Regenroman.
12.07.2005
Pro:
Preis, alles in allem gute Unterhaltung und ab und an auch spannend
Kontra:
Einiges kann man voraussehen, viele unbeantwortete Fragen, oberflächliche Figurenbeschreibung, Vieles nicht nachvollziehbar, halt eher durchschnittlich
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Pampashase
Über sich:
+++ CIS- und Aus-Interesse-Leserin +++ Kein Interesse an Leserunden +++ BH-Umbewertungswünsche, -auf...
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In den letzten Wochen habe ich sehr viele Romane gelesen, was unter anderem auch an meinem Studium liegt… aber nicht das, was ihr denkt (ich bin zwar in Literaturwissenschaften eingeschrieben, bin aber in kein Seminar mehr reingekommen ^^). Vor allem brauche ich immer mal wieder ein gutes Buch, um die ein oder andere Vorlesung rumzukriegen, zum anderen lässt einem ein Studium ja doch sehr viel mehr Zeit zum Lesen als die Schule… Einige der Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen hab, werde ich euch nun also vorstellen. Anfangen werde ich mit dem "Regenroman" von Karen Duve, da sind die Erinnerungen noch am frischsten, denn ich bin gerade gestern mit dem Lesen fertig geworden… Das Buch & die Autorin: *~*~*~*~*~*~*~*~*~*~* Zugegeben, von Karen Duve habe ich noch gar nichts gehört, bevor ich in einem Buchladen, der ausschließlich Sonderausgaben und Mängelexemplare verkauft, auf den "Regenroman" gestoßen bin. Letztendlich habe ich mir das Buch auch erstmal nur wegen dem schönen Titel gekauft und da mich die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken erstmal auch nicht abschreckte, griff ich zu.Ich muss dazu sagen, dass das Buch auch recht wenig gekostet hat, sonst hätte ich wahrscheinlich länger überlegt. Der "Regenroman" ist nämlich als "Sparbuch" erschienen (ist also eine andere Ausgabe als oben auf dem Bild!), was eine Reihe von Sonderausgaben des Ullstein-Verlages ist. Immer mal wieder werden ein paar Romane als "Sparbuch" herausgebracht (d.h. das Buch wurde aus Altpapier hergestellt, das Papier ist sehr dünn und nicht gerade hochwertig) und diese kosten in der Regel nicht mehr als 5 Euro. Der "Regenroman" hat 3,99 Euro gekostet, da kann man wirklich nicht meckern und gemäß dem Fall, dass ein Buch Schrott ist, tut es der Geldbörse nicht so weh. Das Buch ist wie alle anderen "Sparbücher" auch gestaltet: schlicht und zweckmäßig. Es ist ganz in grau gehalten und nur vorne drauf befindet sich der charakteristische schwarze Kreis mit dem Autorennamen und darunter steht dann recht unauffällig der Titel des Romans. Auf dem Buchrücken gibt es eine kurze Inhaltsangabe und darunter zwei Zitate aus Kritiken der Presse über den "Regenroman". Im Buchinneren findet man neben ein bisschen Werbung für andere "Sparbücher" eine weitere Inhaltsangabe und ein paar Infos zur Autorin.Karen Duve ist eine deutsche Autorin, sie "lebt in Hamburg und einem kleinen Dorf in der Nähe von Dannenberg". Beim "Regenroman" handelt es sich um Duves ersten Roman; vorher jedoch hat sie schon einige Kurzgeschichten veröffentlicht, für welche sie auch mehrfach ausgezeichnet wurde. Infos: ------- Karen Duve "Regenroman"Ullstein Sparbuch www.ullstein-taschenbuch.de ISBN: 3-548-84024-8 Die Geschichte: *~*~*~*~*~*~*~* Laut Buchrücken: "Heftige Schauer, starke Bewölkung, Orkantief, abends Nebelbildung, für die Jahreszeit zu kalt - das kleine, baufällige Haus im Moor, in