Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Motor, Bremsen, Sicherheitspaket, Sound, Fahrwerk, Ausstattung, Sicherheit, Elektronik, Optik, Fahrgefühl, Exklusivität |
| Kontra: |
Preis, Verbrauch, Innenmaterial, Heckansicht, Versicherungsklassen, Car - HiFi, Elektronik - Fehleranfälligkeit |
Hallo,
mein erster Testbericht auf Ciao! Mann bin ich aufgeregt. Am 16.03.2005 hatte ich die Gelegenheit, einen Mégane "Renault Sport" 2.0 16V Turbo einen Tag lang Probe zu fahren. Ein Blick danach in Ciao.de (wie finden andere den Wagen?) ergab nur einen kleinen Bericht. Also lege ich noch einen drauf:
1. Allgemeines zu "Renault Sport" und zum gefahrenen Wagen:
Unter dem Label "Renault Sport" kreiert Renault Sondermodelle der bekannten Produktpalette. Bisher gab es den Clio und Mégane als "Renault Sport" Edition, jedesmal mit beachtlichen Motorleistungen jenseits der 160 PS. Spitzenprodukt ist der sechszylindrige Clio Renault Sport mit 3 Liter Mittelmotor (anstatt Rücksitzen) und 254 PS. Wohlgemerkt: Diese Autos sind keine Rennwagen für die Renault-Trophy, sondern ganz normal aus dem Prospekt zu bestellen. Leider werden sie nur in begrenzten Stückzahlen produziert. Da ich bereits einen Mégane Coach 2.0 16V mit 150 PS mein Eigen nannte sowie einen Clio Sport 2.0 16V mit 168 PS probefahren durfte, war ich auf die Vergleichsfahrt mit dem neuen Mégane sehr gespannt.
Der von mir gefahrene Mégane wurde im Mai 2004 gebaut und hat als Probefahrzeug ca. 14000 km auf der Uhr. Er soll demnächst verkauft werden, ich bin einer der Interessenten. Als Zubehör hat der Händler eine Tieferlegung spendiert sowie eine Auspuffanlage mit 4 Endrohren, 2 links und zwei rechts (Original: 2 Mitte). Vom Mégane Renault Sport (kurz "RS") werden meines Wissens nur 400 Stück für Europa gebaut.
2. Erster Eindruck
Ganz klar: "Haben wollen". Das Metallic-Orange, die 18" Felgen mit 225/40 R18 Reifen sowie die Heckansicht mit den vier Endrohren lassen keinen Zweifel aufkommen: Das hier ist mehr als ein normaler Kompaktwagen der Golf-Klasse. Ansonsten jedoch übt sich die Optik in Bescheidenheit, in der Werksvariante ist die sportliche Beigabe zum Erscheinungsbild eher von Understatement geprägt. Kein Vergleich zum protzigen Clio V6 mit seinen dicken Backen. Von innen fallen sofort die mit gelochtem Leder bezogenen Sportsitze mit orangefarbenen Nähten und "Renault-Sport" Label, die grell orangenen Sicherheitsgurte sowie die gelochte Aluminium-Pedalerie auf. Das Design der Rundinstrumente (Tacho völlig sinnfrei bis 280 Km/h) ist auf sportlich getrimmt. Der Rest des Cockpits unterscheidet sich kaum vom Standardmodell. Das schwarze Hartplastik der Konsole sieht fürchterlich billig aus (siehe Serienmodell) und ist der RS-Edition unwürdig. Das Lederlenkrad hätte ebenfalls einen wertigeren Touch verdient. Also: Tadel für die Materialwahl! Dass schwarzes, strukturiertes Hartplastik nicht schäbig aussehen muss, sieht man im A3 oder im Golf V.
3. "Ladies and Gentlemen, start your engines!"
Chipkarte in den Kartenschacht (Zündschlüssel gibt's nicht) und auf den Start-Knopf gedrückt. Der 2-Liter 16V startet unspektakulär und hört sich im Standgas an wie jeder andere Mégane. Kupplung kommen lassen und ...HUUPSSS kommt die aber zornig! Der Abstand zwischen offen und Kraftschluss ist nicht der Rede wert und bedarf eines zarten Gasfußes. Trotz alledem trennt sie schnell und sicher wie ein amerikanischer Scheidungsanwalt.
Runter vom Hof, rein in die Stadt. Der RS fährt sich etwas härter und ruppiger als die mir bekannten Méganes, vielleicht ist der Motor auch etwas brummiger und geringfügig lauter, aber ansonsten merke ich noch nichts von den brachialen Urgewalten des verbauten 2-Liter Turbomotors mit 224 PS und 300 Nm max. Drehmoment. Schön elastisch-entspannt gleite ich durch den Stadtverkehr - fast wie bei meinem 2.2L Laguna Turbodiesel - nur dass ich mit dem RS deutlich mehr Blicke auf mich ziehe. Die 300 Nm liegen bereits bei 3000 Rpm an und verleiten zum Drehmomentsurfen im 5. Gang. Diese erstaunlichen Werte, die Renault aus dem 2 Liter Aggregat quetscht, wurden bisher nur mit dem 3 Liter V6 24V erreicht. Gleich kommt der Ortsausgang: Landstraße!
