Erklimm den Fegefeuerturm!
09.11.2006
Pro:
günstig zu haben, viele Waffensysteme, Action stimmt
Kontra:
schlechte Story, immer wieder das selbe, geringer Umfang
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
mehr
 scoopexx
Über sich:
Mitglied seit:05.06.2000
Erfahrungsberichte:274
Vertrauende:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Das Spielsystem In der nahen Zukunft ist niemand mehr gewillt, für Kriege sein Leben zu lassen, weshalb anstatt Menschen nun Maschinen militärische Konflikte austragen. In die Rolle des ursprünglich für den Krieg gedachten Androiden A.D.A.M. schlüpft der Spieler in Rengoku. Dieser schlagkräftige Protagonist aus Metall unterscheidet sich von anderen seiner Art, denn er ist wesentlich stärker, verfügt über Selbstheilungskräfte und ist fähig, aus einem Elexirhaut genannten Spezialharz Waffen herzustellen. Doch Kriege gibt es nicht mehr und die gesamte Maschinerie ist somit nutzlos geworden. Zum Wegschmeißen offenbar zu schade steckt man das gesamte Arsenal an Androiden also einfach ein einen Turm, der prompt Fegefeuerturm genannt wird und bläut ihnen ein, dass sie fortan an die Spitze dieses Turms müssen. Bei unserem A.D.A.M.jedoch hat das ganze zu ungeahnten Nebenwirkungen geführt, denn während er den Fegefeuerturm Stufe für Stufe erklimmt, interessiert ihn eigentlich nur eine Frage: Was ist der Sinn des Lebens? Anders als seine Blechkameraden hat er nämlich eine eigene Persönlichkeit entwickelt, die ihn über den Sinn seiner Existenz reflektieren lässt. Er weiß dabei nur eins: er muss bis an die Spitze des Fegefeuerturms vordringen, um Antworten zu erhalten, ahnt dabei jedoch nicht, dass er nur Teil eines großen Spektakels ist, das einzig der Belustigung der Menschheit dient. Jede Stufe wird durch Horden von Androiden bewacht, von denen sich allerdings nur einer durch höhere Kampfkraft auszeichnet. An ihm muss A.D.A.M. vorbei, um in die nächste Etage zu gelangen. Jedes mal, wenn ein solcher Endgegner auf einer Ebene des Turms besiegt wurde, erscheint ein Warp Point, der einen in das nächst-höhergelegene Stockwerk befördert. Insgesamt gibt es 7 Endgegner in 7 Leveln - wenn man das gegnerlose Erdgeschoss mit dazu zählt, sind es insgesamt also 8 Ebenen, die es zu bewältigen gibt. Jetzt denkt man sich natürlich: "Mit mickrigen 8 Stockwerken kann der Turm ja nicht besonders groß sein!". Stimmt, und mit ziemlich genau jämmerlichen vier Stunden Spielzeit ist es dieses Game ebenso wenig. Zwar werden die Dungeons bei jedem Neustart des Spiels zufallsgeneriert, was aber so trist und leer wirkt, wie die sterilen Level aus dem Fegefeuerturm, macht auch bei erneuter Raumaufteilung keinen großen Spaß mehr. Und wenn der Zufallsgenerator mal wieder Räume in Form von Hakenkreuzen produziert, fragt man sich doch schon, ob die Entwickler nicht ein wenig unter Zeitdruck standen...
Backtracking und andere langweiligeTechnik Sobald die Waffenenergie auf etwas kritischere Werte sinkt und man kein Recovery mehr in den überall herumliegenden Kisten findet, muss man wieder den Basisraum aufsuchen. Da das ungefähr alle 1-6 Räume der Fall ist, ist man mehr mit Laufen beschäftigt, als mit Kämpfen. Auch wenn man eine neue Waffe gefunden hat, die man einbauen möchte oder wenn man speichern möchte, muss der Weg zurück zum Beginn der Ebene angetreten werden. Da jede Stufe lediglich ein Grafikset hat, gleicht ein Raum dem anderen wie das sprichwörtliche Ei. Das Finden des Rückweges wird somit unnötig erheblich erschwert, weshalb man nicht darum herum kommt, andauernd über "Select" die Ebenenkarte aufzurufen - dem Spielfluss zuträglich ist das nicht unbedingt. Damit das ganze Gerenne dann etwas weniger langweilig wird, haben die Entwickler respawnende Gegner eingebaut. So muss man sich entweder auf dem Rückweg wieder mit den selben Gegnern beschäftigen oder sich eines kleinen Tricks bedienen: Wenn man sich in einem Raum mit wiederbelebten Gegnern befindet, kann man wieder kehrt machen und in den alten Raum zurückwechseln. Wenn man nun den Raum wieder betritt, sind keine Gegner mehr da. Es handelt sich hier sicherlich nicht um einen Programmierfehler, sondern um Absicht der Programmierer, denn ständig Gegner zu eliminieren, die bereits das Zeitliche gesegnet haben, ist dem Gameplay natgürlich wenig zuträglich und eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man auf der Suche nach neuen Waffen oder Elexierhaut ist. Kurioserweise entsteht dadurch der offiziell bescheuertste Rückweg der Videospielgeschichte, den man in einem Kreislauf festlegen kann: 1. In den nächsten Raum hinein. 2. Sind Gegner da? Wenn ja, dann 3. wieder aus dem Raum hinaus, 4. erneut in den Raum hinein und wieder zurück zu Punkt 1... Auch bleibt fraglich, warum die Entwickler den absolut sinnlosen Gegnerradar eingebaut haben, da er statisch ist und sich nicht mit der Blickrichtung von A.D.A.M. mitdreht. So erkennt man zwar, wenn ein Gegner im Gesichtsfeld auftaucht (Wenn ein Hinderniss zwischen euch und ihm ist, erscheint er nicht einmal auf dem Radar), allerdings müsste man sich erst einmal am Kompass orientieren, in welche Himmelsrichtung man überhaupt schaut und das dann auf den Radar übertragen. Das Problem dabei: bis man das gemacht habt, ist man entweder tot, oder hat die linke Schultertaste der PSP gedrückt, durch die man automatisch auf den nächsten Gegner zielt.
