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David gegen Goliath

5 17. Jul 2005

Pro:
spannend  -  toll umgesetzt  -  super Besetzung

Kontra:
die Grundstory an sich ist nicht ganz neu

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor:

Spannung:

Anspruch:

Action:

Romantik:

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Prisca

Über sich: Ich schreibe mal wieder ein bisschen - mal sehen, wie lange es anhält ...

Mitglied seit:02.01.2001

Erfahrungsberichte:896

Vertrauende:112

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute möchte ich euch mal wieder einen Film vorstellen, den ich neulich als Beilage DVD in meiner Fernsehzeitung gefunden habe. Ich erinnerte mich sofort, das ich den Film schon mal im Fernsehen gesehen hatte und ihn eigentlich ganz gut fand. Also habe ich gleich Abends in meinen DVD Planer gelegt und ihn mir noch einmal angesehen.

Falls ihr euch übrigens wundert, warum ich diesen Bericht nur in der Filmkategorie einstelle: diese beilagen DVD´s sind zwar qualitativ gar nicht so schlecht, entsprechen aber von der Ausstattung her in keinem Fall einer Kauf DVD. Deswegen denke ich, in der DVD Kategorie wäre dieser Bericht fehlt am Platze.

Aber ich will euch nicht länger auf die Folter spannen, es geht heute um den Film


*** THE RAINMAKER - DER REGENMACHER ***


Dieser Film wurde nach einem Roman von John Grisham gedreht. Das kann für oder auch gegen den Film sprechen, es gibt nämlich (in meinen Augen) ganz tolle Grisham Verfilmungen, es gibt aber auch ziemliche Flops darunter.

Erst einmal möchte ich euch ein wenig mit der


*** STORY ***


vertraut machen.

Rudy Baylor hat gerade sein Jurastudium beendet und ich auf der Suche nach einem Job. Leicht ist es nicht und so ist er froh, als er bei dem windigen Anwalt Bruiser Stone unter kommt - auch wenn er hier nur Handlangeraufgaben übernehmen darf. Zusammen mit einem Partner Stones sucht er Krankenhäuser nach Patienten mit Verletzungen ab, die vielleicht eine Schadensersatzklage lohnen. Dabei lernt er eine junge Frau kennen, die von ihrem Mann misshandelt wird - und kommt ihr näher.

Nebenbei gerät er eher zufällig an einen "echten" Fall: Dot Black, die Mutter des leukämiekranken Jungen Donny Ray, braucht Hilfe. Sie hat eine Krankenversicherung eine Versicherung bei Great Benefiz abgeschlossen - aber die Gesellschaft weigert sich zu zahlen. Doch Donny Ray braucht das Geld für eine lebensnotwendige Operation ...

Zunächst scheint es nur ein normaler Fall zu sein, doch dann lernt Rudy Donny Ray kennen und sein Schicksal erschüttert ihn. Gemeinsam mit seinem Partner nimmt er den ungleichen Kampf gegen die Topanwälte des Versicherungsriesen auf ....

Mehr möchte euch zur Story gar nicht verraten, schließlich sollt ihr euch den Film ja noch ansehen. Aber wie immer lasse ich euch noch an meinen


*** GEDANKEN ***


rund um den Film teilhaben - dabei könnt ihr sicher auch noch das eine oder andere über den Inhalt erfahren. Also, wenn ihr neugierig seit, lest einfach weiter.

Zunächst einmal bleibt festzustellen, das es sich bei dem Film um eine typische Grisham Verfilmung handelt, in der ein "kleiner" Anwalt" sich mit den Großen seiner Zunft anlegt. Diese Grundstory kommt bekannt vor - trotzdem erzählt der Film eine ganz eigene Geschichte - eigentlich sogar mehrere.

Die Hauptgeschichte dreht sich um Donny Rays Schicksal - und um Rubys Kampf um sein recht! Ein ungleicher Kampf, denn Ruby hat gerade erst sein Jurastudium beendet und noch nie vor Gericht gestanden. Sein Partner ist ihm da auch keine große Hilfe, der hat noch nicht einmal im sechsten Anlauf seine Prüfung geschafft. Sonst ist er allerdings ein kleines (aber sympathisches) Schlitzohr, der sich immer irgendwie zu helfen weiß. Ohne ihn hätte Ruby es wohl nicht geschafft, sich gegen die großen, berühmten Anwälte durchzusetzen, die Great Benefiz vertreten. Anwälte, die sich für nichts zu schade sind, Hauptsache, sie gewinnen!

Ruby hat Glück im Unglück, als der Richter der Verhandlung ausfällt und durch einen anderen ersetzt wird, der nicht unbedingt auf Seiten der großen Versicherungsgesellschaften steht - so hilft er Ruby über so manche Klippe hinweg (solange es im Rahmen des Gesetzes möglich ist)

Neben dieser Hauptgeschichte gibt es noch zwei kleine Nebengeschichten: da ist einmal die kleine Liebelei zwischen Ruby und der misshandelten Frau (ihr erinnert euch vielleicht, ich erwähnte das schon in der Inhaltsangabe). und zum anderen gibt es die Geschichte einer älteren Frau, die ihre Kinder komplett enterben will und Ruby soll das Testament aufsetzen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine kleine, sympathische Freundschaft.

Diese beiden kleinen Geschichten sind für die Hauptstory sicher überflüssig, ich finde sie aber trotzdem sehr schön und keinesfalls störend. Sie lockern die reine Gerichtsstory ein wenig auf und zeigen gleichzeitig mehr von Rudys Charakter.

