Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Einfach alles ! |
| Kontra: |
kein negativer Punkt zu entdecken . Wirklich nicht ! |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich bin wieder einmal im Kino gewesen und kann es wieder einmal nicht lassen, Euch meine lieben Leser an meinem gestrigen Kinobesuch teilhaben zu lassen. Es ist einfach viel netter, einen Film gemeinsam zu genießen!
Ratatouille sollte es diesmal sein. Sicher haben die meisten von Euch schon von der Ratte Rémy gehört, die sich als kleiner Koch versucht und sich nicht nur zum Ziel gesetzt hat, die französische Kochkunst zu revolutionieren sondern auch auf der Leinwand die nicht ganz einfache Nachfolge von Monster Sully, Mr. Incredible und Lightning Mc Queen anzutreten. Wahrlich ein ehrgeiziger kleiner Nager! Ob es Rémy nun geschafft hat, zumindest eines seiner beiden ehrgeizigen Vorhaben zu realisieren, gar beide bravourös gemeistert hat oder am Ende doch kläglich versagt hat, darüber soll nun mein Bericht Aufschluß geben.
Inhalt
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(1) Namensgebung
(2) Die Handlung in wenigen Sätzen
(3) Die Handlung etwas ausführlicher
(4) die Figuren
(5) Hintergründe
(6) Filmmusik
(7) Meine Meinung & Fazit
(1) Namensgebung
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Die geradezu unglaubliche Detailverliebtheit der Filmemacher von Pixar beginnt bereits beim Filmtitel. Hier hat man sich wirklich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, auch wenn der Titel auf den ersten Blick ganz banal wirkt. Ratatouille ist nicht nur der Name eines geschmorten Gemüsegerichts der Provenzalischen Küche Südfrankreichs das in unserem Film auch eine ganz besondere Rolle spielen wird sondern zugleich ein Wortspiel welches sich bedenkenlos in viele Sprachen übertragen läßt. Ist doch unser Hauptdarsteller eine kleine Ratte und somit ist eine gewisse Wortähnlichkeit mit dem geschmorten Gemüse nicht von der Hand zu weisen. Das trifft jedoch nicht nur auf die deutsche Sprache zu, sondern funktioniert auch im Englischen (Ratte engl: rat), im Französischen (Ratte franz: rat) und sogar im Italienischen (Ratte ital: ratto) und im Spanischen sogar noch besser (Ratte span: rata). Ja selbst auf Portugisisch, Schwedisch oder Niederländisch klappt das mit dem Wortspiel geradezu einwandfrei.
(2) Die Handlung in wenigen Sätzen
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Da ich mittlerweile für meine ausschweifenden Beschreibungen berüchtigt bin, möchte ich meinen Lesern auch die Chance geben, die Handlung nur kurz zu überfliegen :-)
Unserem kleinen Helden Rémy ist sein empfindlicher Gaumen zum Verhängnis geworden. Beim Stöbern nach Gewürzen wurde er von der Hausbesitzerin entdeckt und mittels Schrotflinte samt seiner nicht gerade kleinen Familie aus dem Haus gejagt. Bei der anschließenden Flucht durch die Kanalisation verliert die kleine Ratte den Anschluß an ihre Familie. Alles was bleibt ist das gerettete Kochbuch des verstorbenen Meisterkochs Gusteau. Wärend Rémy, hungrig und einsam wie er ist, darin blättert, fängt eine Zeichnung des Kochs plötzlich an, zu ihm zu sprechen und der imaginäre Gusteau soll von nun an Rémys imaginärer Freund bleiben.
Bei seiner Entdeckungsreise an der Oberfläche findet Rémy das Restaurant von Gusteau, mittlerweile unter der Führung eines untersetzten Chefkochs der Gusteaus guten Namen in erster Linie dafür mißbraucht, seine minderwertigen Tiefkühlprodukte an den Mann zu bringen. Im gerade eingestellten Küchenjungen Linguini findet Rémy schnell einen Verbündeten. Man hilft sich gegenseitig und verhilft dem Restaurant zu erneutem Ruhm.
Alles könnte so schön sein, wären da nicht der mittlerweile entlassene Küchenchef, ein Gesundheitsinspektor, Rémys hungrige Familie und der bösartige Restaurantkritiker Anton Ego.
Wie sich sicher jeder vorstellen kann, endet der Film weder mit der Hinrichtung des Hauptdarstellers noch mit der Gefangennahme der kleinen Ratte und von daher verrate ich wohl kein allzu großes Geheimnis wenn ich sage, daß am Ende doch noch alles gut ausgeht.
