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John Grishams Bücher sind allesamt Welterfolge. Alle verkauften sich in der Welt unzählige Male, alle führte Bestsellerlisten weltweit an. Ich habe sie alle gelesen, war mal begeistert, mal schwer enttäuscht, bin ihm aber immer noch treu.
Viele dieser Bücher wurden auch verfilmt, auch diese Filme schafften es fast immer eine große Schar von Menschen ins Kino zu locken. John Grishams Bücher haben sogar so einen guten Ruf, dass sich im Jahr 1997 ein Ausnahmeregisseur wie Francis Ford Coppola (u.a. Der Pate 1, 2 und 3 und Apocalypse Now) daran machte ein Drehbuch zu schreiben und den Stoff zu verfilmen. Er und der nicht minder bekannte Michael Douglas als Produzent machten es sich zur Aufgabe das Buch auf die Leinwand zu bringen. Wenn drei so große Namen wie Coppola, Douglas und Grisham hinter einem Projekt stehen, fällt es auch nicht schwer eine Riege von Schauspielern zu bekommen, die nicht nur klangvolle Namen besitzt, sondern auch ein überdurchschnittliches Talent. Und so kamen dann Matt Damon, Claire Dannes, Danny DeVito, Danny Glover, Mickey Rourke, Jon Voight u.v.m. zusammen um einen weiteren erfolgreichen Grisham – Roman für Lesefaule auf die Leinwand zu bringen.
Bevor ich erläutere, ob das diesem Starensemble meiner Meinung nach gelungen ist, erst noch ein paar Worte zum Inhalt des Films.
Der Inhalt ----------- Rudy Baylor (Matt Damon) ist ein junger Jura-Student, der kurz vor seinem Examen steht. Nur noch wenige Wochen und er ist Anwalt. So macht er sich schon mal auf die Suche nach einem Job. Doch er kommt aus armen Verhältnissen, hat keine Beziehungen und damit ist im von Anwälten überflutenden Staat Memphis kein Job in Aussicht. Bis zum dem Tah, an dem er von dem Besitzer des Clubs, in dem er nebenher als Kellner jobbt, eine Möglichkeit geboten bekommt, als Anwalt zu arbeiten: In de Kanzlei des zwielichtigen, sehr gut mit Maifia-Verbindungen ausgestatteten, Bruiser Stone (Mickey Rourke). Rudy nimmt diese einzige kleine Chance, die er hat, wahr. Er hat sogar schon 2 Mandanten, die er in seinen neuen Job mitbringt. Die alte Miss Birdie (Teresa Wright), für die er ein Testament aufsetzen soll und den Fall des jungen Donny Ray Black (Johnny Withworth), der schwer an Leukämie erkrankt ist und dessen Versicherung nichts zahlen will. Doch erst einmal heißt es für Rudy das tägliche Anwaltsgeschäft kennen lernen und das heißt im Krankenhaus rumhängen und Unfallopfer akquirieren, wie es ihm Bruiser Partner Deck Shifflet (Danny DeVito) vormacht. Im Krankenhaus lernt er auch die junge Kelly (Claire Danes) kennen, die von ihrem Ehemann verprügelt und übel zugerichtet wurde. In sie verliebt er sich. Doch seine Aufmerksamkeit ist anderweitig ebenfalls gefragt: Der große Tag des Prozesses gegen die Versicherungsgesellschaft, die nicht für die Operation von Donny Ray Black zahlen will, rückt näher. Doch am Tag des Prozesses muss sich sein Chef Bruiser Stone, gegen den das FBI ermittelt, ins Ausland absetzen und Rudy steht zusammen mit seinem Partner Deck, der sechs mal das Staatsexamen vergeigt hat, allein gegen eine Übermacht von teuren Anwälten, angeführt von dem Staranwalt Leo Drummond (Jon Voight). Zu allem Überfluss ist der Richter Harvey Hale (Dean Stockwell) auch noch gegen sie. Doch als dieser stirbt und durch den schwarzen, Rudy deutlich wohlgesonnenere, Richter Tyrone Kipler (Danny Glover) ersetzt wird, ist dies ein erster Lichtblick für Rufy und Deck. Als sie dann noch bemerken mit welchen Methoden ihre Gegenüber arbeiten, sehen sie eine Chance den fast aussichtslosen Kampf zu gewinnen. Doch auf diesem Weg liegen noch viele Hindernisse für die beiden.
