Mit etwa 12 Jahren merkte ich erstmals, dass laufen eine für mich mögliche Sportart sein könnte und mit 61 Jahren habe ich zum ersten mal an einem öffentlichen Laufwettbewerb teilgenommen. Dazwischen liegen viele Jahre in denen ich mehr oder weniger gelaufen bin.
Hier erst mal der Inhalt meines Berichtes über das Laufen.DER ANFANG
LAUFEN IM BERUF
LAUFEN IN DER FREIZEIT
LAUFEN ALS THERAPIE
RUNNERS HIGH
LAUFEN IM ALTER
LAUFEN ÜBER 60
WETTBEWERB
LAUFSCHUHE
F A Z I T
°°° DER ANFANG °°°Beim Schulsport hat alles angefangen. Wir waren 24 Jungs in der Klasse und ich war leider so unsportlich, dass ich bei den meisten messbaren Sportarten im Schnitt so der 23te war. Es gab eine Ausnahme. In den letzten beiden Sommern der Volksschule hatten wir immer Donnerstag nachmittags 2 Stunden Sport. Wenn schönes Wetter war, nahm der Lehrer einen Ball unter den Arm und dann rannten wir alle von der Sporthalle zu einem etwa 2 km entfernten See und spielten dort auf der Wiese Fußball. Auf dem Rückweg forderte unser Lehrer uns immer zu einem Laufwettbewerb auf so nach dem Motto: Wer ist als erster bei der Sporthalle? Dabei war ich immer unter den ersten 10 Jungs, was für mich ein riesiges Erfolgserlebnis war.
Laufen war zu diesem Zeitpunkt die einzige Sportart, bei der ich mit anderen mithalten konnte. Da verwundert es einen nicht, dass laufen meine erste Lieblingssportart wurde.
Später kam noch Rad fahren dazu. Das war für mich aber weniger Sport sondern ein Fortbewegungsmittel zur Schule, zum Beruf und für die Freizeit.
°°° LAUFEN IM BERUF °°°
Ja, es gibt Berufe, da gehört Sport und Laufen dazu.
Ich habe mich mit 18 Jahren zur Polizei beworben. Ich wurde zu einer Aufnahmeprüfung eingeladen. Die bestand damals aus einer ärztlichen Eingangsuntersuchung, einem sportlichen Eignungstest, einem Deutschtest (Diktat) so wie einem Einstellungsgespräch. Beim sportlichen Test musste jeder Teilnehmer 1000 m laufen, einen Weitsprung und Kugelstoßen absolvieren. Also trainierte ich auf die einzelnen Disziplinen wobei ich am Anfang mühe hatte, überhaupt 1000 m am Stück laufen zu können. Seit der Schule hatte ich auf dem Gebiet nichts mehr getan. Ich hatte auch keine Laufschuhe sondern nur Fußballschuhe mit breiten Gummistollen.
Die Aufnahmeprüfung war im Februar und wir mussten alle auf einem nassen und mit leichtem Schneematsch bedeckten Rasenplatz laufen. Da manche Teilnehmer nur so leichte Schläppchen mit glatter Sohle für den Hallensport anhatten und furchtbar rutschten fiel es nicht ganz so auf, dass ich nicht der sportlichste war. Beim laufen war ich gut im Mittelfeld.Bei der Aufnahmeprüfung waren damals 23 Leute und davon wurden 6 Leute bei der Polizei eingestellt. Ich war dabei!
Ja, ich war Polizeibeamter. Einer von der schlimmen Sorte, die auch Parksünder aufgeschrieben hat. Dies meist aber auch nur, wenn Leute aus Bequemlichkeit behindernd parkten, obwohl in Sichtweite normale Parkplätze frei gewesen waren.
Natürlich hatten wir Dienstsport und gelaufen wurde auch gelegentlich. Ernst wurde es aber erst, als nach einem Jahr Grundausbildung eine Prüfung abgelegt werden musste, auch im Sport. Gefordert war unter anderem ein 2000 m Lauf in längstens 8 Minuten.Um das zu erreichen bin ich mindestens 2 Monate lang fast jeden Abend zur "Beamtenlaufbahn" gefahren und habe trainiert. Das war eine abgemessene Laufstrecke in einem Waldgebiet von 1 km Länge und die hin- und zurück gelaufen ergab folglich die geforderten 2 km. Die Länge der Strecke war nicht das Problem, sondern nur die geforderte Zeit. Ich musste auch noch etwas unter 8 Minuten laufen, weil ich nur mit laufen und schwimmen die anderen schlechteren Sportarten ausgleichen konnte.
Noch ein Wort zu den damaligen dienstlichen "Laufschuhen". Das war eine dickere Sohle, auf der innen so ein dünner Stoff aufgeklebt war, also null Fußbett und null Dämpfung. Auf die Sohle war der Schuh aus dünnem Leder genäht worden. Heute wäre so ein Schuh für den Sport unvorstellbar.Außerhalb dieser Abschlussprüfung der Grundausbildung hatte es vorher schon ein paar sportliche Hürden gegeben. So musste jeder, ob er schwimmen konnte oder nicht mindestens einen Sprung vom 3 m Brett schaffen. Zur Schwimmausbildung sind wir übrigens ca. 2,5 km ins Freibad morgens um 07.00 Uhr gelaufen. Die Ausbildung wurde durchgezogen, obwohl teilweise die Außentemperaturen unter 7 Grad plus und die Wassertemperaturen bei 14 - 16 Grad lagen.
