Rat Race

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"Ooooo, it´s a race! I hope, I win!"

4  10.09.2002

Pro:
Super Schauspieler, viel zu lachen

Kontra:
sehr sehr dummes Ende

Empfehlenswert: Ja 

Hirnederl

Über sich: Ja, ja - ich weiß !

Mitglied seit:26.06.2001

Erfahrungsberichte:76

Vertrauende:37

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 84 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Das Hirnederl war im Urlaub. Und da war es im Kino. Man gönnt sich ja sonst nichts. Es war mein erstes Mal ... in einem Cineplexx mit zwei x. Ihr wisst schon, diese Mega-Schuppen, die wir von dem Amis importiert haben, mit hunderten von Kinosälen á 250 und mehr Sitzen, Slots und Bars zum vorher und nachher „abchillen“.

Wir hätten uns da alles ansehen können, denn es gab einfach alles zu sehen. Wir entschieden uns für einen lustigen Film, weil wir selbst so lustig sind: „Rat Race“.

Zugegeben, die Auswahl an mitwirkenden Schauspielern stimmte uns doch sehr neugierig: Rowan Atkinson, Whoopi Goldberg, John Cleese, Cuba Gooding Jr. – das klang alles nicht schlecht. Also haben wir uns nicht lumpen lassen, hier kommt der Bericht.


~Las Vegas – Stadt der Ratten?~
Nick will eigentlich nur im Hotel auschecken. Er war für ein Wochenende in Las Vegas, um mit seinen Freunden eine Junggesellen-Party zu feiern. Das ist alles eigentlich gar nicht sein Ding: Las Vegas, Glückspiel, der ganze Schmuh. Er ist ein anständiger Mensch, schließlich will er mal Staatsanwalt werden. Das mit dem Auschecken will auch nicht so wirklich klappen. Die nette Dame am Schalter will ihm doch glatt 150 Dollar für das achtmalige Schauen eines Pornos berechnen, den Nick nie gesehen hat. Die Sachen klärt sich nach einem peinlichen Zwischenfall. Beim Verlassen des Casino-Hotels will er es dann doch mal wissen und zumindest eine Münze in den einarmigen Banditen werfen. Statt des Geldes erhält er eine Münze mit der Einladung zu einem speziellen exklusiven geheimen Buffet.

Soviel zum Beginn von „Rat Race“. Nick, gespielt von „Road Trip“-Star Breckin Meyer ist allerdings nicht die einzige Hauptfigur des Films. Viel mehr treffen in diesem speziellen Casino-Hotel 8 verschieden Menschen aufeinander, die sich zum Teil noch nie zuvor gesehen haben und deren Schicksale sich unfreiwilligerweise verbinden sollten.

Vera Baker trifft in eben diesem Hotel ihre verlorene Tochter Merrill wieder. Sie gab sie damals zur Adoption frei, weil sie zu jung für ein Kind war. Nach vielen Jahren der Suche sehen sich Mutter und Tochter zum ersten Mal wieder. Und prompt spuckt der einarmige Bandit auch ihnen eine solche Münze aus.

Randy Pear macht Familienurlaub. Man sieht ihm an, dass er sicht tierisch freut, verständlich bei zwei nervigen Kindern und einer Frau, die absolut die Hosen anhat. Geschickt macht er sich nach dem Beziehen des Hotelzimmers aus dem Staub, um ein bisschen zocken zu gehen und ihr könnt euch denken, was er vom einarmigen Banditen bekommt? Genau!

Enrico Pollini ist Italiener und macht Urlaub in Las Vegas. Der englischen Sprache noch nicht ganz mächtig, verwechselt er schon mal die beiden Vokabeln Cocktail-Würstchen und Schniedel. Und er kann im Stehen einschlafen, ganz plötzlich und unerwartet. Auch er erhält eine Einladung zu diesem speziellen Buffet.

Owen Templeton wollte sich eigentlich nur mal ordentlich besaufen an der Casino-Bar. Er hat nämlich Mist gebaut, durch eine blöde Fehlentscheidung als Schiedsrichter bei einem NFL Playoff Spiel hasst ihn jetzt ganz Amerika.

Und last but not least treten die Brüder Duane und Blaine Cody auf den Plan. Während Blaine nicht wirklich reden kann, da er sich selber die Zunge gepierct hat, ist Duane der mehr oder minder schlaue Kopf der zwei, der um jeden Preis an Geld kommen will. Sie machen die Runde komplett.

