Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
grandiose Grafik, toller Sound, Langzeitmotivation, Steuerung, Multiplayer |
| Kontra: |
deutsche Synchro grottig, recht lange Langezeiten |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Servus ihr da draußen, heute habe ich wieder einen absoluten Kracher für die gute Playstation Portable. Es geht um das Spiel „Resistance Retribution“ – ein Shooter aus dem Hause „Sony Bend“, ein Entwicklerstudio der Sony Entertainment Gruppe.
Shooter für die PSP, eigentlich bekannt für „Sind eigentlich geil, aber die Steuerung ist immer ein Krampf“. Genau das konnte ich nur bestens bestätigen. Bisher konnte man das gerne auf den fehlenden zweiten Analog Stick schieben, und die neue kommende PSP GO wird es auch nicht einfacher machen, weil dieser Wunsch leider auch da ausbleibt. Aber, dass man das trotzdem besser lösen kann, zeigen die Jungs von Sony Bend in ihrem aktuellen Kracher, den es exklusiv für die PSP gibt.
Die Marke Resistance existierte bisher ausschließlich für die Playstation 3, und dieses Mal will man den Hunger auch für uns Handheld-Futzies stillen und Sony Bend hatte sich da eine Menge vorgenommen. Das Entwickler-Studio ist übrigens bekannt durch die grandiose Syphoon Filter Reihe.
Resistance Retribution spielt genau zwischen den beiden Resistance Teilen, die es nur für die Playstation 3 gibt. Da war ich anfangs schon sehr skeptisch ob das gut gehe, wenn man nicht die beiden Teile gespielt hat. Ich bin kein PS3 Besitzer und kenne Resistance nur vom Hören-Sagen-Lesen-Sehen, aber gut – das sollte jetzt trotzdem kein Abschreckgrund sein.
Wir spielen den Gesetzlosen James Grayson im Jahre 1951, der einst an der Seite der Briten in der Marine kämpfte. Sein Spezialgebiet ist die Bekämpfung der außerirdischen Besatzer, die als mannigfaltige Bestien betitelt werden. Die Viecher haben West-Europa in einen Trümmerhaufen verwandelt und überall ihre unheimliche Türme und furchterregende Anlagen aufgestellt. Und die sind noch lange nicht fertig. In diesen Anlagen werden Menschen zu Kampfmaschinen umgebaut. Nachdem Grayson seinen eigenen Bruder erschießen musste, begann er Fahnenflucht und startete einen persönlichen Rachefeldzug gegen die außerirdischen Drecksäcke. Auf seiner Flucht vor den Briten hat der französische Widerstand Maquis, den Gesetzlosen zur Kooperation im Kampf gegen den gemeinsamen Feind überreden können, auch wenn ihm das nicht wirklich geheuer ist.
Los geht die Action … naja fast. Erst mal ist es wichtig, dass wir wissen wie Steuerung funktioniert. Und schon stellt man fest, das Sony Bend sich gut überlegt hat, wie man das Manko des fehlenden zweiten Analog-Sticks umgehen kann – und das Resultat ist gar nicht mal blöd. Geschaut und Gezielt wird mit dem Stick und die Fortbewegen, sowie Seitwärts-Bewegungen werden mit den Knöpfen gesteuert. Gefeuert und Sekundärfunktion der Waffen werden mit den Schulterknöpfen erledigt. Den Rest, wie Waffenauswahl, Nachladen und Spielaktionen hat man auf das Steuerkreuz verlegt. Ich sag euch, nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das wunderbar.
Damit wir aber auch die Gegner problemlos und schnell aus dem Weg räumen, haben wir hier eine gesunde Mischung aus Duck & Cover mit Autoaim. Wer Gears Of War kennt, wird wissen was ich meine, und ich finde dieses Prinzip grandios – weil es auf der PSP einfach funktioniert. Wer von der ganz harten Sorte ist, kann das Autoaim natürlich komplett abschalten.
Gameplaytechnisch liegt Resistance Retribution schon mal sehr weit vorn. Und je länger man das Spiel spielt, dem wird immer klarer wie cool die Steuerung mit dem Gegner passt. Es gibt langsame Gegner, die wie verrückt mit kleinen Pausen ballern und immer näher kommen und es gibt flinke an der Wand krabbelnde, sowie fliegende Gegner, die man ohne Autoaim fast gar nicht erwischt. Und damit einem nicht gleich die Lichter ausgepustet werden, kann man hinter allem in Deckung gehen und warten bis der Zeitpunkt gekommen ist um aus der Deckung zu gehen und wie wild gegenzuballern.
Das Waffenarsenal bietet nahezu alles. Auch wenn wir im Jahre 1951 spielen, ist das Szenario quasi eine Mischung aus Ende WW2 und Science Fiction. Neben klassischen Maschinengewehren, Schrotflinten und Raketenwerfer, gibt’s noch Laserwaffen, Miniguns und Photonen-Wummen. Und dieses Duck & Cover Prinzip ist ein wichtiger Bestandteil des Spiels, denn Eure Lebensenergie ist nicht unendlich und füllt sich auch nicht alleine wieder auf. Wenn ihr wieder gesünder werden wollt, müsst ihr immer Ausschau nach Energiekapseln halten. Selbiges gilt für Munition. Sinnlos durch die Gegend ballern sollte man nicht wirklich, weil die Verteilung der Munition nicht gerade sehr großzügig ist.