Eine weitere sportliche Hürde war der 5000 m Lauf, welcher wie beim Sportabzeichen gefordert in 23 Minuten absolviert werden sollte. Ich schaffte den Lauf auf Anhieb, brauchte aber 24 Minuten. Einige meiner Kollegen kamen im ersten Ausbildungsjahr gar nicht auf 5000 m am Stück.
°°° LAUFEN IN DER FREIZEIT °°°
Während meiner Ausbildung war ich eigentlich faul und bin in der Freizeit nur gelaufen, wenn ich für eine Sportabnahme trainieren musste.Auch nach der Ausbildung habe ich bestimmt ca. 3 Jahre lang kein Lauftraining gemacht. Ich bin meine Leben lang sehr gerne im Wald gelaufen. Dort ist es im Sommer nicht so heiß und im Winter nicht ganz so kalt und vor allem nicht so windig wie in der freien Natur. Außerdem ist der Boden in der Regel weicher und angenehmer fürs laufen. An meinem damaligen Wohnort nach der Ausbildung hatte ich keinen Wald in der Nähe und so bin ich im Sommer mehr mit dem Fahrrad gefahren und im Winter bin ich im Hallenbad geschwommen.
Dann kam ein Umzug und wir wohnten wieder in Waldnähe. Dadurch habe ich das Lauftraining wieder aufgenommen und bin die ersten Jahre jede Woche einmal 3 - 4 km gelaufen. Dies habe ich ohne größere Pausen etwa 7 Jahre so durchgezogen. In der Zeit wurde ich auch Mitglied im Sportverein und ging regelmäßig jeden Freitagabend in eine Herrengymnastik.Da ich damals zu weiteren Läufen nicht motiviert war, habe ich das Training nie gesteigert.
Als ich 30 Jahre alt war zogen wir wieder um nach Wangen im Allgäu, wo ich aufgewachsen bin. Dort habe ich mein Elternhaus übernommen und habe dieses ausgebaut und modernisiert. Da die ganze Freizeit die ersten beiden Jahre von Bauarbeiten belegt war, kam das Laufen ziemlich kurz und nur gelegentlich am Sonntag nahm ich mir dafür Zeit. Nach der harten Bauphase lief ich wieder regelmäßig ein mal die Woche. Auf der Dienststelle bekam ich Kontakt mit einem Kollegen, der Vollblutsportler war. Dieser gab mir ein Buch von einem Dr. Ernst van Aaken zu lesen. Den Buchtitel weiß ich leider nicht mehr aber es könnte "Das von Aaken Lauflernbuch" gewesen sein.
Habe mich bei Wikipedia schlau gemacht und dort nachgelesen, dass der Arzt und "Laufdoktor" Ernst van Aaken den Langstreckenlauf und das Training der reinen Ausdauer favorisierte. Er organisierte auch Frauenläufe über die Marathonstrecke und trainierte unter anderem Harald Norpoth, welcher bei den olympischen Spielen 1964 in Tokio über 5000 m den zweiten Platz belegte. Van Aaken wurde 1972 bei seinem Lauftraining durch einen Verkehrsunfall beide Beine abgefahren. Er verstarb 1984.An dieses Buch, ein ziemlich dicker Schinken, kann ich mich noch gut erinnern. Van Aaken schrieb in diesem Buch mit so einer Begeisterung über das Laufen, dass ich während der Lektüre das eine oder andere mal das Buch spontan weglegte und zum laufen ging.
Was ich natürlich bei weitem nicht schaffte war die Intensität, mit der ich laut Buch laufen sollte. Van Aaken schrieb, dass man normalerweise täglich ca. 80 km laufen sollte und dieses Pensum könnte für Wettbewerbe noch gesteigert werden. Das ging schon morgens los, wo man sich vor dem Frühstück ca. 15 - 20 km locker einlaufen sollte. Berufstätige sollten spätestens in der Mittagspause wieder eine Stunde laufen und wenn sie abends von der Arbeit heimkommen nochmals ein bis zwei Stunden. Die restlichen 30 - 40 km sollte man ab 19.00 Uhr oder 20.00 Uhr laufen. Diese Angaben nur zur Einstimmung, was der Autor forderte.Bis dahin bin ich meistens ziemlich lustlos und ohne jeden Plan gelaufen. Durch dieses Buch intensivierte ich das Laufen weiter, verlängerte meine Strecke auf 5 - 6 km und lief auch mal öfters 2 mal die Woche. Zudem befolgte ich die Anweisungen in dem Buch und legte auch mal einen Zwischenspurt ein oder lief eine ganzes Stück langsamer zur Erholung. Dabei stellte ich fest, dass man sich bei langsameren Tempo durchaus beim laufen erholen konnte.
Diese Lauftraining zog ich fast das ganze Jahr durch, bis auf die Zeit, in der Schnee lag. Bei Schnee stieg ich auf Langlaufski um und absolvierte so meist eine 10 km lange Strecke. Beide Sportarten waren für mich besonders an dem Tag wichtig, an dem ich vom damals 12 Stunden langen Nachtdienst kam. An diesen Tagen schlief ich bis gegen Mittag und wachte dann mit einem ziemlichen Schädelbrummen auf. Ich ging sofort los und nach dem Sport duschte ich ausführlich und trank anschließend einen starken Kaffee. Dadurch war der restliche Tag gerettet und man konnte mit mir wieder etwas anfangen.