Nachdem sich nun alle in einem speziellen Konferenzraum zusammengefunden haben, werden sie von Multi-Millionär Donald Sinclair über den Grund ihrer Zusammenkunft aufgeklärt. Sinclair hat in einem Schließfach in Silver City zwei Millionen Dollar hinterlegt. Jeder Teilnehmer erhält einen Schlüssel zu diesem Schließfach. Wer zuerst da ist, bekommt die Kohle. Es gibt nur eine Regel, die da lautet: Es gibt keine Regeln!

Es folgt ein rasantes Rennen quer durch die Staaten. Nick tut sich mit einer Hubschrauber-Pilotin zusammen, die er am Flughafen kennenlernt. Vera Baker zieht mit ihrer energischen Tochter los und Randy schnappt sich notgedrungen seine Familie und düst im Van davon. Mr. Pollini („Ooooo! It´s a race! I hope I win!”) rennt los, schläft allerdings mitten in der Hotel-Lobby im Stehen ein. Später trifft er auf Zack, der gerade eine Organspende nach Texas bringen muss und aus Versehen Pollini anfährt. Schiedsrichter Owen hat das Pech und landet in einem Taxi, dessen Fahrer bei eben diesem NFL Spiel ne ganze Menge Moneten verloren hat.

Würde ich jetzt versuchen, die Geschichte, die sich nach Start des Rennens abspielt, in irgendeiner Weise wiederzugeben, würde ich kläglich scheitern. „Rat Race“ ist eine Komödie, die auf Situationskomik aufbaut. Situationskomik kann man nicht erklären.
Deshalb hat sich das Hirnederl für Euch was viel tolleres überlegt. Hier kommen die 5 goldenen Regeln, die sich das Hirnederl nach dem Film gemerkt hat:

1. Wenn du einmal mit deiner Mutter im Auto eine Frau mitten in der Wüste nach dem Weg fragen willst und sie dir ein Eichörnchen verkaufen will, KAUF ES! Denn wenn du das nicht tust, und trotzdem der Wegbeschreibung dieser netten Dame folgst, kann das schlimme Folgen haben („You – should’ve – bought – a – squirrel!!!“)

2. Wenn du mit einem Organ-Kurier über den Highway bretterst und er dich frägt, ob du das Herz in der Kühltruhe mal anfassen willst, TU ES NICHT. Es könnte sein, dass das Herz beim Fenster rausfliegt, ein Hündchen damit Stöckchen-Holen spielen will und der Organ-Kurier daraufhin versucht, DEIN Herz stattdessen abzuliefern!

3. Wenn du mit deiner Familie auf dem Highway fährst und du an einem Schild zum „Barbie Museum“ vorbeifährst, und SELBST, wenn deine Tochter mit ihrem schrillen Geplärr („ICH – WILL – INS – BARBIE – MUSEUM“) die Fenster im Van zum Bersten bringt, GEHE NICHT DORTHIN. Es könnte passieren, dass die Ausstellung nicht von einer blonden Puppe handelt, die jährlich mehrere hundert Mädchen in die Magersucht treibt, sondern von einem gewissen Herrn Barbie, der damals, im dritten Reich, eng befreundet war mit Hitler. Es könnte leicht unangenehm werden.

4. Wenn du dann aus diesem Museum fliehst und dein Auto kaputt ist, nimm AUF KEINEN FALL Hilters Oldtimer als Ersatz. Es könnte passieren, dass du dir während der Fahrt am Zigaretten-Anzünder den Mittelfinger verbrennst, ihn zum Kühlen in die Luft streckst, eine Harley-Braut, die gerade neben dir fährt, das falsch verstehen könnte, du dann nach einem Angriff der Biker die Kontrolle über den Wagen verlierst, auf eine Bühne fährst und dir am Lenkrad, an dem du vorher braunen Lippenstift verschmiert hast, einen gemalten Hilter-Bart-Abdruck holst, *lufthol* – kommt ihr noch mit? – dann ans Pult gehst und nur gutturale Laute von dir geben kannst, weil du dir bei dem Unfall auf die Zunge gebissen hast, und erst nach einigen missverständlichen Gesten und Grunzen und vor der Kulisse des Hilter-Oldtimers bemerkst, dass du gerade auf einem Veteranen-Treffen vom zweiten Weltkrieg bist. DAS könnte wirklich unangenehm werden.

