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Die Reifeprüfung (engl: „The Graduate“) ist ein Drama mit Komik aus den sechziger Jahren. Zuletzt sah ich diesen Film wieder zufällig an einem Samstag im Ersten (ARD, 08.03.03, 0.15 Uhr) und halte ihn für einen der besten Filme seiner Zeit. Der Hauptdarsteller Dustin Hoffmann ist heute etwas mehr als doppelt so alt wie damals, als er als Dreißigjähriger den zwanzigjährigen Ex-College-Studenten Benjamin Braddock verkörperte.
Die Geschichte ------------------ Benjamin Braddock (kurz „Ben“) hat gerade seine College-Prüfung mit Bravour bestanden. Er kommt aus gutem Hause, an Geld scheint es nicht zu mangeln. Seine Eltern veranstalten für ihn eine glanzvolle Party, zu der auch ein Ehepaar Robinson eingeladen ist, das seit langem mit Bens Eltern befreundet ist. Die Robinsons haben Ben aufwachsen sehen, und so verwundert es den Zuschauer zunächst nicht, daß Frau Robinson Ben frühmorgens nach der Party bittet, ihn nach Hause zu fahren. Bei den Robinsons angekommen, bittet Frau Robinson Ben, mit ins Haus zu kommen. Sie zieht sich langsam aber sicher vor ihm aus und hat die Absicht, ihn zu verführen. Im oberen Stockwerk steht Ben schließlich ungewollt vor der nackten Frau Robinson, als sie die Haustür hören, durch die gerade Herr Robinson kommt. Ben läuft im Eiltempo aus dem Zimmer, nach unten, setzt sich blitzschnell auf einen Sessel und hält gerade noch rechtzeitig lässig und unschuldig sein Glas in der Hand, als Herr Robinson zu ihm kommt und ihn begrüßt.
Es ist an diesem Abend nichts passiert zwischen ihm und Frau Robinson. Doch auch, wenn Ben unerfahren ist, ist er ein Mann und reagiert auf weibliche Reize. Er ruft sie an, verabredet sich mit ihr in einem Hotel und muß dafür sorgen, beim Portier ein Zimmer zu ordern (dabei stellt er sich nicht gerade weltmännisch an). Zwischen den beiden kommt es zu einer Affaire, die sie ausschließlich in diesem Hotel ausleben. Es geht um die rein körperliche Liebe. Geredet wird wenig, Gefühle sind dabei nicht im Spiel.
Bens Eltern möchten gern die Tochter der Robinsons mit ihrem Sohn verkuppeln. Frau Robinson verbietet Ben, mit der Tochter Elaine auszugehen oder gar etwas mit ihr anzufangen. Nun wird es kompliziert, denn Elaine und Ben verlieben sich ineinander...
Autor von „Die Reifeprüfung“ ------------------------------- Die Geschichte wurde von dem Armerikaner Charles Webb geschrieben. Er wurde 1939 in San Fransico geboren, studierte amerikanische Geschichte und Literatur. „Die Reifeprüfung“ war sein erster Roman, den er 1963 schrieb.
Darsteller ------------ Familie Breddock: Dustin Hoffmann (Benjamin Breddock) Elizabeth Wilson (Frau Braddock, Bens Mutter) William Daniels (Herr Braddock, Bens Vater)
Familie Robinson: Datharine Ross (Elaine Robinson) Anne Bancroft (Frau Robinson,
Bilder von Reifeprüfung, Die
Dustin Hoffmann (im Film: Benjamin Breddock)
Elaines Mutter) Murray Hamilton (Herrr Robinson, Elaines Vater)Die Hauptdarsteller sind Dustin Hoffmann und Anne Bancroft und die „Haupt-Nebendarstellerin“ Katharine Ross.
Dustin Hoffmann ist in heutiger Zeit vor allem durch seine Rolle in „Rain Man“ bekannt, in dem er einen Authisten spielt. Er wurde am 8. August 1937 in Los Angeles geboren, wollte eigentlich Konzertpianist werden (er studierte Musik) und änderte mit 19 Jahren seinen Karrierewunsch: Er besuchte Schauspielkurse anstatt sein Musikstudium zu beenden. Dustin Hoffmann spielte auf den Bühnen von New Yorkern Theatern und hatte sein Leinwand-Debüt mit dem Film „Zwei Nummern zu groß“. Da diese Geschichte jedoch erst zwei Jahre später anlaufen sollte, sah man ihn zum ersten Mal im Kino in „Die Reifeprüfung“. Er wurde prompt zum besten Hauptdarsteller gekürt (Oskar-Verleihung). Seine grandiose Filmkarriere begann, jedoch spielte er auch weiterhin Theaterstücke. Neben Oskar-Verleihungen erhielt er auch Auszeichnungen wie „Drama Desk Awards“, „Golden Globes“ und Ehrungen der „National Society of Film Critics“.