Kommen wir zur Grafik. Und da wird Resistance Retribution nahezu größenwahnsinnig. Das Letzte Spiel was mich grafisch immer wieder aus den Socken gehauen hat, war God Of War. Sony Bend wollte zeigen, dass auch sie es draufhaben und das sieht man.
Beeindruckendes Leveldesign, scharfe hochaufgelöste Texturen, super detailierte Charaktere und trotzdem läuft alles super konstant, nahezu ohne Ruckler. Manche Kamerafahrten zeigen beeindruckende riesige Areale oder Gebäude, da verschlägt es einem den Atem. Schöne Beleuchtungen, wahnsinnige Effekte und eine Vielzahl an Gegner und Boss-Gegner geben einem quasi noch den Rest. Wahnsinn.
Hier merkte ich wirklich zum ersten Mal, dass Shooter auf der PSP wirklich Spaß machen können. Was ich jetzt hier nicht so cool finde, sind die gähnend fordernden Quicktime-Events. Die bestehen nur aus Schalter umlegen, Objekte verschieben und ab und zu Gegner vom Hals schaffen, das hätte man komplett rausnehmen können, weil das macht das Spiel jetzt nicht unbedingt noch besser als es ohnehin schon ist.
Wenn man Resistance Retribution spielt, wird man auch sehr schnell merken, wie unglaublich spannend alles gemacht wurde. Egal wo man langläuft, man hat nie den Eindruck – eingeengt durch die schlauchförmigen Level geführt zu werden. Packende Action bekommt man durch die Vielzahl an angreifenden Gegnern – welches dazu immer mit passender Orchester-Sounduntermalung begleitet wird. Ist ein Level beendet wurden, werden wir mit faszinierenden Filmsequenzen unterhalten, die uns die Story weiter erzählen.
Was übrigens total daneben ist, die deutsche Synchronisation. So steif und künstlich wie das Ganze daher geplappert wird – das hat das Spiel nicht mal ansatzweise verdient. Schade, dass man sich hier keine Mühe gegeben hat, den das raubt manchmal die Glaubwürdigkeit des Spiels, weil es sich so verdroschen scheisse anhört. Sowas ist echt ärgerlich.
Glücklicherweise stimmt der Rest der Akustik. Schöne Ballersounds, blubbernde Gegner, Effektsounds noch und nöcher und natürlich die Ambiente-Sounds, die einen schönen unheimlichen und spannenden Flair erzeugen, das ist wirklich genial.
Ein weiteres Schmankerl wartet übrigens auf alle PS3 -und Resistance 2 Besitzer. Wer seine PSP via USB mit der PS3 verbindet, kommt in den Genuss des „Infected Modus“. Da ich das leider nicht nachvollziehen kann, kann ich hier nur berichten was ich dazu gehört habe.
Wenn man seine PSP „infiziert“ hat, bekommt der Charakter einen bräunlicheren Teint und glühende Pupillen. Zudem kann man das Spiel nun über PS3 Gamepads spielen und man hat einige Vorteile im Spiel. Die Lebensenergie wird automatisch aufgeladen, mehr Munition und neue Waffen sind zugänglich. Wer wie ich weder noch besitzt, hat leider die Arschkarte. Schade, aber irgendwie ist die Idee an sich schon cool.
Noch ein Highlight ist übrigens der Multiplayer Part. Ob im Lan oder im Internet, Resistance ist eines der wenigen Spiele, die endlich mal ein vernünftiges Online spielen ermöglichen. Als ich mal zu Testzwecken reingeschaut habe, herrschte rege Beteiligung. Massenhaft Server und Zocker waren unterwegs und so war es nicht schwer, in ein gut besuchtes Spiel einzusteigen. Zur Auswahl stehen die Modi Assimilation, klassisches Deathmatch und Capture the Flag. Auch wenn ich nur mal kurz reingeschaut habe, kann ich sagen dass es unglaublichen Spaß machte. Alles lief problemlos und die geballte Action die hier abläuft, da kommt man schon ins Schwitzen.
Fazit: Resistance Retribution ist ein absolutes Shooterfest für die PSP. Wahnsinns Grafik, bombastischer Sound, herrliche Action, ordentlicher Langzeitspielspaß ect pp. Selbst die Steuerung hat mich absolut überzeugt. Was auch sehr wichtig ist, der Langzeitspielspaß. Selbst auf dem leichten Schwierigkeitsgrad kommt man nicht unter 10 Stunden Spielzeit. Es gibt viel zu sehen und viel zu ballern. Der Multiplayer Part setzt dann nochmal die Krone auf – und das ist toll.
Für mich ist Resistance Retribution DAS Shooter Highlight des Jahres auf der PSP und wer wieder nach einem grandiosen Spiel sucht, sollte hier auf jeden Fall zugreifen. Soweit ich das gesehen habe, gibt’s das Prachtstück ab 30 Euro zu haben.
Allerdings bitte beachten, das Spiel besitzt keine USK Freigabe und hat nichts in den Händen von unter 18 Jährigen verloren!!
Soweit von mir … Schüss!