Erfahrungsbericht über

Resteklicken - Ein Facebook-Roman / Moritz Meschner

Gesamtbewertung (6): Gesamtbewertung Resteklicken - Ein Facebook-Roman / Moritz Meschner

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Gefällt mir - nicht

1  21.05.2012

Pro:
Es hat nur 300 Seiten, mehr wäre nicht zu ertragen

Kontra:
Alkohol, Sex, Facebook  -  und daraus nix gemacht

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

mehr


snoopinchen25

Über sich: *** Keine Leserunden! Lese Gegen und stöbere gerne in neuen Berichten *** Schweres Brandunglück hier...

Mitglied seit:30.09.2006

Erfahrungsberichte:99

Vertrauende:35

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 110 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Bei vorablesen.de habe ich mich ganz positiv und frohgemut über dieses Büchlein bzw. die Leseprobe daraus geäußert und schwupps lag das Ding in meinem Briefkasten. Nun gut, dachte ich, dann liest du es halt einfach mal. Denn ich muss gestehen, dass ich von Facebook nicht viel halte und dort auch nicht angemeldet bin. (Ja, wer mich eines Besseren belehren will, bitte in die Kommentarspalte, aber bis jetzt hat es noch keiner geschafft mich von diesem sozialen Netzwerk zu überzeugen.)
Nun aber mal zum Buch…


Fakten

Titel Resteklicken - Ein Facebook-Roman
Autor Moritz Meschner
Genre Roman
Seitenzahl 294
Verlag Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin
Preis 8,99€
ISBN 978-3-548-28415-6
Leserschaft junge Erwachsene, die Spaß an solchen Büchern haben


Autor


Moritz Menschner wure 1980 in Berlin geboren. Moritz gefällt: Die Uni (auch wenn er sie nie abgeschlossen hat) … das Radio (besonders der Berliner Sender 94,3 rs2) … und die Tatsache, dass nicht alle Dinge so sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Er nimmt wirklich jeden Freund bei Facebook an.
(entnommen aus dem mir vorliegenden Buch)


Titelbild


Zwei Puppen im Barbie-Style, einmal weiblich, einmal männlich, sind mit schwarzem Klebeband an den orange-roten Einband geklebt. Für mich nichtssagend, auch die Posen der beiden Puppen sind nicht aussagekräftig. Spricht mich nicht an.


Klappentext


Ein Mann. Eine Mission. Ein Facebook-Profil.
Moritz hat Liebeskummer. Denn Steffi hat ihn verlassen. Netterweise lässt Moritz jeden, der sich auf sein Facebook-Profil verirrt, an diesem Schmerz teilhaben. Auch Steffi. Doch die zeigt sich erbarmungslos. Moritz merkt bald, dass er etwas ändern muss, wenn er Steffi – oder für den Anfang sein Leben – zurückbekommen möchte.


Inhalt


Es gibt die Kurz- und die Langfassung des Inhalts.
Die Kurzfassung lautet: Langzeitstudent, 30 Jahre, ohne Aussicht auf baldigen Abschluss der Uni, wird von Freundin verlassen und steht ab dann permanent unter Alkohol. Mindestpromille 1,0, egal zu welcher
Bilder
Resteklicken - Ein Facebook-Roman / Moritz Meschner Resteklicken
Zumindest die Farbe ist auffällig, wenn schon nicht der Inhalt
Tages- oder Nachtzeit. Außerdem lässt er jeden, wirklich jeden, an seinem Schicksal auf seinem Facebook-Profil daran teilhaben, versucht mit sämtlichen Mitteln seine Freundin zurück zu gewinnen und sein einziges Hobby ist es, neue Freunde bei Facebook zu sammeln.
Jetzt mal die Langfassung, obwohl ich nicht weiß ob die wirklich so sehr viel länger wird. Die oben genannte Geschichte geschieht in nicht sehr nüchternem Zustand, denn Moritz ernährt sich nur von Bier, Wein, Wodka-Red Bull und Zigaretten. Deshalb ist er auch dauerbesoffen und landet in einem Fettnäpfchen nach dem Anderen. Geschlechtsverkehr auf der Kegelbahn, mit einem geliehenen Motorrad im Schaufenster des KaDeWe, alles natürlcih gleich bei Facebook online oder – noch schlimmer – in der Bildzeitung.
Kurz sieht es aus als würde ihn Steffi zurücknehmen, doch dann entscheidet sie sich doch für ihren neuen Freund Silvio und Moritz will Rache nehmen. Dass das naturgemäß danebengeht, ist einem sofort klar.