(3) Die Handlung etwas ausführlicher
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Ratatouille ist die Geschichte der kleinen Ratte Rémy die - etwas aus der Art geschlagen - von Mutter Natur mit einer ganz besonders feinen Nase und einem aussergewöhnlichen Geschmackssinn ausgestattet wurde. Während die lieben Verwandten aus der Rattenkolonie sich damit begnügen, Müll und Essensreste in sich hineinzustopfen, möchte unser kleiner Held lieber mit fein gewürzte Speisen seinen Gaumen erfreuen.
Zugleich ist es aber auch die Geschichte des Küchenjungen Linguini der einen Job sucht und nichts anderes zu bieten hat als ein Empfehlungsschreiben seiner Mutter, die ihrerseits den großen Gusteau persönlich kannte, wobei keiner der Beteiligten auch nur erahnt, wie persönlich das tatsächlich gewesen ist.
Der Film beginnt damit, daß Rémy samt einem Kochbuch durch's Fenster fliegt. Darauf folgt eine Rückblende um den Zuseher daran teilhaben zu lassen, wie es dazu gekommen ist. Schuld an allem ist natürlich Rémys Vorliebe für gaumenfreundlich gewürzte Speisen und Kombinationen derselben um seine Geschmacksnerven immer wieder aufs neue zu erfreuen. Bei seinem Bruder und auch bei den restlichen Ratten seiner Kolonie stößt er damit eher auf Unverständnis. Jedoch beginnt man auch dort, sein Talent schätzen zu lernen, als sich herausstellt, daß Rémy Rattengift in den Abfällen aufzuspüren vermag. Unnötig zu erwähnen, daß sich unser kleiner Chefkoch in Spe für die Aufgabe als Giftdetektor - völlig zurecht - hoffnungslos überqualifiziert fühlt.
Als Rémy dann eines Tages gerade in der Küche des Hauses in dem die gesamte Rattenkolonie lebt nach Gewürzen sucht, kommt es zur unvermeidlichen Katastrophe. Die Besitzerin des Hauses jagt die Ratten mit einer griffbereit positionierten Schrotflinte aus dem Haus.
Auf ihrer Flucht durch die Kanalisation werden Rémy und die restliche Rattenfamilie von einander getrennt und alles was unserem kleinen Helden bleibt ist ein Kochbuch des großen und mittlerweile verstorbenen Auguste Gusteau mit dem Titel "jeder kann kochen". Einsam, von allen verlassen und natürlich hungrig, blättert Rémy in diesem Kochbuch, als eine Zeichnung des großartigen Kochs plötzlich anfängt, zu ihm zu sprechen. Unser Rattenfreund verläßt daraufhin die Kanalisation und erkennt begeistert, daß er sich die ganze Zeit unter der wundervollen Stadt Paris befunden hat. Und, als ob das nicht genug gewesen wäre, ist auch noch Gusteaus ehemaliges Restaurant ganz in der Nähe.
Natürlich läßt er es sich nicht nehmen, dem Restaurant und vor allem dessen Küche einen Besuch abzustatten. In ebendieser Küche beobachtet Rémy durch ein Fenster im Dach dann auch, wie der tollpatschige Küchenjunge Linguini gerade eine frisch aufgesetzte Suppe verschüttet und versucht, sein Mißgeschick mittels Wasser und einiger willkürlich gewählter Zutaten zu vertuschen. Just in diesem Moment fällt die Ratte durch das Dachfenster in die Küche und kommt nicht umhin, auf ihrer Fluchtroute an der Suppe vorbeizukommen und deren Geruch einzuatmen der alles andere als appetitlich ist. Rémy läßt es sich nicht nehmen, die verunstaltete Suppe mit ein paar ausgesuchten Gewürzen doch noch zu retten. Dabei bemerkt er nicht, daß Linguini ihn völlig verdutzt beobachtet. Als dann auch noch der Chefkoch nach der Suppe fragt und entsetzt erkennt, daß der Tellerwäscher sie gekocht hat, entbrennt ein heftiger Streit. Währenddessen nimmt das Schicksal seinen Lauf und eine Portion der Suppe findet - unbemerkt von Chefkoch und Küchenjunge - ihren Weg zu einem Gast.