Diese Phase dauerte ca. 3 Jahre bis zu dem Tag, der mein Leben veränderte. Dies war ein Sonntag im September 1985, an dem ein Kollege von der gleichen Dienststelle in seiner Freizeit und vermutlich in betrunkenem Zustand einen Verkehrsunfall verursachte. Bei dem Unfall wurden im anderen Fahrzeug drei Personen verletzt. Diesen Sachverhalt von den Kollegen vor Ort teilte ich telefonisch meinem Chef mit, weil er ja von außergewöhnlichen Vorfällen immer informiert werden wollte. Mein Chef ordnete an, dass ich alleine ins Krankenhaus fahren sollte, mir den Kollegen dort anzusehen, mit dem Chefarzt zu sprechen und ihm dann telefonisch berichten sollte. Die Entnahme einer Blutprobe beim Kollegen wollte der Chef dann selbst telefonisch anordnen.Der Kollege lag mit gebrochenem Schlüsselbein im OP. Ich konnte mit ihm und dem Chefarzt reden und eigentlich hätte ich vom OP - Vorraum meinen Chef anrufen können, wenn da nicht die drei Verletzten von eben dem Unfall gelegen hätten. Sorry, Handys gab es damals noch nicht und so ging ich den kurzen Weg zur Pforte, von wo aus ich den Chef anrief. Als ich nach ein paar Minuten zurückkam, war der Kollege offensichtlich durch einen Hinterausgang aus dem OP verschwunden. Trotz intensiver Suche mit allen verfügbaren Kräften in und um das Krankenhaus so wie beim Kollegen zuhause konnte dieser in den nächsten Stunden nirgends angetroffen werden. Er hatte sich so seiner Blutprobe entzogen, was für Außenstehende nach Begünstigung im Amt roch.
Die oberste Dienststelle musste handeln und da der unfallverursachende Kollege und auch mein Chef im gehobenen Dienst waren, wurde ich als "Bauernopfer" im mittleren Dienst von meinem Amt als Dienstgruppenführer mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Na und werden viele denken, ist doch kein Beinbruch!
Nein, Beinbruch ist das nicht.
Dienstgruppenführer war damals das höchste Amt mit der meisten Verantwortung, das man im mittleren Dienst erreichen konnte. Wir waren 7 Beamte in der Schicht und als Dienstgruppenführer hatte ich für diese Beamte und einen halben Landkreis die Verantwortung. Als Konsequenz wurden Dienstgruppenführer auch bevorzugt befördert und ich stand gerade wenige Wochen vor einer sicheren Beförderung, die mir durch den Vorfall durch die Lappen ging. Das ganze hatte ja leider auch finanzielle Folgen für mich.
Ich gebe zu, damals war ich mit dem Dienst mindestens ebenso verheiratet wie zuhause. Durch den Vorfall hagelte es zuhause Vorwürfe, was der eh schon kriselnden Ehe nicht gut tat. Meine angeschlagene Gesundheit und meine Nerven trugen auch nicht zur Besserung bei, so dass zu der dienstlichen Absetzung wenige Wochen später auch die Trennung vom Ehepartner folgte.
Nach damaligem Scheidungsrecht war der Mann immer der Luser und so passte es, dass ich finanziell total über den Tisch gezogen wurde. Ich wurde zur Unterhaltszahlung verurteilt und hätte zu den bestehenden Hausschulden noch meine Exfrau auszahlen sollen, was nicht möglich war. Ich war gezwungen, mein Elternhaus zu verkaufen, obwohl meine Mutter im oberen Stock mit kostenlosem Wohnrecht auf Lebzeit wohnte. Sie wurde einfach "mitverkauft".
Im Frühjahr1988 ließ ich mich nach Freiburg im Breisgau versetzen, weil ich zu meiner früheren Heimat unbedingt einen räumlichen Abstand brauchte.Jetzt bin ich ganz schön vom eigentlichen Thema abgekommen. Natürlich bin ich in diesen harten 2 1/2 Jahren auch gelaufen und zwar ziemlich regelmäßig und vor allem immer dann, wenn ich Ärger oder Frust hatte. Das Laufen hat zu dieser Zeit selten richtig Spaß gemacht, hat mir aber über die härtesten Stellen eindeutig hinweggeholfen.
LAUFEN ALS THERAPIE
Am neuen Wohnort hatte ich immer noch die berufliche Absetzung sowie die Scheidung und deren finanzielle Folgen für mich zu verdauen. Der gerichtliche Streit um den Unterhalt dauerte insgesamt 4 ½ Jahre. Im Prinzip ging es darum, dass ich vollen Unterhalt zahlen sollte, weil meine Exfrau angeblich nur einen Minijob mit 300 DM Verdienst monatlich ausübte. In Wirklichkeit arbeitete Sie an dieser Stelle seit dem Tage der Trennung als Vollzeitkraft. Auch mein Einstieg ins Berufsleben in Freiburg war nicht ganz so einfach. Als ich im Schichtdienst begann war dort das Durchschnittsalter 24 Jahre und ich war mit 41 der Opa aus dem Allgäu und wurde von manchen auch so behandelt. Abgesehen davon, dass sich Badener und Schwaben im allgemeinen sowieso nicht mögen. Da setzte ich noch einen drauf und sagte den Kollegen: "Dumm bin ich nicht aber stark einfältig. Hoffentlich merkt das keiner."