Anne Bancroft (mit bürgerlichem Namen Maria Louise Italiano) wurde 1931 in der Bronx (New York) geboren, nahm mit vier Jahren Tanzunterricht, war im Schultheater aktiv und Schülerin der „American Academy of Dramitc Art“. Sie kam 1950 zum Fernsehen und hatte ihr Leinwand-Debüt in dem Film „Versuchung auf 809“ mit Marily Monroe“. Ihre Kinofilm-Karriere hatte in den sechsziger Jahren ihren Höhepunkt und sie erhielt eine Reihe an Auszeichnungen (welche dies neben dem Oskar für „Die Reifeprüfung“ genau sind, ist mir nicht bekannt). Nach den sechsziger Jahren war sie nicht mehr so häufig auf der Leinwand zu sehen, hörte jedoch nicht mit der Schauspielerei auf. In der heutigen Zeit soll sie auch im Fernsehen zu sehen sein.
Katharine Ross wurde 1940 mitten in Hollywood geboren, spielte mit Anfang 20 in mehreren TV-Western mit und erhielt einen Oskar für die Darstellung von „Elaine“. Sie wirkte in einer ganzen Reihe von amerikanischen Filmen mit. Ob sie heute noch schauspielt, weiß ich nicht.
Meine Meinung --------------- In „Die Reifeprüfung“ spielen alle drei genannten Darsteller ihre Rolle einwandfrei. Die Besetzung der Hauptdarsteller stimmt hundertprozentig, und der große Anklang des Films, den er bei den Zuschauern fand, bestätigt dies ohne Zweifel - mal ganz abgesehen von den vielen Oskar-Nominierungen, die verliehen wurden. Der unschuldige, etwas schüchterne Ben wird von Dustin Hoffmann perfekt in Szene gesetzt, und man merkt kaum, daß er in Wirklichkeit zehn Jahre älter ist als die Figur, die er spielt. Er, der von Frau Robinson überrumpelt wird, wird mehr oder weniger zum routinierten Liebhaber, darf jedoch Frau Robinson selten widersprechen. Er scheint willenlos zu sein, oder zumindest ziellos. Eigentlich wird er von Frau Robinson nur benutzt, da sie sexuell und auch sonstwie nicht ausgefüllt zu sein scheint. Frau Robinson redet wenig, fackelt nicht lange und wird von Anne Bancroft als Frau ohne viel Herz und Seele dargestellt. Besonders gut fand ich Anne Bancrofts schauspielerische Leistung, als sie am Ende des Films zur Furie wird, als es darum geht, Töchterchen Elaine auf keinen Fall Ben zu überlassen. Elaines Rolle wurde durch die gutaussehende Katharine Ross dargestellt und entsprach ganz dem Modetrend der Sechziger.
„Die Reifeprüfung“ ist eine Liebesgeschichte mit einer Komik, die mir gefällt. So manche kurzer Wortwechsel machen an Komik mehr aus als Albereien, die es in „Die Reifeprüfung“ zum Glück nicht gibt. Ich erinnere mich gerade an die Szene im Zimmer der Robinons, in der sich Frau Robinson unaufgefordert vor Ben vollständig auszieht: Nackt steht sie vor Ben, und es werden eine Art Blitze gezeigt, als er (der Unerfahrene) ihren Körper betrachtet und in Panik gerät (Herr Robinson könnte auftauchen). Frau Robinson geht überhaupt nicht auf seine Panik ein. Eine komische Szene, die man gern schmunzelnd betrachtet.
Natürlich wird auf die Prüderie der Zeit angespielt und aus heutiger Sicht ist es schon fast merkwürdig, wie schnell damals mit Heiratsanträgen herumgeworfen wurde. Wilde Ehen gab es eben erst später. Sex vor der Ehe gab es natürlich, aber seine Liebhaberin im Bett mit „Mrs. Robinson“ anzusprechen und sie als guterzogener Jüngling weiterhin zu siezen, macht eine der grotesken und sehr guten Effekte von „Die Reifeprüfung“ aus. Genauso wie eine Szene, in der Ben seinen zum einundzwanzigsten Geburstag geschenkt bekommenen Tauchanzug vor allen Gästen im Swimmingpool vorführen muß: Der Zuschauer schaut selbst durch die Taucherbrille, man kann die sprechenden Gäste nicht hören, Ben ist ganz allein auf sich gestellt. Er fällt ins Wasser und liegt eine halbe Sekunde im Bett neben Frau Robinson (ein perfekter Szenenwechsel).