Der geneigte Zuseher ahnt natürlich schon was da passiert ist: Der Gast ist von der Suppe begeistert und Linguini erhält den Auftrag, sie noch einmal zu kochen. In dem Moment wird die Ratte entdeckt und der Küchenjunge damit beauftragt, die fachgerecht zu entsorgen. Natürlich bringt der es nicht über's Herz, die Ratte in den Fluß zu werfen und so wird ein Pakt geschlossen. Rémy soll beim Kochen helfen und damit über Linguinis Schwächen hinwegtäuschen. Doch das erweist sich als schwieriger als anfangs gedacht. Versucht der kleine Rattenkoch vorerst, den Küchenjungen durch Rumwuseln in dessen Kleidung und gelegentliches Beissen dazu zu bringen, beim Kochen das Richtige zu tun, stellt sich mehr oder weniger durch Zufall heraus, daß er ihn durch gezieltes Ziehen an diversen Haarbüscheln wie eine Marionette steuern kann. Pinocchio läßt grüßen! Auf die Art gelingt dann auch die Suppe und selbst der Küchenchef staunt -wenn auch widerwillig - über die Wiederholung des Kocherfolges, den er Linguini absolut nicht zugetraut hätte.
Von nun an scheint alles gut zu laufen. Linguini wird der ebenso routinierten wie gutaussehenden Köchin Colette unterstellt, in die er sich auch kurzerhand verliebt und erfindet so ganz nebenbei ein Spezialgericht weil ein Gast nach etwas Neuem fragt, nach etwas das nicht auf der Karte steht. Natürlich schlägt auch dieses Spezialgericht voll ein und erregt sogar die Aufmerksamkeit des berühmt-berüchtigten Restaurantkritikers Anton Ego, dessen oft vernichtende Kritik schon so manchem Restaurant die vorzeitige Schließung eingebracht hat.
In einem theatralischen Auftritt wärend eines Interviews erscheint Ego und informiert Linguini darüber, daß er schon bald das "Gusteaus" besuchen wird um eines seiner Spezialgerichte zu probieren.
Zwischendurch stellt sich auch noch heraus, daß Gusteau ein Testament hinterlassen hat welches der bisherige Küchenchef sorgsam unter Verschluß gehalten hat. Nach einigen Recherchen kommt auch noch der Umstand ans Licht, daß Linguini in Wirklichkeit - ohne dies selber zu wissen - Gusteaus leiblicher Sohn ist. Damit übernimmt er das Lokal kurzerhand als legitimer Erbe und Skinner, der bisherige Chefkoch wird samt seiner minderwertigen Tiefkühlprodukte, die er unter Gusteaus gutem Namen unters Volk gebracht hat postwendend an die Luft gesetzt. Natürlich versteht sich von selbst, daß dieser das nicht klaglos hinnimmt und Linguini von nun an einen Feind mehr hat.
Es dauert auch nicht lange und Skinner informiert das Gesundheitsamt darüber, daß es im "Gusteaus" Ratten in der Küche gibt.
Es kommt wie es kommen muß und just an jenem Abend als Anton Ego das Restaurant betritt, überschlagen sich die Ereignisse: Linguini setzt seinen kleinen Koch an die Luft, dieser ist darüber so sauer, daß er all seine Verwandten aus der Kolonie einlädt um die Speisekammer zu stürmen. Doch Linguini und Rémy versöhnen sich wieder und der ehemalige Tellerwäscher beichtet seinem Küchenpersonal, daß nicht er der Koch ist, sondern eine kleine pelzige Ratte. Daraufhin verläßt der gesamte Stab geschlossen die Küche und keiner ist mehr da um bei der Zubereitung der Rezepte zu helfen. Linguini ist verzweifelt. Doch zum Glück gibt es noch die Ratten, die sich nämlich entschließen, das Kochen unter der Führung von Rémy zu übernehmen. Und genau in dem Moment als die Küche voller Ratten ist, betritt der Gesundheitsinspektor den Raum. Er wußte, ja, daß er mit Ratten zu rechnen hatte, aber nicht, daß es so viele sind! Wärend er noch verblüfft in die Runde der Ratten blickt, stürzen sich diese auf ihn und er wird gefesselt und geknebelt in den Vorratsraum gesperrt.
Der Kellner hatte in der Zwischenzeit bzw. noch bevor die Ratten in die Küche kamen so seine liebe Not mit dem sadistischen Anton Ego, denn dieser drückt seine Bestellung sehr geheimnisvoll aus und läßt somit durchscheinen, daß er eine besondere Überraschung von Küchenchef Linguini erwartet. Skinner, der nur einen Tisch davon entfernt sitzt, bestellt dasselbe, da er Linguinis Untergang natürlich hautnah und möglichst kulinarisch miterleben und genießen möchte.
