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Heute möchte ich mich, einem für mich eher ungewöhnlichen Thema widmen. Eine gute Freundin schenkte mir das Hörbuch Rauhnacht von Michael Kobr und Volker Klüpfel. Bislang kannte ich die Werke beider Autoren noch nicht, hatte aber schon von ihnen gehört.
Worum geht es?
Ich möchte vom Inhalt nur wenig verraten, denn der ein oder andere möchte das Hörbuch ja sicher noch hören oder das Buch lesen.
Kommissar Kluftiger und seine Frau Erika werden von der Besitzerin eines Allgäuer Berghotels, in der Nähe von Kempten, zu einem Wellness-Wochenende eingeladen. Gemeinsam mit Familie Langhammer, freuen sie sich auf ein wunderbares und vor allem erholsames Wochenende zur Jahreswende. Essen und Trinken allein reicht heutzutage ja selten und so veranstaltet die Hotelbesitzerin ein sogenanntes „Mörderspiel“. Kluftinger findet sich, mehr widerwillig, bald in das Kostüm eines Hercule Poirot wieder. Das Kriminalspiel wird jäh unterbrochen, als tatsächlich ein Hotelgast verstirbt. Bei dem dahingeschiedenen handelt es sich um den recht unsympathischen Carlo Weiß. Wie es der Zufall so will, ist das Hotel eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten. Ohne Hilfe seiner Kollegen muss Kluftinger mit Hilfe seines „Freundes“ Langhammers den Mordfall klären.
Erster Eindruck
Anders als bei vielen anderen Hörbüchern sprechen die Autoren den Text selber. Das Ganze geschieht in verteilten Rollen. Der Allgäuer Akzent ist deutlich und allgegenwärtig. Aber auch andere sehr komische Dialekte wie ein englischer, ein holländischer und ein Französischer Akzent bereichern die Darbietung beider Autoren. Auf den ersten Blick wirkte das Hörbuch eher wie ein Lustspiel. Von einem Krimi war es die ersten sechs – acht Abschnitte meilenweit entfernt. Es erinnerte eher an eine Art Agatha Christie Aufführung für Laaiendarsteller. Die Britin verstand schon recht Früh Spannungen aufzubauen. Das gelingt Klüpfel und Kobr nicht so recht. Dafür schaffen es die beiden aber besser, sich in der Szene zurecht zu finden. Deutlich sieht man den knorrig wirkenden Kommissar, seine Frau und alle beteiligten deutlich vor sich.
Meine Meinung
Erst in Kapitel neun beginnt das eigentliche „Mörderspiel“. Kluftinger agiert in einer sehr bedeutungsvollen Variante eines Hercule Poirot. Ab hier bemerkt man schon deutlich, wie sich das weitere Stück entwickeln wird. Immerhin gibt es hier den ersten Überraschungsmoment. Dieser Krimi lebt weniger von der Spannung, als vielmehr von der Situationskomik die vor allem durch die Figuren Kluftinger und Langhammer zustande kommt. Ähnlich wie die Autoren selber, spielen Sie sich die Bälle zu. Auch wenn der Ball von Langhammer wesentlich länger wieder zurück benötigt, als auf dem Hinweg. Den Titel "Rauhnacht" darf man übrigens nicht so ernst nehmen wie er sich anhört. Mit den gruseligen Nächten in den Bergen hat der recht heitere Krimischwank aus dem Allgäu so gar nichts gemein.
Wie gesagt ist dieser eigentlich schon fünfte Kluftinger Krimi mein erster gewesen. Darum war ich mit den Eigenarten des Allgäuers auch nicht sofort warm geworden. Er wirkt ein wenig störrisch und Eigenbrödlerisch. Sein Humor ist aber trotz alledem ein ganz besonderer, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Hörbuch strotzt vor Leben. Andere Hörbücher konnten mich nicht überzeugen, da die Sprecher nicht im Buch lebten. Hier ist das anders. Kobr und Klüpfel sind im Grunde Kluftinger und alle anderen Personen. Das merkt man und das macht den Reiz dieses Hörbuchs aus. Da vergisst man auch schnell mal, dass die Geschichte ein wenig an die 10 kleinen Negerlein erinnert.
Kluftinger hat das gewisse Etwas. Seine Stimmung, seine Mimik, ja selbst die kleinste Regung bleibt dem Hörer nicht verborgen. Seine Fälle löst er mit einem bestimmten Charm und dem nötigen Scharfsinn.
Was mir aufgefallen ist
Nun habe ich mir zum Hörbuch von meiner Schwester auch das eigentliche Buch geliehen. Ich war neugierig wie das Werk wirkt, wenn man es selber liest. Wer jetzt glaubt, dass Kobr und Klüpfel einfach das Buch vorlesen, der irrt sich gewaltig. Beide Sprecher haben sich eine lebendigere Version geschaffen, die sie auch so Live vortragen. Es hat dann schon wirklich etwas von einem Hörspiel, so wie sie früher im Radio liefen. Einzig auf Geräusche wurde verzichtet, was aber nichts ausmacht.
Sinngemäß bleibt alles wie im Buch, aber schon nach den Ersten Seiten merkt man, was ein paar andere Wortfetzen für eine Stimmung erzeugen können.
Was mir übrigens nicht so gut gefällt ist, dass in diesem Allgäu Krimi die Landschaft eigentlich vollkommen auf der Strecke bleibt. Von den deutlich bayrischen Akzenten mal abgesehen, hätte dieser Fall überall spielen können. Das finde ich Schade und müsste nicht sein.
Fazit
Für Kluftinger Fans ist „Rauhnacht“ ein Muss. Für mich war es ein unterhaltsamer Einstig in die Welt der Autoren Köbr und Klüpfel, die eher heiter beschwingt, als überaus spannend daher kommen. Von mir gibt es an dieser Stelle 4 Sterne.
Technische Daten
Rauhnacht
Gelesen von den Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr
Wenig Allgäu, wenig Krimi - besser hätte man es nicht zusammenfassen können!
Ich habe das Buch gelesen, mein erster und bisher einziger Kluftinger und fand es stellenweise amüsant, aber hat mich auch wieder nicht so mitgerissen...
Aber ein verdientes BH, VLG Billy
missar Kluftinger enden die Erholungstage mit seiner Frau dadurch abrupt. Kann er den Fall aufklären und den Mörder fassen, bevor ein weiteres Unglück passiert?
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03.12.2012 05:19
Auf zu silber ;)
21.10.2012 10:42
bh...LG Murielle
21.08.2012 16:01
Wenig Allgäu, wenig Krimi - besser hätte man es nicht zusammenfassen können! Ich habe das Buch gelesen, mein erster und bisher einziger Kluftinger und fand es stellenweise amüsant, aber hat mich auch wieder nicht so mitgerissen... Aber ein verdientes BH, VLG Billy