das der Schriftsteller Leon mit seiner Frau zieht, um ein Auftragswerk zu schreiben, scheint dem schleichenden Zerfall hilflos ausgeliefert - langsam aber sicher durchdringt das Wasser die Mauern und die Kälte seine Bewohner. Und draußen wartet die trügerische, feuchte Erde, die alles verschluckt…" Ok, wirklich ausführlich ist das nicht gerade und auch ich wusste beim Kauf des Buches nicht wirklich, warum es denn nun geht… und damit es auch nicht genauso geht, werde ich hier noch mal etwas genauer. Der gutaussehende Schriftsteller Leon hat bisher nicht übermäßig viel Glück im Leben gehabt. Er hat ein paar Gedichte veröffentlicht und lebt mit einem Metzgergesellen zusammen in einer WG. Sein bester Freund ist Harry, der für den Hamburger Zuhälter Pfitzner arbeitet. Bei einem Fernsehinterview lernt Leon die hübsche Roswitha kennen. Er ist der erste Mann, der Roswitha nicht anhimmelt, sondern sie erst einmal wegen ihres Namens beleidigt und so verliebt sie sich in ihn, nennt sich in Martina um und beide heiraten. Dann der nächste Glücksfall für Leon. Pfitzner gibt ihm den Auftrag, seine Biografie zu schreiben; dazu treffen sich Leon und Pfitzner eine zeitlang, damit Pfitzner ihm alle Fakten diktieren kann. Um ihm die Arbeit an dem Buch zu erleichtern, gibt Pfitzner Leon einen Vorschuss von 50.000 DM und gibt ihm seinen alten schwarzen Mercedes. Von dem Geld kaufen sich Martina und Leon ein altes, abgelegenes Haus im Moor… doch schon auf dem Weg dahin passiert etwas Seltsames, denn die beiden finden eine Frauenleiche im Moor am Rande eines Parkplatzes. Da Leon allerdings kein Aufsehen erregen will, entscheiden beide, das einfach zu vergessen. Doch das ist ja auch noch lange nicht alles… denn dann wird klar, dass das gekaufte Haus baufällig ist. Leon kommt kaum dazu, an dem Buch zu arbeiten, Martina entfernt sich immer mehr von ihm und irgendwann entpuppt sich auch Pfitzner als alles andere als spendabel. Dazu kommen die seltsamen Nachbarn: zwei sonderbare Schwestern und ein Krämer, der sich als Transvestit entpuppt…Mehr will ich an dieser Stelle aber nicht verraten. (das Ende gibt es weiter unten ;) Meine Meinung: *~*~*~*~*~*~*~* Erstmal komme ich noch zu einigen "trockenen Fakten". Der Roman hat 299 Seiten, welche in insgesamt 10 Kapitel unterteilt sind. Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine kurze Zusammenfassung der jeweiligen Wetterlage, was zwar eine nette Idee ist, den Leser aber nicht wirklich weiterbringt und außerdem wird sich in den Kapiteln selbst noch mal ausgiebig über das Wetter ausgelassen. Des Weiteren nervt es mit der Zeit auch irgendwie, ständig das Moor beschrieben zu bekommen. Ganz am Anfang des Buches gibt es noch einige Zitate, die zum Roman passen.Wie gesagt, bin ich ohne große Vorkenntnis der Handlung und ohne vorgefertigte Meinung an das Buch herangegangen. Und so staunte ich auch nicht schlecht, dass es trotz der deutschen Autorin zu Beginn so spannend und interessant war, obwohl es nicht so überzogen war wie bei der meisten amerikanischen Literatur. Trotzdem: immer wieder beschlich mich das Gefühl, dass die Autorin Thomas Mann nacheifern wollte und das scheiterte nicht nur kläglich, sondern schreckte mich auch ein wenig ab, weil ich Thomas Mann auf den Tod nicht ausstehen kann. Naja, egal. Der Schreibstil ist vor allem im ersten Kapitel noch recht nüchtern, Leon und Martina werden vorgestellt