Ich habe die Gründe für mein dringendes Laufbedürfnis so kurz und so einfach wie möglich gehalten. Über meine Absetzung so wie über die Unterhaltsprozesse und auch die beruflichen Probleme könnte ich noch jeweils mehrere Seiten schreiben, ohne mich zu wiederholen.Bedingt durch den Winter 1987/88, durch den Umzug und durch die gesundheitlichen Folgen der oben beschriebenen Misere hatte ich das Laufen für ein paar Monate sogar ganz aufgegeben.
Zur erneuten Motivation beschloss ich, dass ich für den im Herbst 1988 angesagten Polizeidreikampf trainieren werde. Der Dreikampf bestand aus 3000 m Laufen in 15 Minuten, 1000 m Schwimmen und Schießen. Die letzten beiden Disziplinen waren nicht so problematisch und so konzentrierte ich mich auf das Laufen. Ich begann im Juni 1988. Da war ich für 3 Monate zum Objektschutz nach Karlsruhe abgeordnet. Auch dort gab es den damals üblichen 3 Schichtendienst. Los ging es mit 6 Stunden Nachmittagsdienst. Nach diesem Dienst ging ich nicht zum Abendessen, sondern richtete mir ein kleines Brot von den Dingen, die geboten wurden. Dann lief ich sofort los und hatte im naheliegenden Wald bald eine ca. 3000 m lange Strecke entdeckt. Wieder in der Kaserne angekommen ging es zum Duschen und danach wurde das Brot verschlungen. Am nächsten Mittag nach 6 Stunden Frühdienst ließ ich das Mittagessen komplett ausfallen und lief erst mal wieder meine 3000 m. Nach dem Duschen legte ich mich ins Bett und schlief bis zum Abendessen. Danach kamen 12 Stunden Nachtdienst und anschließend (nach dem Frühstück) die Fahrt nach Hause. In Freiburg lief ich dann meistens am freien Tag nochmals 3000 m. Diese Programm klingt doch ganz gut und ich zog es bis auf ganz wenige Regentage komplett durch.
Warum ich das so relativ ausführlich beschrieben habe?
Ich will es Euch verraten!
Nach 8 Wochen hatte ich zwar ein paar Kilo abgenommen, aber 3000 m in 15 Minuten konnte ich immer noch nicht laufen. Warum ?Vor lauter Stress und Hektik in mir hatte ich bei jedem Lauf vom ersten Schritt weg diese 15 Minuten im Kopf. Ich lief also sofort mit dem entsprechenden Tempo los und brach nach 2000 bis 2500 m regelmäßig ein. Ich konnte nicht mehr weiterlaufen und auch die Methode: "Jetzt erst recht" brachte überhaupt nichts.
Als mir nach ca. 8 Wochen klar wurde, dass ich so nicht zum Ziel kommen werde, versuchte ich etwas anderes. Ich merkte mir zwar die Anfangszeit, lief dann aber langsam und locker los und schaute nicht mehr auf die Uhr. Die zweite Änderung war folgendes: Immer wenn ich merkte, dass mich das Laufen zu sehr anstrengte, lief ich einen Schritt langsamer. Wenn das nicht reichte, noch einen Schritt langsamer usw. Mein Ziel war, Hauptsache ich lief weiter.Mit der neuen Methode schaffte ich auf Anhieb zum ersten mal die 3000 m. Natürlich aber nicht in der Zeit von 15 Minuten. Ich ließ die Zeit nach wie vor einfach weg und trainierte weiter so. Bereits nach einer guten Woche schaffte ich gut 5000 m am Stück. Erst danach begann ich, nach langsamen einlaufen das Tempo wieder etwas anzuziehen. Schon ein paar Tage danach waren 3000 m in 15 Minuten gar kein Thema mehr für mich. Ich hatte das einfach drauf.
Unabhängig von dem Wettbewerb begann ich nun mit der oben beschriebenen Methode meine Laufstrecke zu verlängern. Einen Monat, nachdem ich erstmals die 3000 m am Stück geschafft hatte, war ich schon bei 10.000 m Laufstrecke und das Laufen machte immer mehr Spaß. Auf dieser Basis zog ich immer meine Laufschuhe an und rannte in den Wald, wenn ich irgendwelchen Zorn oder Frust hatte. Ihr könnt mir glauben, auch der größte Zorn ist nach 10.000 m einfach wie weggelaufen und man kommt mit relativ guter Laune wieder nach Hause. Immer dann, wenn der Ärger zu groß war und sich schon auf den Magen geschlagen hatte, ging ich nicht mehr laufen. Mit Magenkrämpfen kann man nicht mehr laufen, auch wenn man noch so will.
Als Läufer bekommt man von den Kollegen nicht nur Zuspruch, sondern es wird auch gut abgelästert. So hatte ich mal bei einer lockeren Unterhaltung darüber, dass Polizisten ja sportlicher als der Bevölkerungsdurchschnitt sein müssen gesagt: "Finde Du mal einen Kollegen, der wie ich über 40 Jahre alt ist, wie ich 100 kg. wiegt und wie ich 10 km zu jeder Zeit in einer Stunde joggt. Antwort des Kollegen: "Du hast recht, ich finde keinen Kollegen außer Dir der über 40 ist und 100 kg wiegt.
