Erfahrungsbericht über "Ravensburger Spiel - Take it easy"

veröffentlicht 11.01.2002 | carmen.sandiego
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Erfahrungsberichte : 56
Vertrauende : 0
Über sich :
Ausgezeichnet
Pro sofort verständliches, kurzweiliges Spiel, das nicht langweilig wird und für eine kleinen Preis zu haben ist
Kontra überhaupt gar nichts
sehr hilfreich

"2-1-3...7-5-8...6-9-4"

Es gibt Momente im Leben, da brauche ich nur die Zahlen von 1 bis 9 um mich hervorragend zu unterhalten. Da erfreut mich eine 7-9-8 so sehr, dass ich Pipi machen könnte. Und eine 6-5-3 zur falschen Zeit am falschen Ort kann eine wahre Depression, ach was sag ich, den Weltuntergang auslösen.

Vielleicht versteht ihr jetzt nicht, worum es geht, aber Gemach! Ich werde das Geheimnis lüften!

Ich habe vor ca. 2 Jahren (oder 1 ½ Jahren, is ja auch eigentlich völlig egal) bei Karstadt in der Spieleabteilung rumgestöbert, weil ich ein kleines, unterhaltsames Spiel gesucht habe. Eines was man auch mal mitnehmen kann. Immer nur UNO ist halt auch langweilig und nach zu viel Kniffeln tun mir irgendwann die Ohren weh, weil die Würfel immer so laut auf den Tisch donnern.

Ich habe dann bei Karstadt das Spiel Take it easy gesehen. Ich habe ein bisschen mit mir gehadert, weil ich der Beschreibung, die ich auf der Packung fand, nicht so recht über den Weg trauen wollte. Es hörte sich eigentlich einfach und auch lustig an, ein Legespiel bei dem man eine gute Portion Glück und ein bisschen Strategie braucht, um ganz vorne mit dabei zu sein.

Nun ja, das Spiel kostete damals 25 Mark. Das konnte ich gerade noch so verkraften und so kratzte ich mein letztes Geld zusammen und erwarb ein Take it easy.

Ui. Zuhause angekommen musterte ich mein neues Spiel etwas genauer. Es ist für Spieler von 10-99 Jahren. (Welcher Idiot hat sich das eigentlich ausgedacht, dass bei der Altersangabe immer –99 steht? Der Herr Ravensburger persönlich oder seine Sekretärin? Soll das etwa lustig sein? Wer denkt eigentlich an all die 100-Jährigen? Wie die sich wohl fühlen, so als Randgruppe, ausgeschlossen vom fröhlichen Spieleabend? Da will man vielleicht mit 100 Jahren ein Spiel spielen und was ist? Nur bis 99! Tsts) Wie gut, dass ich schon über 10 und noch unter 99 bin. Ich sollte also in der Lage dazu sein, dieses Spiel zu spielen.

Als Spieleranzahl sind 1-4 Spieler möglich. Das ist ja mal interessant. Vor allem für mich. Denn so alleine wie ich in dem Moment war, konnte ich das Spiel nämlich trotzdem schon einmal ausprobieren und musste nicht erst wie einst als kleine Kröte Mitspieler organisieren.

Das Problem ist, dass ich mit mir selbst nicht gut spielen kann. Ich bescheiß nämlich immer. Ich bin so eine alte Moglerin... aber lassen wir das.

Der Inhalt des lila-farbenen Kartons besteht aus 4 Spielplänen mit 19 6-eckigen Feldern die alle beieinander liegend zu einem großen 6-Eck angeordnet sind. Passend zu den 6-eckigen Feldern finden sich 6-eckige Kärtchen. Es gibt je 27 Kärtchen in den Farben dunkelblau, weinrot, olivgrün und kackbraun. Schon mal die stylischsten Farben überhaupt... Die 4 verschiedenen Farben brauchts auch, denn wir können ja mit maximal 4 Spielern spielen, haben deshalb auch 4 Spielpläne und auch 4 Farben. Für jeden Spieler was dabei!

Auf den legendären Kärtchen sehen meine Adleraugen jeweils drei unterschiedlich farbige Balken. Einer verläuft immer von rechts oben nach links unten. Ein anderer von links unten nach rechts oben. Und der Dritte verläuft gerade mittendurch von oben nach unten. Jeder Balken ist mit einer Zahl versehen. Der gelbe Balken verläuft z.B. immer gerade von oben nach unten und trägt immer die Zahl 9. Oder anders gesagt: Die Zahl 9 hat immer den gelben Balken bei sich und der verläuft immer von oben nach unten.

Alle Zahlen von 1-9 sind vergeben. Jeweils drei verschiedene Balken-Farben-Zahlen-Varianten gibt es pro Richtung des verlaufenden Balken.

