Erfahrungsbericht über

Ricoh Caplio RR30

Gesamtbewertung (32): Gesamtbewertung Ricoh Caplio RR30

 

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Gute Kamera für wenig Geld

4  31.03.2003

Pro:
Günstiger Preis, gute Bildqualität

Kontra:
nichts besonders Schlimmes

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


Parolando

Über sich:

Mitglied seit:22.02.2002

Erfahrungsberichte:17

Vertrauende:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ricoh Caplio RR30

Mein Freund hat sich diese Kamera gekauft und ich sie mir natürlich sofort zu einem Wochenendtest gekrallt.Wie immer mußte sich auch die RR30 mit meiner Olympus E-100RS messen.

In der Werbung wird die Kamera als Sensation der Cebit angepriesen. Das Sensationelle daran soll die Schnelligkeit sein, mit der die Kamera ihr Motiv ausbelichtet und scharfstellt. Praktisch gesehen konnte ich keinen Unterschied zu meiner Olympus feststellen. Aber dazu später mehr.

Wie immer verzichte ich auf eine Auflistung technischer Daten. Erfahrungsgemäß haben Angaben wie die größte und kleinste Blendenzahl ohnehin absolut keine Aussagekräftigkeit bezogen auf das Resultat, welches mit einer Digitalkamera erzielt werden kann.

Design und Handhabung

Die Caplio RR30 ist eine handliche Kamera, die in jeder Jackentasche Platz findet. Die Bedienung ist einfach. Über ein Drehrad können „Szenen“ ausgewählt werden, bei der die Einstellung von Verschlußzeit und Blende vorgegeben wird. Eine manuelle Einstellmöglichkeit derselben konnte ich nicht finden. Immerhin sind Langzeitbelichtungen bis zu 8 Sekunden möglich. Auch kann man bei der Kamera komplett manuell fokussieren, sprich scharfstellen, also nicht etwa nur auf „unendlich“ stellen. Ob das sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Denn im Gegensatz zu der Olympus, welche beim manuellen Fokussieren das Motiv stark vergrößert anzeigt, damit man auch erkennen kann, ob es scharf ist, bleibt es bei der Caplio gleichbleibend klein.

Die Kamera besitzt keinen Schwarz-Weiß-Modus, den ich gerne schon mal bei schlechtem Wetter verwende. Nicht jeder benötigt diesen. Dafür hat sie ein interessantes Feature, die Möglichkeit, in festgelegten Intervallen Aufnahmen zu machen. Eine tolle Sache für Detektive, eifersüchtige Ehefrauen oder andere Gesellen, die die Kamera unauffällig positionieren und sie alle 5 Minuten ein Foto machen lassen.

„Normal“ fotografieren wird man mit der Ricoh wohl über das Display. Der Sucher ist nämlich nur ein Durchsichtsucher, und wenn man, besonders bei Dunkelheit, durch ihn das Motiv anvisiert, stören die Leuchtdioden der Blitzanzeige, die sich direkt unter ihm befinden. Außerdem stimmt das Bild nicht mit der Anzeige im Display überein. Hat man das Motiv am unteren Rand des Suchers positioniert, ist auf dem Display bis zum unteren Displayrand noch ein ganzes Stück Platz.

Um die Bilder der SD-Karte auf dem PC zu bekommen, muß man ein spezielles Programm installieren, welches standardmäßig bei jedem Windows-Start aktiviert wird. Es reicht also nicht, nur den USB-Treiber der Kamera zu installieren, um im Explorer ein zusätzliches Laufwerk für die Kamera zu finden. Der Transfer zum PC kommt mir etwas träge vor.

Die Kamera wird ohne Ladegerät und ohne Akkus geliefert. Hier wird man nochmals in die Tasche greifen müssen, kann sich dann aber ein Schnell-Ladegerät für Haus und Auto zulegen, welches 2000er mAh Mignon Akkus in einer Stunde lädt. Diese Anschaffung würde ich sowieso immer machen, auch wenn ein Ladegerät der Kamera beiliegen würde. Sie benötigt übrigens 2 Stück dieser Mignon Akkus.

Belichtung und Bildqualität

Alle Testaufnahmen habe ich in der Auflösung 2048N durchgeführt, mit Automatik und mittenbetonter Belichtungsmessung.. Das N steht für normale Komprimierung, wodurch eine Aufnahme eine Bildgröße von 2048x1536x16 erreicht, die eine Dateigröße von durchschnittlich 650 KB hat. Leider ist die nächst einstellbare Größe schon 1280x960. 1600x1200 fehlt ganz einfach. Diese Größe aber sehe ich persönlich als ideal für Abzüge bis 13x18 cm an.

Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, automatische Belichtungsreihen zu erstellen. Hierbei wird jede Aufnahme 3fach erstellt. Mit automatisch ermitteltem Belichtungswert, -0,5 sowie +0,5 Belichtungskorrektur. Das beste Bild sucht man sich dann raus.

Wie anfangs erwähnt, wird die Geschwindigkeit der Kamera hervorgehoben. Mit 3-4 Sekunden Auslöseverzögerung, also der Zeit, die die Kamera zwischen dem Anfertigen von zwei Aufnahmen für das Belichten, Scharfstellen und Speichern benötigt, liegt sie mit der Olympus E-100RS gleichauf. Das bezieht sich jedoch auf den Einsatz ohne Blitz. Dieser ist im Gehäuse integriert, klappt nicht aus, kann aber ab- und angeschaltet werden. Es vergehen rund 9 Sekunden, bis er sich wieder aufgeladen hat. Die E-100RS braucht genausolange.