RUNNERS HIGHIn dieser Phase meiner Laufkarriere lernte ich auch Runners High kennen.
Was dat denn ???
Ja, mit Runners High wird ein Phänomen beschrieben, welches viele Läufer kennen.
Bei mir war dass so: Irgendwann Anfang der 90er Jahre setzte ich noch einen drauf und machte zuerst eine Maier - Diät, bei der es nur trockene Brötchen und Milch und das nur Krümelweise und mit ganz kleinen Schlücken gab und zwei Jahre später eine Heilfasten - Diät, mit der ich schon mal Erfahrung gesammelt hatte. Dadurch hatte ich von Durchschnittlich knapp 100 Kilo auf 79 Kilo abgenommen und war deshalb beim Laufen kaum mehr zu halten.Bei dem wenigen Gewicht bekam ich wesentlich mehr Luft und auch die Gelenke machten besser und schmerzfreier mit. Das war dann bei mir so, dass ich 8 - 12 mal im Monat mindestens 15 km pro Lauf unterwegs war. Im Winter wurde es schon etwas weniger aber insgesamt war der Spaßfaktor so hoch, dass ich in einem Jahr über 1.600 km gelaufen bin. Diese Zahl habe ich seitdem nie mehr erreicht.
Zu der Zeit hat auch meine jetzige Frau meine Erfolge gesehen und hat spontan angefangen auch zum Laufen. Sie fing am ersten Tag mit 3 oder 4 mal 50 m an und war dann fix und fertig. Mit meiner Methode lief sie nach 5 - 6 Wochen bereits 5000 m. Inzwischen hat Sie ihre Strecke auf ca. 8 km ausgeweitet. Sonntagvormittags ging ich in den Wald, während meine Frau noch den Hund kämmte und versorgte. Sie kam meist nach ca. 1 Stunde mit dem Hund nach und ich hatte bis dahin oft schon 10.000 m gelaufen. Dann hat sie den Rest ihrer 5.000 m in einem 1.200 m langen Rundkurs gelaufen, während ich in der Gegenrichtung je nach Fitness 5.000 bis 7.000 km weitergelaufen bin.
Ein einziges mal, als ich abends alleine zum Laufen im Wald war und es bald dunkel wurde, kam meine Frau mit dem Fahrrad, um nach mir zu sehen. Ich war bereits über 2 Stunden im Wald und das kam so, dass ich an diesem Abend mal so spontan im Training einen Halbmarathon mit 21 km in knapp über 2 Stunden gelaufen bin. An dem Tag habe ich einfach vor lauter Runners High kein Ende gefunden und wenn die Dunkelheit mich nicht gehindert hätte, wäre ich an diesem Tag zumindest theoretisch auch 30 km gelaufen.Damals war es ja immer noch mein großes Ziel, zumindest einmal einen Marathonlauf zu bestreiten. Als Ziel hatte ich mir 4 Stunden vorgenommen. Aber dazu kam es leider nie.
Jetzt wird es aber Zeit, dass ich zu Runners High komme.
Bereits in der Phase, als ich noch meist 10.000 m gelaufen bin, musste ich mich die ersten zwei bis dreitausend Meter oft Schritt für Schritt nach vorne quälen. Irgendwann danach kam dann ganz plötzlich der Punkt, dass das Laufen von ganz alleine ging, fast ohne Anstrengung. Es war wie ein plötzliches großes Glücksgefühl und ich hatte oft den Eindruck, dass meine Beine (oder Schuhe) gar nicht mehr den Boden berühren würden, sondern dass ich nur noch schweben würde. Mit diesem Gefühl kann der Läufer oder auch die Läuferin zumindest gefühlt die Geschwindigkeit erhöhen und die Strecke verdoppeln, ohne dass sich Müdigkeit einstellt. Damit wäre auch das geklärt.
Einen großen Rückschritt für das Laufen gab es 1995, als wir uns hier bei Breisach ein Fertighaus haben hinstellen lassen. Es war eigentlich nur die Hülle eines Hauses und zumindest im oberen Stock war alles leer, keine Wände, keine Isolierung, kein Fußboden, keine Decke, kein Wasser, kein Strom, keine Heizung usw. Das alles samt Garten, Einfahrt, Carport usw. selber bzw. meistens alleine zu machen brauchte so viel Zeit, dass zumindest zwei Jahre lang das Laufen zu kurz kam. Ein bis zweimal pro Monat bin ich in der Zeit gelaufen und das auch nur 5 - 6 km. Das Ergebnis könnt ihr im nächsten Kapitel lesen.Übrigens wer weiß, warum unser Haus Fertighaus heißt? Es ist nichts fertig in dem Haus *lol *.
LAUFEN IM ALTER
Tja, 50 ist heutzutage eigentlich kein Alter aber für mich ging es mit 50 Jahren los mit dem Alter. Aber keine Angst, bald danach wurde es wieder besser. Und das kam so: Ich war gerade ein paar Monate 50 Jahre alt, da bekam ich Probleme mit dem rechten Bein. Ich hatte immer das Gefühl, dass das rechte Bein wie aufgeblasen war. Das war so ein schleichender Prozess und erst später war mir klar, dass ich kein Gefühl mehr im rechten Bein hatte.