Der Sinn und Zweck dieser (kompliziert zu beschreibenden Kärtchen) ist: Man muss 19 der Kärtchen auf seinem Spielplan ablegen. Haha, denkt jetzt mancher, das ist ja einfach! Nein, ist es nicht. Denn auf dem Spielplan müssen hinterher komplett durchlaufende Zahlenreihen entstehen. Also eine komplette gelbe 9-er Reihe oder so. Wenn eine Reihe unterbrochen ist, ist das gar nicht gut. Warum? Weil die Reihe dann nicht gewertet wird. Ja, es gibt nämlich auch Punkte bei dem Spiel. Und zwar immer für eine komplette Zahlenreihe die Anzahl der belegten Felder multipliziert mit der Zahl die am Balken steht. Als Beispiel: Auf dem Spielplan ist mittig senk recht eine Reihe von 5 Feldern. Wenn ich da ununterbrochen 9-er liegen habe, macht das...5x9...45!

Tja, jetzt wäre das Spiel immer noch Kicki-Kram, wenn ich mir einfach so aussuchen könnte, welches Kärtchen ich wo hinlege. Dann würde ich doch einfach blitzschnell die Kombination der Zahlenreihen ausknobeln, wo ich am meisten Punkte für bekommen und hätte – zack – gewonnen! Das kann man natürlich auch machen, wenn man alleine ist und man ist gelangweilt. Aber wenn man zu zweit oder mehreren spielt, läuft das ganze so: Einer wird zum Zieher bestimmt. Der Zieher legt alle seine 27 Karten umgedreht, also nicht sichtbar vor ihm ab. Die anderen (oder der/ die andere) legen ihre Kärtchen offen vor sich. Jetzt macht der Zieher seinem Namen alle Ehre und zieht das erste Kärtchen. Und da kommt der Genosse Zufall ins Spiel. Der Zieher kann nämlich leider keinen Einfluss darauf nehmen was er zieht. Der Zieher liest die Zahlen auf dem gezogenen Kärtchen vor, z.B. 7-9-8. Jetzt sucht sich der Rest sein 7-9-8-Kärtchen. Jeder legt das Kärtchen auf seinem Spielplan ab. Und zwar an der Stelle wo er/sie/es meint, dass es am Besten liegt. Aha! Da kommt die gute, alte Gerechtigkeit ins Spiel, weil ja jeder unter den gleichen Bedingungen spielt. Alle nutzen die gleichen Kärtchen, den gleichen Spielplan usw. Jetzt zieht der Zieher immer weiter jeweils ein Kärtchen, liest die Zahlen vor, alles sucht, alles legt hin und versucht durchgehende Zahlenreihen zu legen. Schon bald hat jeder was anderes auf seinem Spielplan zusammen gebaut und wenn auch der eine über die gezogene 7-1-3 voller Freude ist, weil sie so schön wie Arsch auf Eimer passt, so macht es der anderen vielleicht eine wertvolle Reihe kaputt.

Wenn alle Felder voll sind, sind 19 Karten gezogen und dann wird abgerechnet. Es wird eine Oberuschi bestimmt, die mit Zettel und Stift bewaffnet die Ergebnisse der einzelnen Spieler notiert. Es kann nicht schaden, wenn die Oberuschi auch noch schnell kopfrechnen kann. Ansonsten kann man auch eine Rechenmaschine zu Rate ziehen. Jeder gibt also die Punktzahlen durch, die er dank seiner vollständigen Reihen erzielt hat und wer am meisten Punkte hat, gewinnt – wie das halt so ist.

Nun ist auch klar, warum das Spiel so lustig ist und nie langweilig wird: Die Karten werden immer neu gemischt. Das Spiel ist superleicht. Man kann eigentlich nichts falsch machen. Ich sach ma so: Wenn jetzt aus welchem Grund auch immer keine Spielanleitung dabei wäre, könnte man trotzdem sofort etwas damit anfangen. Rein intuitiv.

Vielleicht werden sich ja anhand meiner Beschreibung trotzdem ein paar Leser das Spiel zulegen und auch zu begeisterten Spielern. Ich empfehle Take it easy (ist übrigens von Ravensburger, ausgedacht von Peter Burley) uneingeschränkt jedem gut eingerichteten Haushalt.

Falls ihr Fragen habt: Fragt! Ich danke fürs Lesen und bete, dass es nicht zu kompliziert war!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • elfang18 veröffentlicht 03.10.2002
    Das Beten hat geholfen *g* - es war zwar nicht unbedingt einfach zu verstehen, aber ich hab's glaub' ich dann doch noch gerafft... LG, Angelika
  • schauri veröffentlicht 01.04.2002
    Gute Erklärung in Deinem Bericht. Habe das Spiel auch vor ein paar Tagen gekauft und kann auch nur sagen, dass es einen riesen Spaß macht, erstrecht wenn ich gewinne. LOL Viele Grüße Ramona
  • Placebo81 veröffentlicht 10.03.2002
    Hört sich ja wirklich lustig an, muss man sich ma angucken.... Gruß Placebo
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Produktdaten : Ravensburger Spiel - Take it easy

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

EAN: 9783473673902

MPN: 67390

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