Waffenarsenal Auch im Ausrüstungsmenü bleibt einem die Tristesse, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Game zieht, leider nicht erspart: man kann lediglich aus einer Liste von Gegenständen auswählen, was man A.D.A.M. an welches Körperteil installieren möchte. Genaueres kann man sich durch die gegebenen Informationen leider unter einem "Jammer Head" oder "Plasma Cutter alpha" nicht vostellen. Auch, ob nun das alpha Repair System oder das beta Repair System besser ist, wissen wohl nur die Entwickler und aufmerksamere Spieler. Ein paar erweiternde Bildchen und mehr Infos zu den Waffen hätten dem Menü sicherlich gut getan. Die Vielfalt an Waffensystem sucht jedoch ihresgleichen: Auf jeder Ebene gibt es knapp 10 neue Komponenten, die sich in A.D.A.M einbauen lassen und wenn man das Spiel einmal durch hat, fängt es von vorn mit komplett neuen Waffensystemen und stärkeren Gegnern an. Die Grafik allerdings bleibt leider die selbe. Die verschiedenen Waffensysteme können unterteilt werden in die Kategorien Hitze-, Energie-, Explosions-, Kugel- und Hiebwaffen. Euer Android verfügt in jeder Kategorie über einen Skill-Level, der kontinuierlich mit jedem Gegner steigt, den ihr ins Robo-Nirvana schickt. Mit der eingesammelten Elixierhaut könnt ihr außerdem eure Körperteile upgraden, indem ihr sie hitzebständiger macht oder mehr Waffenslots freischaltet. Und sonst? An Extras wird einem wenig geboten. Je Levelboss schaltet ihr ein paar wenige Artworks in der Bildergalerie frei und über Wireless LAN könnt ihr mit Bekannten Items tauschen oder euch Multiplayer-Matches liefern, die zumindest spannender als das eigentliche Spiel sind.
Auch der Sound wechselt von allen Facetten elektronischer Musik bis zu einer melancholisch trägen Schlummermusik im obersten Stockwerk des Turms. Lediglich der Jungle-Track auf Ebene 6 hat es mir angetan. Die sich überschlagenden Beats passen perfekt in das Gameplay und lassen diese Ebene zum kleinen Highlight des Spiels werden. Da lohnt es sich sogar, die guten Kopfhörer herauszukramen - die sollte man jedoch im weiteren Verlauf des Games weider beiseite legen. Fazit Entwickler Hudson hat ein wenig durchdachtes Produkt abgeliefert. Wer konservativ spielt, muss alle ein, zwei Räume durch das gesamte Level zurück zum Speicherpunkt laufen. Wer aggressiv spielt, der schafft mit seiner Munition je nach Art der Ausrüstung 3-7 Räume, bevor er wieder zurücklaufen muss, wird jedoch je weiter er im Spiel kommt mehr und mehr frustriert werden, weil er ziemlich oft das Zeitliche segnen wird. Der geringe Umfang ist im Übrigen auch kein Grund für Freudensprünge. Dennoch sollte man nicht unerwähnt lassen, dass der Titel durchaus spielbar ist. Er ist nur einfach steril und ziemlich schnörkellos. Das was anfangs, wenn man sich die Vorgeschichte im Handbuch durchliest, noch wie ein interessanter Storyansatz aussieht, wird im Spiel inkonsequent weitergesponnen und verwäscht zu leeren Phrasen unterster Manga-Philosophie, die nicht einmal den Geschmack der etwas abgedrehteren japansichen Pop-Kultur treffen dürfte.
PS: Schreibe auch für Gamezone.de und PSP-fun.de, also nicht wundern, wenn Berichte auch dort auftauchen!
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19.09.2008 15:15
TOP-Bericht... aber ich wusste gar nicht, dass in der Gegenwart jemand gewillt ist für Kriege sein Leben zu lassen! ;-))) LG Günter
09.11.2006 16:35
Toller Bericht!^^ lg D4MN =)