Deswegen und wegen anderer Wehwehchen durfte ich zur Untersuchung. Ich war nicht in der "Röhre" sondern lag nur auf einem Tisch und so ein "Ring" fuhr an mir durch. Danach sagte mir der Arzt, dass ich den Bildern nach viel größere Beschwerden haben müsse. Die Sache war die, dass mir der zweite Lendenwirbel (L2) als sogenannter Gleitwirbel Probleme machte und mir auf die Nervenbahnen drückte. Das komplette rechte Bein war ohne Gefühl und ca. 14 Tage nach dieser Untersuchung bekam ich rasende Schmerzen in das linke Bein. Ich konnte fast 2 Wochen lang kaum mehr laufen, war krank und durfte in die Reha.
Dort wurde es dann ganz langsam besser und mir wurde klar, dass ich nicht nur laufen, sondern auch Sport und Gymnastik oder so einen Schweinkram für meinen Rücken machen musste. Also ging ich 3 Monate lang mehrmals die Woche bis zu 5 Stunden täglich in die Reha zur Behandlung und zum Sport. Danach war ich wieder hergestellt.Bereits 3 Wochen nach dem "Totalausfall" habe ich mein erstes, ganz lockeres Lauftraining wieder aufgenommen. Auf den Orthopäden hatte ich nicht gehört weil ich von diesen Leuten schon oft gesagt bekommen hatte: "Mit dem Rücken auf keinen Fall joggen".
Auf jeden Fall war es mit mir wieder aufwärts gegangen, trotz oder vielleicht wegen dem joggen. Nach der Reha bin ich wieder im normalen Umfang gelaufen und habe 9 Monate lang meinen Carport gebaut. Als der Carport fertig war, habe ich mich fürs Fitness-Studio angemeldet und seitdem gibt es neben dem Laufen auch noch ein bis zweimal die Woche je 2 Stunden Fitness.
In den letzten 10 Jahren (nach der Reha) habe ich auch Dank meinem Gleitwirbel immer wieder und verstärkt mit dem Ischias (Hexenschuss) im linken Arschbacken (Entschuldigung für den Ausdruck, eigentlich wollte ich Pobacken schreiben) Probleme. Die letzten 4 Jahre kamen dann noch Probleme mit dem Ilia Sakral Gelenk (auch linker Arschbacken) dazu. Beides kann ganz ordentlich weh tun und beides habe ich bisher mit der entsprechenden Gymnastik und Dehnübungen meist bald wieder in den Griff bekommen.Warum ich das schreibe? Nicht wegen Eurem Mitleid, sondern deshalb, weil ich auch bei tagelangen Problemen z.B. mit dem Ichias immer noch oder gerade deshalb laufe und nach so einem Lauf die Schmerzen meist besser sind. Ich gehe (leider) auch mit solchen Schmerzen ins Fitness-Studio und meistens habe ich nach dem Training weniger Schmerzen als vorher.
LAUFEN ÜBER 60
Für alle zum Trost die Angst haben, dass mit einem Rückenleiden aus ist mit Laufen oder die meinen, über 50 oder gar 60 lässt alles nach kann ich nur sagen: "Da geht noch was".Im Herbst 1994, wenige Wochen vor beginn der Baumaßnahme, bin ich letztmals 10.000 m unter einer Stunde gelaufen. Zwei Jahre nach der Baumaßnahme habe ich mein Lauftraining wieder etwas gesteigert. Über zehn Jahre lang habe ich es versucht und habe nie mehr 10.000 m wie früher geschafft und schon gar nicht in einer Stunde.
Genau am Sonntag, den 18.05.2008, also ca. 14 Tage nach meinem 61. Geburtstag, habe ich nach fast 14 Jahren erstmals wieder ca. 10 km gelaufen und zwar in 64 Minuten. Seitdem laufe ich 1 bis 2 mal die Woche und zwar immer 10 km, auch mit Ischias - Problemen. Einzige Ausnahme ist, wenn ich mit meiner Frau und den Hunden jogge. Dann richte ich mich nach denen und das bedeutet, dass es meistens ca. 8 km werden.Diät mache ich übrigens keine mehr. Zum normalen essen noch eine Diät, dass schaffe ich einfach nicht mehr. Seit meinem 60. Geburtstag bin ich in Rente und seitdem der Stress weg ist, habe ich bisher 13 Kilo ohne Diät abgenommen und dieses Gewicht auch über den Winter gehalten.
WETTBEWERB
Anfang Juli 2008 habe ich erfahren, dass im Gewerbepark Breisgau (Südbaden) ein 10 km - Lauf auf ebenem Gelände (Teerstraße) im Rahmen der Breisgau Energy Night veranstaltet wird. Am 23.07.2008 habe ich mich im Internet für diesen "Die schnelle 10" genannten Lauf angemeldet. Ab diesem Tag habe ich auch versucht, wöchentlich 2 mal ca. 10 000 m im Training zu laufen. Meine Zeiten dabei lagen zwischen 61 und 67 Minuten für diese Strecke. Natürlich bin ich auch weiterhin ein bis zweimal die Woche ins Fitnessstudio gegangen. Mehr war zeitlich nicht drin. Ich bin Rentner und habe daher keine Zeit. Aber im Ernst. Zwei mal die Woche arbeite ich derzeit in einem Nebenjob, 12 Stunden pro Tag. Dann gibt es noch die Frau, zwei Hunde, Haus und Garten und außerdem haben wir angefangen, unser Bad zu renovieren.