Natürlich fällt der Ratte auch hier etwas Passendes ein und sie kocht - ja, richtig geraten - Ratatouille. Linguini ist skeptisch, ja selbst die in der Zwischenzeit zurückgekehrte Colette ist skeptisch und als Ego das Gericht serviert bekommt, und mit ihm auch zugleich der ehemalige Chefkoch Skinner, ist dieser auch nicht minder erstaunt. Doch dann greift Ego zur Gabel und steckt einen ersten Bissen des vermeindlich gewöhnlichen Gerichts in den Mund. Plötzlich wird es ganz ruhig und die Speise in seinem Mund löst offensichtlich eine völlig unvorhergesehene Reaktion aus ... doch diese möchte ich Euch, die Ihr den Film eventuell noch nicht gesehen habt keinesfalls verderben. Das wäre wirklich schade, da diese Szene wirklich hinreissend ist und das fehlende Überraschungsmoment hier eine Menge kaputt machen würde.
(4) die Figuren
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Auch bei diesem Film wurden von den Machern wieder einmal keine Mühen gescheut um uns überzeugende Charaktere zu präsentieren. Ich möchte sie hier im einzelnen, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein wenig beschreiben.
- Rémy
Der "kleine Koch" wie Linguini ihn immer nennt ist natürlich die wichtigste Figur in diesem Film. Er ist der typische Held fast jedes Animationsfilmes, der aus der Masse heraussticht, anders ist als der Rest und am Ende genau deshalb groß rauskommt. Dabei ist er so unglaublich niedlich, wie es eine kleine pelzige Ratte nur sein kann. Wer diesen kleinen flauschigen Helden nicht in sein Herz schließt dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen ;-)
- Linguini
Der zweite Hauptdarsteller des Films ist natürlich der Küchenjunge Linguini. Es ist ja schon ein starkes Stück, in einem Film der in Frankreich spielt so demonstrativ den amerikanischen Traum zur Schau zu stellen in dem Linguini zwar nicht zum Millionär aber so doch vom Tellerwäscher zum Küchenchef und zugleich Restaurantbesitzer aufsteigt. Und das alles, ohne überhaupt kochen zu können.
- Colette
Die weibliche Hauptrolle ist beinahe schon eine Nebenrolle. Zwar ist Colette immer in der Küche anwesend, und es entwickelt sich auch eine zarte Liebesgeschichte mit Linguini, aber so richtig Einfluß auf die Handlung scheint das nicht zu haben. Colette ist auf jeden Fall eine Powerfrau die lieber mit dem Motorrad zur Arbeit fährt als mit dem Fahrrad und auch sonst alles immer voll im Griff hat. Da wird Linguini in Zukunft nicht viel zu lachen haben, auch wenn wir das natürlich nicht mehr zu sehen bekommen werden ...
- Gusteau
Der geniale Gusteau der mit seinem Buch "jeder kann kochen" nicht nur den Restaurantkritiker Anton Ego verstimmt hat war einst Besitzer des gleichnamigen Restaurants in dem nach seinem Tod der geldgierige Küchenchef Skinner sein Unwesen treibt. Im Film erscheint Gusteau vor allem als imaginärer Freund der kleinen Ratte und flüstert ihr immer wieder Ratschläge zu oder spielt sich als gutes Gewissen auf, aber nie ohne Rémy im selben Atemzug darauf hinzuweisen, daß er nur ein Produkt seiner "Fontasie" (der französische Akzent ist einfach himmlisch!) darstellt und ihm eigentlich nichts erzählen kann was er nicht ohnehin schon weiß. Meiner Meinung nach ist Gusteau eine Karikatur des berühmten Fernsehkochs Paul Bocuse, jedenfalls sind mir einige Parallelen aufgefallen. So ist zwar Bocuse nicht halb so dick wie Gusteau, aber doch etwas beleibt und im Profil diesem durchaus nicht unähnlich. Weiters hat Bocuse ein Standardkochbuch verfaßt (oder sogar mehrere) und es umgibt ihn ein gewisser Ruf als Frauenheld. Nun, das erwartet man auch von einem französischen Koch, schließlich geht die Liebe doch durch den Magen.
