Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Story | Unterschiede und zugleich Verbindungen zu "Desperation" | Spannung | Schreibstil |
| Kontra: |
Kleinigkeiten |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Nachdem ich euch in der letzten Zeit ja nun einige Produkte des täglichen Gebrauchs aus meinem Badezimmer vorgestellt habe, möchte ich euch heute nun mal wieder einen etwas anspruchsvolleren Bericht kredenzen. Es soll heute wieder einmal um eines meiner Lieblingsthemen gehen - Bücher.
>> Richard Bachmann - Regulator <<
◙◙◙ Bezugsquelle & Preis ◙◙◙
Unter diesem Punkt muss ich zunächst einmal sagen, dass ich das Buch nicht für mich gekauft sondern vor einigen Jahren geschenkt bekommen habe. Natürlich habe ich aber für euch ein wenig nach Preis und Bezugsquelle recherchiert. Bei www.amazon.de bekommt man das Buch in neu für 8,95 € und auf dem Marketplace ab 1,44 €. Bei www.buecher.de bekommt man die Neuausgabe schon für 8,00 €. Ansonsten würde ich einfach empfehlen, bei Ebay zu schauen. Dort kann man das Buch sicherlich schon für 1,00 € kaufen. Dort habe ich schon viele King/ Bachmann Bücher für kleines Geld erstanden.
◙◙◙ Warum lese ich es? ◙◙◙
Normalerweise würde hier jetzt der Kaufgrund stehen. Da ich das Buch aber, wie oben schon erwähnt, nicht gekauft sondern geschenkt bekommen habe, sage ich kurz etwas zu meinen Beweggründen, dieses Buch zu lesen. Ich habe "Regulator" nicht zum ersten Mal gelesen. Damals, ich es vor ca. 6 Jahren bekommen habe, habe ich mich sofort drauf gestürzt. Allerdings habe ich es da noch nicht so richtig verstanden. Nun kam es aber, dass ich vor einigen Wochen das Gegenstück zu diesem Buch, "Desperation", gelesen habe. So entschloss ich mich also "Regulator" noch mal zu lesen. Auch deswegen, um eventuelle Zusammenhänge oder Unterschiede zu erkennen.
◙◙◙ Eckdaten zum Buch ◙◙◙
Titel: Regulator
Originaltitel: Regulators, erschienen bei Dutton, Penguin, New York
Autor: Richard Bachmann
Erscheinungsjahr: 1996
Übersetzt von: Joachim Körber
Seitenzahl: 441 Seiten
Meine Ausgabe: Taschenbuch von 2000
ISBN: 3 - 453 - 16312 - 5
◙◙◙ Der Autor - Richard Bachmann ◙◙◙
1942 Geboren in New York, hatten Richard Bachman's frühe Jahre etwas geheimnisvolles an sich. Als junger Mann diente Bachman 4 Jahre bei der Küstenwache, wo er mit
vielen Einschränkungen leben musste. Danach folgten 10 Jahre bei der Handelsmarine und eine harte Zeit in Vietnam. Bachman liess sich danach im ländlichen Zentrum von New Hampshire nieder, wo er eine mittelgrosse Milchfarm betrieb. Seine Romane schrieb er meistens nachts (er litt an chronischer Schlaflosigkeit[Insomnia]) nachdem die Kühe heimkamen. Richard und seine Frau, Claudia Inez Bachmann, hatten einen Sohn, der unglücklicherweise in einer King-typischen Weise im Alter von 6 Jahren ums Leben kam. Er stürzte in einen Brunnen und ertrank. 1982 entdeckte man einen Tumor an Bachmans Stammhirn, der von Spezialisten in einer komplizierten Operation entfernt wurde. 1985 Bachman stirbt an Pseudonym-Krebs, einer seltenen Form von Schizonomia. Bis zum Zeitpunkt seines Todes hatte Richard Bachman 5 Novellen veröffentlicht. Die ersten vier Novellen wurden als Paperbacks veröffentlicht, aber als Bachmann sich eine immer grössere Leserschaft erwarb, wurde seine letzte Novelle als Hardcover veröffentlicht und wurde auch von den Kritikern gut angenommen. Kurz vor seinem Tod spielte er mit der Idee für eine neue Novelle. Eine ziemlich grausame spannungsgeladene Novelle, die den Titel Misery (SIE) tragen sollte.