In den letzten 14 Tagen bin ich 3 mal die Woche 10 km gelaufen und dabei immer noch zwei mal die Woche ins Fitnessstudio zu gegangen. In der letzten Woche bin ich vor dem Lauf am Samstag, den 20.09.2008, am Dienstag, 16.09.2008, das letzte Mal gelaufen, um meine (alten) Gelenke bis zum Wettbewerb zu schonen. Im Fitnessstudio war ich am Donnerstag das letzte Mal vor dem Lauf.Außerdem habe ich in den letzten Wochen auf mein Gewicht geachtet. Mit jedem Pfund mehr läuft man bekanntlich schwerer. Ob ich bei dieser Vorbereitung alles richtig gemacht habe, weiß ich nicht so genau.
Am Samstag dann war ich vor dem Lauf um 18.00 Uhr ziemlich nervös. War ja auch mein erster Wettbewerb. Um 16.45 Uhr fuhr ich los, um nach 20 Minuten Fahrtzeit mein Ziel zu erreichen. Natürlich gab es Probleme mit dem Parkplatz wie meistens und ich musste weit über einen Kilometer von Start / Ziel weg parken.Ich ging ins Festzelt, wo an einer Wand die Teilnehmerlisten hingen. Dort sah ich, dass ich Startnummer 299 hatte. Ich holte die Startnummer ab und erfuhr, dass mit Nachmeldungen weit über 400 Läufer und Läuferinnen gemeldet waren.
Die Außentemperatur lag bei etwa 15 Grad was eigentlich ideal war. Nur der starke Wind störte ein wenig. Ich ging nochmals zum Auto zurück und entschloss mich in kurzer Hose und Funktions T-Shirt zu laufen. Unter dem T-Shirt hatte ich noch ein ganz dünnes Funktions - Unterhemd, welches mir die Haut trocken halten sollte. Beim Weg vom Auto zum Start fiel mir auf, dass viele Läufer sich warm liefen und manche Läufer in schnellen Spurts ihr Können demonstrierten.
Während ich mich auch ein wenig warm lief und vor allem einige Dehnübungen machte dachte ich an meine drei Vorsätze für den Lauf. Erstens nicht Letzter werden. Zweitens möglichst nicht überrundet werden. Es waren ja zwei Runden a 5 km angesetzt und immerhin liegt der Weltrekord für 10 000 m bei unter 27 Minuten. Drittens wollte ich wenn möglich unter einer Stunde die Strecke hinter mich bringen.Zum Start stellte ich mich im letzten Drittel auf und kurz darauf kam der Startschuss. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich endlich loslaufen konnte. Gleich die ersten 100 m wurde ich von einigen Läufern bzw. Läuferinnen überholt.
Nach einem Kilometer stellte ich fest, dass ich 5 Minuten und 44 Sekunden gebraucht hatte. Das war schon etwas zu schnell für mich und diese Zeit hielt ich natürlich nicht durch. Nach 3 Kilometer waren es dann schon 15 Sekunden über 18 Minuten. Unterwegs zog sich das Feld immer mehr auseinander und einige gaben auch auf. Nachdem ich mich wieder etwas mehr angestrengt hatte lag ich bei 5 km mit 30,5 Minuten noch gut in der Zeit und wurde auch nicht überrundet.
Als ich mich in der ersten Runde dem Ziel näherte brüllte der Sprecher plötzlich los: "Je oller desto doller. Men in Black. Mit der Startnummer 299 (dann folgte mein voller Name und Wohnort), Jahrgang 1947". Die Leute klatschten auf jeden Fall. Bald danach hatte ich zunehmend Probleme vor allem mit der Luft. Ich war zu der Zeit bestimmt ca. 3 kam neben einem Mann hergelaufen, der über 2 m groß und auch nicht ganz schlank war. Er war bestimmt höchstens halb so alt wie ich. Wir unterhielten uns gelegentlich über den Lauf. Etwa 2 km vor dem Ziel konnte ich ihm dann nicht mehr folgen.
Ich hatte mich schon angestrengt und hatte auch ein paar Läufer bzw. Läuferinnen überholt. Trotzdem lag ich bei km 8 mit einer Zeit von 49 Minuten genau 1 Minute unter dem gesteckten Ziel von 60 Minuten auf 10 km. Ich strengte mich etwas mehr an und zog das Tempo etwas an, musste aber nach ein paar hundert Metern wieder etwas nachlassen, weil für mich ein 2 km Endspurt doch zu lange war. Bei km 9 zog ich das Tempo wieder an und hielt das bis kurz vor dem Ziel durch. Als Nachteil empfand ich, dass die letzten Läufer zu der Zeit vor mir bestimmt 200 m Abstand hatten. So hatte ich niemand, an dem ich dranbleiben konnte. Die letzten 100 m vor dem Ziel gab ich noch mal alles und spurtete bis durch das Ziel, begleitet von dem Sprecher, der wieder meine Startnummer und meinen Namen durchsagte und meine Leistung in knapp über 60 Minuten lobte.