und es wird der Fund der Frauenleiche im Moor geschildert… nach und nach und in jedem Kapitel etwas mehr werden die Gedanken der Personen etwas mehr beschrieben und man kann sich dann auch ein besseres Bild über diese machen. Trotzdem: alles in allem bleiben die Figuren irgendwie gesichtslos und ihr Handeln kann man dadurch oftmals nicht ganz nachvollziehen. Liegt vielleicht auch daran, dass kaum ein Klischee ausgelassen wurde: Als Leser hat man nicht wirklich das Gefühl, dabei zu sein und das ist eigentlich schade, da sich die Autorin sichtlich darum bemüht hat, dass es nicht so ist! Leon beispielsweise war nach einiger Zeit in meinen Augen einfach nur noch ein egoistisches A****loch und Martina konnte ich auch irgendwann nicht mehr ganz ernstnehmen, da sie eine seltsame Mischung aus Dummchen und um Anerkennung Kämpfende ist. Mit keinem von beiden konnte ich wirklich mitleiden. Am Anfang dümpelt die Handlung noch so vor sich hin, nach einigen Kapiteln wird es jedoch ein bisschen spannender, obwohl man als Leser doch irgendwie immer schon ein bisschen weiß, wie das Ganze wohl ausgehen wird. Soviel Möglichkeiten gibt es ja auch nicht. Ich hab an mehreren Stellen in dem Roman immer wieder geahnt, was als nächstes passieren wird. Nicht gut, oder? Des Weiteren hat mich gestört, dass so viele Fragen aufgeworfen, aber nicht beantwortet werden. Das hat jetzt aber nichts damit zu tun, dass der Leser zum Nachdenken angeregt werden soll… Beispiel: Als Leon und Martina gerade in das neue Haus gezogen sind, sieht Leon eines Morgens in der Dämmerung die noch unbekannte Nachbarin Isadora nackt im Moor baden - mit irgendeinem Tier o.Ä. Dies wird im weiteren Verlauf des Romans nicht aufgeklärt (was soll das?!) und demzufolge ist der Leser einfach nur ratlos. Ähnlich ist es mit der Frauenleiche vom Anfang: gegen Ende des Buches wird erzählt, dass es einen Frauenmörder in der Moorgegend geben würde. Der Krämer Kerbel wird verhaftet, dann aber wieder frei gelassen und danach werden diese Frauenmorde und die Frauenleiche nie wieder erwähnt. Also was bitte hat das dann in der Handlung zu suchen?! …Was ich jedoch sehr schön finde, sind die Bilder, mit denen die Autorin arbeitet. Wie auch das Haus langsam zerfällt und in sich zusammenbricht, so zerbricht auch das Leben von Leon und die ganze Zeit liegt der endgültige Zusammenbruch in der Luft. Wie auch immer, ich habe das Buch innerhalb von einer Woche mit Unterbrechungen gelesen. Es hat mich nicht gerade gefesselt, aber ich wollte schon irgendwie wissen, wie es weiter-/ausgeht. Fazit: *~*~* Alles in allem handelt es sich beim "Regenroman" um ein durchschnittliches Buch. Es ist manchmal spannend und manchmal nicht. Manchmal nachvollziehbar und manchmal nicht. Meiner Meinung nach bleiben zu viele Fragen unbeantwortet, die ein oder andere Sache ist im Kontext zum Rest der Handlung sogar total sinnlos oder zumindest überflüssig. Des Weiteren sind die Figuren meiner Meinung nach zu oberflächlich dargestellt; man fühlt als Leser einfach nicht mit ihnen mit und immer wieder fragt man sich, wieso sie dies oder das eigentlich tun. An dem Preis des Romans habe ich jedoch nichts auszusetzen, knapp 4 Euro sind wirklich günstig und wer jetzt dennoch Lust auf den "Regenroman" bekommen hat, dem werde ich auch nicht abraten. Ich empfehle das Buch mit 3 Sternen, wobei ich sagen muss, dass es eindeutig bessere Bücher gibt!