(Anmerkung: Dieser Titel wurde später ohne seine Zustimmung von einem bekannten und gutverdienenden Horror-Autor plagiiert.)
Quelle: www.stephen-king.de
◙◙◙ Der Klappentext ◙◙◙
Ein ruhiger Sommernachmittag in Wentworth, Ohio. Alles scheint in bester Ordnung - bis ein roter, futuristisch anmutender Lieferwagen sich der Stadt nähert und in Sekundenschnell ein Blutbad unter der Bevölkerung anrichtet. Es ist der Auftakt zu einer rätselhaften Serie unheimlicher Geschehnisse, deren Spuren in das verlassene Bergarbeiterstädtchen Desperation führen, wo in einem alten Minenschacht das Monster TAK haust...
◙◙◙ Der Inhalt in eigenen Worten ◙◙◙
Alles ist ruhig und entspannt an einem heißen Sommertag in Wentworth. Die Bewohner der kleinen Stadt gehen ihren Arbeiten oder Interessen nach und denken an nichts Schlimmes. Doch bald schon nähert sich ein roter Lieferwagen. Die Fensterscheibe wird herunter gekurbelt und jemand schießt wahllos auf alles, was sich bewegt. Dabei sterben der Zeitungsjunge und ein Hund, der grade mit zwei Kindern Frisbee spielt. Das ist aber noch nicht alles. Es kommen noch andere merkwürdig aussehende Lieferwagen in die Stadt. Auch aus ihnen wird das Feuer auf die Stadtbewohner gerichtet.
Zunächst einmal herrscht Chaos, Verwirrung und Durcheinander.
Die Menschen wollen sich gegenseitig helfen und nach einiger Zeit verschanzen sich einige von ihnen in einem Haus. Abermals wurden bei der zweiten Attacke Menschen getötet, verstümmelt oder schwer verletzt.
Nur an einem Haus in der Poplar Street in Wentworth scheint das alles vollkommen vorbei zu gehen. Nämlich dem Haus von Audrey Wyler, die dort zusammen mit ihrem autistischen Neffen Seth wohnt. Doch auch die beiden leben nicht normal miteinander. Seth ist vom Monster TAK besessen, welches ihn fortwährend zu Greueltaten zwingt. So z.B., dass seine Tante sich selbst schlägt. Merkwürdigerweise besitzt Seth, der ein großer Fan von Westernfilmen und -serien ist, Spielzeugautos, die genauso aussehen, wie die Lieferwagen, die grade noch für das Blutbad in der Poplar Street gesorgt haben. Gibt es einen Zusammenhang?
Hin und wieder verschwindet TAK jedoch aus dem Denken des kleinen Jungen und er ist wieder einigermaßen normal. So gelingt es ihm, seine Tante anzuweisen, das Haus zu verlassen, solange TAK nicht aktiv ist. Denn das Monster plant irgendetwas Großes...
Audrey gesellt sich zu den anderen Überlebenden. Zusammen versuchen sie über den Grüngürtel, wie sie ein Waldstück um die Stadt nennen, zu entkommen und Hilfe zu holen. Denn komischerweise sind seit dem Blutbad alle Telefone tot und auch Feuerwehr oder Polizei lassen sich nicht blicken. Bei ihrem Fluchtversuch bemerkt die Gruppe aber schnell, dass sich die Gegend rasend schnell verändert hat und irgendwie nach Western aussieht und danach, als ob ein kleines Kind die Gegend "gemalt" hätte. Zudem werden sie auch noch von einem Berglöwen angegriffen. Wie kommt der in diese Gegend?
Wird die Gruppe es schaffen, Hilfe zu holen?
Was plant TAK?
Hat TAK etwas mit den Anschlägen zutun?
