentlich kannte ich hier nichts mehr wieder. Mein damaliger Arbeitsplatz war auch nun eine Heberampe
wo LKW´s von außen her an die Rampe ankoppelten um ihre Ladung loszuwerden. Diese Ladung bestand aus Kartonware, welche NICHT auf Paletten lagen, sondern
lose im Container ausgeladen werden sollte. Sehr kleine leichte Kartons für den Anfang. Da auch andere Leiharbeiter dort arbeiteten und zwar schon etwas länger als ich damals, sprachen ihre Gesichter Bände.....
Diese Leiharbeiter sahen sehr fertig aus. Ich kann dies hier in aller Deutlichkeit unterschreiben. Ich sollte auch wenig später am eigenen Leib erfahren, warum und wieso
diese Menschen einfach nur kaputt aussahen. Wir mußten so schnell wie möglich diese LKW-Container leerräumen, die Kartons auf Paletten legen und auf den nächsten
Gabelstapler warten, der die Ware abholt. Ich hatte das vorgegebene Zeitkontigent niemals einhalten können. Das ganze System in dieser Firma war quasi für den *rsch.
Dort galt nur eins: Je schneller du bist, desto schneller kommt der Feierabend, aber unter 9 Stunden mit 15Minuten abgezogener Pause war es dort unschaffbar. Dies
wußte Randstad auch genau! Man wurde in dieser Firma verfeuert bis zum Gehtnichtmehr. Später mußte ich herausfinden, daß ich als Helfer in den Entleihbetrieb
gesteckt worden bin, unterschrieben wurde aber bei der Randstad ein Vertrag als Fachkraft, ergo: Randstad ist es egal, ob sich an Verträge gehalten wird oder nicht!

Der dickste Brocken passierte aber eine Woche später, als ein LKW ankam mit Hantelbänke, wie man es sich vorstellen kann, wiegen diese einzelnen Verpackungseinheiten
sehr viel. Ich erläutere dies an dieser Stelle genau: Gewicht a 35 Kilo, davon ca. 700 Stück, (so ganz weiß ich das nicht mehr) dieser Container sollte in einer Stunde leergeräumt sein, was sich als sehr
schwierig herausstellte, da es einfach quasi unmenschlich war, völlig unmöglich dies zeitlich zu schaffen. Da dieses Unterfangen in einem engen LKW-Container von statten ging, hatte ich und ein anderer
Leiharbeiter kaum die Möglichkeit uns frei zu bewegen, das ging dann so weit, daß mein Handgelenk von der monotonen Arbeit anfing zu schmerzen. Es tat reglerecht weh,
wenn ich eine Bewegung mit meiner linken Hand machte. Womit ich die schweren Kartons niederlegte.
Als der Container leer war, bemerkte ich, wie mein Handgelenk dicker und dicker wurde, die Schmerzen waren unerträglich, trotz kühlen unter dem Waschbecken mit kaltem Wasser!
Am gleichen Tag noch fuhr ich Abends ins Krankenhaus um meine Hand röntgen zu lassen, dabei stellte der Arzt mit folgender Diagnose fest: Mittelschwere Sehnscheibenentzündung.
Ich erhielt eine Krankmeldung einen Artest für 2 Wochen, die ich am nächsten Tag morgens direkt der Randstad erst telefonisch meldete. Die " erst freundliche" Disponentin
klang am Ende der Leitung etwas entzürnt über mein "versehentliches Ausscheiden" Ich solle doch Morgen direkt doch mal ins Büro der Randstad kommen und die
Krankmeldung mitbringen. Gesagt getan. Am nächsten Tag stand ich auf der Matte mit einem mulmigen Gefühl, denn eigentlich wußte ich insgeheim, was nun los war.
Ich bekam die sofortige Kündigung mit dem Spruch um die Ohren gehauen, ich sei untragbar für die Randstad. Ich war dort nur für 3 Wochen beschäftigt und habe feststellen
müssen, auch Randstad agieren nicht wirklich seriös. Für ein deutsches Unternehmen ein ganz klares NO GO!

Fakt ist, überlegt es euch gut, ob ihr bei Randstad anfangen wollt. Für mich ist Randstad für immer gestorben. - Nie wieder diese barbarischen Abzocker!!

Gruss.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
HeinzFiction

HeinzFiction

20.10.2013 11:52

Ich habe es am eigenen Leib erfahren dürfen, hab den Mist aber noch länger mitgemacht. Da hat sich seit 2011 leider absolut nix geändert ...

RandstadBetriebsrat

RandstadBetriebsrat

28.01.2011 14:17

Hallo, ich bin sehr erschüttert über diesen Bericht, denn Randstad gehört zu den wenigen Zeitarbeitsunternehmen mit einem Betriebsrat. Die Vorkommnisse die hier geschildert werden müssen aufgeklärt werden. Leider habe ich nicht den Eindruck, dass du dich an den zuständigen Betriebsrat gewand hast, was ich sehr schade finde. Wir hätten hier definitiv helfen können. Denn Arbeitsschutz und Arbeitszeitgesetz stehen bei uns ganz oben auf der Tagesordnung, gerade weil wir nicht immer vor Ort sein können. Für die Zukunft hier unsere Kontaktdaten: http://tinyurl.com/5r22j27 Stefan Urlaub Stellv. Betriebsratsvorsitzender Randstad BA South

Kveld

Kveld

16.01.2011 17:09

Für wahr, für wahr. VLG

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