Meine offizielle Zeit war 60 Minuten und 41 Sekunden und damit Platz 309 in der Gesamtliste. In der Gruppe M 60 (Männer ab 60) wurde ich fünfter von 7 Läufern.Insgesamt waren letztlich 350 Läufer gestartet, von denen 331 ihr Ziel erreichten. Die beste gelaufene Zeit lag bei etwas über 31 Minuten. Der langsamste Läufer brauchte 80 Minuten.
Nach dem Lauf gab ich im Festzelt meine Startnummer ab und stellte dabei fest, dass das Zelt bereits überfüllt war. Ich lief zum Auto zurück und wollte dort eigentlich meine Sporttasche holen um dann zum duschen zu gehen. Am Auto entschloss ich mich, doch gleich nach Hause zu fahren. Die o.a. Ergebnisse sah ich am nächsten Tag im Internet. Für mich war das ein schönes Erlebnis und ich habe mich entschlossen, weiter zu trainieren und nächstes Jahr wieder an so einem Lauf teilzunehmen.
LAUFSCHUHE
Ein paar Worte möchte ich diesem Thema noch widmen. Seit etwa 20 Jahren gibt es schon wirklich tolle Laufschuhe. Ich selbst hatte in dieser Zeit Schuhe von Adidas, Nike, New Balance und in letzter Zeit immer mehr Laufschuhe von Asics, mit denen ich persönlich am besten laufe.Laufschuhe sollte man zumindest zwischendurch mal wieder im Fachgeschäft mit Beratung und Überprüfung des Laufstils auf dem Laufband kaufen. Wenn man dann zur Ergänzung ein billigeres Auslaufmodell eines schon bekannten Schuhes erwirbt, schadet das auch nichts.
Ich habe gute Erfahrung damit gemacht. Nicht nur weil ich es gelesen habe, nein, auch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man immer mindestens zwei möglichst unterschiedliche Laufschuhe haben sollte. Selbst der beste Schuh hat auch Nachteile und wenn man immer nur in dem Schuh läuft, leidet irgend wann mal der Fuß oder der Knochenbau drunter. Also immer wieder mal abwechseln und die Nachteile summieren sich nicht so. Schwere Läufer sollten unbedingt darauf achten, dass der Schuh nicht zu weich gefedert ist. Der Laufschuh sollte nicht nur gute Dämpfung haben sondern auch Halt bieten.
Noch ein Wort zur Haltbarkeit. Gerade wenn der Läufer oder die Läuferin 90 oder gar 100 kg wiegt sind die meisten Laufschuhe spätestens nach 1.000 km Laufstrecke durch und sollten ersetzt werden.Das kostet natürlich einiges und als gelernter Schwabe habe ich mal während dem Laufen (da hatte ich ja Zeit) zusammengerechnet was Laufen kostet. Also auf 1.000 km Laufstrecke ein paar Laufschuhe, ein Shirt und eine Hose samt 100 mal waschen sind zusammen ca. 330 € geteilt durch die 1.000 km macht auf den Kilometer 33 Cent Kosten, oder habe ich mich verrechnet? Für das Geld könnte man eigentlich bequemer Autofahren.
F A Z I T
Wie und ab wann Sport notwendig ist kann man nicht pauschalieren. Nach meiner Erfahrung wird es so grob ab dem 40. Lebensjahr immer wichtiger, dass man sich einfach bewegt. Wer beruflich oder hobbymäßig genug Bewegung hat, ist fein dran. Wer rastet, der rostet.Es muss ja nicht unbedingt laufen sein. Angefangen von Wandern, Nordic Walking, Rad fahren, schwimmen usw. gibt es viele Sportarten, die auch im Alter machbar sind. Jeder soll das machen was er kann und was im Spaß macht. Auch sportlich unbegabte wie ich können was tun. Und wenn einer meint, bei ihm reicht es zu gar nichts, der soll wenigstens einen Trainingsanzug kaufen und diesen dann zum Sportschau gucken anziehen. Vielleicht hilft das auch etwas.
Ich habe Euch beschrieben, wie ich persönlich zum Laufen kam. Weiter habe ich versucht zu beschreiben, was es für Gründe und Motivationen für mich zum Laufen gab und was mir besonders am Laufen Spaß machte. Bei den Gründen wollte ich nicht noch weiter ausholen, sonst wäre es ein Jammerbericht geworden.Den Bericht habe ich verfasst, weil ich Euch auch zum Laufen oder zum Sport treiben animieren will. Ich war nie die Sportskanone, sondern eher das Gegenteil und trotzdem hat mir das Laufen viel gegeben. Ich meine damit nicht nur das gesunde Herz oder den stabilen Kreislauf oder die Ausdauer, welche man auch im Beruf oder anderswo gebrauchen kann.
Als Läufer oder Läuferin hat man alles richtig gemacht, wenn man seine Kraft, seine Geschwindigkeit und auch seine Laufstrecke so einteilt, dass man sich nach dem Lauf (zumindest beinahe) besser und leistungsfähiger fühlt, als vor dem Lauf.Leider ist der Bericht wieder mal etwas länger geworden.
Ich bedanke mich für Eure Geduld und für Euer Interesse.
LG K.-H.
05.04.2012 09:57
bh
26.02.2012 09:06
BH ist da!
25.02.2012 17:28
Ich liefere dir dein BH morgen!