Lest selbst. ;)
◙◙◙ Kritik ◙◙◙
Liest man den Klappentext oder aber auch die etwas ausgeschmücktere Variante des Inhaltes, klingt die ganze Geschichte äußerst spannend. Erst recht, wenn man direkt zuvor "Desperation" gelesen hat. Das möchte ich dem Buch auch nicht absprechen - es ist in der Tat spannend. Dennoch hat das Buch trotz der nur 441 Seiten einige Längen. Allerdings bin ich das von King bzw. hier ja noch Bachmann, gewohnt. Interessant finde ich die Verbindungen zu "Desperation", die eigentlich genau genommen keine sind. So ist der Cop, der in "Desperation" von TAK besessen ist und Unheil stiftet in diesem Buch ein normaler Anwohner der Stadt Wentworth. Er ist ein Cop, der gefeuert wurde, weil er angeblich etwas mit Drogenkurieren zutun hatte, was natürlich nicht stimmt. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass er in "Desperation" ein Paket mit Dope in einem Auto findet. Vielleicht handelt es sich hierbei nur um einen Zufalle - aber das kann ich mir bei Stephen King einfach nicht vorstellen. Ich denke schon, dass das ganz genau gewollt ist.
Eine weitere Sache, die ich sehr interessant finde ist die, dass in "Desperation" die Familie Carver vorkommt - genau wie hier in "Regulator". Doch dies ist passiert hier mit vertauschten Rollen. Denn hier sind die Kinder die Erwachsenen und die Eltern im vorhergehenden Buch die Kinder, zumindest namentlich. Von der Charakteristik dieser Figuren wurde allerdings nicht viel verändert. Mir erscheinen sie genauso, wie in "Desperation". Nur, dass die Geschwister sich dort nicht so sehr viel gezangt haben, wie sie es hier bereits von Anfang an tun.
Aber ein paar Personen hat Bachmann/ King allerdings auch so gelassen, wie man sie vom jeweils anderen Roman her kennt. Spontan fällt mir da der Schriftsteller Johnny Marinville ein. Mir erscheint es jedoch in "Regulator" so, als wäre er ein klein wenig umgänglicher als in dem anderen Roman. Er erscheint mir nicht so selbstverliebt und egoistisch. Die Figur des Steve Ames, der in "Desperation" noch das Mädchen für alles des Schriftstellers gespielt hat, taucht hier zwar auch wieder auf, hat mit Marinville allerdings nichts mehr zutun. Er ist nur auf der Durchreise und gelangt auf diese Art und Weise erst in die Geschehnisse in die Poplar Street. Ein Sachverhalt, den ich wiederum nicht für puren Zufall halte ist der, dass Steve Ames in "Desperation" ebenfalls eigentlich nur auf der Durchreise ist und so ins Grauen des Bergarbeiterstädtchens gezogen wird. So könnte man die Liste eigentlich noch endlich weiterführen. Denn auch die leicht punktige Cynthia, die der aufmerksame King Leser auch schon aus "Rose Madder" kennen sollte, ist wieder mit von der Partie. An ihr wurde ebenfalls nicht wirklich etwas geändert.
Als ich "Desperation" gelesen habe, hatte ich nebenbei etwas schlauer darüber gemacht, inwieweit beide Bücher zusammen hängen und stieß dabei immer wieder auf Aussagen, dass beide Romane eigentlich grundverschieden sind. Dem kann ich mich nun ebenfalls anschließen. Es ist in der Tat so, dass beide Romane nur sehr wenig miteinander zutun haben. Oberflächlich betrachtet, gehören sie zwar zusammen, schaut man jedoch genauer hin, kann das gar nicht sein. Denn der Cop Entragian, der in "Regulator" ja ganz normal und in "Desperation" von TAK übernommen worden ist, stirbt in beiden Romanen - allerdings auf unterschiedliche Weisen. Das und noch vielen mehr zeigt eigentlich, dass beide Bücher in einer vollkommen voneinander unabhängigen Zeit spielen. Das einzige, was gleich zu sein scheint, ist das Monster TAK. Das alles zusammen betrachtet, finde ich äußerst faszinierend. Man hat beim Lesen der Bücher auch wirklich unglaublich viele "Aha!" Effekte.