Der Soundtrack mit Liedern von Simon & Garfunkel ersetzt oft Worte, die in diesem Film nicht nötig sind. Man betrachtet das Leben der Figuren, ihr Treiben, manchmal auch ihr Denken. Gerade ganz am Ende des Films spielt nur noch Musik und Elaine und Ben sitzen nebeneinander - erst albern, dann ernst, beide wortlos.
Daten zum Film ---------------- Erstausstrahlung in den USA: 1967 (in Farbe) Erstausstrahlung im deutschen Kino: 09. Juni 1968
Laufzeit (Kinoversion): 105 Minuten
Regie: Mike Nichols
Musik: Simon & Garfunkel („Mrs. Robinson“, „Sound of Silence“, “April com she will”, “Scarborough Fair”)
Oskar-Nominierungen (1967): für die Regie (Mike Nichols), für den besten Film, für die Drehbuch-Bearbeitung (Calder Willingham und Buck Henry), für den Hauptdarsteller (Dustin Hoffmann), für die Hauptdarstellerin (Anne Bancroft), für die Kamera (Robert Surtees und für die Nebendarstellerin (Katharine Ross).
Fazit ------ „Die Reifeprüfung“ hat mit Recht viele Oskars erhalten. Trotz wenig Handlung und insgesamt weniger Dialoge ist dies eine Komödie, die man viele Male sehen kann, ohne daß der Film an Qualität verliert. Wenn Worte gewechselt werden, dann wird darin oft mehr ausgesagt als in vielen anderen Filmen (ob nun Komödien oder nicht) - vieles braucht nicht erklärt und besprochen zu werden. Die Gefühle der Figuren, Bens Ratlosigkeit und seine zeitweilige Unbeholfenheit, der Frust, der sich im Laufe der Jahre bei Frau Robinson angesammelt hat (nicht nur der sexuelle Frust), Bens Unentschlossenheit, Elaines Aufrichtigkeit und und und - all das wird so exakt und gezielt dargestellt, daß auf lange Dialoge verzichtet werden kann. Wer „Die Reifeprüfung“ Film noch nicht gesehen hat, sollte ihn nicht verpassen. Dieser Klassiker der Sechziger wird in größeren Abständen immer wieder im Fernsehen gezeigt, und das mit Recht.
Mrs. Robinson: -------------- Chorus: And here's to you Mrs. Robinson Jesus loves you more than you will know god bless you please Mrs. Robinson Heaven holds a place for those who pray
We'd like to know a little bit about you for our files We'd like to help you learn to help yourself Look around you all you see are sympathetic eyes Stroll around the grounds until you feel at home
Chorus
Hide it in a hiding place where no one ever goes Hide it in the pantry with your cupcakes It's a little secret just the Robinsons' affair Most of all you've got to hide it from the kides
Chorus
sitting on a sofa on a Sunday afternoon Going to the candidates' debate laugh about it shout about it when you've got to choose every way you look at it you lose
Where have you gone Joe DiMaggio a nation turns itss lonely eyes to you What's that you say Mrs. Robinson Jolt'nJoe hast left and gone away
Sound of Silence: ----------------- Hello darkness, my old friend I've come to talk to you again Because a vision softly creeping Left its seed while I was sleeping And a vision, that was planted in my brain Still remains within the sound of silence
In restless dreams I walked alone Through narrow streets of cobblestone Beneath a halo of a street lamp I turned my collar to the cold and damp When my eyes were stabbed by the flash of a neon light That split the night and touched the sound of silence
And in the naked light I saw Tenthousand people, maybe more People talking without speaking People hearing without listening People writing songs, that voices never shared No one dared disturb the sound of silence
Fools, said I, you do not know Silence like a cancer grows Hear my words that I might teach you Take my arms that I might reach you But my words like silent raindrops fell And echoed in the wells of silence
And the people bowed and prayed To the neon god ghey made And the sign flashed out its warning In the words that it was forming And the sign said, the words of the prophets are written on the subway walls And tenement halls, whispered in the sound of silence
Ich bereue gerade, dass ich mir den Film bis jetzt noch nie angeguckt habe. Irgendwie erinnert mich die Story an den 'Vorleser', aber nur oberflächlich. Das einzige, was ich vom Film kenne, ist die Musik und - die Audi-Werbung...*g* TOM
07.07.2004 21:46
Ich bereue gerade, dass ich mir den Film bis jetzt noch nie angeguckt habe. Irgendwie erinnert mich die Story an den 'Vorleser', aber nur oberflächlich. Das einzige, was ich vom Film kenne, ist die Musik und - die Audi-Werbung...*g* TOM
06.07.2004 14:07
Ein wahrlich zeitloser Film, den ich immer wieder gerne sehe.
02.03.2004 09:08
Das ist mein absoluter Lieblingsfilm!! Und Du hast ihn perfekt beschrieben!