Meine Meinung ----------- Die Geschichte ist äußerst spannend und Coppola schafft es auch diese spannende Geschichte genauso spannend auf die Leinwand umzusetzen. Vor allem gelingt ihm eins, was ich ihm hoch anrechne: Trotz der Länge von 135 Minuten hat der Film kaum Längen, es wird nie langweilig. Es gibt zwar einige eher durchschnittliche Szenen, wirklich langweilige nie, dafür aber eine Reihe von hochklassigen, die den Gemütszustand unterschiedlich berühren. Mal muss man lachen, mal fast weinen. Coppola hat es nämlich geschafft, sehr viel Emotionalität in den Film zu bringen, die sich dann natürlich auch auf den Zuschauer überträgt.
Außerdem gelingt es Coppola sehr gut die vielen verschiedenen Handlungsstränge zu einer Geschichte zu verweben. Man hätte zwar auch etwas weglassen können (die Liebesgeschichte ist nun nicht gerade unentbehrlich), aber keiner der einzelnen Plots wirkt irgendwie fehl oder überflüssig und der Film dadurch überladen.
Die einzelnen Charakter wirken durchweg überzeugend. Jeder Charakter ist sehr ausgereift und facettenreich. Neben dem in diesem Punkt wohl ausgezeichneten Drehbuch haben auch die Darsteller einen großen Anteil daran. Alle spielen solide (Claire Danes), sehr gut (Matt Damon) bis überragend (Danny DeVito und Mickey Rourke). Vor allem die Nebenrollen haben mir dabei aber äußerst gut gefallen, allen voran Red West als Vater des todkranken Donny Ray Black. Aber auch ein Danny Glover sorgte dafür, dass dieses Gerichtsdrama auch nicht allzu wenig witzige Elemente hatte trotz der äußerst ernsten Thematik.
Eines muss man aber der Geschichte, sowohl dem Buch als auch dem Film vorhalten. Die Story ist doch äußerst klischeeüberladen. Der kleine junge Anwalt allein im Kampf für die Gerechtigkeit, der teure Staranwalt, der sein Gewissen verkauft hat, der schwarze Richter, der noch auf der Seite der Armen steht und die reichen Schnösel-Anwälte nicht leiden kann. An gängigen Anwaltsklischees spart der Film nicht und irgendwann geht einem (zumindest mir) auch mal etwas auf die Nerven.
Insgesamt ist diese Grisham-Verfilmung aber äußerst gelungen. Der Film ist spannend, berührt emotional und äußerst interessant. Es ist kein überragendes Werk in der Geschichte von Coppola, aber er hat so gut wie alles rausgeholt, was der Stoff hergab. Ich kann den Film Grisham-Fans auf jeden Fall empfehlen. Aber auch dem restlichen Zielpublikum dieses Streifens sei der Film ans Herz gelegt.
Zum Abschluss meines Berichtes noch ein paar Statistiken zum Film:
Titel Deutschland: Der Regenmacher Titel USA: The Rainmaker Genre: Drama USA, 1997, FSK 12, Laufzeit: 135 Minuten
Darsteller: Matt Damon (Rudy Baylor), Claire Danes (Kelly Riker), Danny DeVito (Deck Shifflet), Mickey Rourke (Bruiser Stone), Jon Voight (Leo F. Drummond), Johnny Whitworth (Donny Ray), Teresa Wright (Miss Birdie), Mary Kay Place (Dot Black), Danny Glover (Tyrone Kipler), Virginia Madsen (Jackie Lemanczyk), Roy Scheider (Wilfred Keeley), Teresa Wright (Miss Birdie), Dean Stockwell (Harvey Hale), Andrew Shue (Cliff Riker)
01.10.2002 15:59
Den habe ich mir sogar zum vierten Mal angesehen und finde ihn immer wieder gut, am besten aber De Vito. carmen
01.10.2002 12:52
hhmm ich lese mir erst mal das Buch dazu durch, in meinem Regal steht es schon und wartet :o) Gruß Verean
30.09.2002 21:23
*gähn* war mir zu langatmig :(