Die Hauptstory ist recht spannend erzählt, ohne dabei auf typische Thrillerelemente zurück zu greifen. Im Grunde ist es das Duell David (Rudy) gegen Goliath (Great Benefiz) - unterstützt wird diese Hauptgeschichte natürlich durch das tragische Schicksal von Donny Ray. Eine traurige Geschichte, vor allem wenn man die Familienverhältnisse mit hinzuzieht, in denen Donny Ray aufgewachsen ist. Aber sie steht nicht im Vordergrund - da steht auf jeden Fall die Gerichtsverhandlung!

Die Nebengeschichten sind auch beide sehr unterschiedlich: Ruby und die misshandelte Frau: diese Story schafft ein echt spannende Minuten im Film mit echten Thrillerelementen - aber trotzdem bleibt sie was sie ist, eine Nebenhandlung!

Die Geschichte Ruby und die ältere Frau fand ich sehr auflockernd. Allein durch die Art der älteren Dame kommt ein wenig Humor in den ganzen Film.

Alles in allem ein wirklich spannender Film mit verschiedenen Handlungsebenen - interessant auch, weil er einen erschreckenden Einblick bietet in das Gesundheits- und das Gerichtssystem von Amerika. Wollen wir hoffen, das es bei niemals so weit kommt.

Wie immer, wenn man über einen Film berichtet, sollte man auch einige Worte zu den


*** SCHAUSPIELERN ***


verlieren.

Und die Namen können sich wirklich sehen lassen.

Fangen wir mal mit Rudy Baylor an, gespielt von Matt Damon. Er macht seine Sache wirklich toll. Ich nehme ihm den unsicheren, aber gleichzeitig entschlossenen jungen Anwalt sofort ab. Er kommt sehr sympathisch rüber - vor allem die Szenen im Gerichtssaal fand ich toll gespielt, als er in seiner Unsicherheit vieles falsch macht und sich trotzdem nicht unterkriegen lässt. Eindeutig hat er auch am meisten Filmminuten.

Trotzdem wird er in meinen Augen ein klein wenig an die Wand gespielt von einem alles überragenden Danny de Vito. Er spielt Rubys Assistenten Deck - eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschrieben scheint. was ihm an Wissen fehlt (er schafft nicht mal seine Anwaltprüfung) macht er durch Gerissenheit und Originalität wett. Als Zuschauer merkt man von Anfang an, hier hat man einen Mann vor sich, der mit allen Wassern gewaschen ist - der in jeder Situation Rat weiß und der sich von nichts und niemanden wirklich unterkriegen lässt. Ein Mann, der mir irgendwo sehr sympathisch ist, wenn auch auf eine ganze andere Art als Rudy.

Der negative Gegenpart von Rudy wird gespielt von Jon Voight - nicht sympathisch, aber sehr echt. Ein richtig schmieriger Anwalt, der über Leichen geht, nur damit sein Mandant einen Prozess gewinnt. Dabei kennt er keine Gefühle, für ihn ist alles eine Sache des Geldes. Eine abschreckende Rolle - aber gut umgesetzt!

Ein weiterer Name, der aber nur sehr kurz ins Spiel kommt ist Mickey Rourke. Na gut, den mag man oder man mag ihn nicht (ich mag ihn). Als gewiefter Anwalt Bruiser Stone kommt er hier leider nur sehr kurz zum Zuge - überzeugend finde ich ihn trotzdem.

Auch die anderen Rollen sind prima besetzt, auch wenn mir die Namen nichts sagen. Bis in die kleinsten Rollen ist die Besetzung wirklich gelungen. Egal, ob es um die misshandelte Frau geht, um Donny Ray, um seine Eltern ... keine Rolle, die mir nicht gefallen hätte! Das findet man sicher nicht in jedem Film.

Jetzt komme ich noch zu ein paar


*** FAKTEN ***


rund um den Film.


The rainmaker (Der Regenmacher)

nach einem Roman von John Grisham

Regie und Drehbuch: Francis Ford Coppola

Lauflänge 130 Minuten

FSK: 12 Jahre - eine Altersfreigabe, die ich völlig in Ordnung finde, denn der Film ist zwar super spannend aber er verzichtet (beinahe ganz) auf Gewaltszenen, auf Blut, Mord und Totschlag.


*** MEIN FAZIT ***


Ein toller Film, den man sich immer wieder mal ansehen kann. Er ist spannend gemacht. Besonders gefällt mir, das es neben der Hauptgeschichte noch zwei kleine Nebengeschichten gibt, die geschickt in den Film eingebaut sind.

Ansehen im Fernsehen lohnt sich auf jeden Fall, man kann sich natürlich auch die DVD (evtl. gebraucht) zulegen, dann kann man diesen guten Film wenigstens ohne Werbung genießen.


Prisca - Juli 2005 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch für Dooyoo 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
A-Nette68

A-Nette68

23.08.2005 11:09

Kann's sein, dass wir die gleiche TV-Zeitschrift kaufen? :-D Und der Film ist wirklich gut. LG Anett

HansGruber

HansGruber

26.07.2005 14:23

zu deinem kontra: in welchem film gibt es überhaupt noch was, was man noch nicht schon in anderer variante gesehen hat...? nach meinen eindrücken und den büchern, die ich von grisham gelesen habe (firma, kammer, jury), sind die storys vom aufbau alle gleich, nur die namen der figuren ändern sich. aber so lange mir das ganze schmackhaft präsentiert wird, habe ich nichts dagegen...gruß ingo

Olli-22

Olli-22

19.07.2005 11:25

Der Film war wirklich gut! (Denn wie Du schon sagtest sind nich alle Grisam-Verfilmungen gut) Ich denke auch das der Film von seinen hervorragenden Darstellern lebt! Allen voran (wie Du ja sagtest) Devito und M. Damon! Wirklich toller Bericht! LG Olli

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