- Anton Ego
Ihm fällt die Rolle des unvermeidlichen Bösewichtes zu. Ego haust in einer Wohnung die im Grundriss einen Sarg darstellt und er selbst sieht auch mehr wie ein Untoter als wie ein lebendes Wesen aus Fleisch und Blut aus und hätte jedem Draculafilm alle Ehre gemacht. Was mich an ihm aber am meisten fasziniert hat ist seine Synchronstimme. Die bringe ich spontan mit Micheal Caine in Verbindung. Dieser wiederum wurde in den letzten Jahren vorwiegend von Jürgen Thormann synchronisiert und selbiger ist - wie ich soeben im allzeit bereiten Wikipedia nachgeschlagen habe - auch tatsächlich die Synchronstimme von Anton Ego.
- Skinner
Er ist der zweite Bösewicht und eher einer von der tollpatschigen, unbeholfenen Sorte wie sie in vielen Filmen die auch Kinder als Zielpublikum haben vorkommt. Er ist sehr klein und hat für mich eine gewissen Ähnichkeit mit einem Schimpansen, dazu eine Prise Mafiaboss und das Ganze mit einen Hauch von Adriano Celentano garniert. Ja, ich denke, das trifft es am besten. Als Küchenchef und somit Nachfolger des berühmten Auguste Gusteau ist er nicht nur für den Verlust von zwei der 5 Sterne verantwortlich, die das Lokal einst hatte, sonderen mißbraucht Gusteaus guten Namen auch hauptsächlich dazu, minderwertige Tiefkühlprodukte aus eigener Produktion an den Mann und die Frau zu bringen.
(5) Hintergründe
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Natürlich entsteht ein Film wie Ratatouille nicht innerhalb weniger Tage und schon gar nicht ohne weitläufig angelegte Vorbereitungsarbeiten. Ich finde es immer sehr spannend, zu erfahren, was die Macher eines solchen Films alles in Bewegung gesetzt haben, um ihn zu dem werden zu lassen was wir am Ende im Kino sehen können.
Eine der großen Schwierigkeiten mit denen sich die Macher konfrontiert sahen war die überzeugende Darstellung von frisch zubereiteten Speisen sowie ihrer Zutaten. Ein besonders harter Brocken war hier - das möchte man kaum glauben - eine Scheibe Brot. Auch das Darstellen einer zähflüssigen Sauce ist für eine Animationssoftware keine leichte Aufgabe. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, ganz bis zum Ende im Kino sitzen zu bleiben und wer sich die Mitwirkenden aufmerksam durchliest, der wird auch einige Softwareentwickler finden. Beinahe für jeden Film dieser Art wird eigene Software entwickelt die spezielle Aufgaben, die im entsprechenden Film neu sind, wahrnehmen muß. Bei Ratatouille war es vor allem die Darstellung unterschiedlicher Stoffe und Kleidungsstücke in Ruhe und in Bewegung, die die Entwickler vor ein beinahe unüberwindliches Hindernis gestellt hat.
Aber zurück zu den Speisen. Um ein Gefühl für französische Speisen zu bekommen, haben die Filmemacher in den berühmtesten fanzösischen Gourmettempeln recherchiert, was sicher eine durchaus angenehme Aufgabe war. Da könnte man direkt neidisch werden! Zahlreiche Gerichte wurden nachgekocht und mit einem speziellen Verfahren dreidimensional digitalisiert. Filmproduzent Brad Lewis absolvierte sogar einen zweitägigen Kochkurs im French Laundry wo Küchenchef Thomas Keller, seines Zeichens als einer der innovativsten Köche der Gegenwart bekannt, ihm nützliche Tipps gab. Von ihm stammt übrigens auch das Rezept zu eben jenem Ratatouille das im Film gekocht und Anton Ego anschließend vorgesetzt wurde.
Hier ist eine kleine Ungereimtheit zu finden, denn laut Rezept von Thomas Keller (das habe ich bei meiner Recherche im Netz gefunden), beträgt die Zubereitungszeit von Ratatouille sagenhafte 3 ½ Stunden. Soviel Zeit hatte Rémy im Film natürlich nicht zur Verfügung.
Ebenso wie es bei den Speisen gemacht wurde, wurden auch diverse Obst- und Gemüsesorten in ihren unterschiedlichen Verfallsstadien untersucht und ebenfalls digitalisiert um im Film einen überzeugenden Komposthaufen darstellen zu können.