5. Wenn du im Zug neben einem süßen kleinen Baby sitzt, gib ihm NICHT deinen Schlüssel zum Schließfach zum Spielen. Es könnte passieren, dass du aussteigen musst und merkst, dass das Baby den Schlüssel irgendwo versteckt hat. Es könnte dann sein, dass du gerade versuchst, den Schlüssel wieder zu finden und die Eltern des Kindes aufwachen. Du solltest dann AUF KEINEN FALL „Ich glaube, ich berühre ihn“ sagen, auch wenn du den Schlüssel meinst, denn die Eltern könnten es falsch verstehen.


Eins kann ich euch sagen, ich hab mich scheggisch gelacht in diesem Film. Von Regisseur Jerry Zucker kannte ich bis dato nur „Ghost“ und „Die Hochzeit meines besten Freundes“. Die Chaos Komödie Rat Race hat er meiner Meinung nach bravourös hinbekommen.


~Die Schauspieler~
Wo fange ich an, Alter vor Schönheit? Ok, aber Ladies First.

Whoopie Goldberg spielt Vera Baker, die im Casino ihre Tochter wiedertrifft. Sie und Jerry Zucker kennen sich seit dem Erfolgsfilm „Ghost“, der Goldberg einen Oskar für die beste Nebenrolle einbrachte. Nach Filmen wie „The Color Purple“ oder „Sister Act“ spielt Goldberg in „Rat Race“ eher eine kleine Rolle als naive Mutter. Wenn auch nicht von ihrer Schauspielkollegin und Filmtochter Lanai Chapman an die Wand gespielt, so wird Goldberg meiner Meinung nach in „Rat Race“ doch eher in den Hintergrund gedrängt.

John Cleese spielt den durchgeknallten Multi-Millionär Donald Sinclair. Die Rolle des etwas egozentrischen verspielten Mannes ist ihm sozusagen auf den Leib geschrieben. Auch wenn er nur wenige Auftritte in „Rat Race“ hat, sind diese seltenen Gags doch mit die besten. Gemeinsam mit einem Dutzend andere Millionäre hat Sinclair nämlich nichts besseres zu tun, als die absurdesten Wetten vom Stapel zu lassen. Beispiel: Es wird darum gewettet, welches Zimmermädchen sich am längsten an den Vorhängen hängend halten kann. Oder: Es wird gewettet, welche Füllung die Praline hat, die der Assistent Sinclairs, Mr. Grisham (gespielt von Dave Thomas), verspeist. Wenn reichen Leuten langweilig ist. John Cleese ist wohl den meisten Leuten als Mitglied der „Monty Python“-Truppe bekannt.

Rowan Atkinson alias Mr. Bean hat wohl eine der niedlichsten Rollen als Mr. Pollini. Der italienische Dialekt, die Schusseligkeit, die Atkinson in seinen Gesten wohl angeboren ist, macht Mr. Pollini dem Zuschauer doch sehr sympathisch. Auch wenn ich mich als alter Mr.Bean Fan immer noch nicht wirklich damit anfreunden kann, dass Atkinson eine Stimme hat, so war mir Mr.Pollini doch mit der liebste der „Ratten“.

Cuba Gooding Jr. spielt den armen Schiedsrichter Owen Tempelton, der nach dem Fehlentscheid beim Football-Spiel von einer ganzen Nation gehaßt wird. Das ist auch der Grund, wieso er ne Menge Pech auf der Fahrt nach Silver City hat, denn er erwischt leider den falschen Taxifahrer. Cuba Gooding Jr. bekam einen Oskar für die besten Nebenrolle in „Jerry Maguire“. Auch sonst ist er nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt, er spielt unter anderem in „Gladiator“, „Besser geht’s nicht“, „Instinct“ und „Chill Factor“.

Der genervte Familienvater Randy Pear wird gespielt von Jon Lovitz. Dieser Kerl fühlt sich in der Comedy am wohlsten, er wurde bereits zweimal für den Emmy Award nominiert und war lange der Star der „Saturday Night Live“ auf NBC. Er spielte bereits in über 25 Filmen mit, wobei er, wie zum Beispiel in „High School High“, meist „Blödelrollen“ übernimmt. Auch wenn das bei „Rat Race“ nicht anders ist, machte es doch einen riesen Spaß, Randy in seiner Rolle des verzweifelten Vaters mit den zwei schrecklichen Bälgern an seiner Seite leiden zu sehen.