4. Racing-Time!
Da vorne kommt das Ortsausgangsschild. Ich schalte bei 50 km/h in den 2. Gang zurück und fahre mit Halbgas bei mittlerer Drehzahl. Das Schild ist neben mir ... und ... VOLLGAS!
Wer zum Teufel hat mir gerade mit der Holzbohle auf den Rücken geschlagen? Und warum bekomme ich meinen Kopf nicht von der Kopfstütze weg? Und woher kommt plötzlich dieser infernalische Lärm? Herrschaften, ich kann nur sagen: Das ist unglaublich! Innerhalb von schätzungsweise 2 Sekunden hat der Wagen von 50 auf 100 Km/h beschleunigt, und während der Mégane bereits im Drehzahlbegrenzer gefangen ist, komme ich so langsam wieder zu mir. Moment, erstmal den Bleifuß vom Gas und bei 120 Km/h vom 2. in den 6. Gang geschaltet. Jetzt ist der RS wieder der zahme Kompaktklasse-Wagen. Die Kurven der nächsten Landstraßenkilometer attestieren dem Fahrwerk hervorragende Neutralität. Der RS schiebt bei schnell gefahrenen Kurven mit wimmernden Gummis über alle vier Reifen im Halblastbetrieb, bei mehr Gas neigt er zu leichtem Untersteuern. Die Karosserie knickt kaum über das kurvenäußere Rad ein. Er liegt wie das buchstäbliche Brett. Dabei ist die Federung nicht übermäßig hart. Vergleichbar mit dem Sportfahrwerk des aktuellen A3. Die angegebenen 6,5 Sekunden von 0 auf 100 nehme ich Renault ohne zu Zögern ab. Jedoch: Bei 2000 Touren im 5. Gang aus der Ortschaft beschleunigen ist nicht die Paradedisziplin des Turbomotors. Ob es am Turboloch liegt oder am fehlenden Hubraum wage ich nicht zu beurteilen. Mein 2.2L dCi absolviert diese Übung jedenfalls wesentlich nonchalanter. Nun reicht’s mir mit der Landstraße. Jetzt ist es Zeit für etwas...
5. "Autobahnes Training"
Autobahnauffahrts-Kreisel, 270°, 2. Gang, ca. 80 Km/h, Halblast, wieder klebt der Mégane in der Spur wie auf Schienen. Vor den letzten 45° gebe ich Vollgas.
Uh-oh, was haben wir denn da? Die Theorie besagt, dass die neuartige Vorderrad-Aufhängung durch mechanische Trennung von Feder/Dämpferkombination und Achsführung keine Kräfterückkopplung auf das Volant durchreicht. Das kann ich nicht bestätigen. Es zerrt am Lenkrad, die Front wird weich wie ein Rührlöffel im Hefeteig, als der Fronttriebler bei voller Beschleunigung und Kurvenradius auf die Autobahn zieht und verzweifelt um mechanische Haftung ringt. Innerhalb von Sekunden bin ich bei 160, wenig später bei 210, die Gänge schalten sich trotz der nicht gerade kurzen Wege des Knüppels sehr anständig, wenn auch nicht nach Art eines Mazda MX5.
Der Sound ist eine Offenbarung: Ein tief gröhlendes Schnorcheln, das nie angestrengt klingt sondern einfach nur Gänsehaut verursacht. Bei 210 Km/h schalte ich in den 6. Gang, noch immer Vollgas, noch immer scheint der Vortrieb kein Ende zu nehmen. Erst bei 235 Km/h, der angegebenen Höchstgeschwindigkeit, endet der ungestüme Vorwärtsdrang. Ich wage mich noch weiter bis 245 Km/h, als vor mir ein Wagen auf die linke Spur zieht. Noch bevor ich meinem Fuß bewusst mitteilen kann, er möge bitte das Pedal wechseln, hat ein monosynaptischer Reflexbogen in meinem Rückenmark die Arbeit schon erledigt. Hätte ich ein Gebiß, ich müßte es in der Frontscheibenbelüftung suchen. Die vier Scheibenbremsen von Rennzubehörproduzent und Bremsenspezialist Brembo erledigen ihren Dienst mit Urgewalt. Innerhalb von ca. 2 Sekunden ist der Wagen auf 160 Km/h heruntergebremst. Das Zerren im Lenkrad verrät mir, dass ich nah an der Haftungsgrenze war, jedoch kein ABS eingegriffen hat. Auch für den Bremsassistenten war meine Fußreaktion nicht stark genug, so dass ich die negative Beschleunigung Kraft meiner Wassersuppe selbst verursacht hatte. Es gibt ein beruhigendes Sicherheitsgefühl, dass Renault nicht verpasst hat, dem Mégane neben elektronischen Heinzelmännchen wie ESP, ABS und ASR eine seiner Leistung angemessene Verzögerungsanlage zu spendieren. Und im Falle eines Falles schützen bis zu acht Airbags die Insassen bei metallischer Kaltverformung.