Ein weiteres Highlight sind Colettes Haare. Hier wurden tatsächlich ebensoviele Haare nachgebildet wie durchschnittlich auf einem menschlichen Kopf zu finden sind. Da die Berechnung von Haaren sehr aufwändig ist, war das früher, als Computer noch langsamer waren gar nicht möglich, jedoch konnte man auch in Filmen wie Shrek schon überzeugende Haarpracht auf Prinzessin Fionas Kopf bewundern. Aber dieser Film ist ja auch noch nicht besonders alt.
Eine weitere interessante Herausforderung war die Kameraperspektive. Schließlich gibt es viele Szenen aus der "Rattenperspektive" zu sehen. Das erfordert eine ganz eigene Art der virtuellen Kameraführung. Das eigentliche Problem war es aber, eine 18 cm große Ratte gemeinsam mit einem 192 cm großen Koch gemeinsam ins Bild zu bekommen ohne daß der Größenunterschied zu extrem wirkt. Doch das ist wie ich finde sehr gut gelungen.
Und zuguterletzt waren noch - typsisch für einen Pixar Film - jede Menge kleine Details, die einem eigentlich fast nur auffallen können wenn man sich den Film mehrmals ansieht, zu entdecken. Da ist einmal Colettes Motorrad der Marke "Calahan". Diese Marke existiert in Wirklichkeit nicht, sonderen ist dem Namen der Kamerafrau Sharon Calahan entliehen.
Im Film taucht ein Wein von John Lasseters Weingut auf, nämlich ein Lasseter Cabernet Sauvignon.
Wie immer gibt es auch diverse Hinweise auf frühere Pixar Filme: Als Linguini einmal seine Hose öffnet, ist auf der Unterhose ein Incredibles-Logo zu sehen. Wärend einer Straßenszene läuft im Hintergrund Bomb Voyage (Bösewicht aus "Die Unglaublichen") durchs Bild und auch der Pizza-Planet-Truck ist wieder zu sehen.
(6) Filmmusik
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Die Musik wurde von Michael Giacchino komponiert, der auch schon "Die Unglaublichen" mit munteren Tönen untermalt hat. Man merkt dabei gerade in den hektischen Actionszenen, wie die Musik sekundengenau auf das Geschehen abgestimmt ist. Das ist es einerseits was gute Filmmusik ausmacht und andererseits ist es die Unterstützung der Grundstimmung des Films durch entsprechende Instrumentierung. Diese wird in den ruhigeren Szenen durch die Verwendung bestimmter Instrumente wie Harmonika und Akkordeon unterstrichen.
Ausserdem wurde jeder Figur ihr eigenes Thema zugeordnet. Das ist natürlich eine durchaus gängige Vorgehensweise bei Filmen. Oder wer kennt nicht die düstere Bläsermelodie wenn Lord Vader in Starwars das Geschehen betritt?
(7) Meine Meinung & Fazit
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Meine Meinung zum Film gebe ich hier nur noch einmal der Vollständigkeit halber gesondert wieder, da ich denke, daß meine Begeisterung bereits beim Berichten über Handlung, Figuren und Hintergründe wohl mehr als überdeutlich durchgeklungen ist.
Ich fand den Film schlichtweg genial. Da stimmt einfach alles! Er ist mindestens so niedlich und witzig wie die "Monster AG", unglaublicher als "Die Unglaublichen" steht dabei technisch "Findet Nemo" aber in nichts nach und es gibt Verfolgungsjagden und andere Actionszenen die "Cars" durchaus das Wasser bzw. in dem Falle die Suppe reichen können.
Und natürlich kommt auch der Humor - wie immer bei Pixar - keineswegs zu kurz. Gerade in den Szenen in denen Linguini von Rémy wie eine Marionette gesteuert wird, ist eine Zwerchfellattacke nach der anderen garantiert.
Noch nie habe ich einen amerikanischen Film mit solch überzeugendem französischem Flair gesehen. Ich bin bereits selbst zweimal in Paris gewesen und hatte mich auf Anhieb in diese Stadt verliebt. Im Film wird deutlich, daß es den Machern von Ratatouille nicht anders ergangen sein kann als mir und so ist der Film auch zugleich eine Liebeserklärung an die Stadt der Liebe geworden und natürlich auch an gutes Essen, doch diese beiden Dinge ohnehin untrennbar miteinander verbunden.
Somit bleibt mir noch zu sagen: Seht Euch den Film unbedingt an! Und vergesst nicht, Euch rechtzeitig einen Tisch in Eurem Lieblingsrestaurant zu reservieren. Ihr werdet das Kino garantiert mit einem gewissen Appetit auf leckeres französisches Essen verlassen!
Prädikat: deliziös!
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