Randys Frau Beverly wird übrigens gespielt von Kathy Najimy. Ihr wisst schon, die dicke Nonne in „Sister Act“. Sie spielt die dominante Ehefrau mit Bravour.

Seth Green spielt den Cody-Bruder, der sprechen kann. Einigen wird Green aus der TV-Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ bekannt sein. Wenn das nicht der Fall ist, kennt ihr ihn vielleicht aus der zweiten Teil von „Austin Powers“, in dem er den Sohn von Dr. Evil spielte. Das Cody-Paar kommt beim Zuschauer gleichzeitig wie das Duo aus „Dumm und Dümmer“ und „Dick und Doof“ rüber, womit Seth Green nicht unbedingt seine schauspielerischen Fähigkeiten beweisen kann, trotzdem sorgt auch er für den einen oder anderen Brüller im Film.

Wer „Road Trip“ gesehen hat, kennt Breckin Meyer. Als etwas schüchterner und ängstlicher Nick in „Rat Race“ ist er weder gut noch schlecht. Gemeinsam mit seiner Ex-„Road Trip“-Kollegin und jetzt „Rat Race“-Mitstreiterin Amy Smart hat Nick zumindest eine der interessantesten Variationen, zum Schließfach in Silver City zu gelangen. Sie nehmen den Hubschrauber, den Tracy Faucet alias Smart dann prompt als Waffe gegen ihren beim Seitensprung erwischten Freund (Superman-Darsteller Dean Cain) benutzt.

Organ-Kurier Zack wird gespielt von Wayne Knight, der einigen aus „Jurassic Park“ oder „Basic Instinct“ bekannt sein dürfte. Als etwas debiler („Wollen Sie das Herz mal anfassen?“) Oragn-Kurier bringt er an der Seite von Atkinson so einige Brüller, bleibt allerdings durch seinen kurzen Auftritt leider nur eine Nebenrolle.

Eine kurze Erwähnung verdienen noch der haßerfüllte Taxifahrer Gus, gespielt von Paul Rodriguez, der den nichts ahnenden Owen einfach mitten in der Wüste aussetzt, da er ihm eine verloreneWette beim Fottballspiel verdankt.
Vince Vieluf spielt Blaine Cody. Ich muss zugeben, viel Talent konnte der Kerl dank fehlendem Text nicht beweisen, seine Gestik und Dummheit sorgten höchstens mal für ein minimales Schmunzeln. Er spielt ohne Frage DEN Idioten in „Rat Race“.


~Was bleibt...~
...ist die Gewissheit, dass man endlich mal wieder was zum Lachen hatte. „Rat Race“ wird keinen Oskar bekommen oder in irgendeiner anderen Weise ausgezeichnet werden. Er ist einfach nur lustig, zumindest wenn man ihn zum ersten mal sieht und ihm eine Chance gibt. Eins muss ich allerdings zugeben: Der Schluß ist mal so richtig schlecht, und mir einen Sternabzug wert. Dafür stehen die restlichen Sterne für eine wunderbare Auswahl an tollen Schauspielern, eine nette Geschichte und ein chaotischen Rennen, das man gerne mitverfolgt. Ich muss gestehen, ich hab vergessen, zu Beginn zu wetten, wer wohl als erstes das Rennen macht. Tja, so geht’s.

Ans Herz legen (nein, ihr müsst es nicht anfassen) möchte ich euch noch die offizielle Seite und besonders das süße Intro im Netz zum Film www.ratracemovie.com.


Soviel von mir, das Hirnederl bedankt sich für die Aufmerksamkeit!


~Respect All Colours~
Und nochmal extra für mr.matze:
~Respect All Colours~


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Griefen_Schwompf

Griefen_Schwompf

10.06.2003 12:28

Du hättest besser ein Eichhörnchen kaufen sollen *fg*

SkyTeam

SkyTeam

24.11.2002 17:43

auch zu diesem bericht kann ich nur "super" sagen! du hast wirklich einen sehr interessanten schreibstiel! hab den film selber gesehen. du hast alles gut beschrieben. Tipp: Geh doch mal ins Frühstückskino! (kommst doch aus münchen) wenn du fragen dazu hast, schreib mir doch ins gästebuch! liebe grüße SkyTeam

Shue

Shue

20.10.2002 13:11

Ach neee, das hab ich mir lieber erspart. Ich fand die Vorschau schon doof, also bin ich lieber gar nicht erst rein. Auch wenn ich letztendlich in solchen Filmen dann doch immer lachen muss. ;-)

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