Leseprobe


Um euch mal ein bißchen von dem Stil zu vermitteln, habe ich mich diesmal für eine Leseprobe entschieden.

Der Abend bei Max wird dann alles in allem doch noch ganz nett, wir unterhalten uns ein bißchen und ich kommuniziere auf Autopilot mit, und je mehr Bier ich trinke, um so attraktiver wird Simone plötzlich. Wenn sie lächelt, erinnert mich das zwar manchmal an Steffi, aber ich schaffe es, diesen Gedanken zu verdrängen und mir einzubilden, dass Simone tierisch auf mich steht. Als ich den zweiten Sixer geleert habe, traue ich mich sogar, ihr ein paar Sekunden lang auf die Titten zu schauen, und ich stelle mir vor, wie die wohl unter Pulli und BH aussehen, und mit einem Mal beschließe ich, während ich einen weiteren kräftigen Schluck Bier nehme, dass Simone heute Abend noch gefickt wird.
Und zwar von mir.


Fazit

Aufbau der Geschichte

Die Geschichte ist an sich nicht besonders spannend. Mann wird verlassen, wird daraufhin zum dauerbesoffenen Alkoholjunkie und versucht mit allen Mitteln, egal wie erbärmlich sie auch sein mögen, seine Freundin zurück zu bekommen oder sie durch Ablenkung zu vergessen. Klingt erst mal ganz witzig und irgendwie so typisch. Allerdings plätschert die ganze Sache so leicht dahin, ohne irgendwelche Hochs und Tiefs. Es ist einfach nett, die Facebook-Kommentare dazwischen lockern das Ganze ein bißchen auf, aber so wirklich was Besonderes ist die Geschichte jetzt eher nicht.
Spannungsbogen, Story

Tja, wie schon gesagt, irgendwie alles ziemlich seicht, ziemlich vorhersehbar und ohne wirkliche Spannung. Dass Steffi Moritz nicht zurücknimmt, ist einem von der ersten Seite an klar. Was will Frau auch mit so einem Versager (Entschuldigung lieber Autor).
Was mich an der Story absolut stört, ist der viele Alkohol. Auf jeder Seite wird irgendwas hochprozentiges in rauen Mengen konsumiert. Da wird mal kurz als Vorbereitung auf ein Date ein Sixpack Bier gekippt, dazu 2 Flaschen Wein und in der Disco dann noch mehere Wodka-Red Bull. Das das heute bei vielen Menschen, vor allem Jugendlichen, Realität ist, macht das Ganze nicht besser.
Und die Hauptfigur ist während 90% des gesamten Buches nicht nüchtern, man könnte auch sagen sturzbesoffen. Der Alkoholpegel schwankt zwischen 1,0 und 2,5 Promille und das stört mich ganz gewaltig. Denn wer das liest, meint dass sich mit Alkohol alle Probleme lösen oder zumindest leichter ertragen lassen. Ok, das ist jetzt vielleicht meine moralische Schiene, aber wenn man die Zielgruppe ins Blickfeld nimmt, für die dieses Buch geschrieben wurde, dann trifft man damit natürlich genau ins Schwarze, denn diese könnten es als Freibrief verstehen, um Alkohol in Massen zu konsumieren.
Personen

Keine Ahnung ob das Buch Autobiografisch ist oder ob der Autor einfach keine Lust hatte, sich einen Namen für seinen Protagonisten zu überlegen, auf jeden Fall ist die Person Moritz Meschner im Buch eine stinklangweilige Null. Online Pornos schauen, dabei mit einer Hand ein Kopfmassagegerät benutzen und sich mit der anderen Hand einen runterholen (entschuldigt meine Sprache, aber ich passe mich mit meinem Bericht dem Stil des Buches an), das ist für Moritz der ultimative Kick. Oder eben total angeheitert auf einer Party aufzuschlagen, auf einer Kegelbahn eine ihm völlig Fremde flachzulegen, dann in Unterhose heimzuwanken und seinem besten Freund die Bude vollzureiern.
Steffi, seine Freundin, bleibt absolut blass. Sie hat ihn verlassen, ist nun mit einem Vollproleten zusammen, der viel Muskeln, aber wenig Hirn hat. Kurz überlegt sie, Moritz doch zurückzunehmen, aber dann entscheidet sie sich doch für Silvio.
Silvio, ein Mann der Marke Glatzkopf, Muskeln, wenig Hirn, hat Steffis Herz gewonnen. Das aus diesem Volldepp (sorry nochmal) später ein reumütiger Softie wird, der in Therapie geht um seine Aggressionen in den Griff zu kriegen und mit seiner Oma Käsekuchen isst, scheint sehr unglaubwürdig.
Sprache, Stil