+++++++++++++++++++++++++++++ Achtung, hier wird das Ende verraten!! +++++++++++++++++++++++++++++ Leon und Martina freunden sich mit den beiden seltsamen Nachbarsschwestern Isadora und Kay an. Erstere ist fett und ein typisches Landei, zweitere ist so groß und grob, dass Martina und Leon sie zuerst für einen Mann halten. Trotzdem freunden sich die vier oberflächlich an und arbeiten gemeinsam an Leons Haus. Nach einem Besuch von Pfitzner und Harry, bei dem Leon von beiden bedroht wird und unter noch mehr Druck wegen dem zu schreibenden Buch gerät, nimmt Pfitzner den Mercedes wieder mit und Leon und Martina sitzen im Moor fest (der Krämer Kerbel versorgt sie mit Essen; ich habe dennoch nicht verstanden, weshalb die beiden im Moor geblieben sind und weshalb auch niemand dei beiden fragt, wo das Auto geblieben ist?!). Daraufhin trifft Leon auf Isadora, die er zwar abstoßend findet, mit der er aber dennoch relativ schnell zur Sache kommt (hab ich was verpasst?!). Kurz darauf hat Leon einen Bandscheibenvorfall, der ihn ans Bett fesselt und ihm nicht erlaubt, weiter an dem Buch zu arbeiten. Er liegt den ganzen Tag auf dem Boden und hat Schmerzen, wird schließlich sogar übergewichtig, während Martina die Zeit fast nur noch mit dem Hund oder den Nachbarn verbringt. (richtig so!) Eines Tages kommen Harry und Pfitzner hergefahren mit der Absicht, Martina und Leon zu töten (wieso gleich töten?! Nur wegen einem blöden Buch?!). Martina wird von Harry vergewaltigt und Leon kann ihr wegen seinem Rücken nicht helfen. Als Isadora und Kay zufällig alles mitbekommen, retten sie die beiden, in dem sie Pfitzner und Harry töten und schließlich auch im Moor beseitigen. Martina verlässt Leon und beginnt ein neues Leben und Leon lebt von da an allein in dem baufälligen Haus, das langsam zusammenbricht. Er isst alle Lebensmittel auf (am Ende vergammelten Reis) und wird verrückt (was man auch nicht ganz nachvollziehen kann, wieso ist er nicht auch in die Stadt zurück und wieso kämpft er nicht um Martina?!). Als Kay ihn nach einem Unwetter besuchen will, weil sie denkt, er könnte tot sein, kann sie den völlig weggetretenen Leon gerade noch aus dem zusammenstürzenden haus ziehen. Leon jedoch rennt völlig von Sinnen davon und stirbt schließlich im Moor… (als hätte man es geahnt... ^^)Liebe Grüße!
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Regenroman - Duve, Karen
Taschenbuch, 320 S., Roman, Erschienen: 2009
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Zugegeben, der Titel von Karen Duves Erstling Regenroman klingt nicht sehr ...
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Regenroman, Karen Duve
2009, 315 Seiten, Maße: 11,9 x 18,6 cm, Taschenbuch, DeutschEin Roman wie das ...
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15.07.2005 09:02
klasse Bericht, da ist die Bewertung ja wohl klar *lol* .....b.h. von mir
14.07.2005 22:24
du hast es gut....ich habe leider im moment zu wenig zeit fürs lesen....und dabei gibts so tolle bücher ;O) toller bericht vlg mazzi
13.07.2005 23:45
Also ich konnte mir bis jetzt unter einem Regenroman nix vorstellen. Jetzt weiß ich, eine sehr schöne Darstellung der eigenen Meinung und des Inhaltes. LG Sascha