Blitzen ist Pflicht in Räumen mit „Wohnzimmerlicht“. Tut man das nicht, sind alle freihändigen Aufnahmen verwackelt. Die Kamera hat übrigens kein Problem damit, bei schlechtem Licht scharfzustellen und die Widergabe der Farben ohne Blitz stimmt ebenfalls annähernd (das war ja bei meinem letzten Test mit der Panasonic Lumix FZ1 ein Krampf). Die geblitzten Aufnahmen erscheinen mir persönlich eine spur zu dunkel.

Tageslichtaufnahmen sind ok. Auch die Schärfe der Aufnahmen ist in Ordnung, obgleich die Olympus häufiger scharf stellt (Das erkennt man aber erst, wenn die Bilder auf den PC kopiert wurden. Wenn die Caplio eine Aufnahme aber scharf erstellt hat, ist diese Schärfe, also in diesem Fall die Auflösung und Detailzeichnung, vergleichbar mit der Olympus.). Das ist schon erstaunlich, hat sie doch ein vergleichsweise kleines Objektiv.

Die Kamera kann auch Serienbilder machen. 5 Stück hintereinander im Normalmodus, und 16 Stück im S-Modus. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um vollwertige Fotos in der jeweils eingestellten Auflösung, sondern um 16 Mini-Bilder, welche zusammen die Größe einer normalen Aufnahme ergeben. Über den Anwendungsfall mag man mutmaßen, mir fällt keiner ein.

Fazit

Die Caplio RR30 ist eine ordentliche Kamera. Über den Preis von ca. 280,-- Euro läßt sich nicht meckern. Man sollte aber bedenken, daß noch ca. 60,-- Euro für das Schnell-Ladegerät, sowie 7.-- Euro für 4 Akkus anfallen. Und natürlich noch rund 50,-- Euro für eine 128 MB SD-Karte.

Daß man für den Preis keinen elektronischen Sucher oder ein hohes Zoom-Objektiv erwarten kann, sollte jedem klar sein. Auch eine Zeit- oder Blendenautomatik wird man vergeblich suchen. Wen das alles nicht stört, kann bei der Kamera bedenkenlos zugreifen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
galileo77

galileo77

02.04.2003 14:37

Für mich sehr wertvoll, da ich selbst die Olympus RS100 habe und Deinen Vergleich daher gut nachvollziehen kann. Ganz ohne technische Daten scheint es bei ciao nicht zu gehen. Mir persönlich ist jedoch die Erfahrung und die auftretenden Probleme im täglichen Umgang das Wichtigste. Scheint ja eine gute Kamera zu sein; verspreche mir auch viel vom Nachfolger G3.

Parolando

Parolando

31.03.2003 22:25

Da offenbar so viele Leute Wert auf technische Angaben legen, werde ich diese in Zukunft hinzufügen. Bin hier irrtümlich von mir selbst ausgegangen. Wenn ich bei Ciao Berichte über ein Produkt lesen will, tue ich dieses gezielt, und weiß vorher schon durch den Besuch der Herstellerseiten, welche technischen Angaben das Teil besitzt. Bei Ciao will ich dann nur praktische Erfahrungsberichte lesen. DerVulkanierSpock: Daß Du etwas gegen Leute hast, die Links zu ihrer Homepage in den Ciao-Berichten haben, hast Du schon deutlich durch Deine Kommentare in allen meinen Berichten gemacht. Deine Argumentation hinkt allerdings. Wirfst Du professionellen Testern, z. B. von Foto- oder Computerzeitschriften vor, Du würdest ihnen kein Wort glauben, weil sie die Kamera nicht besitzen? Wo ist da die Logik? Diese Leute erhalten Digicams auch nur für ein paar Tage zum Testen, bewerten die Bildqualität meist durch synthetische Meßverfahren und geben die Kameras dann zurück. Übrigens war mir nicht bewußt, daß man keine Links veröffentlichen darf (jaja, steht bestimmt in irgendwelchen AGB’s). Aber wenn es die Ciao-Leute stört, können sie ja meinen Account löschen. PS: was ist denn ein EF?

Parolando

Parolando

31.03.2003 22:25

Hallo Wolfgang, Du hast Recht bei Deiner Korrektur des Begriffes „Auslöseverzögerung“. Welchen Fachbegriff gibt es denn für die Zeit, die zwischen zwei Aufnahmen vergeht? Ich persönlich halte es für äußerst wichtig, wenn ich nach dem Anfertigen einer Aufnahme kurze Zeit später wieder eine machen kann und nicht ewig warten muß, weil die Kamera mit speichern beschäftigt ist. Das hatte ich mit Auslöseverzögerung gemeint, was aber auch durch die entsprechende Beschreibung klar geworden sein sollte. Klar kann der Sucher keine Spiegelreflexkamera ersetzen, das habe ich auch nicht erwartet. Trotzdem wollte ich mal drauf hingewiesen haben, daß es Unterschiede zwischen dem Bild im Sucher und dem Bild auf dem Display gibt. Wie oft habe ich mich schon bei der Olympus geärgert, daß ich ein Motiv bis zum Rand positioniert habe und auf dem fertigen Bild dann noch Sachen zu sehen waren, die ich nicht draufhaben wollte. Gleiches wird dem Fotografen passieren, wenn er bei der Caplio durch den Sucher fotografiert. Ich wiederhole nochmals mein Fazit: wen die genannten Punkte nicht stören, erhält für wenig Geld eine wunderbare Kamera.

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