Über die verwendete Sprache habe ich mich ja bereits weiter oben ausgelassen. Natürlich ist das Buch für Jugendliche und junge Erwachsene geschrieben. Allerdings ist der Hauptdarsteller 30 Jahre alt, genau wie ich, und somit fühle ich mich nicht zu alt für dieses Buch. Trotzdem kann ich mit dem Großteil der Sprache nichts anfangen. Zu derb, zu sexistisch, zu einfach und proletisch.
Der Stil ist sehr einfach gehalten. Kurze Sätze, die einfach zu lesen und zu verstehen sind. Einfache Sprache, oft Jugendsprache. So fällt sehr häufig der Ausdruck „Du Opfer“, was mich jedesmal kurz schlucken lässt, denn diesen Ausdruck finde ich einfach mies und sehr verletzend.
Endfazit

Ich hatte mich auf ein kurzweiliges Lesevergnügen gefreut à la Sommer Sonne Strand und gute Laune. Deshalb habe ich es mir auch gestern gleich auf dem Balkon gemütlich gemacht und das Werk in ziemlich genau 3 Stunden durchgelesen. Für geübte Leser sicher kein Problem, für ungeübte sicher eine tagesfüllende Lektüre.
Von dem Buch bin ich aber mehr als enttäuscht, wie man meinem Bericht sicherlich schon entnehmen kann.
Eine Geschichte, die im ersten Moment ganz gut klingt, aber sich dann nicht entfaltet. Dem Autor gehen die Ideen aus, er bringt immer wieder das Gleiche – Alkohol, Sex und Facebook.
Auch bin ich entsetzt wie mit dem Suchtmittel Alkohol umgegangen wird. Ich trinke sehr gerne Alkohol. Zum Essen ein Glas Wein, im Sommer ein Cocktail oder auch mal ein Schnaps nach einem deftigen Essen. Aber immer als Genuss und nicht als Rauschmittel. In diesem Buch wird jedoch Alkohol in solchen Massen konsumiert, dass die Hauptperson Moritz ganz klar als Alkoholiker durchgeht. Wer morgens erstmal ein Bier braucht um ruhig zu werden hat in meinen Augen ganz klar ein Problem. Und diese Thematik wird im Buch nicht nur verharmlost, sondern sogar hochgelobt. Nach dem Motto: Ohne Alkohol kein Mann.
Das nächste Thema ist Facebook. Ok, ich bin kein Freund davon und wehre mich seit Jahren erfolgreich dagegen, mich dort anzumelden. Denn bisher hat mir noch niemand sagen können, wozu ich dieses soziale Netzwerk brauche. Im Buch hat Moritz als größtes Hobby sein Facebook-Profil. Er schreibt wahllos Menschen an um die 300er Marke an Freunden zu knacken. Außerdem postet er ständig Statusmeldungen und Kommentare und aktualisiert, teilweise mehrmals in der Minute, sein Profil um nur ja nichts zu verpassen. Das hat für mich auch schon etwas mit Sucht zu tun und auch dieses Thema wird in meinen Augen im Buch nicht nur verharmlost, sondern sogar schon als normal dargestellt.
Alles in allem bin ich absolut enttäuscht und sogar entsetzt von diesem Buch. Vielleicht gibt es Menschen, denen dieses Buch gefällt, ich zähle mich eindeutig nicht dazu. Vielleicht habe ich auch schon zu viele gute Bücher und Romane, also richtige Literatur gelesen und bin zu verwöhnt.
Ich gebe diesem Buch den Pflichtstern und rate von einem Kauf absolut ab. Spart euch die 9 Euro und die paar kostbaren Stunden Lesezeit und investiert lieber in etwas Anderes, was eindeutig sinnvoller ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
pelikany

pelikany

09.03.2013 09:27

BH - Lieferung ;) LG

pelikany

pelikany

08.03.2013 17:48

BH folgt :) LG

t.schlumpf

t.schlumpf

12.08.2012 01:15

Ich gab mir Mühe, aber die Schnecke in mir hatte gewonnen ;o)

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Bewertungen
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  1. pelikany
  2. t.schlumpf
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  1. JackT100
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