Dauerregen
13.09.2002
Pro:
gut zu lesen, gut geschrieben, treffend
Kontra:
manche überflüssigen Handlungsstränge
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 TanjaStram
Über sich:
Mitglied seit:08.11.2000
Erfahrungsberichte:195
Vertrauende:56
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor der großen Flutkatastrophe im Osten Deutschlands gab es auch eine hier in Niedersachsen – wenn diese auch im Vergleich eher bescheidenere Ausmaße angenommen hatte. Dennoch waren in meiner Wohnsiedlung alle Keller und einige kleinere Straßen überflutet. Nach dem Disaster wurde mir ein Buch ans Herz gelegt mit dem passenden Titel: Regenroman. ------------------------------------------------------ Story: °°°°° Leon ist Schriftsteller. Sein Freund Harry besorgt ihm einen Auftrag. Er soll eine Biographie für den Hamburger Zuhälter Pfitzner schreiben, der ihm dafür 50.000 DM im Voraus zahlt. Mit samt seinem bescheidenen Reichtum begibt sich Leon daraufhin, zusammen mit seiner Frau Martina, in ein abgelegenes Haus mitten im Moor, um das Buch dort in Ruhe schreiben zu können. Die scheinbare Idylle hat jedoch von Anfang an ihre Tücken: Es regnet fast ununterbrochen, die Wasserleitungen fördern eine braune Brühe zum Vorschein und der Garten wird von einer Unmenge Nacktschnecken heimgesucht.Leons und Martinas Einsamkeit wird bald durch einen Hund, der ihnen zuläuft, gemindert und durch ihre beiden einzigen Nachbarinnen Kay und Isadora. Kay fängt bald an die beiden tatkräftig bei Reparaturen zu unterstützen; Isadora jedoch kümmert sich ausschließlich um Leon... . Bald schon steht erneuter Ärger ins Haus: Pfitzner ist mit Leons Arbeit nicht zufrieden, kommt ihn deswegen zusammen mit Harry besuchen und macht ihm brutal deutlich, daß er das Buch nach seinem Geschmack geschrieben haben möchte und nicht so, wie es Leon gerne möchte. Der Besuch hat Folgen: Leon entwickelt ein Rückenleiden, das es ihm bald kaum noch ermöglicht zu sitzen, geschweige denn zu schreiben. Natürlich nimmt Pfitzner dies nicht hin und kommt ein zweites Mal zu Besuch. Diesmal endet der Besuch in einer wahren Katastrophe, bei der es Tode geben wird aber auch das Leben von Martina und Leon danach nicht mehr das selbe sein wird... .------------------------------------------------------ Meine Meinung: °°°°°°°°°°°°°Der Schreibstil von Karen Duve ist angenehm und leicht zu lesen. Sie verzichtet größtenteils auf Ausschmückungen oder lange Erzählpassagen, in denen nicht wirklich etwas passiert. Die Handlung treibt eher beständig voran, wobei man jedoch „Handlung“ nicht zwingend mit Action gleichsetzen sollte. Vieles von dem, was passiert, beschränkt sich auf den Bereich der Personen oder anders ausgedrückt: Mit den Personen selbst vollzieht sich beständig etwas. Sie sind Stimmungen unterworfen oder auch inneren Veränderungen, die gut dokumentiert werden. Im Roman wird bald klar, daß sowohl Leon, als auch Martina ihre ganz eigenen Probleme haben, wobei sich bei Leon die meißten emotionalen Entwicklungen ausmachen lassen. Selbst sein Rückenleiden ist klar als Reaktion auf vorangegangene Handlungen einzuordnen. Deutlich wird auch, daß alle Personen ein gemeinsames Problem haben: Sie leiden, teilen sich jedoch nicht mit. Jeder knabbert an dem, was ihm Kummer macht, doch jeder zieht sich auf seine Weise in sich zurück. Diese Aspekte haben mir gut gefallen. Etwas, was mir weniger gut gefiel war die Tatsache, daß sich im Verlauf der Handlung viele Ereignisse ankündigten, diese jedoch nicht wieder aufgegriffen wurden. Plötzlich tauchen etwa merkwürdig große Tiere auf, doch es wird nie mehr geklärt, was es mit ihnen auf sich hatte. Selbst ihr kurzes Auftauchen schien für mich keinen Zweck zu erfüllen, denn hätte man diese einfach weggelassen, so hätte dies für die Handlung keinen Abbruch getan. Auch manche Emotionen hätten noch stärker umrissen werden können.~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Fazit: *****Alles in allem ist der Roman gut zu lesen und wird durchaus nicht langweilig. Vieles ist gut und überzeugend geschildert, so daß man die Nässe etwa, die im Roman vorherrscht, manchmal fast schon spüren kann. Das Buch bietet zudem einen kleinen Einblick in die menschliche Psyche, ohne jedoch psychologisch oder ähnliches zu werden. ------------------------------------------------------Die von mir gelesene Ausgabe: Karen Duve: Regenroman. München: List 2000. 299 Seiten – 14,90 DM
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Regenroman - Duve, Karen
Taschenbuch, 320 S., Roman, Erschienen: 2009
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Zugegeben, der Titel von Karen Duves Erstling Regenroman klingt nicht sehr ...
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2009, 315 Seiten, Maße: 11,9 x 18,6 cm, Taschenbuch, DeutschEin Roman wie das ...
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25.06.2004 21:05
Ich habe das Buch mittlerweile gelesen und konnte keine großen Tiere finden.
25.11.2003 12:18
Solide Arbeit. Ich werde mal versuchen rauszukriegen, was die großen Tiere sind, sollte ich das Buch demnächst in die Finger kriegen.
16.09.2002 16:33
Hb den ganzen Bericht gelesen und dann bewertet...nur will die Ciao-Sperre nicht so wie ich...immer wieder die gleiche, in diesem Falle schwachsinnige Sekunden regel...dabei hab ich mehrere Minuten gelesen...*hmm*...der zettikonfetti