Die nächsten Kilometer vergehen buchstäblich wie im Flug. Bei 240 Km/h und um die 25 Liter Durchschnittsverbrauch jage ich – selbstverständlich völlig STVO-konform - Oberklassewagen von der linken Spur und bedaure, nicht in die Gesichter schauen zu können. Gerne erinnere ich mich an die Worte meines Händlers bei der Fahrzeugeinweisung: „Hier ist die Lichthupe. Die werden Sie brauchen!“.
Probleme mit der Straßenlage und Spurstabilität kennt der RS auch bei diesem Tempo nicht, wofür auch die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung sorgt. Den eingebauten Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer lasse ich für heute ein nett gemeintes Add-On sein.
6. Was bleibt...
...ist das Gefühl, heute Motorsport betrieben zu haben. Mit Adrenalin im Blut, erschöpft und mit einem zwackenden Rücken stelle ich den RS um 21:00 beim Händler meines Vertrauens wieder auf den Hof.
Solltet Ihr einmal die Möglichkeit haben, dieses Fahrzeug zu testen: Tut es nicht. Ihr werdet danach wochenlang leiden an der Neukalkulation von Haushaltsbudgets, Kreditzinsen, Versicherungsprämien und der Frage: Wo bekomme ich noch am meisten raus für meine aktuelle Schlurre!
Viel Spaß wünscht Euch
Euer Schtarkschtrom
Technische Daten
KAROSSERIEAUFBAU
Karosserieform 3 Türer
Anzahl Türen 3
GETRIEBE
Anzahl Gänge 6
Getriebeart Schaltgetriebe
FÜLLMENGEN
Tank (l) 60
Motoröl inkl. Oelfilter (l) 4,6-5,4
VERBRAUCH 80/1268/EG
innerorts (l/100km) 11,5
außerorts (l/100km) 7,0
kombiniert (l/100km) 8,8
CO²-Emission (g/km) 209
LENKUNG
Wendekreis innen (m) 10,35 - 11,25
BREMSANLAGE
Bremsen vorne Scheibenbremsen innenbelüftet 312 mm
Bremsen hinten Scheibenbremsen 300 mm
MOTOR
Hubraum (cm³) 1.998
Maximale Leistung in kW (PS) 165 (224)
Drehzahl bei maximaler Leistung (U/min) 5.500
Maximales Drehmoment in Nm / m.kg 300
Drehzahl bei maximalem Drehmoment (U/min) 3.000
Typ Einspritzanlage Multipoint-Einspritzung
Kraftstoffart Super
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 236
0-100 km/h (s) 6,5
DIMENSIONEN (mm)
Länge 4.209
Breite 1.777
Höhe 1.458
Bodenfreiheit 120
GEWICHTE (kg)
Leergewicht fahrbereit 1.430
Zulässiges Gesamtgewicht 1.800
Anhängelast gebremst 1.000
Anhängelast ungebremst 650
Zulässiges Gesamtzuggewicht 2.500
RÄDER UND BEREIFUNG
Reifen v/h 225/40 R 18
FAHRWERK
Hinterachse Verbundlenkerhinterachse mit vertikalen Schwingungsdämpfern
Vorderachse Einzelrad-Pendelaufhängung mit unteren Dreieckslenkern
Kraftübertragung: Antriebsart Frontantrieb
FAHRZEUGTYP
Anzahl der Sitzplätze 5
GEPÄCKRAUMINHALT
Gepäckraum minimal (l) 330
Gepäckraum maximal (l) 1.190
| weitere Erfahrungsberichte |
Taschenrakete mit 224 PS
Fahrzeugbewertung für Renault Mégane 2.0 Sport von
MeggiSport
Pro: Viel Ausstattung, Preis, Sportlichkeit, Verbrauch, Sitze, Bremsen, Versicherungsprämie
Kontra: Unruhiger, rauer Motor, Innenraumklappern, Auspuffklang könnt kerniger sein
Guten Tag,
meine Zielsetzung ist es, im folgenden Bericht den Megane Sport 2.0 16V Turbo vorzustellen.
Ich besitze das Fahrzeug seit nunmehr ca. 2,5 Monaten und habe ihn als Gebrauchtwagen mit durchschnittlichem Kilometerstand erworben. Zum Kaufzeit ...
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24.01.2008
(10.06.2008)
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Mein gemieteter Franzose!
Fahrzeugbewertung für Renault Mégane 2.0 Sport von
Rochee
Pro: sportliche Fahrweise, günstiger Verbrauch
Kontra: kleiner Kofferraum, Pedalabstand
**Rahmenbedingungen**
Der folgende Erfahrungsbericht ist unter folgenden Rahmenbedingungen enstanden. Von Hause aus fahre ich einen uralten Opel. Wenn ich also einige Dinge hervorhebe, die mittlerweile Standard sind, so liegt dass daran, dass sie mir neu ...
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14.12.2004
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