Allgemein zu sagen wäre zum vorliegenden Buch, dass es recht einfach geschrieben ist und man eigentlich leicht folgen kann und alles versteht. Dennoch gibt es, wie ich weiter oben angedeutet habe, einige Längen. So zum Beispiel habe ich nicht verstanden, was die Drehbuchauszüge aus der fiktiven Westernserie "Die Regulatoren", die im Buch eine wichtige Rolle spielt, abgedruckt wurden. In meinen Augen hat die Handlung dieser Drehbücher nichts mit der Handlung in der Poplar Street zutun. Diese Stellen fand ich also auch dementsprechend langweilig, weil sie die Handlung nicht voran getrieben haben und ich den Sinn nicht verstanden habe. Des weiteren finde ich, dass die Charaktere in diesem Buch nicht wirklich so klar und nachvollziehbar sind, wie ich es aus anderen King Werken gewohnt bin. Stellenweise musste ich wirklich überlegen, wer denn nun die Person eigentlich ist, von der man da grade etwas liest. Das könnte allerdings auch an den Ortsprüngen liegen. Denn bis ca. zur Mitte des Buches, wird sehr oft zum Haus und den Geschehnissen von Audrey Wyler und Seth Garin, der das Zentrum des ganzen Blutbades in der kleinen Stadt zu sein scheint, hin gelenkt. Diese beiden Personen erscheinen mir als Leser auch wirklich als voll und klar. Bei den anderen Überlebenden ist dem nicht so. Man kann auch nicht mal auf das zurück greifen, was man aus dem anderen Roman her über die Figuren weiß - denn hier zählt es halt eben nicht mehr. Dennoch tut das Alles der Spannung und dem Grauen der Geschichte keinen Abbruch. Der Leser wird wie üblich langsam auf den Kern der Geschichte hingelenkt und dazu auch noch durch kleinere Andeutungen zum eigenen Nachdenken angeregt. Das finde ich sowieso immer sehr klasse - man kann sich seine eigenen Gedanken über das Geschehen machen.
◙◙◙ Fazit ◙◙◙
In meinen Augen ist "Regulator" wieder mal ein echter King. Auch, wenn er unter der dem Pseudonym Richard Bachmann herausgekommen ist. Die Schreibweise ist genauso, wie ich sie kenne und liebe und auch die Spannung sowie die Brutalität ist altbekannt gut. Dennoch ist dieses Buch nicht ganz so blutig und auch nicht so ordinär, wie man es vielleicht von "Desperation" her kennt. Das macht dennoch nichts. Die Geschichte liest sich flüssig und lässt lange genug Raum für eigenen Ideen.
Ich vergebe also vier Sterne. Einen Stern Abzug gibt es für das, was ich im oberen Abschnitt beschrieben habe. Eine Empfehlung gibt's dennoch. Vor allem für die Leute, die "Desperation" gelesen haben.
◙◙◙ Leseprobe ◙◙◙
[...] Er drückte das Gesicht an die Brust des Jungen, daher sah er nicht, was ich sah, und auch sah es nur für einen Sekundenbruchteil. Und diesmal spielten mir meine Augen keinen Streich. Der Junge grinste, und es war kein erfreuliches Grinsen. Es sah aus, als wären seine Mundwinkel bis zu den Ohrläppchen gedehnt worden, und ich konnte sämtliche Zähne sehen. Sein Gesicht war so verzerrt, dass seine Augen regelrecht aus den Höhlen zu quellen schienen. Dann hielt ihn sein Vater von sich, damit er ihm einen Kuss geben konnte, und das Grinsen verschwand. Ich war froh. Solange er grinste, hatte er nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem kleinen Jungen, den ich kennen gelernt habe. "Was hast du dir dabei gedacht?" fragte sein Vater ihn. Er sprach ziemlich laut, aber es war trotzdem keine zunehmende Standpauke, weil er dem Jungen praktisch nach jedem Wort einen Kuss gab.[...]
Diese Stelle habe ich gewählt, weil sie aus einem Brief stammt, der einen Teil der Geschehnisse des Buches aufklärt und einem dabei einen gehörigen Schauer über den Rücken jagt, also im Ganzen betrachtet natürlich. Aber der gesamte Brief würde hier eindeutig den Rahmen sprengen und dazu auch noch zuviel verraten.
Danke, für's Lesen und Bewerten
-blessed be-
Eure BulmaZ
| weitere Erfahrungsberichte |
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woodz
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geeseman
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18.04.2003
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03.08.2002
(14.08.2002)
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Bewertung für Regulator / Richard Bachman, Stephen King von
Vampire-Lady
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Kontra: -
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01.07.2001
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Das Doppelpack
Bewertung für Regulator / Richard Bachman, Stephen King von
wernertwc
Pro: parallel zu Desperation entstanden
Kontra: nichts
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sehr hilfreich
28.10.2000
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